Harald Lesch - Wie Bildung gelingt

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Bildung ist ein Dauerthema unserer Gesellschaft. Sie ist von großer Relevanz für unsere Zukunft, für die Demokratie, für unsere Werte, für uns alle. Doch wie gute, ja, erfolgreiche Bildung aussieht, darüber gehen die Meinungen weit auseinander: Strenge und Disziplin oder freies Lernen nach eigenem Tempo? Abitur nach 12 oder 13 Jahren? Und war die Bologna-Reform wirklich der richtige Schritt?
Dieser Band will Impulse für die Diskussion setzen, indem er die Leser teilhaben lässt an dem kurzweiligen und anregenden Austausch zwischen Harald Lesch, für den Wissensvermittlung und Bildung Herzensangelegenheiten sind, und den Philosophen Wilhelm Vossenkuhl und Ursula Forstner. In Auseinandersetzung mit dem britischen Philosophen Alfred North Whitehead (1861-1947), dessen Gedanken zu Bildung erstaunlich aktuell sind, zeigen sie, wie Bildung gelingen kann.
Denn wenn es um Bildung geht, lernt man nie aus.

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Was wir dagegen genau wissen: Whitehead war kein Freund des Homeschoolings. Zu viel hatte er davon abbekommen, zu viel lebendiges Miteinander hat er dadurch verpasst. Denn obwohl sein Vater Schulleiter war, wurde er zu Hause unterrichtet bis er fast 15 Jahre alt war. Seine Eltern waren der Meinung, er sei für den regulären Schulbesuch von zu zarter Gesundheit … 6Was wir auch wissen: Whitehead war alles andere als ein Technikskeptiker, von denen es zu seiner Zeit nicht gerade wenige gab – man denke nur an Heidegger. Whitehead hätte digitale Medien neugierig eingesetzt, aber sicher nicht als Ersatz für Präsenzunterricht, sondern um diesen lebendig zu halten – und damit wären wir wieder bei Hattie und seinen Forschungsergebnissen.

Da Hattie laufend aktuelle Forschungsergebnisse in seine endlose Meta-Studie einbezieht, kommen immer wieder neue Faktoren dazu, während bekannte Faktoren neu gewichtet werden. Hattie ist so stets auf dem neuesten Stand. Die neuesten Entwicklungen im Unterricht haben zweifelsohne mit digitalen Medien zu tun. Entsprechend finden sich bei Hattie inzwischen eine ganze Reihe von Faktoren, die sich auf die Digitalisierung des Unterrichts beziehen, etwa Online- und digitale Hilfsmittel, web-basiertes Lernen, Laptops für jeden Schüler, und ganz aktuell der Einsatz von Technologie im Distanzunterricht. Doch keiner dieser Faktoren schafft es aus dem Mittelfeld heraus. Damit kann ihnen bestenfalls, wenn überhaupt, ein kleiner positiver Einfluss auf das Lernen attestiert werden.

Welche Faktoren sind es nun aber, die Hatties »Hitliste« anführen? Sein Spitzenreiter heißt: »Teacher estimates of achievement« 7. Auf deutsch leider nicht weniger sperrig übersetzt mit »Leistungseinschätzung durch die Lehrperson« 8. Was damit gemeint ist, ist sehr nah an Whitehead, denn es geht um das konkrete Handeln von Lehrerinnen und Lehrern 9, und um jede einzelne Schülerin und jeden einzelnen Schüler. Es geht darum, dass die Lehrperson jeden einzelnen Lernenden so sieht, wie er ist, mit all seinen Stärken und Schwächen, und das als Grundlage nimmt für eine individuelle Förderung. Zu einer realistischen Einschätzung der Lernenden kann eine Lehrperson aber nur kommen, wenn sie ihre Schülerinnen und Schüler auch kennt; sie muss die Möglichkeit haben, sie zu beobachten, sie zu befragen; muss sehen, wie sie arbeiten und wie sie mit neuen Herausforderungen umgehen; kurz, muss sie in natura erleben. Dazu ist direkter persönlicher Kontakt die Grundvoraussetzung. Kein digitales Medium kann das leisten – zumindest keins, das derzeit auf dem Markt ist.

