Wolf Stein - Der Praktikant

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Jan Becker hat die Schnauze voll vom Radio. Er kündigt seinen Job als Redakteur in Burgstadt und bewirbt sich als Praktikant im Nationalpark Seelitz in Mecklenburg-Vorpommern. Was er dort erlebt, ist ein amüsantes, spannendes, ja sogar hocherotisches Abenteuer, das sein Leben verändert. Eine überaus witzige und eindringliche Geschichte aus dem Reich von Kranich, Fischadler und Co.

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Als ich zum ersten Mal mit Tony entlang der Felsen kletterte, wunderte ich mich, dass er nichts trank. Das Klettern war sehr anstrengend und die australische Sonne brannte. Im Gepäck hatte ich eine Flasche Wasser, von der ich jedoch nichts trank. Im Geiste hatte ich einen kleinen sportlichen Wettbewerb eröffnet und wollte sehen, wer von uns der Fitteste war. Tony kletterte und kletterte, ohne zu trinken. Ich hinter ihm her.

»Der muss doch bald mal anhalten und etwas trinken«, dachte ich irgendwann.

Nichts. Tony kletterte immer weiter voran. Durst schien ein Fremdwort für ihn zu sein. Ich hielt lange mit, doch schließlich musste ich schwitzend und halb ausgetrocknet aufgeben.

»Warte Tony! Ich kann nicht mehr. Ich muss was trinken.«

Gierig öffnete ich meinen Rucksack und nahm einen belebenden Schluck aus der Wasserflasche.

»Sag mal, hast du überhaupt keinen Durst?«

Tony lachte und sagte: »Doch, aber ich trinke schon die ganze Zeit. Siehst du den Schlauch hier? «

Er deutete auf seinen schwarzen Rucksack.

»Den brauche ich nur zu nehmen und daran zu saugen. Das ist ein Rucksack mit Trinkvorrichtung.«

Ich hatte Tony schon für den direkten Nachfahren eines Wüstenkamels gehalten, aber so brauchte ich mich nicht zu wundern. Solch einen Wunderrucksack wollte ich nun auch unbedingt haben. Den sportlichen Wettbewerb erklärte ich sogleich für ungültig. Als ich mich ausreichend regeneriert hatte, ging unsere Kletterpartie weiter.

Die Tage in der Wildnis der Grampians waren spannend wie in einer Naturdokumentation. Nur eines störte mich. Ich hatte nicht nur keinen Rucksack mit integriertem Trinkschlauch, sondern auch keine Rangeruniform wie die Anderen. Die durfte ich als einfacher Hilfsarbeiter nicht tragen. Das wollte ich aber.

»Wenn schon, denn schon!« dachte ich mir.

Ich zerbrach mir den Kopf darüber, wie ich an solch eine Uniform mit Hose, T-Shirt, Hemd und Hut kommen würde. Eines Tages kam mir die zündende Idee. Die Australier essen gern, auch gern süß. Doch aufgrund der englischen Küche in Australien und der im Land vorherrschenden, für europäische Verhältnisse eher bescheidenen Esskultur kann man durchaus geteilter Meinung über Qualität und Geschmack der angebotenen Lebensmittel sein. Darin sah ich meine Chance. Untypisch für einen Jungen hatte ich mir von meiner Oma bereits frühzeitig das Backen beibringen lassen. Denn ich liebe Kuchen über alles - besonders Torten. Und meine Oma konnte Torten backen wie nur Omas Torten backen können. Bereits im frühen Jugendalter hatte ich meine Backtechniken perfektioniert und gelernt, diese Fähigkeit bei meinen Mitmenschen, gewinnbringend einzusetzen - gerade auch bei jungen Damen, auf die ich ein Auge geworfen hatte. Der Zufall wollte es, dass eine Frau für die Verteilung der Uniformen im Grampians National Park verantwortlich war. Also ging ich zu ihr, lehnte mich lässig über den Tresen und unterbreitete ihr ein verführerisches Angebot.

»Wenn ich eine Rangeruniform bekomme …«

»Was dann?« antwortete die Dame, indem auch sie sich lässig über den Tresen beugte.

»… dann backe ich drei Torten für euch.«

Ihre Augen wurden größer.

»Drei unterschiedliche Torten!« betonte ich.

Die Sache musste nicht länger diskutiert werden. Wenige Tage später standen eine Buttercremetorte, eine Apfelmarzipantorte und eine mit Puddingquark gefüllte Pfirsichtorte auf dem Tisch - bereit, mit Genuss verspeist zu werden. An die benötigten Zutaten zu kommen, gestaltete sich nicht ganz einfach, doch der Triumph sollte mir gehören. Heute hängt nicht nur eine Uniform in meinem Kleiderschrank in Burgstadt, nein, gleich zwei komplette Naturhütermonturen waren die Torten den Australiern wert. Das Ergebnis des Tauschgeschäfts konnte sich sehen lassen.

