Jana Ohlendorf - Ein bisschen Russland in China

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Im mandschurischen Nordosten Chinas, fernab der östlichen Küstenmetropolen, liegt eine Stadt mit einer bemerkenswerten Geschichte und einer ganz eigenen Seele – Harbin.
Von Harbin ist es nicht weit bis in die sibirische Taiga und in die mongolische Steppe. Hier fallen die Temperaturen im Winter auf minus 30 Grad und hier baden die Menschen im Sommer an den sandigen Ufern des Songhua Jiang – dem «Kiefernblüten»-Fluss.
Auf einem Spaziergang durch die Provinzhauptstadt Heilongjiangs und im Gespräch mit Menschen entlang des Weges portraitiert die Autorin diese einzigartige Stadt mit ihrem historisch-russischen Erbe, ihrer besonderen kulturellen Vielfalt und ihren sehr unterschiedlichen Gesichtern.
So entsteht ein persönlicher Reiseführer Harbins mit Tipps für die interessantesten Ecken der Stadt und authentischen Empfehlungen durch die Menschen vor Ort.

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2014 wurde die alte Trasse stillgelegt und durch einen Brückenneubau rechts im - фото 3

2014 wurde die alte Trasse stillgelegt und durch einen Brückenneubau (rechts im Bild) ersetzt

Viele der Neuankömmlinge erreichten Harbin über die Brücke, auf der ich jetzt stehe, um im Fernen Osten ein neues Leben zu beginnen. Einhundert Jahre lang spielte die Brücke eine zentrale Rolle in der Geschichte Harbins; seit 2014 ist ihr Zugverkehr eingestellt. Als Herzstück des neu gestalteten „Chinese Eastern Railway Parks“ (中东铁路公园) ist sie Freiluftmuseum mit historischen Fotos und mit einem Glasboden, der die alten Gleise überzieht. Die Brücke verbindet die Geschichte der Stadt mit ihrer Zukunft; spiegelt die Ambitionen der historischen Osteisenbahn an den Errungenschaften des modernen Harbins:

Der Blick auf den Songhua Jiang und die Kulissen der Stadt ist voller Kontraste. Im Süden die Stadtgebiete Daoli (道理区) und Lao Daowai (老道外区) – die alten Kerne mit ihrer drei Kilometer langen Uferpromenade. Dahinter die Skyline einer Millionenstadt. Im Norden die weiten Verzweigungen des Flusses – im Winter zugefroren, im Sommer Anglerkolonie. Die Sonneninsel - Taiyang Dao (太阳岛)mit dem russischen Dorf, einer beliebten Touristenattraktion. Und das stetig wachsende urbane Zentrum des Stadtteils Songbei (松北区) mit dem spektakulären Harbin New Opera House (哈尔滨新歌剧院) – einer architektonischen Liebeserklärung an die Ästhetik von Klang und Form. Und eine Seilbahn, die die Flussufer miteinander verbindet.

Inmitten dieser modernen Stadt- und Flusslandschaft wirkt die alte Brücke wie ein Relikt aus einer anderen Zeit. Und eine Handbreite daneben führt seit 2014 eine moderne, neue Brücke. Für Hochgeschwindigkeitszüge, voll elektrifiziert.

Vertieft in die historischen Fotos, werde ich von einem plötzlichen Schneesturm überrascht. Er kommt von Nordwest herüber, heftig, mit einer Wand aus dickflockigem Schnee. Jetzt müsste ein Zug halten, mit einem Bollerofen und heißem Tee aus dem Samowar. Aber es kommt kein Zug. In Nullkommanichts bin ich eingeschneit.

SpeisewagenRestaurant auf stillgelegter Schiene Harbin Moskau哈尔滨 Москва - фото 4

Speisewagen-Restaurant auf stillgelegter Schiene (Harbin – Moskau哈尔滨 - Москва Яр . )

In der Neuen Synagoge (哈尔滨犹太新会堂) wärme ich mich auf und lasse die Geschichte Harbins auf mich wirken, die in den Ausstellungsräumen des ehemaligen Gotteshauses greifbar nahe wird. Inzwischen als Dauerausstellung etabliert, entstand das Museum seit 2002, über einen Zeitraum von vier Jahren, in denen Fotomaterial und Zeitzeugnisse wie Werbeblätter gesammelt wurden und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

In den 1920er entwickelte sich das junge Harbin zu einem boomenden Wirtschafts- und Handelszentrum mit russischem und europäischem Flair. Die Fotos zeigen ein Stadtbild, das geprägt war von weiten Boulevards, orthodoxen Kirchen mit Zwiebeltürmen, Synagogen, Moscheen, Villen im europäischen Stil, vielen Warenhäusern und Hotels. Die neuen Siedler eröffneten Krankenhäuser, Banken und Theater, fanden sich zu Musik und Tanz zusammen, zu Kunst und Malerei, publizierten Zeitungen, veranstalteten Pferderennen, gingen ins Kino und fuhren mit den Ausflugsbooten auf dem Songhua Jiang.

