Denise Schmid - Ruth Gattiker

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Wie ein Lauffeuer verbreitete sich an einem Montagnachmittag im Frühling 1969 die Nachricht: Die erste Herztransplantation in der Schweiz war geglückt. Unter der Leitung von Prof. Dr. Åke Senning hatte ein Zürcher Ärzteteam die Operation vorgenommen. Mit dabei war Ruth Gattiker, Pionierin der Herzanästhesie und eine der ersten Professorinnen an der Medizinischen Fakultät Zürich.
Auf der Basis zahlreicher Interviews erzählt Denise Schmid die Lebensgeschichte der 1923 geborenen Ruth Gattiker. Sie zeichnet das Porträt einer intelligenten, vielseitig begabten Frau, die selbstbewusst die Widerstände der Zeit überwindet, ihre Unabhängigkeit lebt und ihre berufliche Karriere in der männerdominierten Welt der Medizin vorantreibt. Das Leben der heute 93-Jährigen besticht nicht nur durch die aussergewöhnlichen Einblicke in die Medizingeschichte des 20. Jahrhunderts. Als Frau legt Ruth Gattiker auch Zeugnis ab von einem erfüllten Leben jenseits der Konventionen.

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Senning hat im Januar 1968 einen seiner Oberärzte, Felix Largiadèr, nach Kapstadt zu Barnard gesandt. Da hat dieser gerade das zweite Herz verpflanzt. Der erste Patient überlebt 18 Tage, der zweite 19 Monate. Largiadèr schreibt in seinem Buch über Transplantationen, dass es klar gewesen sei, dass Senning sich für das Thema interessiert habe, aber er habe eine Abneigung gegen schriftliche Fixierungen gehabt und lieber improvisiert. Das heisst, Senning schickt zwar seinen Mitarbeiter nach Kapstadt und unterhält sich zum Thema auch mit Kollegen, aber er hält dazu nichts Schriftliches fest und lässt von seinen Ärzten auch kein Herztransplantationsprogramm aufstellen, in dem die Indikationen, die Anforderungen an die Spender und die immunsuppressive Behandlung beschrieben wären. 4Als der Moment da ist und man ein Spenderherz hat, wird spontan entschieden. Dass Senning die Kompetenz für diese Operation besitzt, daran besteht kein Zweifel. Er ist ein Starchirurg und gehört zu den Pionieren der ersten Stunde in seinem Fach. Wofür Barnard in Kapstadt fünf Stunden und ein 31-köpfiges Team braucht, das schafft Åke Senning in einer knappen Stunde mit einem Team von zehn Ärztinnen und Ärzten. Ruth Gattiker berichtet, er habe die Operation nicht als aufregend empfunden. Er habe gesagt: «Man muss ja nur nähen. Jeder meiner Oberärzte hätte das auch tun können.»

«Ich kann das organisieren»

Als sie vor Senning und Krayenbühl steht, will der Herzchirurg wissen, ob die Anästhesistin so schnell ein Team zur Betreuung von Spender und Empfänger zusammenstellen kann. Ruth Gattiker zögert nicht: «Ja, selbstverständlich, kein Problem. Ich kann das organisieren.» Sie selbst wird den Herzempfänger anästhesieren und überwachen. Für die Betreuung des Herzspenders wird sie einen ihrer Oberärzte rufen, der gerade Dienst im Notfall tut. Sie geht ans nächste Telefon und ruft an. Anschliessend bietet sie noch zwei Anästhesieschwestern auf und jemanden, der die Herz-Lungen-Maschine bedienen soll. Kurzfristige Einsätze ist Ruth Gattiker sich gewöhnt.

Um zehn Uhr wird der Spender durch die Glastür, welche die Neurochirurgie von der Herzchirurgie trennt, in einen der Vorbereitungsräume gerollt. Ruth Gattiker erzählt: «Ich habe den Spender mit meinen Leuten eingerichtet und habe meinem Team gesagt, wir schauen, dass er mit Adrenalin den Blutdruck immer schön hält. Wir beatmen ihn und stützen den Kreislauf. Es ging nur noch um das Herz. Das Hirn war ja bereits tot.»

