Rainer Rilke - Erzählungen

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Eine Auswahl der schönsten Prosaerzählungen des Dichters Rainer Maria Rilke in zwei Bänden. Erster Band: Das Christkind, Pierre Dumont, Die Näherin, Die goldene Kiste, Mohn, Ein Charakter, Und doch in den Tod, Das Ereignis, Der Sterbetag, Die Flucht, Weißes Glück, Die Stimme, Eine Tote, Der Apostel, Ihr Opfer, Im Vorgärtchen, Sonntag, Heiliger Frühling, Das Familienfest, Das Geheimnis, Der Totengräber, Greise, Kismét, Alle in Einer, Einig, König Bohusch, Die Geschwister.

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»Es wird Alles ganz trefflich werden, du wirst sehen.«

»Und daß du dich nicht verkühlst, jetzt kommt die kältere Jahreszeit, zieh dich nur immer warm an. Nachts steck dir die Decke wohl ein, damit du dich nicht abdeckst!«

»Ohne Sorge, ohne Sorge!« Und Pierre begann wieder von den Begebnissen des Urlaubs zu reden. Da gabs so viel des Drolligen und Spaßhaften, daß beide, Mutter und Sohn, herzhaft lachten ... Plötzlich fuhr er zusammen. Vom Kirchturm wogten volle Glockentöne.

»Sie läuten sechs«, sagte er und versuchte zu lächeln.

»Komm zum Zuckerbäcker.«

»Ja, dort gibt es die guten Cremerollen. Zum letzten Mal aß ich sie, als wir den Ausflug machten mit Julie ...«

Pierre saß auf dem dünnbeinigen Rohrstühlchen im Gewölbe des Bäckers und kaute mit runden Backen. Er hatte eigentlich schon genug, und nach manchem Bissen mußte er tief Atem holen; aber es war ja zum letzten Mal und er aß fort.

»Es freut mich, daß es dir schmeckt, Kind«, sagte Frau Dumont, die an einer Tasse Kaffee nippte.

Pierre aber aß fort.

Einmal schlugs vom Turm. »Halb sieben«, murmelte der Urlauber und seufzte. Der Magen war ihm furchtbar schwer. Nun, sie würden ja jetzt noch gehen ...

Und sie gingen. Der Augustabend war lau, und ein wohltuendes Lüftchen strich in den Bäumen der Allee.

»Ist dir nicht kühl, Mutter?« fragte der Kleine gedankenlos.

»Mach dir keine Sorgen, Liebling.«

»Was wird denn Belly machen?« Belly war ein kleiner Rattler.

»Ich hab ihn der Magd anbefohlen, sie gibt ihm sein gewöhnliches Fressen und führt ihn spazieren ...«

»Sag dem Belly, ich laß ihn grüßen, er soll schön brav sein ...« Er versuchte zu scherzen, aber er brach jäh ab.

»Hast du Alles beisammen, Pierre?« Fern tauchte schon die eintönige graue Front der Kaserne auf. »Dein Zertifikat?«

»Alles, Mutter!«

»Mußt du dich noch melden heute?«

»Ja, gleich.«

»Und morgen hast du wieder Schule?«

»Ja!«

»Und du schreibst mir?«

»Du auch, Mamachen bitte! Gleich wie du ankommst.«

»Natürlich, liebes Kind.«

»Ich glaube, der Brief dauert doch immer zwei Tage.«

Die Mutter konnte nicht reden; es schnürte ihr die Kehle. Jetzt waren sie dicht am Portal!

»Dank dir, Mama, für den schönen Tag.« Dem armen Kleinen war elend zu Mute; offenbar hatte er zu viel gegessen. Er hatte heftige Magenschmerzen, und die Füße zitterten ihm.

»Du bist blaß « sagte Frau Dumont.

»Nicht doch.« Das war eine arge Lüge, er wußte es.

Wie es ihm zu Kopf stieg! Er konnte sich kaum auf den Beinen halten.

