Don Pedro Pablo Chuc Pech ist ebenfalls Mitglied des Ältestenrates der Maya von Guatemala. Ich lernte ihn in Paris kennen, wo wir beide auf der Bühne vor ungefähr eintausend Menschen sprachen. Als ich ihn traf, wusste ich sofort, dass er ein großer Mann ist, und fühlte mich im Herzen mit ihm wie mit einem Bruder verbunden. Don Pedro Pablo wurde zum Vorsitzenden des Ältestenrates der Itza Maya von Yucatan in Mexiko ernannt, aber in seiner großen Bescheidenheit legt er keinen Wert auf diesen Titel. Der Ältestenrat der Itza Maya dient hauptsächlich als Schnittstelle zur industrialisierten Welt. Die Itza Maya sind der größte aller Maya-Stämme im Mayaland, welches nicht nur Mexiko, sondern auch Belize, Guatemala, Honduras, El Salvador und weitere Gebiete umfasst.
Auch Hunbatz Men bzw. Hunbatz Mena ist Mitglied der Itza-Ratsversammlung. Er lebt inzwischen meistens auf dem Lol-Be-Maya-Komplex in der Nähe des Chichén Itzá Maya-Tempels, wo die modernen Maya versuchen, sich wieder an ihr verloren gegangenes Wissen zu erinnern, das die spanischen Konquistadoren und die katholische Kirche mit voller Absicht zerstört haben. Im März 2003 lud Hunbatz Men mich und eine von mir zusammengerufene Gruppe von Weltvertretern zur Durchführung einer Zeremonie in Yucatan ein. Davon wird später noch die Rede sein. Während diese aufwendigen und ausgedehnten Zeremonien abgehalten wurden, gründeten die genannten Führer der Maya einen weiteren Rat, den Ältestenrat von Amerika, der eines Tages der Welt vielleicht von Nutzen sein wird; diesem Rat gehören etwa dreihundert Älteste aus ganz Nord-, Mittel- und Südamerika an, und zwar nicht nur Maya, denn er steht allen indigenen Stämmen offen.
Diese indigenen amerikanischen Stämme sind dem Anschein nach einfache Menschen, die tief im Dschungel und hoch im Gebirge leben; doch in ihrem Herzen bewahren sie Informationen, Wissen und Erinnerungen, die zum richtigen Augenblick für die gesamte Welt von unschätzbarem Wert und dringend nötig sein werden. Sie werden das noch zu Ihren Lebzeiten verstehen.
Wir vergessen oft, dass die Alte Welt der Urvölker nach wie vor in unserer Gesellschaft lebt und bis zum heutigen Tag mit dem Herzen von Mutter Erde, dem Herzen von Vater Sonne und dem Herzen des Universums schwingt, um unsere fragile Welt im Gleichgewicht zu halten.
Ich bin überzeugt, wir würden ohne die Maya und andere indigene Völker in einer Welt von unsagbarem Chaos leben, noch viel größer als das Chaos, das wir derzeit erleben. Durch die Maya werden wir Zeugen einer Bewusstseinsoffenbarung, die gemäß den Maya-Prophezeiungen in der Geburt einer neuen Erde und einer neuen Menschheit gipfelt.
Die Prophezeiungen der Itza Maya für die Zeit von 22. Dezember 2012 bergen sicherlich viel Hoffnung und Schönheit, aber die Maya sind auch realistisch und erkennen an, dass der alte Zyklus und die alte Lebensweise am 21. Dezember 2012 zu Ende gehen. Dieses Buch erklärt das Zeitfenster um diese Daten herum.
Um zu verstehen, wohin die Zukunft geht, müssen wir uns an unsere Vergangenheit erinnern, denn alles im Universum bewegt sich in Zyklen, und die Erinnerungen, das Wissen, die Informationen und die Weisheit, die wir für unseren Aufstieg benötigen, sitzen in der DNA unserer Ahnen. Wir können sie nicht einfach ignorieren und blindlings in die Zukunft schreiten; das würde zu einer Katastrophe führen. Wir brauchen sie, und unsere noch lebenden Ahnen brauchen uns.
Wir haben nur eine einzige Chance, uns wieder mit unseren Ahnen zu verbinden, die als Itza Maya und andere indigene Völker immer noch auf der Erde leben. Das geschieht in letzter Minute vor dem großen Umbruch, doch wenn wir es mit offenem Herzen tun, finden wir den Weg in die Neue Welt, und alles wird gut.