Als der Spender so weit vorbereitet ist und von ihren Leuten betreut wird, bereitet sich Ruth Gattiker auf die Anästhesie des Empfängers vor, der in einem Taxi sitzt und auf dem Weg ins Spital ist. Sie spricht mit Senning und schaut sich die Krankenakte des Herzempfängers an. Es handelt sich um einen 54-jährigen Mann, seine Diagnose lautet: schwere Koronarsklerose mit Aneurysma der Vorderwandspitze sowie der Herzhinterwand. Schwere Herzinsuffizienz. Patient arbeitsunfähig. 1967 erste Hospitalisierung. 5Der Kardiologe Prof. Paul Henri Rossier, Direktor der Medizinischen Klinik, hat im Vorfeld das Aufklärungsgespräch mit dem Patienten geführt und ihm erklärt, dass er ohne Operation nur noch wenige Wochen zu leben habe und das Risiko andererseits, dass er den Eingriff nicht überleben werde, bei 90 bis 95 Prozent liege. Der herzkranke Mann will die kleine Chance dennoch nutzen und ist einverstanden.

Als der Empfänger im Spital ankommt, führt Ruth Gattiker wie vor jeder Anästhesie im Vorbereitungsraum ein Gespräch mit dem Patienten. Er ist nervös und redet ununterbrochen. Sie misst und notiert seinen Puls und Blutdruck. Anschliessend spritzt sie ein Mittel zur lokalen Betäubung in die Armvene, damit sie die Katheter legen kann. Heute können Katheter direkt von aussen mittels Nadelstich durch eine Kanüle in den Arm platziert werden. Das ist damals noch nicht möglich. Sie macht zwei kleine Schnitte. Einen am Handgelenk, wo sie die Pulsschlagader freilegt und einen Katheter zur arteriellen Druckmessung einlegt. Der zweite Schnitt kommt in die Armbeuge, wo sie eine Vene freilegt, dann einen Katheter einlegt und ihn bis in den rechten Vorhof des Herzens vorschiebt. Nachdem die Katheter gelegt sind, werden die kleinen Wunden vernäht und je eine Blutprobe zur Blutgasanalyse genommen. Dann spritzt sie dem Patienten das kurz wirksame Thiopental, um ihn schläfrig zu machen. Sie hat in Erinnerung, dass er noch ununterbrochen weiterredet, bis die Mittel endlich wirken. Über eine Gesichtsmaske lässt Ruth Gattiker ihn Sauerstoff und Lachgas einatmen. Dann wird ihm Succinylcholin gespritzt, ein kurz wirkendes Muskelrelaxans. Anschliessend führt sie über den Rachen schnell und geschickt eine Magensonde und einen Tubus (Schlauch) in die Luftröhre ein, für die sogenannte endotracheale Intubation. Sie misst nochmals Puls und Blutdruck. Über den Beatmungstubus erhält der Patient nun einige Beatmungsstösse mit reinem Sauerstoff. Anschliessend stellt sie am Narkoseapparat ein 50-prozentiges Sauerstoff-Lachgas-Gemisch ein, lässt den Patienten aber noch selbst atmen. Damit ist er «fertig instrumentiert», wie Ruth Gattiker es ausdrückt, und wird in den Operationssaal gefahren. Dort befestigt sie an seinen Armen und Beinen die Elektroden für das Elektrokardiogramm (EKG). Gattiker kontrolliert den Kreislauf des Patienten, spritzt ihm Curare zur Lähmung der Atemmuskulatur und schliesst ihn zur künstlichen Beatmung an einen Engström-Respirator sowie an die elektronischen Überwachungsgeräte für EKG, Blutdruck, Herzschlag und Temperatur an. Die Operation kann losgehen.

