Helmut Milz - Der eigen-sinnige Mensch - eBook

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Dieses Buch lädt zu einer ungewöhnlichen Reise durch die Sinnenwelt des Körpers ein. Es erzählt von seinem Erleben in den Wechselwirkungen mit Kultur, Sprache, Umwelt, Geschichte, Lebensverhältnissen, Heilkunde, Künsten und Wissenschaften.
Als Leib ist unser Körper Lebensmitte und Lebensmittel der Dynamik des eigen-sinnigen Lebens. die Vorstellungen vom Körper wandeln sich immer wieder, auch durch wissenschaftliche Erkenntnisse. Die Lektüre des Buches ermutigt, den Botschaften und Zeichen des Körpers wohlwollend Aufmerksamkeit zu schenken.

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Mithilfe des Tastsinns berühren wir ein breites Spektrum unserer Mit- und Umwelt von der Nahrungsaufnahme bis zum Gehen, von zufälligen Begegnungen mit Fremden bis zum intimen Kontakt. Wir sprechen noch vom »Tastsinn«, aber in der Wissenschaft wird heute vom »Tastsinne-System« geredet. Zum einen nehmen wir passiv Berührungen unseres Körpers wahr (»taktile« Wahrnehmungen, lat. »tangere«: tasten, befühlen), zum andern können wir durch aktive Bewegungen Reizstrukturen erkunden und »begreifen« (haptisch, griech. »haptein«: berühren, angreifen).

Tast- und Druckrezeptoren vermitteln uns einen fortlaufenden Eindruck (»Interozeption«) über unseren Körper. Dieses innere »Tastempfinden« bildet den Referenzpunkt für unsere äußeren Wahrnehmungen. Das Geschehen der unbewusst ablaufenden körperlichen Veränderungen bezeichnet der Neurobiolge Antonio Damasio als »Proto-Selbst«. Dieses entwickle sich lebenslang und diene immer wieder neu als Bezugspunkt für unsere Wahrnehmungen. »Jede Wahrnehmung ist eine Schöpfung, jede Erinnerung auch eine Neuschöpfung – alles Erinnern ist in-Beziehung-setzen, verallgemeinern, neu kategorisieren. In einem solchen Verständnis haben starre, unveränderliche Erinnerungen, hat die ›reine‹ Auffassung von einer, nicht durch die Gegenwart verzerrten Vergangenheit keinen Platz.« (Oliver Sacks)

Der Neurowissenschaftler David Linden schreibt in seinem Buch Touch: The science of the sense, that makes us human : »In den letzten Jahren haben wir geradezu eine Explosion in unserem wissenschaftlichen Verständnis von Berührung erlebt.« Diese optimistische Einschätzung wird von anderen Forschergruppen (Francis McGlone, Hakan Olofsson) geteilt. Mithilfe neuer Technologien hat die Forschung herausgefunden, dass es zwei parallel arbeitende Berührungssysteme gibt.

Historisch hatte die Forschung den Tastsinn vor allem auf seine »taktilen Unterscheidungsfähigkeiten« hin untersucht. Diese nehmen vor allem Bezug auf Mechanorezeptoren im Bereich der Hände und Füße. Deren Funktionen werden dem »schnellen, ersten Berührungssystem« zugeordnet. Solche Rezeptoren finden sich insbesondere in den unbehaarten Teilen des Körpers. Sie sind mit »A-Nervenfasern« für die Unterscheidung von Druck, Erschütterung oder Gleitfähigkeit (»haptische Informationen«) zuständig. Mit ihrer Hilfe können aktiv Unterschiede auf äußeren Oberflächen erkundet werden. Sie nehmen niedrigschwellige Reize auf und leiten diese, über sogenannte markscheibenisolierte Nervenfortsätze, rasch an das zentrale Nervensystem weiter. Ihre Geschwindigkeit ermöglicht reflexartiges Reagieren. Insgesamt umfassen die »A-Nervenfasern« etwa 25 Prozent der Tastempfindung. Die Nervenleitgeschwindigkeit der »A-Fasern« ist etwa 50-mal höher als diejenige der »C-Fasern«, die nicht mit einer Markscheibe versehen sind.

»C-Fasern« nehmen taktile Wahrnehmungen auf und sind in erster Linie für gefühlsbezogene Qualitäten der Berührung zuständig. Sie leiten sowohl angenehme Berührungen als auch Empfindungen von Schmerz, Temperatur oder Juckreiz an das Gehirn weiter. »C-Fasern« befinden sich ausschließlich in den behaarten Zonen des Körpers. Gefühlsbezogene Berührungen waren bis dahin wissenschaftlich kaum erforscht und verstanden.