Die Schlange des Lichts geht weiter
Wir wollen mit einer Geschichte beginnen, die mir die Maya erzählt haben, damit ich sie an Sie weitergeben kann. Sie bewegt sich wie ein Fluss, der sich dreht und wendet, die Richtung ändert und doch immer Richtung Meer fließt; unser »Meer« ist der Aufstieg. Diese Geschichten werden die Kluft zwischen unserem Verständnis der Ahnen und der modernen Welt verringern und das Verständnis der modernen Welt von Sonne, Erde und unserem unglaublichen Universum verändern. Wenn Sie meine Worte mit dem Herzen und nicht mit dem Verstand erfassen, werden Sie verstehen.
Was die Maya mir sagen, werde ich in die Sprache der modernen Welt übersetzen. Noch sind wir alle verschieden und haben ein unterschiedliches Verständnis. Die menschliche Sprache ist nicht vollkommen, doch ich möchte Ihr Herz erreichen, denn mit dem Herzen werden Sie mich, das spüre ich, intuitiv verstehen.
Der Maya-Kalender ist der genaueste Kalender, der jemals auf der Erde entdeckt worden ist. Für die Menschen ist es erstaunlich, wie ein Volk unserer Urahnen genauer sein konnte als die moderne Welt mit all ihrer Technik. Selbst heute noch wissen die Maya mehr über die Zeitzyklen als die NASA und die Naturwissenschaftler aus aller Welt.
Nun blickt die Menschheit auf die Maya, um zu verstehen, was der 21. Dezember 2012 – jenes Datum, das im Maya-Kalender eine so große Rolle spielt – bedeutet, und die Maya haben uns eine Antwort gegeben.
Im Juli 2007 kamen das Oberhaupt des Volkes der Maya, Don Alejandro Cerilo Perez, und seine Frau Elizabeth nach Sedona in Arizona, wo ich lebe, und sprachen öffentlich über die Prophezeiungen der Maya. Am nächsten Tag traf ich mich mit ihnen; wir redeten über einige der Prophezeiungen der Maya. Sie baten mich, ihnen zu helfen, diese Prophezeiungen zu erfüllen.
Altar vor einer alten Maya-Pyramide, Tikal, Guatemala
Don Alejandro gab der Öffentlichkeit als Erstes zu verstehen, dass nichts, was wir über die Kultur und den Kalender der Maya gelesen, gehört oder gesehen haben, von einem Rat der Maya genehmigt oder geschrieben worden ist und deshalb auch nicht die Worte des Volkes der Maya darstellt. Alles, was wir über die Maya erfahren haben, stammt von Universitäten, Regierungen, Religionen, Archäologen und Laien wie Jose Arguëlles, von denen einige zwar Maya sind, aber auf eigene Faust arbeiten.
Wie Don Alejandro vor dreihundert Menschen sagte, hat weder der Nationale Ältestenrat der Maya von Guatemala noch irgendein anderer Rat der Maya seit 527 Jahren (bis 2007) ein einziges Wort verlauten lassen – eine sehr lange Geheimhaltung.
Im Jahr 2007 brachen die Maya ihr Schweigen – was für die Welt sehr wichtig ist. Denn die Wahrheit kann nur von den Maya selbst verkündet werden. Eine von Außenseitern konstruierte »Wahrheit«, die lediglich auf Vermutungen basiert oder von einer Bewusstseinsebene herrührt, die so gut wie nichts mit den Maya zu tun hat, kann keine Gültigkeit haben.
Die Maya lassen uns wissen: Die Welt, in der wir leben und die wir kennen, ist anders, als wir meinen. Wir modernen Menschen glauben, die Welt sei fest und real und könne nur durch äußere Geschehnisse verändert werden; wir meinen, die Welt sei etwas Festgelegtes und gehe ewig weiter, mit oder ohne uns. Doch die Maya sagen uns: Das stimmt nicht. Die Welt besteht aus Bildern, die von Bewusstsein erzeugt werden und mit Hilfe von Zeremonien auch durch Bewusstsein verändert werden können – insbesondere Bewusstsein, das direkt mit dem menschlichen Herzen verbunden ist.
Wir stehen kurz davor, eine Seinsweise zu erlangen, die nur von der Alten Welt verstanden wird; die moderne Welt hat von dem, wovon in diesem Buch die Rede sein wird, so gut wie keine Ahnung – die meisten Leute wissen rein gar nichts von ihrer Existenz. Und doch ist diese Art des Seins genau das, was wir, die moderne Welt, zu diesem Zeitpunkt der Geschichte brauchen, aber wahrscheinlich wissen Sie nichts davon. Die Situation der Menschheit ähnelt der eines Schmetterlings, der demnächst seinen Kokon verlässt. Alles bislang Bekannte wird sich verändern, und eine komplett neue Welt ist im Entstehen begriffen.
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