Gottfried Horbaschk - Sechs Geschichten

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Sechs Geschichten erzählen von außergewöhnlichen Menschen und davon, was sie auf ihrer Suche nach Freiheit und Glück umtreibt. Es führen ihre Wünsche, Träume und Sehnsüchte sowie ihre verborgenen Zwänge zu Handlungen, die von gültigen Konventionen abweichen können. Es gibt unterhaltsame, traurige und makabre Episoden, erschütternde Berichte und ernste Abschnitte. Vereint werden sie alle durch den Autor, der wie ein Bindeglied alle Geschichten zusammenführt.
Jede individuelle Erzählung berichtet von einem persönlichen Schicksal und macht neugierig – auf glückliche oder tragische Ausgänge, freudige Erfüllungen oder auch ein fatales Ende. Und jede der Geschichten schließt auf ihre Weise mit einem zum Nachdenken anregenden Abgesang.

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Kommen wir als nächstes zum Stamm-Personal. Da wären zuvörderst zwei treue Bedienungen zu nennen, bezeichnen wir die erste als Susi, die zweite als Hilde. Daneben gab es noch den Vastl, der als Hausdiener fungierte und natürlich den Ehemann, Herrn S.

Man könnte leicht auf die Idee kommen, den beiden Bedienungen in diesem Milieu einen zweifelhaften Lebenswandel zuzuschreiben. Keineswegs! Sie waren dem Lokal treu ergeben, weil sie hier einen tollen Schnitt machten, ansonsten patente Mädel, die den Studenten meist zugetan waren, gelegentlich auch mal etwas zukommen ließen. Schließlich machten solche den wenigsten Trouble, selten echten Ärger, zwickten auch niemanden in den Hintern oder sonst wohin.

Die Susi, ein Zigeunermädchen, klein, nicht mehr ganz neu, flach gebaut, schwarzes Haar, dunkle Augen, roter Mund, auf der Oberlippe sprießten ein paar dunkle Härchen. Sie lachte sehr gerne und viel. Man konnte dieses fröhliche Lachen aber durchaus auch mal als sogenanntes „dreckiges“ interpretieren. Die Stimme war kehlig, immer rau belegt. Na ja, jeder wusste, dass sie sich nach getaner Arbeit fürchtete, allein in ihre Baracke im finsteren Stadtteil der Werker zurückzukehren und sich deshalb, wenn irgend möglich, einen freundlichen, späten Gast zur Begleitung erwählte, es durfte ruhig ein solider, ggf. auch farbiger GI sein. Soweit, so gut… Eines Tages war sie verschwunden. Niemand wusste wohin. Als sie nach geraumer Zeit, zunächst als Gast und in männlicher Begleitung wieder auftauchte, fiel ein schön gerundeter, schneeweißer Busen halb nur bedeckt auf und die zarten Fältchen im Gesicht waren ebenso wie die Härchen auf der Oberlippe wie von Zauberhand hinweg gewischt. Auch ihr Domizil am Bahndamm war einem anderen gewichen. Ob sie mit ihrem geänderten Outfit und den neuen Lebensumständen glücklicher war, wusste keiner so recht zu beurteilen. Ihr strahlendes Lachen aber und ihre unbekümmerte Leichtigkeit waren verschwunden. Gleich ob nun „Asphaltblüte“ die zutreffendste Charakterisierung ist, auf wunderbare Weise war dem Lokal eine neue, wohlfeile Blume erwachsen.

Anders die Hilde. Sie war von kräftiger Statur, zeigte ein eher verschlossenes Wesen, agierte pragmatisch und wusste sich in den meisten Situationen durchzusetzen. Sie lebte mit einem festen Freund zusammen. Dank ihres guten Schnitts, den sie im Schwarzen Ritter machte, besorgte sie im Wesentlichen die nötige Kohle für den gemeinsamen Hausstand und die gehobene Innenstadtwohnung.

Hatte die Hedi bei guter Geschäftslage dann irgendwann genug vom Cognac-Cola erwischt – niemand verträgt davon unbegrenzte Mengen – sieht so etwas eine gute Bedienung, eben die Hilde und verfrachtete ihre Chefin in die oben gelegenen Privatgemächer, genauer ins Bett und übernahm somit die Geschicke des Lokals für die nächste Zeit. Und eben zu dieser Stunde stellte sich bei manchem von uns ein schnelles Hungergefühl ein. Schnitzelsandwich! Diese amerikanische Spezialität wurde hier im Lokal saftig und sehr schmackhaft als einzige warme Speise vorgehalten. Appetit darauf, sodass uns das Wasser im Mund zerlief, hatten wir mächtig, aber kein Geld. Na ja, die Hilde bemerkte unser Verlangen und entschloss sich dann schon mal, für die Runde ein paar davon in die Pfanne zu schmeißen. Und wenn sie wegen zu hohen Betriebs nicht dazu kam, erledigten wir das in der Küche auch selbst. Und plötzlich tauchte die Hedi wieder im Lokal auf, erstanden wie Phönix aus der Asche. Noch etwas benommen, aber blitzschnell hellwach, wenn sie den Braten im wahrsten Sinne des Wortes roch oder gar die Reste davon noch sah und im Gegenzug dazu ihren ausgeraubten Kühlschrank in Augenschein genommen hatte. Mindestens die zweite Schublade der Kraftausdrücke wurde aufgemacht und es waren nun wir, über die sich eine riesige Tirade der Beschimpfungen ergoss. Ja, es wurde wieder laut im Lokal, sogar die GI’s hoben die Köpfe in unsere Richtung, auch wenn sie die Schandwörter nicht alle verstanden. Wir waren es jetzt, die ein hämisches Grinsen der anderen Gäste wegstecken mussten. Wir haben es überstanden, die Hilde auch! Das Geschäft musste weiter laufen, „the show must go on“. Der Abend war noch lang und bis zur Polizeistunde gab es noch genügend Möglichkeiten, den Verlust wieder einzuholen oder gar einen guten Schnitt hinzuzufügen.

