Das mag unter anderem daran gelegen haben, dass die Pflanze in großen Teilen Europas aufgrund der klimatischen Bedingungen nicht wächst. Sie war also nicht als Frischpflanze erhältlich – es sei denn, es wurden Exemplare im Blumentopf mitgebracht, was eher selten geschah –, sondern musste als verarbeitetes Fertigprodukt von weit her importiert werden. Viele der extrem sauerstoff- und hitzeempfindlichen Wirkstoffe der Aloe Vera, die sich im Gel des Blattmarks befinden, gingen bei der Verarbeitung und während der langen Transporte verloren. Erst als es in den 1950er Jahren gelang, die Inhaltsstoffe des Gels schonend haltbar zu machen, konnten auch die Europäer in den Genuss der vollen Kraft dieser Pflanze kommen. Die Entwicklung einer wirksamen Methode der Konservierung war ein Meilenstein auf dem Weg zur weltweiten Nutzung der Aloe Vera.
Die „echte“ Aloe – ein Porträt
Obwohl die Aloe Vera eher einem Kaktus oder einer Agave ähnelt, wird sie botanisch gesehen zur Familie der Liliengewächse gezählt. Sie ist damit eine Verwandte des Knoblauchs, der Zwiebel und des Spargels. Weltweit sind mehr als 200 Aloe-Arten bekannt. Betrachtet man die pflegenden und gesundheitsfördernden Eigenschaften dieser Arten, ist die Aloe barbadensis Miller, auch Aloe Vera Linné genannt, die wirkungsvollste.
Die Aloe Vera ist mit dem Knoblauch verwandt.
Ihr Name stammt vom arabischen „alloeh“ und dem hebräischen „halal“ ab, was glänzend und bitter bedeutet. Der Artname „vera“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet echt oder wahr.
Aloe-Pflanzen gedeihen in tropischen und subtropischen Gebieten sowie auf Wüstenböden. Sie wachsen wild in Afrika, in Mittel- und Südamerika, im Süden der USA sowie im Mittelmeergebiet. In großen Plantagen werden sie unter anderem in einigen Ländern Asiens, in Australien, Florida, Kalifornien, Texas, Kuba, Mexiko und in den Küstenregionen Venezuelas angebaut. Kälte mag die Aloe nicht, und so wird sie dort, wo Frostgefahr besteht (zum Beispiel in Oklahoma), in riesigen Gewächshäusern kultiviert.
Die Überlebenskünstlerin in der Wüste
Als an ein trockenes und raues Wüstenklima angepasste Pflanze schafft es die Aloe Vera, viele Monate ohne Regen auszukommen. Diese Robustheit und Anpassungsfähigkeit an extreme Lebensbedingungen hat sie der besonderen Beschaffenheit ihrer Blätter zu verdanken. Diese besitzen eine dicke, ledrige Außenschicht, durch die kaum Feuchtigkeit entweichen kann und die hervorragend vor Hitze und UV-Strahlung schützt. Ihr Inneres bietet viel Platz, um Wasser und Nährstoffe für schlechte Zeiten zu speichern. Aufgrund dieser Eigenschaft wird die Aloe Vera auch als Sukkulente (= Speicherpflanze) bezeichnet. Lange Durststrecken übersteht die Wüstenlilie so unbeschadet.
Wird ein Blatt der Aloe Vera verletzt, schließt sich die Wunde sofort: Zunächst tritt an der schadhaften Stelle ein wenig gelartiger Saft aus. Nach ein paar Minuten wird dieser zum Wundpflaster und bildet eine bräunliche Schutzschicht, die innerhalb kürzester Zeit so fest wird, dass die Verletzung der Pflanze nichts mehr anhaben kann.
Die Aloe Vera präsentiert sich ihrem Betrachter normalerweise eher unscheinbar. Die langen, graugrünen, fleischigen Blätter haben an ihren leicht rosafarben angehauchten Rändern Stacheln und bilden eine Rosette. Ganz anders wirkt die Pflanze jedoch, wenn sie im Frühjahr in ihrer ganzen Blütenpracht erstrahlt: Jetzt zeigt sie ihre etwa einen Meter hohen, verzweigten Blütenstände, die leuchtend gelb sind.
Später im Jahr, wenn sich die reife Frucht, eine dreifächrige Kapsel, öffnet, werden ihre Samen vom Wind in alle Himmelsrichtungen verstreut. Aus jedem Samen kann sich dann weit entfernt eine neue Pflanze entwickeln. Die Aloe Vera lässt sich auch durch Jungpflanzen aus ihrem Wurzelbereich vermehren. Erst nach drei bis fünf Jahren Wachstum werden die äußeren, ältesten Blätter der Aloe geerntet. So lange benötigen sie, um die für unsere Gesundheit so wertvollen Nährund Wirkstoffe in ausreichendem Maße zu bilden.
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