Lisa Kuppler - O Du Fröhliche

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Von Weihnachtsliedern inspirierte Weihnachtsgeschichten – 2009 erschien das erste Weihnachtsheft mit dem Titel «Alle Jahre wieder». Seither entstehen jedes Jahr neue Geschichten, jede ungefähr 1000 Worte lang. Sieben Weihnachtshefte wurden so mit über 50 Geschichten gefüllt, die hier in einem Buch versammelt sind. Alle Genres von Fantasy und Science-Fiction bis Familien- und Liebesgeschichten sind vertreten, klassische Kurzgeschichten, Gedichte, sogar Weihnachtsbriefe sind mit dabei. Von dramatisch bis humorvoll, von besinnlich bis politisch engagiert – in diesem ungewöhnlichen Buch finden Sie Weihnachtsgeschichten, wie Sie sie sonst noch nirgends gelesen haben.

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Nicht, dass er sich an einem Kind vergriffen hätte. Der Vampir tötete nie. Blut war ein sehr nahrhafter Saft, schon ein Schluck genügte, um ihn für Tage zu sättigen. Ein Tropfen vom Daumen des Mädchens war ein herrliches Christmahl für ihn.

»Kannst du den Stern zum Leuchten bringen?« Das Mädchen hielt ihm den Strohstern entgegen, als wisse sie, dass er früher einmal ein Baumeister gewesen war. »Die Tanten sagen, er strahlt nur auf der Spitze des Weihnachtsbaums. Aber dort sitzt schon der Engel mit der goldenen Trompete. Und wie kann das sein, dass der Stern über dem Stall in Bethlehem geleuchtet hat, wenn er nur auf Baumspitzen strahlt?«

Das vorwitzige Kind erinnerte ihn an seinen Sohn, der in diesem Alter gewesen war, als der Architekt zum Vampir geworden war. Er griff nach der Hand des Mädchens. »Ihr habt Euch verletzt, Fräulein?«

Sie schien die Wunde erst jetzt zu bemerken. Doch nickte sie und schaute mit großen Augen zu ihm hoch. Er wischte das Blut von ihrer Haut und schmeckte es mit der Zunge. Seine Beißzähne schoben sich aus dem Fleisch. Er schluckte das lebendige, warme Blut, in dem das Pochen des Herzens noch zu spüren war. Wie Sonnenlicht strömte es durch seinen Körper.

Vorsichtig fuhr der Vampir mit dem speichelfeuchten Finger über die kleine Wunde am Daumen des Mädchens. Als er noch lebte, hatte er nichts von der heilenden Wirkung der Körpersäfte der Vampire gewusst. Überhaupt hatte er kaum etwas über Vampire gewusst. Doch diese eine Gabe hatte ihn überrascht – warum sollten diese grausamen Kreaturen solche Heilkräfte in sich tragen? Inzwischen wusste er, dass jedes Böse auch mit einem Guten kam und jedes Gute mit einem Bösen. Die Wunde schloss sich, und die Daumenkuppe war wieder rosig und glatt.

Das Mädchen lachte, und der Vampir sagte: »Nun lass uns sehen, ob wir deinen Stern zum Leuchten bringen.«

Er nahm den Stern aus ihrer Hand. Das Roggenstroh war zu einem matten Goldton gebleicht und kunstvoll gebunden. Von der geflochtenen Mitte aus gingen lange Strahlen ab, zwischen denen sich winzige Strohkreise ringelten, die wie Schneeflocken aussahen.

»Ein Engel trompetet auf dem Christbaum in der Kirche?«, fragte er. Er wollte sicher gehen, dass der Stern nicht vermisst wurde, wenn er ihn in die Turmspitze setzte.

Das Mädchen nickte. »So ein kleiner mit dicken Backen. Die Tanten sagen, er verkündet den Hirten die Geburt des Jesuskinds. Aber das glaube ich nicht. Das war ein ganz anderer Engel, mit großen Flügeln und einem silbernen Kleid.« Ihre helle Stimme zitterte vor Empörung darüber, dass irgendjemand glauben könnte, ein pausbäckiger Trompeter hätte etwas mit wirklichen Engeln gemein. Der Vampir, der die geflügelten Himmelsboten schon mit eigenen Augen gesehen hatte (manchmal kreuzten sich die Wege der Blutsauger mit denen der Engel), musste ihr recht geben.

»Und?«, fragte das Mädchen. »Kannst du ihn zum Leuchten bringen? Du bist kein Engel. Oder?« Sie schaute zu ihm hoch und blickte dann schnell wieder auf ihren geheilten Daumen.

»Ich bin kein Engel, nein.«

Der Vampir reichte dem Mädchen die Eisenmünze. Er brauchte beide Hände, um den Stern von Bethlehem über seinem Turm leuchten zu lassen. Sie nahm sie, ohne einen Blick darauf zu werfen. Ihre Augen hingen an dem Stern, den der Vampir zwischen seinen Händen drehte. Der Wurf würde unpräzise sein ohne Messinstrumente, und für eine Berechnung der Flugbahn fehlte ihm die Zeit. Der Architekt in ihm stöhnte ungehalten angesichts des dilettantischen Unterfangens. Doch er war kein Baumeister mehr.

