Gregor Bauer - Von Homer zu Jesus
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Die Macht des Zeus war so weitreichend, dass sie sogar bereits vor seiner Geburt wirksam war: Das kosmische Geschehen lief auf seine Herrschaft zu und fand in ihr sein Ziel. Die rohe Gewalt hatte in dieser Ordnung nur so lange eine Existenzberechtigung, wie sie dem Recht diente. Und was die Macht des Schicksals angeht: Sogar die Schicksalsgöttinnen, die den Menschen Gutes und Schlimmes zuteilen, stammen bei Hesiod von Zeus ab und sind ihm deshalb untertan – eine in der griechischen Antike keineswegs selbstverständliche Vorstellung.
Der herrschende Olympier besaß also bei Hesiod eine geradezu monotheistische Machtfülle (Veyne 52). Das erinnert doch sehr an die Bibel – und es ist nicht die einzige Parallele: Auch bei Hesiod durchlebt die Menschheit zunächst eine paradiesische Urzeit. Dass diese zu Ende geht, hat auch bei ihm mit Ungehorsam gegen die göttliche Ordnung zu tun, und auch bei ihm spielt eine Urfrau in diesem Zusammenhang eine verhängnisvolle Rolle (WuT 60ff).
Das „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ der Bibel wäre Hesiod nicht genug: Er rät, erlittenes Unrecht doppelt heimzuzahlen (WuT 710). Doch biblisch klingt es wieder, wenn Hesiod das bevorstehende Ende des gegenwärtigen Menschengeschlechts beschreibt. Unwillkürlich denkt man dabei an die – viel späteren – apokalyptischen Visionen des Neuen Testaments. An die Goldene Regel der Bergpredigt erinnert Hesiods Mahnung: „Schlimmes bereitet sich selbst, wer anderen Schlimmes bereitet“ (WuT 264). Und wenn Zeus den Niedrigen erhöht und den Erhabenen schrumpfen lässt (WuT 5f), drängt sich der Vergleich mit dem Magnifikat auf, dem Loblied Marias.
Hesiods Vorsicht beim Verrichten der Notdurft ist nicht sein einziger Versuch, verschiedene Sphären der Reinheit auseinanderzuhalten. So rät er, den Göttern nicht mit ungewaschenen Händen zu opfern. Wer von einem Grab heimkehrt, soll den Beischlaf meiden, bis er ein Mahl für die Götter gehalten hat. So bleibt der Abstand zwischen den Sphären der Fortpflanzung und des Todes gewahrt (WuT 734f).
Tiefes Naturempfinden und frommer Respekt vor den Flussgöttern sprechen aus diesen Versen: „Setze nie den Fuß in das klare Nass stets strömender Flüsse, bevor du mit Blick auf die herrlichen Fluten gebetet und dir die Hände gewaschen hast im lieblichen Wasser“ (WuT 737ff).
Wer zweifelt, kränkt die Musen
Wie also kam Hesiod dazu, zu glauben was er glaubte? Wer sich an die eigene Kindheit erinnert, in der es noch ein Heiliger war, der an Nikolausi den Stiefel vor der Haustür füllte, ist wohl auf der richtigen Spur. Hesiod war wie ein Kind, das am Weihnachtsmann nicht zweifeln lernt, weil auch die Erwachsenen an ihn glauben. Hinzu gekommen sein dürfte in seinem Fall ein gewisser Hang zum Martialischen, wie er sich heute in finsteren Computerspielen austobt.
Aber hat es Hesiod nicht stutzig gemacht, dass ihm die Göttergeschichten, die er aufgriff, in widersprüchlichen Versionen vorlagen? Und muss er sich nicht als Lügner gefühlt haben, wenn er seinerseits die bekannten Geschichten veränderte?
Eine mögliche Antwort sind die Göttinnen, als deren Sprachrohr sich Hesiod verstand: Wenn sich dem Dichter eine Geschichte aufdrängte, dann war nicht etwa seine Fantasie tätig – dann sprachen die Musen zu ihm. Und die konnten auch lügen: „Wir können euch die reine Wahrheit verkünden“, lässt Hesiod sie sprechen, „wir können euch aber auch Erdichtetes auftischen und als Wahrheit ausgeben“ (T 26ff).
Doch ob sie nun täuschten oder die Wahrheit sagten – weitergeben musste Hesiod die Eingebungen der Musen so oder so. Sonst hätte er sich Ärger mit diesen mächtigen Töchtern des Zeus eingehandelt.