Komplett neu eingekleidet, wurde ich kurz vor meiner Rückreise nach Deutschland Zeuge einer atemberaubenden Expedition. Diese Expedition führte Biologen, Tierärzte und Wissenschaftler aus ganz Australien in die Grampians. Viele kamen nur, um die Felsenkängurus einmal in freier Wildbahn beobachten zu können. Zuvor hatten Tony und ich eine Woche lang spezielle Fallen in das Wallabygebiet geschafft. Jeden Tag lockten wir die Tiere mit neuem Futter direkt in die zwischen Felsbrocken und an Bäumen fixierten weichen Käfige. Die Fallen blieben zunächst offen, um die Tiere daran zu gewöhnen. Einige Zeit später, an einem ruhigen Sommerabend in der Dämmerung, wurden sie scharfgestellt. Brush-Tailed Rock-Wallabies sind sehr scheu. Kaum ein Mensch hat die Tiere je in der Natur zu Gesicht bekommen. Wenn überhaupt, vernimmt man oft nur einen flüchtenden Schatten. Deshalb nennen die Aborigines sie auch `The Shadow´. Als wir im Morgengrauen des nächsten Tages im Canyon einmarschierten, saßen alle Wallabys wie geplant in Gefangenschaft. Nun musste alles sehr schnell gehen, um die Beuteltiere nicht unnötigem Stress auszusetzten. Wir griffen beherzt in die Käfige, zogen die niedlichen Wallabys am Schwanzansatz heraus und stopften sie in braune Transportsäcke. Auf einer flachen Steinplatte im trockenen Flussbett hatten die Wissenschaftler und Tierärzte eine mobile Krankenstation errichtet. Dorthin brachten wir einen gefüllten Stoffsack nach dem anderen. Mit Lachgas wurden die Wallabys betäubt, vermessen und auf Herz und Nieren gecheckt. Blut wurde entnommen, die Antennen der Radiohalsbänder überprüft und die Beutel der Weibchen nach Jungen durchsucht. Die Wiederansiedelung schien erfolgsversprechend, denn zwei gesunde Beuteljungen im Frühstadium bekam ich an diesem aufregenden Tag zu Gesicht. Bis auf eines waren alle Tiere wohlauf. Das Sorgenkind hatte eine kleine Entzündung am Maul, die die Nahrungsaufnahme behinderte. Trotz der ärztlichen Versorgung fand Tony es Wochen später halb verwest im Canyon. Zu diesem Zeitpunkt war ich bereits wieder zu Hause. Als mein Visum ablief, musste ich die Grampians und die Wallabys schweren Herzens verlassen.

Seither hatten mich meine Urlaubsreisen immer wieder in die Nationalparks dieser Welt geführt. Und immer wieder spielte ich mit dem Gedanken, ein echter Ranger zu werden. Einen Versuch war es auf jeden Fall wert. Wenn nicht in Australien, Kanada oder sonst wo, dann eben in Deutschland. Und wenn nicht jetzt, wann denn dann? Mit 33 Jahren war ich nicht gerade der jüngste Praktikant aller Zeiten, doch Alter ist relativ. Der Nationalpark Seelitz schien genau das Richtige für mich zu sein - ein ziemlich großer Nationalpark in Mecklenburg nahe der polnischen Grenze mit traumhafter Landschaft.

Hans kramte in seinem verstaubten Holzschuppen und zottelte ein altes Herrenfahrrad hervor.

»Hier! Das sollte gehen, Verzeihung, fahren natürlich. Das sollte fahren. Licht und Klingel funktionieren zwar nicht, aber die Bremse haut hin. Quietscht ein bisschen, aber fährt. Warte, ich mach noch etwas Kettenöl dran.«

Er stiefelte zurück in den Schuppen.

»Weißt du was?« rief Hans. »Ich habe auch noch Bienen, bin Hobbyimker. Wenn du willst, kannst du mit zum Honigschleudern kommen.«

»Sehr gern, da sage ich nicht nein«, antwortete ich.

»Dauert aber noch bis Mai. Dann schleudern wir den ersten Honig.«

Hans kam wieder heraus mit einer Plastikflasche Universalöl in der Hand. Behutsam fettete er Glied für Glied und wischte einmal mit dem Lappen über die Kette.

»So! So gut wie neu!« meinte er. »Ich hoffe, du bist nicht allergisch gegen Bienenstiche? Kann durchaus sein, dass du den einen oder anderen abbekommst.«

Ich erwiderte: »Als Kind haben mich schon viele Bienen gestochen. Das macht mir nichts.«

Dann nahm ich den klapprigen Drahtesel, verabschiedete mich und radelte los.

»Also, bis später Hans.«

»Ja, mach‘s gut Junge.«

Von Hans hatte ich bei meiner Ankunft den Schlüssel für die Praktikantenunterkunft abgeholt. Er war mein Ansprechpartner für alles Organisatorische.

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