Stephen Batchelor - Die Kunst, mit sich allein zu sein

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In seinem Buch dokumentiert Batchelor seine Erkundungen in Form einer literarischen Collage. Inspirierende Geschichten über Menschen, für die das Mit-sich-Alleinsein eine zentrale Bedeutung hatte, um ihre eigene Stimme, ihren Selbstausdruck zu finden, von Buddha bis Montaigne, von Vermeer bis Agnes Martin, mischen sich mit persönlichen Erzählungen. Er berichtet von seinen Erfahrungen an abgelegenen Orten, schildert, wie sich für ihn Mit-sich-Alleinsein in der Wahrnehmung und im Schaffen von Kunst ausdrückt. Und er beschreibt, wie ihn meditative Praxis aber auch die Einnahme psychoaktiver Substanzen zu einer tieferen Vertrautheit mit dieser Dimension unseres Menschseins geführt haben.
Als Menschen sind wir immer und unausweichlich allein und mit anderen zutiefst verbunden. Dieses Spannungsfeld ist in unserer hyperverbundenen Welt, die gleichzeitig von sozialer Isolation geplagt ist, mehr als deutlich erfahrbar.
Stephen Batchelors Buch bietet inspirierende Denkanstöße und Anregungen, wie wir in Frieden mit uns allein sein können und uns aus diesem Raum heraus kreativ und in empathischer Zugeneigtheit auf die Anderen, auf die Welt beziehen können.

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Es wird getrommelt, nun besser koordiniert, begleitet von Tanz. Andrés zieht sein Hemd aus, krümmt und verdreht sich neben dem Feuer. Die schweißnasse Haut seines mageren Oberkörpers glänzt in den Flammen. Er setzt sich neben mich. In einer Mischung aus Englisch und Französisch frage ich ihn: »Wenn Peyote die Medizin ist, was ist dann die Krankheit, die sie heilt?« Er sagt: »Ein verschlossenes Herz.«

Als wir später am Morgen wieder in Tepoztlán sind, hat die Nacht um das Feuer herum eine traumartige Qualität angenommen. Eine gesteigerte Klarheit und Stille des Geistes bleiben mir erhalten. Die Welt erscheint weiterhin leuchtend und hell. Ich fühle mich, als wären meine Sinne, mein Nervensystem und meine Gehirnzellen sauber gewaschen worden. Es wird einige Wochen dauern, bis die Wirkung der Medizin nachlässt.

Hat allein das Meskalin im Peyote das hervorgebracht? Hätte ich die gleiche Erfahrung gemacht, wenn ich, allein, in meinem Wohnzimmer exakt die gleiche Dosis genommen und dabei Bach gehört hätte ? Haben die vergangenen vierzig Jahre der Dharma-Praxis einen Unterschied bewirkt? Ich vermute, dass das Zerreiben der Kakteen, Großvater Feuer, die Gesänge, die Beichten, der Madonna ein Gedicht darbringen, mit verschränkten Beinen in Meditation sitzen, mein Stillsein, das Fasten am Vortag, meine Beweggründe, an der Zeremonie teilzunehmen, allesamt eine Rolle gespielt haben.

Ich verstehe langsam, dass die Zeremonie eine existenzielle Bekräftigung dessen war, was ich bisher in meinem Leben getan hatte und derzeit tat. Für ein paar Stunden, um es mit den Worten von Carlos Castaneda auszudrücken, hatte sie »die Welt angehalten« und mir ermöglicht, »zu sehen«. In der Terminologie des Buddhismus, ließ sie mich »die Beendigung der Reaktivität« »schauen« und im »Todlosen« weilen. Ohne irgendeine Notwendigkeit, in Konzepte oder Worte gefasst zu werden, bekräftigte sie, dass das Leben, das ich als Schriftsteller, Künstler und Lehrer gewählt hatte, angemessen war. Ich erkannte, dass ich diese Welt ohne Bedauern verließe, würde ich jetzt sterben.

Achtzehn Monate später erhalte ich eine E-Mail von Nacho, dem Älteren. »Während einer Meditationssitzung vor zwei Tagen«, beginnt sie, »wurde mir zum ersten Mal klar, wie schön Stille ist. Und ich muss sagen, dass ich in dieser Sache viel von dir gelernt habe, insbesondere als wir in Tepoztlán waren und du anfingst zu schweigen, immer intensiver, es war schon nahezu unangenehm, bis wir fast alle in Stille verweilten und ich verstand.« Die ganze Zeit über hatte ich Andrés’ Bemerkung über »ein verschlossenes Herz« als milden Tadel empfunden, da ich es unterlassen hatte, aktiver an der Zeremonie teilzunehmen. Jetzt bin ich mir da nicht mehr so sicher.

7

DELFT, REPUBLIK DER VEREINIGTEN NIEDERLANDE; UM 1656

Die Magd sitzt an einem Esstisch, den Kopf auf ihren rechten Arm gestützt. Sie schläft. Ein Obstteller, eine verschlossene Karaffe und ein umgekipptes Weinglas befinden sich auf der Tischdecke vor ihr. Durch eine halb geöffnete Tür kann ich in einen zweiten, dahinterliegenden Raum hineinsehen. Wer auch immer vor Kurzem hier war, ist gegangen und hat die junge Frau mit ihren Träumereien allein gelassen. Selbst wenn ihr Liebhaber gerade hinausgestürmt und dabei das Glas umgestoßen haben sollte, ihr Gesicht sieht einfach nur müde aus.