Dazu dienten auch Würfelspiele, wozu die Hedi allzeit bereit war, ja gerne auch zu solcher Art von Zerstreuung aufforderte. Gespielt wurde um Schnaps, sofort zu trinken. Der Verlierer zahlt. Der Gewinner war natürlich immer der Wirt, in unserem Falle die Wirtin. Nur schade (für die Hedi), dass es dafür limitierende Faktoren gab, zum einen, dass die Sache für den oder die Mitspieler zu sehr ins Geld ging, zum anderen, dass die Wirtin es sich nicht noch mal leisten konnte, wieder auf ihr Zimmer gebracht werden zu müssen. So manches Mal geschah es aber doch…

Der Vastl spielte im „Schwarzen Ritter“ eine Nebenrolle, vorwiegend im Hintergrund agierend. Er fungierte als eine Art Hausdiener, den man nur selten zu Gesicht bekam. Man könnte ihn als den Prototypen einer verlorenen Existenz bezeichnen. Er galt als Alkoholiker (und war es wohl auch, zumindest früher, als er schon mal bessere Zeiten gesehen hatte), ansonsten ein ruhiger, unauffälliger und bescheidener Typ. Er hatte sein Quartier bei freier Kost und Logis im Hof-Teil des Anwesens, eine Mischung aus Hinterzimmer und Kellerloch. Seine Aufgaben waren, Holz und Kohlen zu schleppen, die Öfen am Brennen zu halten, Bierkästen und anderweitige Getränke heranzuschaffen und des Morgens – im Bedarfsfalle auch zwischendurch am Tage – das Lokal zu reinigen. Solches war nicht in jedem Falle eine appetitliche Angelegenheit. Selten saß er auch mal in seiner abgerissenen Kleidung bei den Gästen, was aber nicht gerne gesehen wurde. Wenn er auch nicht viel erzählte, unterlief es ihm doch zwischendurch, dass er in einem unbeobachteten Moment etwas aus der Schule plauderte.

Zum Beispiel über die Wirtsfamilie und über Herrn S., den „Herrn des Hauses“, den man ebenfalls nur recht selten in der Gaststube antraf und der dort auch nicht gern gesehen wurde. Er war Trinker, allerdings vom lauten, aufbrausenden Typ, befand sich zudem bereits in einem fortgeschrittenen Stadium der Alkoholkrankheit, in dem sich schon erhebliche psychische Veränderungen festgesetzt hatten, insbesondere Gereiztheit und Aggressivität. Meist frönte er seiner Sucht in den Privatgemächern, soweit er überhaupt noch etwas vertrug. Gelangte er hin und wieder dann doch einmal ins Lokal, zum Beispiel, wenn sich seine Gemahlin eine Auszeit nehmen musste, kam der Streit gleich mit. Es wurde erst mal auf alles und jedweden nach Kräften geschimpft, dazu mit eigenen Großtaten (wohl früherer Zeiten) reüssiert und überdies war er von einem zwanghaften Bedürfnis durchsetzt, hier endlich einmal „Ordnung“ (welche auch immer) zu schaffen, was keiner Ernst nahm und natürlich von Grund auf misslang. Das ging so lange, bis die Hedi wieder in der Tür stand und der „Chef“ mit einem kurzen Wink in Richtung Privatgemächer zurückgepfiffen wurde.

Fast jeden Abend konnte man unseren lieben Freund C. am Stammtisch antreffen, seines Zeichens Theologe in einem sehr hohen (mathematisch nicht näher bezeichneten) Semester, der von hier aus die Sünde, das Laster, Hedonismus und Promiskuität praxisnah studierte und sich mit einigen Bierchen über die Trennung von seiner Verlobten im fernen Kiel tröstete. Sorge musste er unentwegt dafür tragen, dass sein ebenfalls im fernen Kiel residierender Bischof nicht von seinem Umgang hier erfuhr, wovon ihm allerdings schon vage Kunde zugegangen war, weshalb unser Freund fortlaufend um den Erhalt seines Stipendiums bangen musste.

Einen unbezwingbaren Drang überkam unseren Freund M. regelmäßig, sobald er die Hilde erblickte. Er strotzte nur so vor Kraft, war im bürgerlichen Leben Capo auf dem Bau. Sie dagegen besaß ein wohlgerundetes Hinterteil und das musste hinein ins Spülbecken, das an sich für die Biergläser gedacht war. Passte gerade noch. Natürlich wehrte sich die Hilde mit Händen und Füßen, strampelte, kreischte und quietschte. Es war jedoch ein ungleicher Kampf und wenn die Hedi nicht dazwischen ging, endete dieser mit einem nassen Hintern der lieben Hilde. Die Münzen des Wechselgeldes mussten danach aus dem Wasser wieder herausgefischt, die Scheine in der Küche zum Trocknen ausgelegt werden, solide Dollar- und DM-Scheine konnten das ab, ansonsten war die Prozedur immer wieder ein fröhliches Spektakel, eine lustige Zerstreuung mit hohem Unterhaltungswert.

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