»Mir ist wirklich ... « Da schlug es sieben!

Sie lagen sich beide in den Armen und weinten.

»Mein Kind!« schluchzte die arme Frau.

»Mama, ich bin ja in hundertzwanzig Tagen ...«

»Sei brav, bleib gesund ... « und mit zitternder Hand machte sie dem Kleinen das Kreuzeszeichen. ...

Pierre aber riß sich los: » Ich muß laufen, Mutter, sonst bekomm ich Strafe«, stammelte er, »... und schreib mir, Mutter, und Julie, weißt du, und Belly «

Noch ein Kuß, und fort war er.

»Mit Gott!« Er vernahm es nicht mehr.

Am Tore schaute er sich noch einmal um. Er sah die kleine schwarze Gestalt dort zwischen den verdämmernden Bäumen und schluckte hastig die Tränen hinunter. ...

Aber es war ihm doch sehr schlecht.

Er taumelte in den breiten Flur hinein. ... er war so müde. ...

»Dumont!« rief eine brutale Stimme.

Der Unteroffizier von der Torwache stand vor ihm.

»Dumont! Zum Teufel, wissen Sie nicht, daß Sie sich zu melden haben? ...«

Die Näherin

... Es war im April des Jahres 188... Ich war gezwungen meine Wohnung zu wechseln. Mein Hausherr hatte sein Haus verkauft und der neue Besitzer war entschlossen, das Stockwerk, in welchem mein bescheidenes Zimmer sich befand, ungeteilt zu vermieten. Ich suchte lange nach einem anderen erfolglos. Endlich nahm ich des Suchens müde fast ungeschaut ein Kämmerchen im dritten Stocke eines Gebäudes, dessen Längsseite keinen unbedeutenden Teil der engen Seitengasse einnahm.

Mein Zimmer erschien mir gleich in den ersten Tagen recht heimlich. Durch die beiden kleinen Fenster, deren vielfach geteilte Scheiben das Alter des Hauses erraten ließen, schaute ich weit über graue und rote Dächer, über rußige Schornsteine hinweg die blauen Berge und konnte die aufgehende Sonne betrachten, die als glühende Kugel auf dem verschwommenen Hügelrande lehnte. Meine eigenen Möbel, die ich hatte herbeischaffen lassen, machten den beengten Raum wohnlicher, als ich anfangs hoffte, und die Bedienung, die die Hausbesorgerin übernommen hatte, ließ nichts zu wünschen übrig. Die Treppe war nicht allzu steil und konnte unmerklich erstiegen werden, ja, wenn ich in Gedanken hinanschritt, fühlte ich mich gar verleitet, bis auf den Dachboden zu klimmen. Kurzum ich war zufrieden, zumal in dem dunklen Hofe weder Kinder spielten noch Leierkästen.

Jahre sind ins Land gegangen seither. Die Zeit, von der ich erzähle, liegt für mich im Dämmern der Vergangenheit, und die grellen Farben der Ereignisse sind verblaßt und verschwommen. Mir ist, als spräche ich von einer Begebenheit, die nicht mir selbst, sondern einem Anderen, vielleicht einem guten Freunde zugestoßen ist. Ich muß daher nicht befürchten, daß mich die Selbstliebe zu einer Lüge verleitet: ich schreibe offen, klar und wahrheitsgemäß.