Unter dem ehrfurchtsvollen Blick des Mädchens hielt er den Stern vor sich wie eine Scheibe beim Diskuswurf. Er kannte den Turm wie seine Westentasche, er wusste, wo der Wind durch unsichtbare Ritzen pfiff und wie der Schneefall und die Kälte draußen sich im Innern des Bauwerks bemerkbar machten. Seine neunundsechzig Meter Höhe waren ihm zur zweiten Natur geworden, eine Entfernung, nach der er seine Welt bemaß. Mit einem scharfen Ruck seines Handgelenks schleuderte der Vampir den Strohstern in die Höhe.

Dies war sein Turm. Die Statik war ausgelegt nach den Plänen des berühmten Münzturms der Salzstadt Hall, wo der erste Guldiner geprägt worden war. Der Schlaghammer fiel die neunundsechzig Meter Fallhöhe wie ein Lot und traf haargenau auf den Amboss. 278 Eisenmünzen besaß der Vampir, 278 unumstößliche Beweise. Einer davon befand sich nun in der Hand dieses Menschenkinds.

Doch die Bahn, die der Stern einschlug, würde sich nie zum Münzprägen eignen. Obwohl der Vampir ihn mit seinen besonderen Kräften auf einen pfeilgeraden Pfad geschickt hatte, kam er ab vom vorgesehenen Kurs. Er flog zu weit nach rechts, torkelte nach links, wirbelte um seine eigene Achse und stieg höher in weiten, unbeständigen Spiralen. Das Mädchen lachte auf vor Begeisterung, als der Strohstern wie eine riesige goldene Schneeflocke hoch ins Gewölbe schwebte. Selbst der Vampir konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. Hatte seine Hand wirklich diesen wilden Wurf getan? Vielleicht war es der eindringende Wind, der den Strohstern tanzen ließ.

Und dann hätte der Stern im Schatten des Turmgewölbes verschwinden sollen. Der Vampir konnte ihn noch sehen, ein blass-goldener Schimmer im hölzernen Gebälk. Doch auch das Mädchen sah ihn noch, mit ihren schwachen sterblichen Augen. Sie deutete auf den Stern und flüsterte: »Da leuchtet er.«

Und wirklich, es war, als ob da oben nicht ein Stern, sondern eine ganze Sonne erstrahlte. Noch nie war die kunstvolle Konstruktion des Gewölbes so deutlich zu sehen gewesen, auch am Tage nicht, denn das Innere der Turmspitze lag immer im Schatten. Aber nun gleißte ein Licht in der Höhe, hell wie es der Vampir seit Jahrhunderten nicht mehr gesehen hatte. Aus Instinkt trat er zur Tür, halb hinaus in die dunkle Nacht. Sonnenlicht bedeutete den Tod für Vampire, doch dieses Licht verbrannte ihn nicht. Es fiel kühl und silbern auf seine bleiche Haut.

»Du hast ihn zum Leuchten gebracht.« Mit strahlenden Augen zog das Mädchen ihn zurück in den Turm.

»Nicht ich.« Der Vampir war ein Geschöpf der Dunkelheit, solch ein Leuchten stand nicht in seiner Macht. Doch was war dieser Stern, der den drei Weisen die Geburt des neuen Königs verkündet und den Hirten auf dem Feld den Weg zur Krippe gewiesen hatte? Ein Komet? Eine Sternenkonstellation? Ein wundersam leuchtender Strohstern im Gewölbe eines alten Turms?

Er starrte hinauf in seinen Turm und dachte an die 278 Sonnen auf seinen Münzen. Er dachte an die Wärme des Sommers, die im Roggen steckte, aus dem der Stern gefertigt war. Was machte das Wunder der Christnacht aus? Die längste Nacht, die tiefste Kälte, das neugeborene Kind? Während er in seinem Turm Sonnen in Eisen geschlagen hatte, zog draußen am Himmel der Sonnenwagen seine Bahn von Ost nach West, jeden Tag, Jahr um Jahr.

Das Mädchen griff nach seiner Hand, sie reichte ihm die Münze. »Ich muss gehen. Die Tanten werden ärgerlich, wenn ich zu lange fort bin.«

»Behalt die Münze«, sagte der Vampir.

Zum ersten Mal betrachtete das Mädchen die Eisenmünze. »Da ist eine Sonne drauf.« Sie grinste ihn an. »Ich weiß schon, dass das Spielgeld ist. Damit kann man nichts kaufen.«

Wie recht sie hatte. Seinen guten Ruf, den rechtschaffenen Namen des Architekten, der er einmal gewesen war, würde er nie zurückkaufen können, auch in Tausenden von Jahren nicht. Und wenn der Vampir nicht an einem Pfahl im Herzen starb, dann hatte er noch eine Ewigkeit vor sich. Sein Gemach würde sich mit Eisenmünzen füllen, hoch bis unters Dach des Turms. Er zuckte mit den Schultern. »Manchmal leuchtet die Sonne auf der Münze.«

Ihre Lippen formten ein stummes, erstauntes Oh, als sie die Münze in die Höhe hielt. Sicher war es nur eine Reflektion des silbernen Lichts des Weihnachtssterns, doch die geprägte Sonne strahlte auf, als beginne ein neuer Tag.

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