Doris Vogt-Köhler - Gestrandet in Weimar

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Gestrandet in Weimar: краткое содержание, описание и аннотация

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Stellen Sie sich vor, wieder Schüler zu sein, in einem Klassenraum zu sitzen und auf dem Schulhof herumzutollen. Da bleiben Rangeleien nicht aus. Wecken Sie diese Erinnerungen, und tauchen Sie ein in die Schulatmosphäre eines in die Ecke gestellten, weiblichen Lehrertorsos.
Es gibt lebendige, einsame und tote Strände in diesem Buch. Erleben Sie Weimar und Menschen wie du und ich mit ihrem Alltag, ihren Schicksalen und ihrem natürlichen Lebenslauf von der Schule bis zum Ende.

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„Die Menschen werden wieder Nomaden, die dahin wandern müssen, wo es Arbeit gibt.“

Elvira Jung trat mit diesem Satz den Rückzug an, denn sie befürchtete als ehrenamtliche Begutachterin des Lehrbuches Arbeit und Recht von der Schulleitung beauftragt zu werden. Stattdessen wurde sie für ihren Beitrag vom Berufsberater gelobt. Der Klang seiner Worte schien ehrlich. Wohlgefühl.

Unter ihren Stiefelsohlen knirschten die Splittsteinchen vom Schulhof zum Parkplatz. Rechts abbiegen wollte sie nicht, um denen sich vor der Schule jetzt in zwei Gruppen geteilten und diskutierenden Schülern ihrer Klasse ins Gedächtnis zu rufen. Warum? Lehrerin Elvira Jung bog links ab mit dem Umweg über eine Neubausiedlung und den gleichberechtigten Straßen rechts vor links. Die Hausärztin und ihre Schwestern hatte vermutlich Essen auf Rädern verspeist, jedenfalls roch es so, als Elvira Jung die Ärztin auf dem Absatz erwischte, um die Praxis zu verlassen. Sie hatte echtes Glück gehabt mit ihrer Ärztin einer selbstbewussten gewissenhaften Frau, die auch einmal etwas über sich und ihre Kinder erzählte, ohne anzugeben, ehrlich in ihrer Liebe und Sorge. Sie hatte das Gefühl, dass diese Ärztin immer Ja sagte: Ich nehme euch ernst mit euren Krankheiten, und wenn ich nicht mehr weiter weiß, dann gibt es die Überweisung zu den Fachärzten.

„Es geht noch nicht?“ fragte sie mit konzentriertem Blick auf Elvira Jungs Nase, aus der wieder Blut tropfte, und die blasse Gesichtsfarbe. Elvira Jung bat sie um die Krankschreibung auch für den heutigen Tag. Mit einem Gongschlag hatten sich die dünnen Zellwände geöffnet, um das Blut herauszulassen. Elvira Jung wusste, es genügte nur die Erinnerung an die erlebte Nichtachtung ihrer Schüler, um anstatt von Tränen, Blut fließen zu lassen. Bum! Bum! Eins auf die Schnauze gekriegt! Im Spiegel an der Garderobe konnte sie schon wieder über sich lachen.

2 Kinderhaus

Schülerin Christin Engel

Keuchend ließ sich Herr Engel auf dem neuen Bürostuhl von IKEA nieder. Die Höhe war nicht richtig eingestellt. Er musste wieder aufstehen, den Hebel suchen, und das alles ärgerte ihn. Zutiefst unglücklich starrte er auf das beigefügte Schreiben seines Anwaltes bezüglich seiner Anzeige die ehemalige Schulleiterin seiner Pflegetochter Christin, Frau von Hofgarten, betreffend. Die Schulleiterin klang in ihrer schriftlichen Stellungnahme zum Vorfall, den er zur Anzeige gebracht hatte, sachlich und durchaus ehrlich. Zur Genüge kannte er selbst diese Auseinandersetzungen mit den Pflegekindern.

Als ehemaliger Bauingenieur wurde er nach der Wende plötzlich nicht mehr gebraucht. Seine Firma aufgelöst. Blühende Landschaften hatte man ihnen versprochen. Aber davon konnte keiner leben, wenn er kein Geld besaß. Aufbruch. Seine Frau, eine Grundschullehrerin, sehnte sich danach, die Keime für ein selbstbestimmendes Handeln und Verwirklichung ihrer Ideale zu blühenden Pflanzen gedeihen zu lassen. Sie quittierte den Schuldienst und ließ sich als Leiterin eines Kinderhauses in den alten Bundesländern ausbilden. Frei und selbstständig wollte auch er arbeiten. Ein Kinderhaus bauen. Nie hätte Herr Engel gedacht, dass so etwas gar nicht funktionieren könnte. Immer war man abhängig von irgendwelchen Behörden, Instutionen und Ämtern und natürlich von dem Wohlwollen oder der Missgunst der Mitarbeiter selbiger, die es gelernt hatten, aus Gesetzen und Verfügungen, das für sie Günstigste herauszuangeln. Im Klartext: keine Verantwortung zu übernehmen, Fehler nur bei anderen zu suchen, und das dumme Fußvolk brauchte nicht alles zu wissen.

