Es wurde bereits hell, als ich den Chopper auf eine Tankstelle lenkte. Wir hatten noch etwa eine Stunde zu fahren, bevor wir das Clubhaus der Dark Knights erreichten. Der MC trug diesen Namen nicht ohne Grund. Er gehörte zu den Outlaw Clubs … und sie hatten einen Job für mich! Wann immer mich die Dark Knights riefen, war klar, dass es um Jobs ging, die sich außerhalb der Legalität bewegten. Als Freebiker konnte ich mich unauffälliger in der Nähe ihrer Feinde bewegen.
Ich überlegte, um was es bei dem Job gehen würde … Drogengeld eintreiben? Die Knights hatten den Drogenhandel in ihren Städten in den letzten Monaten massiv an sich gerissen, und hatten damit den Demon Riders ins Geschäft gepfuscht, was diese verständlicherweise nicht einfach hinnahmen ... ging es mal wieder darum, jemanden einzuschüchtern, der ihnen im Weg stand? Auch hierfür nahm das Chapter, zu dem ich fuhr, gerne meine Hilfe in Anspruch. Meine Faust hinterließ einen nachhaltigen Eindruck, und mein Wolfsblick wirkte einschüchternd. Selbst Steel, der President des Chapters, hatte mal gesagt, dass er mich lieber zum Verbündeten hatte als zum Feind. Sein Unterbewusstsein konnte den Wolf in mir erkennen, aber Menschen sahen in der Regel nicht, woran sie nicht glaubten ...
Mona konnte nicht schnell genug vom Bike steigen, sobald ich den Motor abgestellt hatte. Ein wenig tat sie mir leid. Sie wirkte verloren, und ich nahm an, dass sie sich in ihrem Leben noch nicht viel unter Menschen bewegt hatte. Mona hatte immer den Schutz ihres Rudels gehabt. Ich betrachtete ihre tätowierten Arme. Mir gefielen Tattoos, ich hatte selbst einige. Zuerst hatte ich mich nur tätowieren lassen, weil es alle in der Bikerszene taten, mittlerweile gefiel mir tätowierte Haut einfach.
„Das sind gute Tattoos. Wo hast du sie machen lassen?“
Mona bedachte mich mit einem Blick, der sagte Was geht’s dich an, Arschloch?
„Wohin fahren wir überhaupt?“, wollte sie wissen, ohne auf meine Frage einzugehen.
„Zum Clubhaus eines befreundeten Motorradclubs. Sie haben einen Auftrag für mich.“
„Ich nehme an, du sollt irgendjemanden für sie umbringen ...“, bemerkte Mona verächtlich und schlang die Arme um ihren Körper, als wäre ihr trotz Hochsommerhitze plötzlich kalt. Die Temperatur sank seit über einer Woche nachts nicht unter zwanzig Grad Celsius, und die Tage waren schwül und heiß. Bald würde die aufgestaute Hitze sich in einem Sommergewitter entladen. Ich stellte mir Mona und mich vor … unsere Körper ineinander verschlungen, während der Regen auf uns niederprasselte. Oh, Mann …
Seufzend wandte ich den Blick ab. Solange sie mich verachtete, würde es keinen heißen Sex im Regen geben. „Ich bringe niemanden um … aber das heißt nicht, dass die Dinge, die ich tue, ungefährlich sind.“
Mona gab sich mit der Antwort zufrieden – vielleicht interessierte es sie auch einfach nicht wirklich. Ich zog einen Geldschein aus meiner Tasche, nachdem ich das Bike getankt hatte, und drückte ihn Mona in die Hand. „Geh bezahlen und bring uns was Essbares mit.“
Sie sah mich an, als wäre ich ein Insekt. „Wenn du etwas essen willst, beweg deinen Hintern doch selbst.“
Gott, ich wollte sie ficken! Mona hielt mich für einen Trottel und Versager, aber sie hatte keine Ahnung, wie falsch sie damit lag …
Kurz ging ich die Möglichkeiten im Kopf durch, die Mona hatte, abzuhauen, wenn ich sie kurz allein ließ. Ein Motorrad zu fahren, traute ich ihr nicht zu, und hinter ihrer großen Klappe versteckte sie ihre Unsicherheit, in eine ihr fremde Welt gestoßen worden zu sein.
Ich ging das Benzin bezahlen, und als ich kurze Zeit später mit zwei belegten Brötchen und zwei Flaschen Cola zurückkam, stand Mona wie erwartet neben meinem Bike und wartete.
Sie riss mir wortlos das Brötchen aus der Hand und biss hinein, ohne sich zu bedanken … kein Problem … ihre Dankbarkeit konnte sie mir später auf andere Weise zeigen …
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