Spannend auch der zweite Platz auf Hatties Liste: »Collective teacher efficacy«, damit ist gemeint, dass die Lehrpersonen einer Schule an das glauben, was sie tun; dass sie daran glauben, eine positive Rolle im Leben junger Menschen zu haben. Schließlich der dritte Platz: »Self-reported grades«. Dahinter versteckt sich die Selbsteinschätzung der Lernenden: Wer seine Stärken und Schwächen kennt, kann gezielt daran arbeiten und das ihm Mögliche daraus machen. Auf einem weiteren Spitzenplatz findet sich: »Teacher credibility«, also die Glaubwürdigkeit einer Lehrperson in den Augen der Schülerinnen und Schüler. Sie können dann optimal lernen, wenn sie einen Menschen gegenüber haben, dem sie vertrauen können, an den sie sich wenden können für Feedback, für Hilfe, für Wissen; der sie versteht und sich um sie sorgt. Schülerinnen und Schüler sind dann in ungleich höherem Maße bereit, Aufgaben und Anforderungen zu erfüllen, die von ihnen verlangt werden.

Was brauchen wir demnach, damit Bildung gelingt? Im Wesentlichen »nur« unser Erleben und Wahrnehmen: die Wahrnehmung der Lernenden durch die Lehrperson, die Selbstwahrnehmung der Lehrpersonen, die Selbstwahrnehmung der Lernenden und schließlich die Wahrnehmung der Lehrperson durch die Lernenden – und nichts dabei, bei dem uns die Technik helfen kann, sondern nur das direkte, beobachtende, wohlwollende Umgehen miteinander und mit sich selbst.

Nichts anderes – und auf keinen Fall weniger – fordern wir zusammen mit Whitehead in unseren Gesprächen – oder mit anderen Worten: Whitehead ist auf dem aktuellen Stand der Bildungsforschung!

Guter Unterricht ist der Schlüssel

Was bedeutet das nun für die Digitalistisierung der Schule? Nun zunächst einmal, dass nichts, aber auch wirklich gar nichts, das unmittelbare leibhaftige Miteinander von Schülerinnen und Schülern mit Lehrerinnen und Lehrern ersetzen kann. Dieses Miteinander ist es, das den jungen Menschen wirklich hilft, ihren Weg durch die Schule zu gehen und zwar so, dass es ein guter Weg wird. Und wenn unmittelbares Miteinander nicht möglich ist, so wie in Zeiten einer Pandemie? Dann muss man sich erst einmal klarwerden, dass man sich damit sehr weit von dem, was Schule ausmacht, entfernt, und dass es daher auch nicht möglich ist, in solchen Zeiten all das zu leisten, was in normalen Zeiten erreichbar wäre. Klar muss man alle verfügbare Technik einsetzen, die geeignet scheint, die große Lücke bei den persönlichen Kontakten wenigstens ansatzweise zu überbrücken. Dazu muss diese Technik auch vorhanden sein (Laptops bzw. Tablets etc. pp. für alle Schüler) und sie muss funktionieren (schnelles Internet, WLAN etc. pp.), keine Frage – hier hat Deutschland zweifelsohne Nachholbedarf. Aber man muss auch ganz klar die Grenzen des Möglichen und vor allen Dingen des Wünschenswerten erkennen. Whitehead fordert schon für normale Zeiten »Weniger ist mehr« – in Ausnahmezuständen gilt das erst recht.

