2 Geballte Pflanzenkraft
Das steckt in der Aloe Vera
Aminosäuren – Bausteine für das Leben
Enzyme schützen und unterstützen die Verdauung
Stark durch Kohlenhydrate und Acemannan
Mit Lektinen gegen Bakterien und Viren
Mineralstoffe sind Trumpf
Gesunde Vitamine
Wertvolle Fettsäuren
Weitere Wirkstoffe
Exkurs: Sekundäre Pflanzenstoffe haben es in sich
Anthraglykoside
3 Das kann das gesunde Elixier
Mit Aloe Vera gesund und schön
Spieglein, Spieglein … gute Pflege – schöne Haut
Exkurs: So wirkt Aloe-Vera-Gel in und auf der Haut
Das Plus zur täglichen Ernährung
Belebendes Gesundheitselixier
4 Selbsthilfe leichtgemacht
Vielfalt ist Trumpf
Exkurs: Die Aloe Vera auf der Fensterbank
Das ist bei der Anwendung zu beachten
Qualitätsprodukt Aloe Vera – das sollten Verbraucher berücksichtigen
Rezepturen für schöne Haut, Haare und Nägel
Gesundheit und Wohlbefinden von A bis Z
5 Köstliche Cocktails
Gesundheit, die lecker schmeckt
Erfrischende Shakes für den Tag
Coole Cocktails für den Feierabend
Glossar
Bildverzeichnis
Sachverzeichnis
Literaturverzeichnis
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Aloe Vera – 4000 Jahre für Gesundheit und Schönheit
Geschenk der Götter
Durch fast alle Kulturkreise und über alle Kontinente hinweg wurde die Aloe Vera mit wohlklingenden Namen geschmückt: Die Mayas sahen in ihr die „Quelle der ewigen Jugend“, afrikanische Nomaden nannten sie „Lilie der Wüste“. Heute wird sie fast überall auf der Welt zur „Königin der Heilpflanzen“ gekrönt.
Die unscheinbare Wüstenlilie – erst auf den zweiten Blick offenbart sie dem Betrachter ihre Schönheit, sehr schnell gibt sie jedoch das Geheimnis ihrer so positiv auf unser Wohlbefinden wirkenden Kräfte preis.
Wegen ihres außergewöhnlichen Potenzials, Gesundheit und Wohlbefinden des Menschen zu beeinflussen, hat die Aloe schließlich auch eine Vielzahl überirdischer Attribute erhalten: Die Sumerer nahmen sie als „Geschenk der Götter“ entgegen, den Ägyptern war ihr Saft dem „Blut der Götter“ gleich und vom „Zauber des Himmels“ sprachen die Indianer. Die Mohammedaner sahen in ihr weniger die Heilpflanze, vielmehr nutzten sie die Aloe als Glücksbringer, der das Böse abzuwehren vermochte. Noch heute wird im arabischen Raum so manche Eingangstür mit einer Aloe-Pflanze geschmückt.
Erste schriftliche Zeugnisse der erstaunlichen Kräfte der Aloe liefern sumerische Tontafeln, welche Menschen vor etwa 4000 Jahren fertigten. Sie wurden in der Nähe der Stadt Nippur im heutigen Irak gefunden und im Jahre 1953 entziffert. Detaillierte Angaben über gesundheitsfördernde Rezepturen finden sich erst ein paar Jahrhunderte später im „Papyrus Ebers“, einem aus dem letzten Viertel des 16. Jahrhunderts vor Christus stammenden, alten ägyptischen Schriftstück. Sein Name geht auf den Leipziger Professor Georg Ebers zurück, der das Dokument im 19. Jahrhundert entdeckte. 1872 erwarb die Universität Leipzig dieses einmalige Zeugnis der Gesundheitslehre der alten Ägypter, und noch heute ist es in ihrem Besitz.
Symbol für Unsterblichkeit
Bereits die sagenumwobenen alt-ägyptischen Schönheiten, die Königinnen Nofretete und Kleopatra, pflegten zeitgenössischen Texten zufolge ihre Körper mit den Wirkstoffen frisch geernteter Aloe-Blätter. Vor mehreren Jahrtausenden verewigten die Ägypter die Pflanze in Form von Zeichnungen auf Tempelmauern und in den Grabstätten der Pharaonen. Sie balsamierten ihre Toten unter anderem mit Myrrhe und dem gelben, bitteren Saft aus dem Blattuntergrund der Aloe ein. Diese konservierende Eigenschaft war wohl ein Grund dafür, ihr den Namen „Pflanze für Unsterblichkeit“ zu geben und daran zu glauben, dass sie jugendliches Aussehen und ein langes Leben schenkt.
