Lillie F. Leitner - RUNNING

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Karl, ehemals Professor der Rechtswissenschaft und im Kollegenkreis anerkannter Jurist, hat durch den Tod seiner Frau einen schweren Schock erlitten. Er gibt sein bisheriges Leben auf und landet schließlich als Obdachloser in Münsters Straßen. Von da aus beobachtet Karl das Leben und gewinnt ganz andere Perspektiven.
Mühsam sucht er einen Weg zurück in die Gesellschaft. Ihm begegnen Freunde von früher, aber auch alte Lügen, familiäre Verstrickungen, politische Dogmen, kriminelle Machenschaften, der lange Arm des Gesetzes sowie sein eigenes Ich, das beständig Entwicklung fordert. Schließlich gerät er selbst in Verdacht …

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Es ist nur zu deutlich. Hier möchte man ihn loswerden, wahrscheinlich wird sein Bett gebraucht, er wird zu teuer, er ist zu asozial – oder was auch immer. Auf die Straße setzen will man ihn in seinem noch halbkranken Zustand auch nicht. Da ist die Schwester eine willkommene Lösung. Ihn fragt man nicht. Er wehrt sich nicht und sagt auch nichts.

Ganz erstaunlich, wie wehrlos Menschen werden, wenn man nichts sagt, wenn man einfach schweigt. Auf Widerspruch sind sie gefasst und haben sofort Argumente parat, bei Zustimmung gibt es ohnehin kein Problem. Aber wenn man schweigt, bringt man sie völlig aus dem Konzept.

Das ist ihm nicht neu. Er hat jetzt bereits lange erprobt, was er mit Nichtsprechen, mit der Sprache der Augen, mit verschiedenen Gesichtsausdrücken bewirken kann. Es ist fast überall gleich: Je deutlicher er schweigt, desto mehr quatschen die anderen. Es ist, als meinten sie, für ihn mitreden zu müssen. Freiwillig und ganz ungebeten übernehmen sie seinen Redeanteil. Manchmal sogar seine Argumentation, oder besser gesagt, das, was sie denken, dass er denkt. Grandios.

Die meisten Angelegenheiten erledigten sich ohne sein Zutun. Die anderen fochten alles mit sich selber aus, fanden Argumente und Gegenargumente; am Ende drehten sie das Ding so, wie sie es haben wollten.

Das kennt Karl schon.

„... und letztlich“, bringt der Arzt seine Rede zum Abschluss, „können Sie froh sein, eine solche Schwester zu haben! Also: Alles Gute, unseren Abschlussbericht schicken wir dann Ihrem Hausarzt zu – oder, äh ...?“, wendet er sich hilfesuchend an die andere Hälfte seiner Mannschaft.

„Ja, die Adresse reiche ich noch rein“, vollendet seine Schwester beflissen.

„Ja, also noch mal: Alles Gute! Und sollten Beschwerden auftreten, Erbrechen zum Beispiel, oder falls die Kopfschmerzen nicht aufhören: Schön den Arzt aufsuchen!“

Der weiße Engel verabschiedet sich mit einem Händedruck von seiner Hilfs-Schwester. „... und kommen Sie bloß nie wieder hierher“ , zieht er den Nachsatz hinter sich her.

Karl weiß im Moment nicht: Hat der das wirklich gesagt, hat er das nur gemeint zu hören, oder entwickelt er seit Neuestem telepathische Fähigkeiten?

Sowie ihr Counter-Part aus der Tür ist, instruiert Michaela ihn noch, sich am nächsten Morgen ein Taxi zu nehmen. Einen Zettel mit Adresse und Geld legt sie ihm auf den Nachttisch. Verschwindet.

Karl lehnt sich zurück und schließt die Augen. Appetit hat er jetzt keinen mehr. Das bewahrt ihn allerdings nicht vor einem Vortrag seines Zimmergenossen über sein großes Glück, eine solche Schwester zu haben, über die Freundlichkeit der Ärzte, und ...

Ein unter halb geschlossenen Lidern hervorgeschossener, gut gezielter Blick voller Verachtung bringt den anderen abrupt zum Schweigen.

Max

Max legt den Hörer auf: Na super, der Tag fing ja gut an – gleich am frühen Morgen ein Anpfiff von einem Kollegen. Nun gut, Zusammenarbeit mit egobeladenen Juristen klappte nicht immer so wie man es sich wünschte.

Stirnrunzelnd wendet sie sich der aufgeschlagenen Akte zu, die vor ihr liegt, tippt die Aufforderung an ihren Sekretär in ihr iPad, er möge den nächsten Mandanten hineinbitten.

Zügig öffnet sich die Tür, und herein kommt ein asiatisch aussehender Mensch mit zwei weiteren asiatisch aussehenden Menschen im Schlepp, alle drei tadellos in Maßanzüge gekleidet.

Max wuchtet ihr nicht unerhebliches Gewicht aus dem bequemen Stuhl, den sie extra für ihre Bedürfnisse hat anfertigen lassen. Sie geht dem Klienten und seinen Begleitern entgegen. Sie begrüßt alle drei mit Handschlag und fordert sie mit einer Geste auf, in der rotledernen Sitzgruppe, die sich in einer Ecke ihres geräumigen Büros befindet, Platz zu nehmen.