Während des ganzen Eingriffs ist es Ruth Gattikers Aufgabe, auf den Monitoren das EKG und die Blutdruckkurve zu überwachen und gegebenenfalls mit Medikamenten einzugreifen. Ausserdem entnimmt sie dem Patienten in gewissen Abständen Blut, das ins Labor gebracht wird und innerhalb kürzester Zeit auf seine Blutgase und die Zusammensetzung der Elektrolyten (Natrium, Kalium, Chlorid, Kalzium, Phosphat) hin untersucht wird. Im Operationssaal liegen auch alle Medikamente und Geräte zur Wiederbelebung im Fall eines Kreislaufstillstands bereit: Adrenalin, Procain, Natriumbikarbonat, Kalzium und Kaliumchlorid sowie ein Defibrillator. 6Die Anästhesie des Herzempfängers ist diffizil, weil er unter einer schweren Herzinsuffizienz leidet. Er muss genau überwacht und die Mittel müssen sorgfältig eingesetzt werden, damit Kreislauf und Herz nicht schon infolge der Anästhesie aufgeben.

«Wir haben einen Patienten gerettet, das war alles»

Als der Empfänger im Operationssaal bereit ist, beginnt die Herzentnahme beim Spender im Raum gegenüber. Um 12.30 Uhr öffnen drei Ärzte den Brustkorb des Spenders und trennen die Hauptschlagader und eine Herzader nach der andern durch. Sie lösen das Herz mit einigen schnellen Schnitten heraus. Es kommt in einen Behälter mit einer gekühlten Kochsalzlösung und wird sorgfältig über den Gang in den Operationssaal getragen, wo der Empfänger liegt. 7

Der Brustkorb des Empfängers ist mittlerweile geöffnet worden, und sein Kreislauf wird von der Herz-Lungen-Maschine, die das Blut kühlt und mit Sauerstoff anreichert, aufrechterhalten. Ruth Gattiker steht auf einem Podest am Kopfende des Patienten, zu ihrer Linken und Rechten die Maschinen zu seiner Überwachung und die Herz-Lungen-Maschine. Von ihrem Podest aus hat sie den besten Blick auf das Operationsfeld, das sie, zusammen mit den Bildschirmen neben sich, nicht aus den Augen lässt. Volle Konzentration ist gefragt.

Ruth Gattiker im Operationssaal des Kantonsspitals Zürich in den 1960erJahren - фото 3

Ruth Gattiker im Operationssaal des Kantonsspitals Zürich in den 1960er-Jahren.

Åke Senning führt die Herztransplantation durch. Er klemmt die vom Herz wegführende Aorta des Empfängers ab, was um 13.18 Uhr zu einem Herzstillstand führt. Kein Problem, da die Herz-Lungen-Maschine die Versorgung des Körpers mit sauerstoffreichem Blut übernimmt. Das kranke Herz wird herausgetrennt, sodass die beiden Vorhöfe erhalten bleiben und von der grossen Körperschlagader und der Lungenarterie möglichst wenig verloren geht. Die beiden Vorhöfe werden mit den Vorhöfen des neuen Herzens verbunden und die grosse Körperschlagader mit dem Gefässrest des Spenderherzens vernäht, ebenso die Pulmonalarterie, die das Blut aus der rechten Herzkammer der Lunge zuführt. Das Blut wird im letzten Stadium der Operation langsam wieder aufgewärmt. Nach einer knappen Stunde Operationszeit ist es so weit, um 14.06 Uhr beginnt das Spenderherz von selbst wieder zu schlagen. Es muss nicht einmal elektrisch stimuliert werden. 8Die Anspannung im Operationssaal weicht der Erleichterung. Der Brustkorb kann nun in Ruhe geschlossen werden. Dass an dieser gelungenen Operation noch viel mehr hängt als ein rein medizinisches Problem, wird aber schon im nächsten Moment klar.

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