Was Hattie zeigt und was Whitehead nicht müde wurde zu predigen, ist, dass wir es im gesamten Bereich Bildung mit Lebendigem zu tun haben: mit Kindern und Jugendlichen einerseits und mit Frauen und Männern andererseits, die sich der verantwortungsvollen Aufgabe verschrieben haben, die ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen auf ihrem Weg ins Erwachsenenleben zu begleiten. Die Rolle der Lehrerinnen und Lehrer kann gar nicht überbewertet werden. Nur wenn sie in der Lage sind, ihre Schützlinge so zu sehen, wie sie sind, und erkennen, was ihnen helfen kann, und wenn es ihnen zudem gelingt, das Vertrauen der Schüler zu gewinnen, dann kann Bildung gelingen. Und vor diesem Hintergrund sind dann auch sämtliche Medien bzw. Hilfsmittel zu sehen: Bücher oder Internet, Tafel oder Whiteboard, Hefte oder Tablets, Präsenz- oder Distanzunterricht; das alles kann nur so gut sein, wie die Lehrperson, die sie einsetzt. Guter Unterricht ist der Schlüssel. Mit welchen Medien er erreicht wird, ist dabei zweitrangig. Was für eine Aufgabe!

Wir laden Sie, liebe Leserinnen und Leser, nun dazu ein, unseren Lieblingsphilosophen Alfred North Whitehead und seine hochaktuellen Überlegungen zu Bildung näher kennenzulernen.

Ursula Forstner und Harald Lesch

im Frühjahr 2021

Prolog

Bildung, ein hochaktuelles Dauerthema in einer hochkomplexen, sich ständig wandelnden Welt. Ein Thema, das uns alle angeht. Und Whitehead, ein Philosoph aus dem verstaubten viktorianischen England. Auch wenn ihn heutzutage kaum jemand kennt – er hatte höchst interessante Ansichten zum Thema Bildung! So kamen wir dazu, uns mit seinen Ideen zu beschäftigen:

Bildung soll unser Thema sein!

Forstner: Ich kann mich an eine Mail von dir erinnern, wo du nur geschrieben hast: Bildung soll unser Thema sein! Keine Erklärung, keine Erläuterung, nichts.

Lesch: Ja, stimmt …

Forstner: Bildung soll unser Thema sein! Das scheint für dich so klar und offensichtlich gewesen zu sein, dass ich jetzt doch noch mal wissen will, warum das für dich so klar war.

Lesch: Als ich anfing, Whiteheads Thesen zur Bildung zu lesen, dachte ich: Meine Güte, das ist ja total modern! Dass jemand die Kinder und Jugendlichen als Persönlichkeiten mit ihrer eigenen Entwicklung ernst nimmt, dass er sie nicht als reine Objekte ansieht, die in einer Bildungsmaschinerie nach einer bestimmten Schablone geformt werden müssen. Sondern da ist jemand, der die Würde auch des kleinen, des jungen Menschen so anerkennt, dass er sagt: So, den werden wir jetzt da reinbringen. Wir haben natürlich unsere Vorstellungen, was jemand aus der Schule mitnehmen soll. Aber wie wir das unterrichten, und vor allen Dingen, wie diese Jugendlichen das dann von uns auch beigebracht kriegen, das muss doch sehr viel organischer werden. Das muss viel menschenfreundlicher, viel großzügiger sein. Und als ich seine Thesen las, dachte ich: Das ist eigentlich die ideale Art, wie man mit Schülerinnern und Schülern umgehen muss. Und ich fühlte mich, um ganz ehrlich zu sein, richtig beseelt. Ich dachte: Oh, ja, das ist aber schön, so etwas zu lesen. Ich hatte noch keinen Philosophen bis dahin gelesen, der so wohlwollend mit den jungen Leuten umgeht wie Whitehead. Das fand ich toll! Ich hatte ja selbst schon ein Video 10gemacht, wo ich mich darüber ausließ, dass das Schulsystem gerade mit Jungs in einem bestimmten Alter 11nicht mehr gerecht umgeht, denn da müssen die einfach anders behandelt werden. Anstatt sie einzusperren muss Sport her, es muss Kunst, es muss Musik her, die Ausdrucksmöglichkeiten müssen stärker werden! Und da fand ich eben, da müssen wir mal was drüber schreiben!

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