Platz nimmt jedoch lediglich der Chef; seine zwei Lakaien stellen sich in gebührendem Abstand hinter ihm auf.

Max holt Unterlagen und Stift dazu und setzt sich ihrem Mandanten gegenüber. Sie lächelt ihn an, er lächelt zurück. Sie bietet Kaffee und Tee an, er lehnt mit einer herrischen Geste ab.

„Was du gemach um mich frei zu mache von Gefängnis?“, erkundigt er sich höflich.

Max senkt den Kopf ein wenig, weiterhin bleibt sie freundlich, runzelt jedoch fragend die Stirn – ein sicheres Verfahren, um ihrem Gegenüber zu signalisieren, dass er sich auf dem Holzweg befindet.

„Was hast du gemach um mich frei zu mache von Gefängnis?“, rattert der Mann im selben Tonfall.

„Herr Chang, ich verstehe nicht recht?“

Max zieht die Augenbrauen zu einer steilen Falte zusammen, jetzt nicht mehr ganz so freundlich.

„Was du gemach?“, fragt Herr Chang erneut, nun auch nicht mehr ganz so freundlich.

Max setzt sich gerader hin und zeigt ihm ein reserviertes Gesicht.

„Wenn ich mich recht erinnere, Herr Chang“, holt sie in kühlem Tonfall aus, „habe ich Sie erst letzte Woche aus der Justizvollzugsanstalt herausgeholt. Der Haftbefehl wurde außer Vollzug gesetzt; Sie sind jetzt auf freiem Fuß. Nun warten wir auf Ihre Gerichtsverhandlung.“

„Was du sonst noch gemach, außer warte?“

Max räuspert sich und lässt sich mit ihrer Antwort etwas Zeit, um dem, was sie nun sagt, mehr Gewicht zu verleihen.

„Herr Chang, es gibt jetzt im Moment nichts weiter zu tun, als zu warten und sich auf die Verhandlung vorzubereiten. Heute wollen wir Ihre Verteidigungsstrategie besprechen, deswegen sind Sie hier."

Und als Herr Chang den Kopf schüttelt:

„… oder?“

"Ich dir nich zahle viele Geld für nichts tun. Ich mir andere Verteidiger suche.“

Verkündet Herr Chang und steht aus seinem Sessel auf.

Bevor Max noch etwas erwidern kann, ist er mit seinem Geschwader schon an der Tür.

Max hat sich ebenfalls erhoben.

„Dann mal alles Gute, Herr Chang“, ruft sie ihm nach, während die Tür zuklappt, und kehrt kopfschüttelnd an ihren Schreibtisch zurück.

Das wird ein interessanter Tag, wenn es so weiter geht.

Schade. Gern hätte sie den Boss der chinesischen Unterwelt in Münster verteidigt, das hätte ihr bestimmt gute Publicity eingebracht. Andererseits: Die Strafe würde saftig ausfallen, von einem Freispruch gar nicht zu reden. Sie hatte den Mann nur unter erhöhten Auflagen vorübergehend frei bekommen. Für einen schlechten Prozessausgang würde sie vielleicht auf andere Weise büßen müssen – man konnte nie wissen, was diesen Leuten alles einfiel. Deswegen konnte man auch nicht genau sagen, ob es gut oder schlecht war, ein Mandat zu verlieren. Und wenn der Mandant sich erst mal entschieden hatte, den Verteidiger als Feind statt als Freund zu betrachten, war sowieso nicht mehr viel möglich.

Max sagt sich, dass dies eine positive Wendung sei, und wer weiß, was ihr erspart bleibt. Denn egal, wie sie es findet: Es ist sowieso nicht zu ändern. Sie tippt eine Anweisung für ihren Sekretär ins iPad: „Rechnung für Herrn Chang fertig machen, die üblichen Gebühren, das volle Honorar bis heute berechnen und noch 500 € hinzuaddieren.“

Die Rechnung nicht zu bezahlen, würde er sich wahrscheinlich nicht erlauben.

Frühstück

Karl öffnet die Augen. Zimmerdecke und Wände bewegen sich.

Genauer betrachtet, sind es die Schatten der Gardinen, mit denen seine Schwester das Haus im Allgemeinen und dieses Zimmer im Besonderen ausgestattet hat. Sie bauschen sich im Luftzug, der durch das geöffnete Fenster kommt. Jedes Mal, wenn ein Windstoß hereinweht, tanzen Kringel an der Wand.

Während Karl das lautlose Gleiten dort oben beobachtet, steigt ein schüchternes Wohlgefühl in ihm auf. Nicht schlecht, in einem Bett zu liegen, das nach frisch gewaschenen Laken riecht und aus dem einen keiner vertreibt, in einem Haus, das frühmorgens nicht geräumt werden muss.

Irgendwie ist es auch merkwürdig: Erwachen im Jugendzimmer seines Neffen, der, hier längst ausgezogen, das Zimmer einer Wohngemeinschaft in derselben Stadt bewohnt. Der legt jetzt wohl keinen Wert mehr auf Übernachtungsmöglichkeiten im Hause seiner Eltern. Dieser Umstand kommt ihm, Karl, zugute. Ob das eine glückliche Fügung ist – man weiß es nicht.

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