Boris Repschinski - Vier Bilder von Jesus

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Was wir von Jesus wissen, verdanken wir den vier Evangelien. Auch wenn diese in vielem übereinstimmen, finden sich darin doch markante Unterschiede und eigene Interpretationen der Geschichte Jesu.
Der Frage, weshalb das so ist, nähert sich Boris Repschinski, indem er Entstehung, Ort und Zeit der Evangelien und die Absicht des jeweiligen Autors darstellt. Darüber hinaus und vor allem aber geht er auf die literarische und theologische Eigenart der Evangelientexte ein. Es ist ihre jeweilige Komposition, die einen je eigenen Blick auf Jesus eröffnet und gleichzeitig den Leserinnen und Lesern Kriterien an die Hand gibt, in den Texten Wegweisungen für neue Lebenssituationen zu finden.

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Wiederum im Markusevangelium findet sich eine weitere Entwicklung, wenn davon erzählt wird, dass die Frau, die Jesus für sein Begräbnis salbte, Teil des Evangeliums wird, das in der ganzen Welt verkündet wird (Mk 14,9). Das Markusevangelium ist Beleg dafür, wie der Evangeliumsbegriff erweitert wird. Zu der Botschaft Gottes und dem Tod und der Auferstehung Jesu treten nun auch Berichte über Ereignisse im Leben Jesu hinzu.

Damit war der Weg geebnet für die Bezeichnung auch der Schriften, die von diesen Ereignissen um Jesus berichteten. Womöglich ist Mk 1,1 das erste Beispiel für den Gebrauch von „Evangelium“ für das schriftliche Dokument. In der Mitte des 2. Jahrhunderts benutzte Justin der Märtyrer in seiner um 155 geschriebenen Apologie zum ersten Mal den Begriff mit eindeutigem Bezug auf die vier Evangelien. Der Kirchenvater Papias von Hierapolis wusste von dieser Bezeichnung zu Beginn des 2. Jahrhunderts noch nicht.

Dieser kurze Überblick über die Begriffsentwicklung zeigt, dass in der Bezeichnung „Evangelium“ für die vier ersten Schriften des Neuen Testaments der Verkündigungsgedanke grundlegend ist. Erst als Jesus selbst zum Objekt der Verkündigung wurde, konnte der Begriff auch für die entsprechenden Schriften benutzt werden. Damit sind aber die Evangelien in ihrer jetzigen Gestalt Verkündigung in erzählerischer Form. Selbst wenn sie gelegentlich wie antike Biographien aussehen oder modernen Leserinnen und Lesern wie historische Romane erscheinen mögen, liegt ihnen doch eine religiöse Aussageabsicht zugrunde, die von Gottes Herrschaft und Jesus als Gottes Sohn künden will.

E. Evangelien: Antike Texte mit religiösem Anspruch

Heute gibt es in der Interpretation der Evangelien zwei Extreme. Es besteht einerseits die Gefahr, dass die Evangelien in einer angeblich akademischen Objektivität den Methoden der historischen, literarischen und kulturhistorischen Forschung unterzogen werden und die Texte damit zu Beispielen antiker Literatur werden, die zwar interessant sein mögen, aber auch nicht interessanter als die Biographien eines Diogenes Laërtius. Dabei geht verloren, warum diese Texte überhaupt entstanden sind.

Auf der anderen Seite besteht die Gefahr, dass die Texte in ihrem religiösen Anspruch so ernst genommen werden, dass sich eine objektive Untersuchung anhand von wissenschaftlichen Methoden verbietet, weil sie „Gottes Wort“ sind und somit jenseits jeder kritischen Anfrage von wissenschaftlicher Seite stehen.

In beiden Fällen handelt es sich um Extreme, die entweder in wissenschaftlichem oder religiösem Fundamentalismus münden. Eine ausgewogene und verantwortbare Interpretation nimmt wahr, dass es sich um Texte mit einem religiösen Anspruch handelt. Aber es handelt sich eben auch um Texte, die in einer bestimmten Zeit unter bestimmten historischen, kulturellen und sozialen Umständen entstanden sind. Sie verfolgen ihre religiösen Zwecke mit der Form der Erzählung, und so muss auch die Form Teil der Interpretation bleiben.

Wenn das Johannesevangelium zu Beginn konstatiert, dass das Wort Fleisch geworden ist (Joh 1,14), so will es ausdrücken, dass der eingeborene Sohn Gottes, der mit Gott eins ist, Mensch geworden ist. Man kann dies auch auf den Anspruch der Evangelien anwenden. Wenn die Evangelien, wie Christen bekennen, Teil des Wortes Gottes sind, so sind sie doch Fleisch geworden in Texten des ersten nachchristlichen Jahrhunderts, in einer historisch und kulturell geprägten Zeit, die von unserer verschieden ist. Es lässt sich also von den historischen Umständen nicht abstrahieren, will man dieses Wort als Gottes Wort auch verstehen. Andererseits wird ein lediglich historischer Ansatz die Faszination der Evangelien nicht begreifen können.