Die Ausstellung spiegelt vor allem auch das Wirken der Harbiner Juden sehr anschaulich wider. Jüdische Geschäftsleute gründeten Textilfabriken, die mit eleganten Herrenanzügen nach englischem Muster warben und „ П рогресс“ - „Fortschritt“ oder „Гарантия“ - „Garantie“ hießen, und Schokoladen- und Süßigkeitenfabriken, auf deren Werbeblättern „drei Mohren“ heiße Schokolade, Kaffee und Tee servierten. Die Harbiner Juden eröffneten Apotheken, Banken, Handels- und Versicherungsunternehmen, Lebensmittelgeschäfte, Bäckereien und Cafés. Harbin florierte.

Die Menschen auf den Fotos der Neuen Synagoge prägten Harbin. So wie Roman Kabalkin, Direktor des „Chinesisch-britischen Osthandelsunternehmens“, der die ersten Sojabohnen nach Europa exportierte. Oder Elizabeth Kaufman, die als erste Frau in Harbin eine Zeitung verlegte: „Hовости жизни“ – „Nachrichten des Alltags“. Aus der ersten Musikschule Chinas in Harbin gingen weltbekannte Musiker hervor. Das 1908 gegründete Harbin Sinfonieorchester ist das älteste Orchester des Landes. Bis in die Neuzeit wirkt die Tradition der Harbiner Musik: 2010 wurde die Stadt Mitglied des Creative Cities Networks der UNESCO.

Nahe der Neuen Synagoge verläuft die Zhongyang Dajie (中央大街) – der Zentrale Boulevard, der früher „К итайска я“ hieß, „Chinesische Straße“. Hier konzentrierten sich ein Großteil der ursprünglichen Geschäfte und Handelshäuser, in eklektizistischen Gebäuden – mit Stilelementen des Barock oder Jugendstils, von denen ein Teil bis heute erhalten ist. Die Zhongyang Dajie – der Zentrale Boulevard – ist seit je her Spazierort und Ort zum Sehen und Gesehen-Werden. Vor allem an Wochenenden zieht er viele Ausflügler an.

In den 1920er Jahren flanierten Damen in eleganten – aus Paris und London inspirierten - Kleidern und Mänteln, und Herren in maßgeschneiderten Anzügen und mit modischen Hüten über den Boulevard. Über das Kopfsteinpflaster rollten Pferdewagen mit Waren des täglichen Bedarfs – wie speziell für den Transport von Bierfässern angefertigte Bierwagen. Im Jahre 1900 gründete Jan Wróblewski, ein Deutscher mit polnischen Wurzeln, Chinas erste Bierbrauerei, die 1932 den Namen „Harbin Brewery“ - „哈尔滨啤酒厂“ erhielt. Ihr Absatz wuchs Jahr für Jahr. Neben Pferdewagen fuhren damals schon Autos mit Verbrennungsmotoren durch die Straßen – andernorts in China noch Zukunftsmusik.

Harbins Herzstück der Zentrale Boulevard 中央大街 Das Wahrzeichen der Stadt - фото 5

Harbins Herzstück, der Zentrale Boulevard (中央大街)

Das Wahrzeichen der Stadt die Sophienkathedrale Den Flair der 20er Jahre - фото 6

Das Wahrzeichen der Stadt, die Sophienkathedrale

Den Flair der 20er Jahre spiegelt das kleine Luyu Café wider („鹿鱼咖啡“, 45红专街,Hongzhuan Jie 45), das sich in einer Seitenstraße der Zhongyang Dajie versteckt. Im Luyu Café scheint die Zeit stehengeblieben. Das Gebäude – ursprünglich ein jüdisches Privatkrankenhaus („犹太人私人医院“) – mit hohen Decken, im Jugendstil erbaut – ist heute denkmalgeschützt mit einem Innenhof aus rotem Backstein. Hier lässt sich entspannt verweilen, das Ambiente genießen, die liebevoll dekorierten Wände mit Memorabilia aus Großmutters Zeiten, die exquisiten Kaffeespezialitäten und künstlerisch gestalteten kleinen Desserts.

Auch das „Russia“ Café (露西亚) (57 西头道街, Xitoudao Jie Nr. 57, Ecke Zhongyang Dajie) aus dem Jahre 1914 ist ein Juwel. Betritt man das Café, begibt man sich auf eine Reise durch das Leben der Russin Nina, deren persönliches Hab und Gut aus den Jahren 1911 bis 2001 hier ausgestellt ist - von einem Klavier über Silberbesteck bis hin zu zahlreichen persönlichen Fotos. Als wahre Fundgrube eines russischen Lebens in Harbin hat das Café Museumscharakter: „哈尔滨侨纪念馆“ – „ Stadt Harbin Erinnerungsstätte eines Immigranten“, heißt es auf einem Schild am Eingang.

Zum Harbin des frühen 20. Jahrhunderts zählten auch Bars und Opiumhöhlen, Trinkhallen und Bierrestaurants. Heute aus dem Stadtbild verschwunden, gab es damals Bierzelte im Freien, mit Bierbänken, wie man sie aus Europa kennt. Das Bier wurde in schweren, aufwändig verzierten Gläsern serviert, und auf der Speisekarte stand Gegrilltes. Das Bier floss, und schnell erwarb sich Harbin die Reputation, recht trinkfreudig zu sein.

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