Die beschriebenen Rezeptoren und Nervenleitungen finden sich nicht nur in der Haut, sondern auch in Muskeln, Faszien und Gelenken. Zudem wird die Integration ihrer Botschaften durch mentale Prozesse wie Aufmerksamkeit, subjektive Bewertung, persönliche Erinnerungen und Gefühle beeinflusst. Zwischen den Berührungsbotschaften und dem »Autonomen Nervensystem«, das eine Vielzahl von Körperfunktionen – Blutdruck, Herzaktion, Atmung, Darmtätigkeiten – reguliert, besteht ein enger Austausch. Mithilfe von »bildgebenden Verfahren« (CT, MRT, MRI) konnten Untersuchungen der Gehirnfunktionen zeigen, dass eine enge Verbindung zwischen Berührungen und deren Verarbeitung im sogenannten Inselorgan des Gehirns bestehen. Psychosomatische Wechselwirkungen bringen Veränderungen des Körperempfindens, der Spannungen in der Muskulatur, der Körperhaltung sowie der Einstellungen und Erwartungen mit sich. Selbst- und Fremdberührung können wichtige Impulse zum Spannungsausgleich bewirken.

Im Hinblick auf sinnliche Erfahrungen hat der Psychiater Erwin Strauss die Unterscheidung zwischen deren »pathischen« (griech. »pathos«: Leidenschaft, Erdulden) und »gnostischen« (griech. »gnosis«: Kenntnis, Wissen) Anteilen vorgeschlagen. »Pathisch« ist die unmittelbare, sinnliche Aufnahme von Tönen, Farben, Gerüchen oder Berührungen. »Gnostisch« ist die eher distanzierte Erkenntnis von erlebten Erfahrungen. »Pathisch« erleben wir das, was gegenwärtig geschieht. Dieses ruft, je nach unserer aktuellen Empfangs- und Reaktionsbereitschaft, eine unterschiedliche » Resonanz« in uns hervor. »Gnostisch« richten wir unsere Aufmerksamkeit eher auf die Vergangenheit und Zukunft. Wir überdenken unsere Erfahrungen, geben ihnen Richtungen, Entfernungen oder Stabilität. Es wäre aber falsch, die beiden genannten Zugangswege der sinnlichen Erfahrung strikt zu trennen, denn sie sind unterschiedliche Dimensionen unserer Gesamterfahrung .

Die Hand: empfangen, begreifen, handeln

»Mangels anderer Beweise würde mich der Daumen vom Dasein Gottes überzeugen«, sagte der Physiker Isaac Newton. Die Entwicklung der Gegenüberstellung des menschlichen Daumens gegen die Handfläche und Fingerkuppen, die Entwicklung des »Spitz«- oder »Pinzettengriffs« gilt als wichtiger Entwicklungssprung in der Menschwerdung. Es gibt kaum ein differenzierteres und vielgestaltigeres Wahrnehmungsorgan als die Hand. Inklusive Elle und Speiche umfasst die Hand 29 einzelne Knochen. Viele der 33 Muskeln, die unsere Hand bewegen, erstrecken sich vom Unterarm in die Hand hinein. Fast nirgendwo auf der Körperoberfläche hat der Tastsinn ein so hohes Auflösungsvermögen wie im Bereich von Fingern und Hand. Nirgendwo ist die Feinmotorik so genau entwickelt wie in der Präzision von Handbewegungen. In der Hand werden Berührungssinn, Eigenwahrnehmung und Wahrnehmung der Eigenbewegung so zusammengeführt, dass sie eine räumliche Vorstellung der Dreidimensionalität ermöglichen. Die Verbindungen von Hand und Hirn machen diese zu einem »Werkzeug des Geistes« (Marco Wehr/Martin Weimann).

Der Neurologe Frank Wilson hat facettenreich beschrieben, wie die Hand entscheidend zur Entwicklung des menschlichen Gehirns, der Sprache und der menschlichen Kultur beigetragen hat. Unsere Hände können zart und offen wahrnehmen, spüren und empfangen, aber auch kräftig zupacken und derb austeilen. Sie unterstützen gestenreich unsere Sprache. Viele Alltagsbegriffe nehmen Bezug auf die Hand: behandeln, verhandeln, vorhanden sein, etwas liegt auf der Hand, von der Hand in den Mund, seine Beine in die Hand nehmen, handhaben, begreifen, ergreifen, etwas in Händen halten oder aus der Hand geben, bei der Hand nehmen, kurzerhand, allerhand, alle Hände voll zu tun haben, seine Hände in Unschuld waschen oder seine Hand aufs Herz legen – dies sind nur wenige Beispiele.

Vom kindlichen Übergangsobjekt des Daumenlutschens über hilfreiche Handreichungen, das handwerkliche Gestalten und Bauen, therapeutische Behandlung bis hin zum Datenhandschuh der virtuellen Realität – überall steht die Hand im Mittelpunkt. Die haptischen Dimensionen des Tastsystems haben im Zusammenhang mit der Entwicklung von Robotern, computeranimierten Berührungen oder Bewegungen auf Distanz heute neues Interesse geweckt.

Es ist schon erstaunlich, dass Forschungen zeigen, dass die meisten Menschen ihre eigenen Hände auf Fotos nicht wiedererkennen konnten. Vielleicht hilft es, wenn wir unseren Händen öfters ein paar Momente der liebevollen Aufmerksamkeit widmen, sie betrachten, reiben, kneten und bewundern.

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