Man mag sich dem religiösen Anspruch der Texte verschließen oder ihn ablehnen oder annehmen. Doch wie immer die Reaktion ausfallen mag, wirkliches Verständnis für diese Texte stellt sich erst ein, wenn man ihren Anspruch ernst nimmt: Die Texte wollen verkündigen und bekehren.

F. Literatur zur Vertiefung

Zur Geschichte der Bibelwissenschaften finden sich Hinweise in vielen Einleitungen. Empfehlenswert sind: Udo Schnelle: Einleitung in das Neue Testament (6. Auflage, Tübingen 2007); Martin Ebner – Stefan Schreiber (Hg.): Einleitung in das Neue Testament (2. Auflage, Stuttgart 2008).

Zur Umwelt des frühen Christentums bietet Kurt Erlemann, Neues Testament und Antike Kultur. Gesamtausgabe in fünf Bänden (Neukirchen 2011) eine gute Einführung in die verschiedensten Aspekte. Eine kurze Darstellung findet sich bei Udo Schnelle: Die ersten 100 Jahre des Christentums (Tübingen 2015). Kapitel 3 (S. 29–94) bietet eine gute Einführung in die Umwelt des frühen Christentums. Dazu passt eine Auswahl von antiken Texten in deutscher Übersetzung: Jens Schröter – Jürgen Zangenberg (Hg.): Texte zur Umwelt des Neuen Testaments (Tübingen 2013).

Kapitel 1: Von Jesus zum Text – und zurück

Jesus verbrachte die meiste Zeit seines Lebens im nördlichen Palästina, in einer Region namens Galiläa. Auch sein öffentliches Wirken dürfte auf Galiläa konzentriert gewesen sein. Er sammelte Freunde und Gefährten um sich, die ebenfalls aus dieser Region stammten. Die Gegend war hauptsächlich jüdisch geprägt, doch gab es auch eine heidnisch geprägte Präsenz. Sepphoris im Unterland von Galiläa wurde von Herodes Antipas, dem Herrscher von Galiläa und Peräa, zu seiner Hauptstadt ausgebaut und erhielt unter anderem ein großes Theater. Antipas gründete um 20 n. Chr. Tiberias am Westufer des Sees Gennesaret, um Sepphoris als Hauptstadt zu ersetzen. Tiberias galt den Juden als unrein, weil es über einem alten Friedhof errichtet war. Es wurde daher vornehmlich mit Heiden besiedelt.

Die Evangelien schildern Jesus als jüdischen Wanderprediger in dieser Gegend. Eine Tätigkeit in Tiberias wird allerdings nicht erwähnt, ebenso wenig ein Aufenthalt in Sepphoris. Das Markusevangelium berichtet von Reisen in die benachbarte Dekapolis und an das angrenzende Syrien, das Matthäusevangelium nimmt Teile davon auf. Das Lukasevangelium erwähnt einen längeren Aufenthalt in Samarien. Lediglich das Johannesevangelium berichtet von mehrfachen Reisen nach Jerusalem.

In all diesen Gegenden hat Jesus höchstwahrscheinlich seine Muttersprache Aramäisch gesprochen. Trotzdem gibt es eine Generation später auf Griechisch verfasste Evangelien. Die historisch interessante Frage dabei ist: Wie kommt es dazu, und warum dauert es an die 40 Jahre, bevor überhaupt Texte erscheinen, die uns heute überliefert sind? Was ist in der Zwischenzeit passiert?

A. Drei Phasen der Entstehung der Evangelien

Die moderne Forschung teilt die Geschichte der Entstehung der Evangelien in drei Phasen ein. Während die Einteilung selbst eher wenig umstritten ist, wird heute häufig darüber diskutiert, was in den einzelnen Phasen eigentlich passiert ist und wie man sich die Entstehung der Evangelien denken sollte.

Die drei Phasen der Entstehung der Evangelien sind eine moderne Hypothese, die zu erklären versucht, wie es zu den Evangelien gekommen ist, warum sie geschrieben wurden und warum sie teilweise unterschiedliche und teilweise gemeinsame Materialien enthalten. Im 19. Jh. und im ersten Teil des 20. Jh.s wurde diese Theorie von protestantischen Neutestamentlern entwickelt, die sich mit der Frage nach dem „Sitz im Leben“ der verschiedenen Texte auseinandersetzten. Eminentes Beispiel ist Rudolf Bultmanns 1921 erschienene „Geschichte der synoptischen Tradition“, noch immer ein Standardwerk zur neutestamentlichen Formgeschichte. In einer Instruktion der Päpstlichen Bibelkommission von 1964 über die historische Wahrheit der Evangelien wird dieses Modell herangezogen, um zu erklären, dass die Evangelien zwar historische Fakten enthalten, aber nicht als Ganzes historische Wahrheit sein können. Das Zweite Vatikanische Konzil nimmt dieses Modell in der dogmatischen Konstitution „Dei Verbum“ wieder auf.

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