Urs Schaub - Das Gesetz des Wassers

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Aberwitzige Verbrechen in atemberaubender Landschaft – erneut lässt Urs Schaub den charismatischen Tanner auf Spurensuche gehen: Simon Tanner, der vor Jahren den Polizeidienst quittiert hat, stolpert unerwartet in einen komplizierten Mordfall. Ein Japaner stirbt in einem zwielichtigen Etablissement, seine Leiche verschwindet auf rätselhafte Weise. Eine zweite Leiche, eine junge Japanerin, wird nackt in einem Brunnen gefunden. Zeuge dieses Verbrechens ist ein Mann, der in einem dornigen Gebüsch lebt und den Untergang der Stadt prophezeit. Und ehe Tanner sich versieht, ist er in ein Netz von Geschäften und Verbrechen internationalen Ausmaßes verstrickt.

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Leise hört Tanner die alten Richter seines inneren Hohen Tribunals vor sich hin kichern. Sie hatten sich lange nicht mehr gemeldet. Vielmehr: Es hatte lange nichts zu melden gegeben.

Martha plaudert auf ihrem kurzen Weg durch die Innenstadt ohne Punkt und Komma. Wie weggeblasen ihre Verstimmung, ihr Traueranfall. Sie erzählt unbeschwert von ihren Kolleginnen und Kollegen bei der Zeitung, von ihrem bärbeißigen Chef, den Tanner ja kurz gesehen – und vor allem gehört hatte. Sie berichtet von ihrer neuen Arbeit. Sie bildet wohl eine Art ziemlich selbstständige Abteilung für besondere Aufgaben. Direkt der obersten Leitung unterstellt und niemandem sonst Rechenschaft schuldig.

Tanner hat Mühe, ihren frei assoziierenden Wörterkaskaden zu folgen. Mit ihrer kurzen Bemerkung hat sie ihn ganz schön durcheinander gebracht. Was ist nur in Martha gefahren? Woher dieser Umschwung? Auf einmal, quasi aus heiterem Himmel, will sie seine Wohnung sehen. Sie will also partout nicht in ihre Stadt zurückfahren, sie will Tanners Wohnung am kleinen See sehen.

Hätte ihn jemand gefragt, ob er Martha heute bitten würde, ihn in seine Wohnung zu begleiten, er hätte ihn entweder offiziell für verrückt oder zu einem psychologischen Vollidioten erklärt. Zu einem kompletten Ignoranten der weiblichen Seele auf jeden Fall.

NEUN

Das Haus am See, in dem Tanner sich eine Wohnung gemietet hat, ist voll mit antiken Möbeln und mit ebenso vielen Geschichten und Histörchen. Erbaut im 17. Jahrhundert – übrigens vom selben Architekten wie das nahe gelegene Schloss – war es zunächst Gasthof und Relaisstation für die Postkutschen, die die reichen Herrschaften von Paris in die Schweiz oder nach Italien und zurück beförderten. Die Legende des Hauses behauptet, dass auch die Gattin von Napoleon und andere hochwohlgeborene Persönlichkeiten aus Politik und Adel in diesem Hause übernachtet haben sollen.

Später wurde das Haus zu einem vornehmen Institut für die – wie man sie damals nannte – höheren Töchter und deren Erziehung zu perfekten Gattinnen umgewandelt. Eine Vorstellung, die Tanner ganz besonders amüsiert. Kurzzeitig war das Haus ein Restaurant, bis es dann als vornehmes Privat- und Patrizierhaus seine endgültige Verwendung fand.

Der jetzige Besitzer, ein schrulliger, pensionierter Apotheker, hat es von seiner noch schrulligeren Mutter geerbt, die fast dreißig Jahre lang das große, mit Glyzinien bewachsene Haus mutterseelenallein bewohnte, nachdem ihr Mann, ein Kunstlehrer aus Genf, gestorben war. Sie pflegte allerdings während der letzten Jahre immer zu behaupten, dass ihr Mann erst vor sieben Jahren gestorben sei. Das unterste Stockwerk besteht zur Hauptsache aus einem großen, dunklen Empfangs- und Wohnraum, mit einem Kamin, in dem ohne weiteres ein kleines Kammerorchester Platz nehmen könnte. In der Beletage im ersten Stock ist es heller und wohnlicher. Diese beiden Stockwerke sind bis auf weiteres unbewohnt, da der Besitzer sich nie richtig entscheiden konnte umzuziehen. Schön renoviert hat er das Haus für eine Riesenstange Geld, aber bewohnen will er es offenbar nicht. Tanner bewohnt den ganzen obersten Stock. Da, wo früher die Bediensteten hausten. Der Blick aus den Fenstern ist schlicht atemberaubend. Der Park. Der See. Das gegenüberliegende Ufer mit seiner sanft geschwungenen Hügelkette. Es ist einmalig.

In der ersten Zeit hatte Tanner allerdings keinen Blick für diese Schönheit. Der Schmerz um das Schicksal seiner Geliebten machte ihn blind für solche Äußerlichkeiten. Er hatte sich für die Wohnung entschieden, weil er sofort den Geruch dieses Hauses mochte. Ein Schritt ins Haus hinein, ein Atemzug … und er wusste, dass er hier wohnen wollte. Tanner fehlen jeweils die Worte, wenn er jemandem von diesem Geruch erzählen will. Auch jetzt, da er mit Martha auf dem Weg zu seinem neuen Zuhause ist.