Ich war nicht viel zuhause damals. Früh um halb acht ging ich ins Amt, speiste mittags in einem billigen Gasthause und verbrachte so oft es anging den Nachmittag im Hause meiner Braut. Ja, ich war verlobt damals. Hedwig ich will sie so nennen war jung, liebenswürdig, gebildet und was in den Augen meiner Genossen am schwersten ins Gewicht fiel reich. Sie entstammte einer älteren Kaufmannsfamilie, die es durch Sparsamkeit und Fleiß endlich dahin gebracht hatte, ein Haus zu führen, das auch die jungen Kavaliere gerne besuchten, weil bei aller Vornehmheit ein ungezwungener Frohsinn dort herrschte, der die Langeweile nicht aus den Teetassen steigen ließ. Die jüngste Tochter des Hauses, Hedwig, war übrigens jedermanns Liebling, weil sie mit ihrer Bildung eine gewisse liebenswürdige Leichtfertigkeit vereinte, die die gleichgültigste Unterhaltung interessant und reizvoll machte. Sie besaß mehr Herz und Gemüt, als die beiden älteren Schwestern, war aufrichtig, heiter, und es ist gewiß, daß ich sie liebte.

Ich kann offen reden. Sie heiratete später, ein Jahr nachdem das Verlöbnis gelöst war, einen jungen, adligen Offizier, starb aber, nachdem sie ihm das erste Kind, ein blondlockiges Töchterchen, geschenkt hatte.

In ihrem Elternhause, wo sich täglich eine größere Gesellschaft befand, blieb ich gewöhnlich bis gegen die sechste Abendstunde, machte dann meinen Spaziergang, besuchte das Theater und kehrte um zehn Uhr nachts nachhause zurück, um den nächsten Tag dieselbe Lebensweise fortzuführen.

Früh, wenn ich meine drei Treppen langsam niederstieg, traf ich auf dem Vorraume des ersten Stockes stets den Hausbesorger, der die weißen Steinfließe reinigte. Er grüßte und begann ein Gespräch. Tag für Tag dasselbe. Vom Wetter erst, dann, wie ich zufrieden sei mit meiner Wohnung und dergleichen. Da der Alte nie enden wollte, fragte ich ihn immer nach seinen Kindern, worauf er seufzte und zwischen zusammengepreßten Zähnen hervorstieß: »'s ist ein Kreuz! Die machen Sorge, Herr!« Damit wars zu Ende. Einmal, an einem Dienstag, erkundigte ich mich, nur um etwas zu sagen, wer denn neben mir wohne. Die Frage ward beantwortet, just wie sie gestellt war: nur so-oben hin. »Eine Nähterin, ein armes Ding, ein häßliches ...« murrte er, ohne vom Boden aufzusehen. Das war Alles.

Ich hatte diese Auskunft längst vergessen, als ich sie die Näherin, wie ich damals richtig vermutete im dämmerigen Flur des Hauses traf. An einem Sonntagvormittag war es. Ich hatte länger geschlafen und ging eben aus, während sie, ein kleines Buch in der Hand, wahrscheinlich aus der Kirche zurückkehrte. Eine armselige Gestalt: zwischen den spitzen Schultern, die ein verschossener, grüner, fast bis zur Erde reichender Mantel deckte, wiegte sich der Kopf, in dem zuerst die lange, dünne Nase und die hohlen Wangen auffielen. Die schmalen, leicht geöffneten Lippen zeigten unsaubere Zähne, das Kinn war eckig und sprang weit vor. Bedeutend in diesem Gesichte schienen nur die Augen. Nicht daß sie schön gewesen wären, aber sie waren groß und sehr schwarz wenn auch glanzlos. So schwarz, daß das tiefdunkle Haar fast grau erschien. Ich weiß nur, daß der Eindruck, den dies Wesen auf mich machte, keineswegs ein angenehmer war. Ich glaube sie sah mich nicht an. Indessen blieb mir keine Zeit über diese gleichgültige Begegnung weiter nachzudenken, da ich knapp vor dem Tore einem Freunde in die Hände fiel, in dessen Gesellschaft ich den ganzen Vormittag verbrachte. Dann vergaß ich überhaupt, daß ich eine Nachbarin hatte, zumal es, trotzdem wir hart Tür an Türe waren, nebenan Tag und Nacht ganz stille blieb. So wäre es wohl fortgegangen, wenn nicht eines Nachts durch Zufall oder wie soll ich es nennen das Unerwartete, Niegeahnte geschehen wäre.

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