Glyphosat-Gegner stellen die Fragen nicht, was eingesetzt wird, wenn es verboten ist. Seit ca. 2010 wird Front dagegen gemacht. Mitte 2017 wurde festgestellt, dass die Bahn der größte Einzelabnehmer Deutschlands ist. Auf Südtiroler Radwegen wird das Mittel eingesetzt, um ein mexikanisches Gras niederzuhalten, das die Asphaltdecke zerstört. Hier hat man die Wahl, entweder Glyphosat einzusetzen und alle 15 Jahre neu zu asphaltieren oder alle 8 Jahre neu zu asphaltieren; ohne Glyphosat. Deutsche Urlauber sieht man dort, die fasziniert die Apfelplantagen fotografieren. Oft ist unter den Bäumen kein grüner Stängel vorhanden. Das wird alles mit Glyphosat weggespritzt.
Durch Glyphosat ist in Deutschland bis dato noch keine Person gestorben; hier wird Krebsgefährdung ohne einen klaren Nachweis theoretisiert, obwohl viele andere Stoffe auch als „wahrscheinlich krebserregend“ gelten. Und am Insektengift E605 sind früher Hunderte gestorben.
Psychologische Tricks und Manipulationen
Mit welchen Methoden gearbeitet wird, sei im Folgenden exemplarisch dargestellt. Dabei wird die Wissenschaft missbraucht, da valide wissenschaftliche Ergebnisse mit Meinungen und psychologischen Tricks vermischt werden. Dies ist bspw. am Umweltschutzverein Bund e.V. zu erkennen, wenn er das Thema „Glyphosat“ behandelt: Oder „Roundup“. Ganz klar ist das nicht. Was vermutlich Absicht ist.
Er schreibt (abgerufen April 2019):
»Was ist Glyphosat? Glyphosat ist das meistverkaufte Unkrautvernichtungsmittel der Welt und ein sogenanntes „Totalherbizid“. Es tötet jede Pflanze, die nicht gentechnisch so verändert wurde, dass sie den Herbizideinsatz überlebt.«
Das ist falsch: Es wirkt nur bei zweikeimblättrigen Pflanzen. Dies steht sogar auf der Verpackung.
»Glyphosat ist das in Deutschland und der Welt am häufigsten eingesetzte Pflanzengift; es wird auf 40 Prozent der deutschen Ackerfläche eingesetzt.«
Das ist nicht falsch. Das Argument impliziert aber, dass nur Bauern dieses Herbizid einsetzen. Es unterschlägt, dass die Deutsche Bahn damit die Strecken freihält.
Bei der Aussage, dass Glyphosat das am häufigsten eingesetzte Pflanzengift sei, schwingt der Unterton „die böse Industrie“ mit. Da Glyphosat das letzte überhaupt noch zugelassene günstige Herbizid ist, sollte es nicht verwundern, dass es am häufigsten eingesetzt wird. Der Passus impliziert, dass es reelle Alternativen gäbe. Was nicht korrekt ist.
»70 Prozent der Deutschen sind für ein Verbot von Glyphosat, bei über 70 Prozent lässt es sich im Urin nachweisen.«
Für die Bewertung ist es von keinerlei Relevanz, welche Meinung herrscht. In einer technisch orientierten Gesellschaft haben sich Entscheidungen nach Fakten zu richten, die den besten Kompromiss darstellen. Das Argument, dass 70 % aller Deutschen gegen Glyphosat wären, ist somit ein Pseudoargument. Glyphosat konnte man über lange Zeit nicht nachweisen – sondern nur dessen Abbauprodukt AMPA. Dies ist auch ein Reiniger und sogar ein Medikament gegen Osteoporose. Man verbreitet also Falschmeldungen, um dann mit der „öffentlichen Meinung“ zu argumentieren.
Urin ist relativ phosphorhaltig. Die erste Synthese von Phosphor fand mit Urin statt, als Alchemisten Gold herstellen wollten. Sie entdeckten das Element Phosphor. Bei AMPA, steht das „P“ für Phosphor. Das deutet darauf hin, dass hier etwas Falsches gemessen sein kann, da man im hoch phosphorhaltigen Urin Mikrospuren einer einfachen Phosphorverbindung nachgewiesen haben will.
»Deutsche Behörden lassen die notwendige kritische Distanz zu den Pestizidherstellern vermissen.«
Die Argumentationsstrategie gegen Glyphosat wurde hinreichend dargelegt. Begonnen wird mit „...Es tötet jede Pflanze, die nicht gentechnisch so verändert wurde...“, was falsch ist. Das kann jeder testen, der einen Kaktus einsprüht. Genau diese Personen werfen den deutschen Behörden vor, „sie ließen eine kritische Distanz zu den Herstellern vermissen“.
