Die Evaluation bestand aus einem Kombinationsdesign mit quantitativen und qualitativen Forschungsmethoden als Prozess- und Ergebnisevaluation. Die Prozessevaluation erfasste die einzelnen Schritte, Erfahrungen und Rückmeldungen bei der Umsetzung. Die Ergebnisevaluation bezog sich auf drei Erhebungszeitpunkte (t0 = vor der Fortbildung, t1 = direkt im Anschluss an die Fortbildungen, t2 = ein halbes Jahr nach der letzten Fortbildung). Die Prozessevaluation lief kontinuierlich während der Fortbildungen.
Die Ergebnisse in beiden Projekten zeigten im Vergleich der Untersuchungszeitpunkte (vorher/nachher) einen Kompetenzzuwachs der Fachkräfte, eine deutlich gestiegene Sicherheit in Verstehen von und in der Begegnung mit herausforderndem Verhalten. Damit verbunden war ein verringerter Perfektionsanspruch bzw. eine höhere Leistungs- und Arbeitszufriedenheit. Die Zusammenarbeit zwischen den Eltern und den Fachkräften verbesserte sich weiter und das Wohlbefinden der Kinder – gemessen über einen standardisierten Test – stieg an (Fröhlich-Gildhoff et al., 2019a, b; Fröhlich-Gildhoff, Grasy-Tinius & Hoffer, 2020; Grasy-Tinius, 2019).
Besonders wichtig war eine Anpassung der Fortbildungsinhalte an den jeweiligen Stand und die Bedarfe der Teilnehmer*innen aus der Zielgruppe.
Die positiven Evaluationsergebnisse und die vielen sehr guten Rückmeldungen aus den an den Projekten beteiligten Kindertageseinrichtungen führten dazu, dass das Konzept vielfach bundesweit auf Tagungen und Tagesveranstaltungen sowie in zehn Multiplikator*innenschulungen (Stand März 2020) weiterverbreitet wurde (laufende Informationen: http://www.zfkj.de).
1.4 Konzept des Handbuches
Bei der Durchführung zeigte sich ein Bedarf nach einer praxisorientierten Handreichung, die im pädagogischen Alltag und im Besonderen bei »Fall«-Besprechungen eine praktikable Orientierung bieten kann. Eine erste Vorform wurde im Jahr 2018 erstellt – das vorliegende Handbuch erweitert und vertieft diese mittlerweile vielfach erprobte Handreichung.
Der »rote Faden« in diesem Handbuch ist zum einen der Kreislauf professionellen Handelns. Er ist in Kapitel zwei (
Kap. 2
), den theoretischen Grundlagen, ausgeführt. In diesem zweiten Kapitel werden neben einer Klärung der Begrifflichkeit des »herausfordernden Verhaltens« weitergehende theoretische Informationen zur Entstehung von Verhaltensweisen gegeben. Die hier vorgestellten Modelle bilden einen wichtigen Kern des vorgeschlagenen Vorgehens.
Das dritte Kapitel (
Kap. 3
) vertieft das Vorgehen anhand des Kreislaufs mittels praxisorientierter Anregungen und Hinweisen: Zunächst werden wichtige Voraussetzungen für eine professionelle und ressourcenorientierte Begegnung mit herausfordernden Verhaltensweisen beschrieben und die Reflexion eigener Werte und Normen angeregt. Der Gesamtprozess ist geprägt durch (mindestens) drei Fallbesprechungen, deren grundlegende Inhalte vorgestellt werden. Es wird darauf eingegangen, worauf bei akuten Krisensituationen (Akutsituationen) geachtet werden sollte. Anhand einer Fallgeschichte wird beispielhaft vorgestellt, wie die Umsetzung des Kreislaufmodells in der Praxis aussehen kann.
Der grundsätzliche Ablaufplan wird im vierten Kapitel (
Kap. 4
) schematisch anhand eines Flussdiagramms vorgestellt. Dabei werden Hinweise auf die begleitenden Materialien, Leitfragen und Checklisten gegeben, die anschließend in den folgenden Kapiteln vertieft dargestellt sind.
Die einzelnen Schritte werden in Kapitel fünf (
Kap. 5
) ausführlich – hinterlegt mit je konkreten Arbeitsmaterialien – erläutert.
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