1 ...7 8 9 11 12 13 ...18 Überall ist alles giftig. Roundup, Nikotinamide, alles. Weg damit! Als Ausgleich bläst man mit Laubbläsern den Hundekot durch die Gegend, der gefährlich ist, wenn er als Staub in die Lunge kommt.
Alles ist genmanipuliert. Waschmittel, Spülmittel und sonst eigentlich alles. Biokunststoffe sind natürlich nur durch die böse Genmanipulation möglich.
Bäume lässt man „natürlich“ wachsen. Auch veredelte. Der Mensch muss sich in alles einmischen. Jeder Bauer versorgt weit über 100 Leute. Das muss man abstellen! Am besten mit der Dreifelderwirtschaft. In der Schule lernt man heutzutage wieder, dass dies optimal sei.
Seit 15 Jahren ist Tohuwabohu in Klassenzimmern Usus. Rohrstöcke gibt es keine mehr. Stattdessen trauen sich Lehrer in manchen Schulen nur noch mit Handy in die Klassen, um nicht verprügelt zu werden. Es herrscht Mangeln an Lehrern und geeigneten Unterrichtsräumen bei wieder wachsender Bevölkerung. Durch Einführung digitaler Medien versucht man, diese Defizite, also Disziplin und unzusammenhängende Lehrinhalte, die zu einer Lehrstoffüberfrachtung führen, zu beheben.
Nur noch Verkehrsinfarkt. Die Bahn ist nie pünktlich. Das Hamburger Opernhaus kostet anstatt 77 Millionen nun offiziell 850 Millionen. Der Berliner Flughafen sollte 2011 schon fertig sein. Stuttgart 21 wird zum Finanzdesaster. Die militärischen Projekte NH90, A400M und Eurofighter das schon lange geworden. Eigentlich gibt es kein Projekt in der nahen Vergangenheit, in der es nicht schon so war. Atomkraft- und Klima-Proteste überall.
Und man muss sich impfen lassen und dumme Medikamente nehmen. Blöde Zwänge! Homöopathie ist doch viel besser!
In der Schule muss man sich mit Physik und Mathematik herumärgern. Energiesatz – für was? Statistik – so ein Unsinn!
Mode – Perfektionierung des Körpers
Früher war Essen dazu da, Kalorien (bzw. Joule) in den Körper hineinzubekommen. Heute jagt man einem Schönheitsideal hinterher, indem man Kalorien vermeidet. Im alten Rom war mitnichten Schlankheit das Schönheitsideal. Wohlstand sah man durch „Hüftgold“ und das war genau deswegen auch Mode. Vor 200 Jahren war es die „vornehme Blässe“, da sie anzeigte, dass der „Träger“ dieser nicht auf dem Feld arbeiten musste. Später war Bräune Mode, da man damit demonstrieren konnte, dass man sich einen Urlaub im Süden leisten kann.
Letzteres hat man so übertrieben, indem man sich in der Sonne „röstete“, dass man damit Hautkrebs auslöste. Vermutlich hat die „vornehme Blässe“ hingegen Vitamin-D-Mangel ausgelöst. Im alten Rom war es wahrscheinlich Adipositas, also Fettleibigkeit.
Merke: Mode ist etwas, womit man sich zu allen Zeiten sehr zuverlässig die Gesundheit ruinieren konnte. Sie ist der Glaube an ein Ideal, das sich über die Zeit ändert.
Um Systeme wie die moderne Landwirtschaft, die einen jahrhundertelangen Optimierungsprozess durchlief, beurteilen zu können, muss man sie bewerten und dazu deren Vorgehensweisen verstanden haben. Wie bereits angesprochen, werden die Systeme immer komplexer. Da man ohne eine sehr tief gehende Beschäftigung mit diesen zu einer Bewertung keine Chance hat, sucht man nach der „sicheren Seite“. Dies, da Systeme, die man nicht versteht, Ängste auslösen. Zur Angstvermeidung glaubt man, so die verschiedenen Zielkonflikte lösen zu können. Dass auch die (vermeintlich) sichere Seite faktisch immer negative Konsequenzen hat, kann man nicht beurteilen, da man zu diesem Zweck das System verstanden haben müsste.
Hier ist man in einem typischen Dilemma gefangen.
Religionen der modernen Welt
„Man‘s calamity is God‘s opportunity“ (Das Unglück des Menschen ist Gottes Chance) sagt ein Sprichwort. Da es in Europa bergab geht und die „normalen“ Religionen an Mitgliedern verlieren, findet ein neuer Glaube immer mehr Anhänger: Der Glaube an das Ideal per se: Alles muss ohne Gift, ohne Kunststoff, ohne Atommüll und ohne CO2 sein. Prüfen wir die Realitäten. Wir beginnen beim Thema Plastik(müll), leiten über zu Umweltgiften und erarbeiten dann Energie und Mobilität.