So konnte Hesiod nur hoffen, dass die Musen ihn nicht gar zu sehr hinters Licht führten. Dabei scheint er recht zuversichtlich gewesen zu sein. Offensichtlich hat er sich im Umgang mit den Musen an seine eigene Maxime gehalten: Nicht nur Vertrauensseligkeit kann einen Menschen zugrunde richten, warnt Hesiod, sondern auch übertriebenes Misstrauen (WuT 371).
Zum Schmökern
Was von Hesiod überliefert ist, lässt sich in zwei bis drei Stunden lesen. Die darin vorkommenden Götter und ihre Verwandtschaftsverhältnisse sich einzuprägen – das dauert freilich etwas länger. Vollständig erhalten sind:
Hesiod: Theogonie Gut tausend Verse über die Entstehung von Gott und Welt.
Hesiod: Werke und TageLandleben im alten Griechenland. Die „älteste zusammenhängende Überlieferung griechischer Religiosität“ (Jacob Burckhardt, Griechische Kulturgeschichte 2,3,2).
Das Wort hat Hesiod
„Zwei Arten von Streit wirken in der Welt; die eine ist zu loben, die andere nicht. Gut ist der Wettstreit: Er treibt selbst die Faulen, ihre Nachbarn zu übertreffen. So grollt der Töpfer dem Töpfer, der Zimmerer dem Zimmerer. Doch schlecht ist der Streit, der den Sinn von der Arbeit abwendet zu Zänkereien“ (vgl. WuT 12ff).
„Tiere fressen einander auf, denn bei ihnen herrscht kein Recht. Aber dem Mensch gab Zeus das Recht, das höchste Gut von allen“ (WuT 275).
„Schlimmes bereitet sich selbst, wer anderen Schlimmes bereitet“ (WuT 264).
Homer: Mord und Totschlag, dazu Hammelkeule mit Fladenbrot
Homer (2. Hälfte 8. Jahrhundert v. Chr.) ist der erste Dichter des Abendlands. „Alle Literatur, die nach ihm kam, stand in seinem Bann“ (Latacz 1430). Manche Forscher vermuten mehrere Autoren hinter seinen Werken.
Bei Hesiod steht Zeus für eine mehr oder weniger moralische Weltordnung. Nicht so bei dem älteren Homer: Dessen Götter und Menschen leben in einem Dickicht aus Hinterhalt, Lüge und Betrug. Doch Homer fragt auch, wie wir uns durch dieses Dickicht zur Wahrheit durchschlagen können. Nicht nur deshalb lohnt es sich für Sinnsuchende, dem Altmeister der dichterischen Illusion für eine Weile auf den Leim zu gehen.
Wie kann es sein, dass die Welt von einem Gott regiert wird, wo es doch in ihr so ungerecht zugeht? Dieses Problem hat die Frommen vieler Jahrhunderte in Verlegenheit gebracht. Homer hätte abgewunken: Ein Gott regiert, trotzdem geht es nicht gerecht zu auf der Welt? Stimmt. Aber was ist daran so sonderbar?
Bei Homer lügen und betrügen die Götter, dass es eine Pracht ist. Der Oberste aller Götter, Zeus, macht da keine Ausnahme: In Homers „Ilias“ verspricht er den Griechen für die nächste Schlacht einen triumphalen Sieg – aber nur, um sie in eine vernichtende Niederlage zu locken. In Homers „Odyssee“ erfreut sich die Göttin Athene an den raffinierten Lügengespinsten ihres Schützlings Odysseus. „Schon als Kind hast du Verstellung und erdichtete Worte geliebt“, bemerkt die inkognito Reisende augenzwinkernd, als er einmal ausgerechnet ihr etwas vorflunkern will. „Aber genug davon. Wir kennen beide diese Kunst.“
Eine Kunst ist die Lüge in der Tat. Schließlich braucht es Verstand und Geschicklichkeit, um die Unwahrheit glaubhaft zu machen. Athene hat es vorgemacht: Um den trojanischen Prinz Hektor endlich zur Strecke zu bringen, verwandelte sie sich in seinen Bruder und lockte ihn mit falschen Versprechen in einen aussichtslosen Kampf.
Wenn Götter und Helden lügen, warum sollte es ausgerechnet der göttlich inspirierte Dichter nicht tun? Da wäre er schlecht beraten. Schließlich hat er sich weit mehr vorgenommen als die getreue Wiedergabe nüchterner Tatsachen. Wenn Homer seinen Gesang anstimmt, dann will er in den Menschen die höchste Freude wecken, zu der sie fähig sind: „Ich kenne im Leben nichts Besseres“, lässt er seinen Odysseus schwärmen, „als wenn beim Fest im Schloss die Gäste den Liedern des Sängers lauschen, während die Tische von Gebackenem und Fleisch gefüllt sind und der Schenke fleißig den Wein schöpft“ (Od 9,3–11).
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