Jan Vermeer wandte sich immer wieder Szenen im häuslichen Umfeld zu, in denen Menschen mit sich allein sind. Eine Milchmagd steht in einer Küche und gießt Milch aus einem Tonkrug in eine Tonschale auf einem Tisch. Ihre Augen und ihr Körper sind exakt so ausgerichtet, dass das Rinnsal weißer Flüssigkeit das gewünschte Ziel trifft. Sie wirkt gleichmütig und gelassen bei der Erfüllung einer alltäglichen Aufgabe. Wie sie, weiß auch ich, wie es ist, Milch aus einem Krug zu gießen und sich dessen bewusst zu sein, Milch aus einem Krug zu gießen.

Etwa zu dieser Zeit malte Vermeer auch eine Straßenszene in Delft, der Stadt, in der er geboren wurde, lebte und starb. Er dürfte Ende zwanzig gewesen sein, war verheiratet und hatte eine ständig wachsende Familie. Eine Frau sitzt in einem Hauseingang und stickt: zwei Kinder knien auf dem Boden mit dem Rücken zum Betrachter – möglicherweise lassen sie einen Kreisel drehen oder spielen mit einem Kätzchen –, und in einer Gasse beugt sich eine Dienstmagd zu einem Besen hin. Diese menschlichen Momente verlieren sich nahezu inmitten des abbröckelnden roten Backsteinmauerwerks, des bewölkten Himmels und der gepflasterten Straße. Ganz in ihre Aufgaben vertieft, bewohnen diese Menschen ihre eigene persönliche Welt, ohne einander zu beachten.

Eine Frau sitzt hinter einem Tisch und stimmt eine Laute. Ihre Augen sind auf ein Fenster gerichtet, aber ihre Aufmerksamkeit ist irgendwo anders. Ich beobachte, wie sie einem Geräusch lauscht, das nur sie hören kann. Eine Frau steht neben einem Tisch, auf dem ein silberner Wasserkrug auf einem Tablett steht. Mit ihrer linken Hand hält sie den Henkel des Krugs; mit ihrer rechten öffnet sie ein Fenster. Sie ist mitten in der Bewegung, darauf vorbereitet, dass die Sonne sie blenden wird. Eine Frau in einem blauen Kittel hält einen Brief in beiden Händen. Ein blasses Licht enthüllt, wie sie den Brief mit ihren Augen verschlingt, ihre Lippen sind leicht geöffnet, während sie die Bedeutung der Worte in sich aufnimmt.

Vermeer fängt von innen heraus ein, wie es ist, Mensch zu sein. Er zeigt, wie es für jede dieser Frauen ist, in einem stillen, arglosen Gespräch mit sich selbst zu sein. Der rumänische Philosoph Emil Cioran nannte Vermeer den »Meister der Intimität und des vertraulichen Schweigens«, der »die Auswirkungen der Einsamkeit in einer Atmosphäre vertrauter Innenräume abmildert«. Diese Frauen sind keine Nonnen oder Einsiedlerinnen. Sie sind für kurze Zeit in einem Zustand der Ruhe in einer Welt bürgerlichen Komforts und häuslicher Routinen. Sie sind allein, wirken aber nicht einsam.

Zwischen dem Zeigefinger und dem Daumen ihrer rechten Hand hält eine Frau eine zierliche Waage über einem Tisch. Die Finger ihrer linken Hand ruhen auf der Tischplatte. Zwei offene Kisten, ein gelbes Band, Perlenketten und Goldmünzen sind auf dem Tisch ausgebreitet. Ihr Blick ruht auf den leeren Waagschalen. Sie lächelt leicht. Ihre sanften Gesichtszüge sind in ein strahlend helles Licht getaucht, das sich nicht durch die matten Sonnenstrahlen erklären lässt, welche durch die mit Vorhängen abgedunkelten Fenster dringen. Diese weltliche Madonna scheint völlig gleichgültig gegenüber den vor ihr ausgebreiteten Reichtümern zu sein.

Die innere Muße dieser Frauen offenbart sich gleichermaßen in der kompositorischen Harmonie der Gemälde, den gedämpften Farben und dem Spiel mit dem Licht, wie in jedem Gesichtsausdruck oder jeder Körperhaltung. An ihrer Weise, mit sich allein zu sein, ist nichts Statisches. Ein fast fotografischer Realismus fängt die Figur ein, während sie zwischen dem, was gerade passiert ist, und dem, was unmittelbar bevorsteht, in der Schwebe ist. Ich erhasche einen flüchtigen Moment in einer Geschichte, die ich nicht kennen kann. Es gibt keine harten Linien und Konturen in diesen Werken. Vermeer verwendet die Sfumato-Technik: Grenzen werden rauchartig verwischt, indem eine Farbe (die eines Ärmels) unmerklich in eine andere (die einer Wand) übergeht. Dieses Verschwimmen verstärkt die Illusion von Tiefe und verstärkt die ergreifende Dehnung der Zeit.

Eine junge Frau in einer gelben, mit Hermelin besetzten Jacke steht im Raum und betrachtet sich in einem Spiegel, während sie eine Perlenkette anprobiert. Ich beobachte sie dabei, wie sie sich beobachtet. Ich spüre die Freude, die sie an sich hat. Eine andere Frau in der gleichen Jacke sitzt an einem Tisch und schreibt mit einem Federkiel einen Brief. Sie schaut in Gedanken vertieft zur Seite auf der Suche nach dem richtigen Wort oder Satz. Ich sehe sie im stummen Selbstgespräch. Ein Mädchen beugt sich beim Nähen eines Stücks Spitze über ihren Arbeitstisch. Ich teile ihre stille Freude an ihrer Handarbeit. Diese Frauen sind selbstgenügsam in ihrem Fürsichsein, jede fühlt sich wohl in ihrer Haut und ihrem Los im Leben.

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