Kunststoffe — im Umgangsdeutsch auch als „Plastik“ bezeichnet, gibt es etwa seit 100 Jahren. Ganz korrekt ist dies nicht, denn natürliche Kunststoffe stellte man schon früher her. Käse ist eigentlich auch ein Kunststoff. Der Siegeszug des Kunststoffes begann aber erst, als er aus Öl synthetisiert werden konnte.
Anfang 2018 erschütterte eine Meldung die deutsche Bevölkerung: Die Chinesen nehmen unseren Plastikmüll nicht mehr! So eine Frechheit! Mittlerweile wird er vermutlich in Afrika und Bulgarien auf Müllkippen angesteckt. Ohne Giftfilter. Aus den Augen – aus dem Sinn.
Bei solchen Pressemitteilungen fragt sich jeder, warum er überhaupt dort ist und wie er dorthin kommt. Als Bürger bezahlt man pro Verpackung an das „Duale System Deutschland“ („Grüner Punkt“) Geld, damit dieses nichts Besseres zu tun hat, als das Zeug, das ein umweltbewusster Mensch säuberlich in den gelben Sack getrennt hat, mit viel Energie nach China zu verschiffen. Kein Aufschrei – auch nicht der Grünen. Bei solchen Gegebenheiten wird einem bewusst, dass der Psychologe Manfred Lütz in seinem Buch „Irre - wir behandeln die Falschen!“ den Titel genau so meinte, wie er da steht.
Viele Pressemeldungen berichten über die Verschmutzung der Meere durch Plastik und wie jämmerlich Tiere daran verrecken. Natürlich fühlt sich der Deutsche ohne Prüfung der Ursachen sofort genötigt, Ideen zu ersinnen, wie Plastikmüll reduziert wird. Als Alternative – keine Ahnung. Wer schon einmal im Meer oder in einem See in eine Scherbe trat und sich dabei fast den kleinen Zeh amputiert hat, wird einsehen, dass Glas manchmal auch nicht der Weisheit letzter Schluss ist.
Soja-Kunststoffe
Früher wurde Kunststoff aus Pflanzen hergestellt. Die Karosserien von Autos aus Soja-Kunststoff, Lacke aus Sojaöl. Soja wurde als Gründünger verwendet. Bis das Erdöl kam. Die giftige Sojapflanze wurde zunächst an Schweine und dann an den gesundheitsbewussten Europäer „verfüttert“. Dazu bei Ref. 48mehr. Seither wird alles aus Öl hergestellt. Kunststoffkarosserien von Rennwagen, Kunstharzlacke, Kunststoffe selbst und unendlich vieles andere.
Nun sollen Kunststoffe recycelt werden. „Sortenreine Trennung“ ist hier das Zauberwort. Das hört sich toll an, ist aber bei Kunststoffen technisch bzw. physikalisch schwierig. Vergleicht man dies mit der Trennung von Metallen: Stahl wiegt dreimal so viel wie Aluminium, ist im Gegensatz zu Aluminium magnetisch und hat einen anderen Schmelzpunkt. Damit kann man die Metalle gut trennen. Alle Kunststoffe sind nicht magnetisch, haben dasselbe Gewicht pro Volumen (dies wird als „spezifisches Gewicht“ bezeichnet) und schmelzen bisweilen gar nicht. Also muss man von Hand trennen.
Besonders schlecht ist, dass das spezifische Gewicht von Kunststoff ähnlich dem von Wasser ist. Wenn es in ein Gewässer kommt, schwimmt es weder auf der Oberfläche, noch sinkt auf den Boden ab, sondern es schwebt im Wasser. Damit werden Meerestiere geschädigt.
Leute kommen beim Kunststoffrecycling auf absurde Ideen: Beispielsweise wollte man Kunststoffe Zementziegeln hinzufügen, um deren Wärmedämmung zu verbessern. Schon da hat man das Gefühl: Nur weg mit dem Zeug! Dies ist sogar kontraproduktiv, da Kunststoff eine Eigenschaft hat, die sich „kriechen“ nennt: unter kontinuierlichem Druck gibt Kunststoff nach. Die Häuser wären nach 20 Jahren um 5 cm niedriger gewesen, wenn man zu viel Kunststoff hineinpackt.
Wenn ein Ingenieur aus recyceltem Kunststoff etwas konstruieren soll, bekommt er graue Haare. Denn der Hersteller eines Produktes muss für dessen Qualität garantieren. Dazu muss sich der Konstrukteur auf die Materialeigenschaften verlassen können. Wenn aber der Kunststoff nicht richtig getrennt werden kann, sind diese Materialeigenschaften mit Unsicherheiten behaftet. Deshalb muss man zu viel Material verwenden, damit das Bauteil nicht kaputt geht. Und schon ist die Welt der Person, die vorgerechnet hat, wie toll Kunststoffrecycling ist, zerstört.
Читать дальше