Martha, du wirst es ja gleich selber riechen. Das Haus ist halt aus richtigem Stein gebaut, dazu viel altes Holz und komplett bewachsen mit diesen wunderschönen Glyzinien.

Martha nickt nur leicht mit dem Kopf, nun ihrerseits verwundert über den ununterbrochenen Erzählfluss von Tanner. Sie interessiert sich zwar auch für alte Häuser, aber Tanner spricht die ganze Zeit über dieses Haus, als ob er über eine Geliebte spräche.

Andererseits weiß sie natürlich, dass sie ihn mit dem Entschluss, mit ihm zu fahren, nervös gemacht hat. Eigentlich verstand sie selber im Nachhinein ihre spontane Entscheidung kaum noch, aber nachdem ihr Chef so lange am Telefon genervt und sie endlich einmal den Mut gefunden hatte, ihm ungeschminkt die Meinung zu sagen, vor allem über seine plumpen Annäherungsversuche, war es ihr, als ob ein unerträgliches Gewicht von ihr abgefallen wäre. Seit Monaten versucht Stettler, sie in sein Bett zu kriegen. Dabei mochte sie ihn anfänglich sehr gerne. Er ist ungeheuer intelligent, wortgewandt und witzig und von einer geradezu barocken Lebens- und Sinnenfreude. Aber seit er sich offenkundig in den Kopf gesetzt hat, sie in die lange Liste seiner Eroberungen einzureihen, findet sie ihn von Tag zu Tag widerlicher. Und das Ganze dauert nun schon ewige Monate. Zugegeben, am Anfang fühlte sie sich von seinen unverblümten Avancen geschmeichelt, immerhin ist er der große Boss der Zeitung, aber diese Zeit ist längst vorbei. Mittlerweile fühlt sie sich sogar bei ihrer Arbeit behindert und überlegt sich ernsthaft, ob sie nicht eine neue Stelle suchen soll.

Sie betrachtet Tanner von der Seite, der ununterbrochen von diesem Wunderhaus schwärmt, und überlegt, ob sie vielleicht mit ihm darüber reden sollte. Besser nicht. Sonst bildet er sich am Ende noch mehr ein, als er es eh schon tut. Unter dem Vorwand, seinen Schwärmereien aufmerksam zuzuhören, kann sie ihn ausgiebig betrachten. Früher in der Schule hatte sie das kaum gewagt, obwohl sie doch die gesamte gemeinsame Schulzeit, und noch lange danach, rasend in ihn verliebt war. Er hat sie natürlich nicht beachtet. Sie, das hässliche Entlein vom Lande. Außer natürlich, wenn er von ihr eine Arbeit abschreiben durfte oder sie ihm gnädigst eine schwierige Mathematikaufgabe siebenmal erklären durfte. Was war er doch für eine Flasche in Mathematik! Sie kann nicht verhindern, dass sie lachen muss. Tanner lacht mit und denkt wohl, seine Erzählung sei witzig. Er hat gerade von dieser alten Frau erzählt, deren Haarteil nicht selten an einem tief hängenden Baumast im Garten hing. Martha hört nur mit halbem Ohr zu.

Attraktiv ist er immer noch, denkt Martha bei sich, vielleicht sogar noch mehr als damals. Und wie er da sitzt. Wie er das Auto lenkt, als wär’s ein Teil von ihm. Sie betrachtet seine glatte Stirn. Obwohl er immer noch diese dichten Strähnen besitzt, ist die Stirn deutlich höher geworden. Dadurch wirkt seine Nase energischer. Und der Mund noch weicher. Seine Haare hätte sie früher so gerne angefasst, mehr hatte sie ja gar nicht gewollt. Mehr konnte sie sich damals auch gar nicht vorstellen. Jetzt dürfte sie wahrscheinlich alles an ihm anfassen, wenn sie nur wollte. Aber das wird nie geschehen. Das hat sie sich geschworen. Leide nie zweimal wegen demselben Mann. Ein ehernes Gesetz. Und dass sie leiden würde, war sonnenklar. Früher oder später. Wenn hier also einer leidet, dann soll er es sein. Er hat sie lange genug behandelt, als sei sie Luft. Weniger als Luft, denn die braucht man zum Leben. Diesen Moment, damals in den Bergen, wo er ihre Hand halten musste, weil der Lehrer es befohlen hatte, den wird sie allerdings nie vergessen. Da war eine Hitze in ihr, die sie später nie mehr erlebt hat. Und diesen Augenblick wird sie ihm nie verzeihen. Nie wird sie ihm verzeihen, dass er in diesem Moment nicht auch diese Hitze spürte. Im Gegenteil: dass er bei der nächsten Gelegenheit ihre zitternde Hand gleich wieder losließ und schleunigst zu dieser Schlampe, dieser Schlagersängerin aus Prag, überlief. Die einzige Genugtuung bezog sie damals aus der Tatsache, dass die ihn nicht ranließ. Die spielte nur mit ihm. Und auch nur während der Schulstunden. Kaum war nämlich die Schule aus, wurde sie von ihrem viel älteren Freund in einem schnellen Sportwagen abgeholt. Und dann litt Tanner. Und wie er litt. Es war ihm genau anzusehen. Nach ein paar Augenblicken des Genusses hatte sie dann doch Mitleid mit ihm und hasste umso mehr die andere.

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