Fritz Leverenz - Du hoffst, und ich gehe

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Fritz Leverenz erzählt von Schicksalen während und nach der deutschen Teilung. Und von dem Einfluss, den Politik auf den Alltag der Menschen hat.
Manfred wirkte erschöpft. Seine Jochbeine traten hervor, die Nase schien spitzer als sonst und seine bräunliche Haut gelb. Die Anspannungen von dreieinhalb Jahren Wartezeit lagen hinter ihm und seiner Familie. Die ersten Wochen damals mit dem gewollt auffällig geparkten dunkelblauen Lada vor dem Haus, in dem zwei, manchmal drei junge Männer vom Staatssicherheitsdienst vier, fünf Stunden ihrer Zeit absaßen; die häufigen Vorladungen in den Rat des Stadtbezirks, Abteilung Inneres, die hinhaltenden, nichtssagenden Gespräche dort, die stereotypen Fragen eines Mitarbeiters vom Zettel gelesen; die Befragungen auch seines achtjährigen Sohnes (immerhin in ihrer Gegenwart), was er von den Ausreiseplänen seiner Eltern halte" Ob er nicht lieber in der «Sicherheit unseres sozialistischen Staates» bleiben wolle?

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Schließlich setzte er sich wieder. Er kannte sich. Er brauchte einen Moment des Innehaltens. Er strich die Tischdecke glatt und folgte auf der Karte mit der Bleistiftspitze seiner vorzeichneten Route, die einem lang gestreckten verbogenen Dreieck glich. Auf seinem Kartenweg begegneten ihm seit Wochen bekannte Zeichen, Begriffe und Namen von Städten und Landschaften, Raststätten mit und ohne Übernachtung, Anschlussstellen, der Rhein, Bundestrasse 8, Europastraße 36, Antwerpen, Brüssel, Paris. Bei Paris verlor er den Schwung, verharrte mit dem Bleistift. Geradezu erheiternd, wie das Visum im Pass ihn dazu brachte, Hals über Kopf seinen Alltag in Stich zu lassen, Freunde, Helga, Sibylle, sogar den Kleinen. Falls das Leben und der staatliche Großmut mitspielten, durfte er den Antrag in fünf Jahren und dann jedes folgende Jahr wiederholen. Und er, kaum den Pass in Händen, lief wie aufgezogen, um keine Sekunde von den sieben Tagen Frist zu verlieren. Lächerlich und beschämend, wie er an der Leine hing und sich abstrampelte. Wie sehr hatte sein Empfinden für den Wert der eigenen Würde in den Mauerjahren gelitten. Er grapschte nach dem Siebentagealmosen, nach dessen Aufzehrung er sich schlechter fühlen würde als zuvor. Gesünder, er führe nicht. Sich überwinden und die Betteltage zurückzahlen.

Er stellte sich vor, wie er die Wäsche zurück stapelte, auf die Uhr sah. Halbsieben.

"Was ist mit dir?" fragt Helga, die eben nach Hause kommt. "Du wolltest bereits gefahren sein."

"Nichts. Ich lege die Wäsche zurück." Sie steht verblüfft. Er faltet die Mitteleuropakarte zusammen, nimmt den Pass aus der Glasschale. Das Geld und die Fahrkarte steckt er in seine Umhängetasche, zieht seine Turnschuhe an, winkt Helga, die stirnrunzelnd in der Küchentür steht und sagt: "Stelle bitte zwei Flaschen Bier kalt." Da er nicht weiß, ob das Polizeirevier bereits um sieben oder erst um halb acht schließt, fährt er eine Station mit der Straßenbahn. Noch immer steht die Wärme zwischen den Häusern. Im Warteraum sitzen zwei oder drei Leute. Er geht vorüber, klopft an die Tür mit dem zynisch-verharmlosenden E-Schild. Da niemand antwortet, drückt er die Klinke und tritt ein. Der junge Leutnant ist eben dabei, Pässe, Personalausweise und Zettel auf seinem Schreibtisch zu ordnen. Er hebt nur kurz den Blick und sagt lustlos: "Stecken Sie Pass oder Personalausweis von außen durch den Türschlitz und setzen Sie sich bitte in den Warteraum."

"Danke", sagt Jonas ihn unterbrechend, "ich bin gekommen, um meinen Ausweis zu holen."

"Den Personalausweis erhalten Sie im Revier einsnullsieben, in der Hämmerleinstraße", sagt der Leutnant nüchtern, als trüge er keine Verantwortung an diesem jämmerlichen Reiserevier. Stutzt dann, sieht hoch und fragt: "Waren Sie nicht vorhin erst hier?"oder "Wieso heute?"

"Na, wie das Schicksal so spielt", antwortet er, oder: "Weil es zeitiger nicht ging." Er greift in seine Tasche und reicht seinen Pass über den Tisch. Der Leutnant nimmt ihn mit kaum verhohlener Langeweile, gähnt, blättert, blickt, beim Visumstempel angelangt, fragend auf: "Stimmt etwas nicht, Herr Nöltes?"

"Genaugenommen, stimmt Vieles nicht", antwortet er mehrdeutig. Der Polizist blättert, diesmal sichtlich verstört, wiederum im Pass. "Stimmt das Datum nicht?" Blickt neben sich auf den Hundekalender. "Heute haben wir den acht - zehnten Ju - lei." Er spricht das Datum gedehnt, als müsste er es auswendig lernen, und vergleicht es mehrmals mit dem Visum. "Muss der Pass verlängert werden?" Er wird ungeduldig. "Ist eine Seite beschädigt oder herausgerissen? Steht ein unpassender Grenzübergang im Visum? Sie müssen schon sagen, was Sie wollen." Ich habe ihn aus seiner überlegenen Ruhe aufgestört, denkt Jonas, wenigstens das.

"Bitte", sagt er und legt Spannungspausen ein, "ich verzichte. - Nach eingehender Prüfung der gegebenen Umstände habe ich mich entschieden, - Ihrer großzügigen Geste, mich, jedoch ohne meine Frau, zu meiner Tante reisen zu lassen, nicht stattzugeben."

"Ach, so. - Na, schön", sagt der Polizist mit leiser Drohung, "das war’s dann, Herr Nöltes", streicht kurz mit einem Kugelschreiber das Visum, stempelt einen fetten Text darüber und reicht Pass und Ausweis über den Tisch. "Jeder weitere Antrag von Ihnen erübrigt sich künftig. Auf Wiedersehen."

Man müsste die Kraft dazu aufbringen, ihnen den lausigen Knochen zurückzuwerfen. Man müsste ... Ich müsste ... Jonas nahm die Kaffeetasse und nippte daran. Der Kaffee schmeckte lauwarm und abgestanden. Mit der freien Hand schob er ... die Bleistiftspitze auf der Karte weiter: zurück auf der E 11, Nancy ... Stuttgart ... München ... Salzburg ... Wien; zurück auf der E 5, Regensburg ...

(Veröffentlicht in 'East Side Stories', Holzheimer Verlag Hamburg, 2006)

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