Königin Nofretete
Die Kunde von der Gesundheit und Schönheit spendenden Pflanze breitete sich von Ägypten bald nach Griechenland aus. Und so war es der Arzt Hippokrates (460 – 375 vor Christus), der „Vater der modernen Medizin“, der die Griechen von den segensreichen Eigenschaften der Aloe überzeugen konnte. Er verabreichte sie gegen Geschwüre, Haarausfall und Magen-Darm-Beschwerden. Im ersten Jahrhundert nach Christus geriet Dioskurides, ein Naturforscher und berühmter Arzt aus Kaiser Neros Armee, über die Aloe vollends in Verzückung: Er hielt ihre Wirkung in seinen Heilmittel-Lehrbüchern „De materia medica“ gegen sage und schreibe 800 verschiedene Krankheitsbilder fest und schätzte sie vor allem als adstringierende, abführende, heilende und blutstillende Pflanze. Auch Hildegard von Bingen (1098–1179) traute der Aloe viel zu. Die Äbtissin und Naturheilkundlerin empfahl sie gegen Magenprobleme, Gelbsucht, eitrige Geschwüre, Migräne, Schüttelfrost und Zahnfäule.
Die Äbtissin und Naturheilkundlerin Hildegard von Bingen hat die Aloe Vera bereits im 12. Jahrhundert gegen eine Vielzahl von Gesundheitsbeschwerden empfohlen.
Den „Arzt im Topf“ stets dabei
Auch bei diversen Landeroberungen und Expeditionen hat die Aloe Vera eine Rolle gespielt. So ist überliefert, dass der griechische Philosoph Aristoteles dem Herrscher und Feldherrn Alexander dem Großen im vierten Jahrhundert vor Christus geraten hatte, Sokotra zu erobern. Auf dieser Insel, die vor der Nordostspitze Somalias liegt und heute zum Jemen gehört, wurde die Pflanze damals im großen Stil angebaut, verarbeitet und in andere Länder verkauft. Alexander dem Großen sollte sie nach der Eroberung auf seinen Feldzügen zur Stärkung für seine Krieger dienen.
Viele Jahrhunderte später gaben die Chinesen ihr damaliges Wissen um die Kräfte der Aloe an den venezianischen Kaufmann und Weltreisenden Marco Polo (1254 – 1324) weiter. Im Reich der Mitte wurde und wird die Pflanze noch heute als Schönheitstrunk, Abführmittel und Arznei gegen Ekzeme und Entzündungen der Nasennebenhöhlen genutzt.
Der Weltumsegler und Abenteurer Christoph Kolumbus (1446 – 1506) schätzte das Potenzial der Aloe ebenfalls. Er brauchte auf Reisen keinen Mediziner aus Fleisch und Blut, sondern hatte seine Aloe als „Arzt im Topf“ immer dabei. Damit konnte er Sonnenbrand lindern sowie im Notfall Durchfall und andere Beschwerden kurieren. In die Geheimnisse der Pflanze hatten ihn die Indianer Südamerikas eingeweiht.
Pflegeleicht und anspruchslos
Die Aloe Vera ist äußerst anspruchslos in der Pflege. Sie kann lange Zeit ohne Wasser auskommen und war deswegen ideal als Stärkungsmittel für frühe Weltreisende wie Christoph Kolumbus.
Die Aloe in der heutigen westlichen Welt
Im zwanzigsten Jahrhundert hat die Aloe Vera in der westlichen Welt vor allem aufgrund einer Eigenschaft Furore gemacht: US-amerikanische Ärzte behandelten Mitte der 1930er Jahre Hautverbrennungen, die durch Röntgenbestrahlung entstanden waren, mit dem frischen Gel von Aloe-Vera-Blättern. Die Symptome der Haut klangen, auf diese Weise behandelt, rasch ab. Während die Amerikaner die gesundheitsfördernden Wirkungen und Wirkmechanismen der Pflanze, die sie respektvoll „The silent healer“ (Die stille Heilerin) nennen, in der Folgezeit bereits gründlich erforschten, herrschte hierzulande noch weitgehend Skepsis.
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