»Die Wissenschaftler halten einen negativen Einfluss auf die Fruchtbarkeit von Menschen für denkbar, die aktiv oder passiv mit dem glyphosathaltigen Pestizid „Roundup“ in Kontakt kommen.«
Welches Mittel meinen sie: Roundup oder Glyphosat? Amerikanisches Roundup enthält verhältnismäßig giftiges Tallowamin, europäisches nicht. Alles wird synonym verwendet.
Gleichzeitig „mutiert“ Glyphosat zu einem Kontaktgift: („…in Kontakt kommen.“). Zusätzlich: Was für einen „Wissenschaftler“ meint der Bund? Auch ein Sozialwissenschaftler kann so etwas für möglich halten.
»Auch kleinste Mengen eines schädlichen Stoffes können große Schäden anrichten; vor allem Stoffe, die einen Einfluss auf das Hormonsystem haben.«
Richtig: Das Hormonsystem ist gefährdet. Dies insbesondere bei Kindern, denn diese sind bei Allem besonders gefährdet.
1 Warum setzt sich der Bund sich nicht gegen hormonhaltige Sojaprodukte ein? Hier lassen sich Kausalitäten beweisen: Zoos hatten Nachwuchsprobleme, bis sie Soja wegließen.
2 Der Satz ist allgemein und die Aussage ist korrekt. Da vorher über Glyphosat berichtet wurde, soll der Leser denken, dass Glyphosat ein Hormongift sei. Dem ist aber nicht so. Manipulationen dieser Art werden später im Buch analysiert (vgl. Ref. 211ff).
Wie bei Verschwörungstheorien (vgl. Ref. 87) sind ein Großteil der Argumente Angstmache, damit das Gehirn nicht richtig funktioniert.
Analog dazu schreibt das Umweltinstitut München e.V. (14. 5. 2019) auf einem sozialen Netzwerk:
»Glyphosat: Nächste Niederlage für Bayer-Monsanto
Bayer-Monsanto muss mehr als 2 Milliarden Dollar Schadensersatz an ein krebskrankes Ehepaar zahlen, das über Jahrzehnte das glyphosathaltige Ackergift Roundup verwendet hat. Dies ist bereits das dritte Urteil, bei dem ein US-Gericht den direkten Zusammenhang zwischen der Verwendung von Roundup und einer Krebserkrankung der KlägerInnen festgestellt hat.
Weitere rund 13.400 ähnliche Klagen stehen in den USA noch aus. In Deutschland darf Glyphosat währenddessen weiterhin in der Landwirtschaft und in Privatgärten eingesetzt werden.«
Auch hier wird „Glyphosat“ und „Roundup“ synonym verwendet. Ob ein amerikanisches Urteil mit einem europäischen vergleichbar ist, ist nicht a priori gegeben, da die Rechtssysteme unterschiedlich sind.
Zum Thema „(Anti-)Glyphosat-Lobby“ auch Ref. 203.
DDT – modernes Kolonialwesen inbegriffen
Bei DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan) handelt es sich um ein Insektengift, das ca. 1950 verboten wurde. Die (korrekte) Begründung für das Verbot ist, dass es sich wegen seiner chemischen Stabilität und guten Fettlöslichkeit im Gewebe von Menschen und Tieren am Ende der Nahrungskette anreichert. Damit wurde von Krankenschwestern (Rotes Kreuz an der Kappe) um das Jahr 1945 mit einer Pumpe Kinder grammweise eingesprüht (Wikipedia). Dabei zeigten sie natürlich auch Vergiftungserscheinungen. Wenn es für Menschen hochgiftig gewesen wäre, wären Kinder, die besonders empfindlich auf Gifte reagieren, gestorben.
Mit DDT wurde der Oberrheingraben moskitofrei gemacht. Danach wurde es verboten. Das Verwerfliche ist die Weise, wie die Dinge mit Selbstverständlichkeit an der Realität vorbei gehandhabt werden: In Afrika leiden und sterben die Menschen an Malaria und anderen Krankheiten, die durch Insekten übertragen werden. Das Übel, an Malaria zu erkranken, ist für sie viel schlimmer als die Anreicherung des Giftes im Fettgewebe. Das ist analog zu Deutschland, als vor 200 Jahren der Darm mit Schwermetallen von Ungeziefer gereinigt wurde: Schwermetalle waren ein kleineres Übel.
Das gute deutsche Chlorhühnchen
In Frankreich wird Gemüse gechlort. In Deutschland würden die Grünen sofort auf alle Barrikaden gehen („Chlorhühnchen“). Dabei ist es risikolos, zumal man Salzsäure im Magen hat. Man riskiert beispielsweise EHEC. Dies kann auftreten, da Länder global aufgestellt sind und Gemüse aus dem Ausland mit Fäkalien gedüngt sein kann. Das ist zwar verboten, aber trotzdem nicht auszuschließen. Mit dem „Chlorhühnchen“ wurde Front gegen TTIP gemacht.
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