Dieses Schreiben der einst von ihm hochgeschätzten Schulleiterin Frau von Hofgarten war wie eine gesetzte Kanüle, um jederzeit Blut von ihm und seiner Frau abzuzapfen. Sie schrieb: Christin Engel betrat meinen Schulleitungsraum in spürbarer Abwehr. Sie setzte sich entsprechend meiner Aufforderung mir gegenüber. Dazwischen stand der Schreibtisch. Rechts vom Schreibtisch auf einem Stuhl lag meine Handtasche. Schon bei meiner ersten Frage:“ Weißt du, warum ich dich hierher bestellt habe?“ wanderten ihre Blicke nur zu diesem Stuhl mit der Handtasche, was mir erst im Nachhinein richtig bewusst wurde. Wütend stritt sie ab, je im Aufenthaltsraum der Sportlehrer gewesen zu sein oder gar Geld aus ihren Taschen genommen zu haben. Da müsste ich andere fragen wie zum Beispiel Samanda Aurelli oder Külüm aus der Parallelklasse. Beide hätte sie nacheinander aus dem Sportlehrerzimmer kommen sehen. Sie gebärdete sich wie ein zutiefst verletztes Mädchen.

In diesem Augenblick informierte mich die Sekretärin Frau Malsch in der Tür stehend, dass sich ein Schüler in der Turnhalle verletzt hätte. Daraufhin verließ ich kurz mein Zimmer. Als ich es wieder betrat, sah ich, wie Christin Engel mein geöffnetes Portemonnaie in der linken Hand hielt und in der rechten meinen 50-Euro-Schein, den ich am Morgen eingesteckt hatte. Schnell ließ Christin Engel den Schein in der rechten Tasche ihrer Jeanshose verschwinden. Die Geldbörse warf sie auf den Schreibtisch. „Nun hast du ja, was du sehen wolltest, aber es ist mein Geld, was du an mir verdienst!“ rief sie ungehörig frech. „Christin, lege sofort das Geld auf den Tisch!“ Mehr brachte ich nicht heraus. Christin machte höhnisch “Pah“ und lief in Richtung Tür. Von hinten packte ich sie am rechten Arm und sagte: „So nicht, mein Mädchen!“ Christin Engel schlug mir mit dem rechten Ellenbogen mehrmals vor die Brust, aber ich hielt sie fest. In diesem Moment erschien die Sekretärin Frau Malsch wieder an der Tür, weil der Unfall in der Turnhalle und die Anforderung des Notarztes meiner Zustimmung bedurften. Christin Engel spuckte Frau Malsch ohne jeglichen Grund ins Gesicht. Das trieb mich zum Äußersten, was ich nachweislich noch nie während meiner 37jährigen Dienstzeit als Pädagogin getan hatte. Ich gab Christin Engel zwei Ohrfeigen, eine links und eine rechts. Christin Engel stürmte mit den Worten: „Euch werde ich noch zeigen, was ihr davon habt. Das hast du nicht umsonst mit mir gemacht!“ aus dem Schulleitungszimmer.

Zuerst eilte ich in die Turnhalle, um mich über den Unfall und die eingeleiteten Maßnahmen zu informieren. Wieder im Büro rief ich die Klinik an, in die der Junge gebracht worden war, und dann die Mutter des beim Fußballspielen am Kopf verletzten Schülers. Es dauerte einige Zeit, bis ich die Mutter beruhigen konnte, dass es nichts Ernstes wäre mit der Verletzung ihres Sohnes, wir aber auf Nummer Sicher gehen müssten. Sofort nach dem Telefonat ging ich zum Klassenraum der 8a. Die Vertretungslehrerin für Deutsch, Frau Petzold, erklärte mir vor der Tür, dass Christin Engel aufgelöst und mit hochrotem Kopf in die Klasse gekommen wäre, ihre Schulsachen zusammengepackt und gerufen hätte:“ Der werde ich es zeigen! Die Alte hat mich geschlagen. Jetzt muss ich zum Arzt. Meine Zähne hat die mir rausgeschlagen!“

Herr Engel atmete mehrmals tief durch. Die Zeilen verschwammen vor seinen Augen. Er steckte das Schreiben mit zittrigen Fingern zurück in den Umschlag. Ach hätte er doch nicht so voreilig gehandelt und alles erst einmal genau überprüft. Doch Christin, die er und seine Frau seit acht Jahren betreuten und vor zwei Jahren adoptiert hatten, klang so ehrlich. Er musste ihr doch jedes Wort glauben. Vor lauter Eifer, Gerechtigkeit walten zu lassen, damit die Schulleiterin für ihre Tat schnell bestraft werden müsste, hatte er im Auftrage seiner Frau, die die Leiterin des Kinderhauses war, und nach Absprache mit dem Dachverband Kinderhaus e.V. Anzeige erstattet. Der Verein hatte ihnen dazu geraten. Körperliche Gewalt gegen Kinder in so einer eindeutigen Form von zwei Ohrfeigen müsste bestraft werden und ihnen einen Anwalt genannt.

Der Rausch des Triumpfes war vorbei. Narkotisiert und gelähmt saß Herr Engel auf dem neuen schönen IKEA Stuhl aus Echtholz. In ihm begann erneut ein Brodeln, als er die Zeilen des Zahnarztes las.

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