„Bei der Invalidenversicherung haben Sie sich angemeldet? Da kann ich ihnen gleich sagen, dass sie sich besser keine Hoffnung machen. Dass sie sich für das Heroinprogramm angemeldet haben, wird wohl das Beste für sie sein und im Moment sind sie ja noch im Methadonprogramm.“
Sie sah keine Möglichkeiten ihm weiterzuhelfen und Peter wollte nur noch weg. Zuerst musste er aber noch um die Berechnung seiner finanziellen Unterstützung bitten. Als das erledigt war, konnte er den Restbetrag für den angebrochenen Monat bar an der Kasse beziehen. Wenigstens verliess er das Sozialamt mit etwas Geld, aber Zuhause fiel Peter frustriert in seinen Fernsehsessel.
Klar, am Schluss hatte er sich unmöglich aufgeführt, bei seinen inzwischen ehemaligen Arbeitgebern. Aber dass er so versetzt wurde, war trotzdem nicht fair. Ohne die telefonische Arbeitszusicherung wäre Peter in der Klinik geblieben und hätte versucht einen anderen Weg zu finden. Jetzt war er aber wieder Draussen und musste irgendwie zurechtkommen.
Er erhielt nie eine offizielle Erklärung vom Beschäftigungsprogramm. Die unfaire Behandlung war aber erneut ein willkommener Absturzgrund und ohne Arbeit war dieser sowieso vorprogrammiert. Das Methadonprogramm half ihm wie üblich wenig und diente lediglich zur Absicherung für Notfallsituationen, die nicht lange auf sich warten liessen.
Es folgten die üblichen Drogenbeschaffungsprobleme und diesmal begann er mit der Klein-Dealerei. Das hatte Peter bisher nicht gewagt. Die unbeschwerte Jugendzeit lag schon lange hinter ihm und der Verkauf von Drogen verletzte seine moralischen Prinzipien inzwischen zutiefst. Dazu kam die Angst vor der Polizei und die noch grössere vor der Drogenszene. Nachdem er in der Vergangenheit schon mehrmals überfallen wurde, wusste Peter längst, zu was Drogensüchtige fähig sind.
Für einen vernünftigen Weg fehlten ihm aber Kraft und Motivation und einen Dealer hatte er schnell aufgetrieben. Die erneute Talfahrt konnte somit losgehen. Innert wenigen Tagen verfügte er über genug Drogen, um seine Bedenken und Ängste zu betäuben und nach wenigen Wochen war er wieder mittendrin, im Drogenelend. Einmal mehr waren damit Aufwand und Leiden in der Entzugsklinik nutzlos gewesen.
Jedenfalls was den Entzug betraf.
Die dort verfasste Anmeldung für das Heroinprogramm und das Gesuch um eine Invalidenrente blieben ihm als einzige Hoffnungsschimmer. Die nächsten vier oder fünf Monate schlug er sich als Kleindealer durch, bis endlich die Einladung für eine erste Sitzung im Drop-in eintraf.
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