Doris Vogt-Köhler - Gestrandet in Weimar
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Es gibt lebendige, einsame und tote Strände in diesem Buch. Erleben Sie Weimar und Menschen wie du und ich mit ihrem Alltag, ihren Schicksalen und ihrem natürlichen Lebenslauf von der Schule bis zum Ende.
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„Geht Nachhause. Ich habe auch keinen Bock mehr.“
Mit diesen Worten hatte sie ihre Schüler endgültig losgelassen, sich von ihnen getrennt. Die Schüler spürten den Schatten der Lehrerin, der immer schwächer wurde. Das Licht hatte ihre Lehrerin selbst ausgeschaltet. Noch gab es Hoffnung. Wollten sie nicht nur ein bisschen das Spiel Blindekuh betreiben? Ein Spielchen eben. Ertasten, körperliche Nähe. Lachen, wenn es der Falsche war. Sich eben amüsieren.
Endlich geschah etwas.
„Was hat die eben gesagt?“
Die meisten Schüler hatten ihre Lehrerin Elvira Jung nicht verstanden und fühlten sich nun wie im Dunkeln herumtastende Zauberlehrlinge.
„Wir sollen Nachhause gehen“, rief die immer noch abseits stehende Tina Marie, deren Minute der Aufmerksamkeit endlich gekommen war. Dann gackerte sie der Lehrerin Elvira Jung wie das größte Arschloch aller Hühner hinterher:
„Sie hat keinen Bock mehr!“
Die Schüler fühlten sich ihrer Macht beraubt. Sie wollten doch bestimmen und nicht die Alte da. Die neue hübsche Schulleiterin hatte zwar nicht Frau Jungs Namen genannt, aber alles, was sie über die alten, nach DDR Drill ausgebildeten Lehrer vortrug, traf auf Frau Jung zu. Auch wenn ihre Lehrerin herumulkte, ihr entging nichts. Sie war das Machtzentrum der Klasse. Das spürten die Schüler einfach. Sie spürten auch, dass ihre Macht nur vor der Klassentür lag. Drinnen würde es anders aussehen. Sie wollten ihre Macht festhalten, deshalb betraten sie nicht den Klassenraum.
„Und was ist mit Geschichte?“
Eine Jungenstimme ereilte Elvira Jung noch auf dem letzten Treppenabsatz. Es war Facebook.
„Fällt auch aus.“
Elvira Jung war über die Leichtigkeit in ihrer Stimme selbst erstaunt. Jetzt konnte sie wieder kombinieren. Für die ehemalige Schulleiterin war kommissarisch im Eiltempo, was Elvira Jung nicht begreifen konnte, wo sonst Schulleiterstellen über Jahre unbesetzt blieben, eine neue eingesetzt worden. Die ehemalige Schulleiterin hatte in ihrer Klasse Geschichte unterrichtet. Auf dem Vertretungsplan stand ein ihr unbekannter Name. War das vielleicht die neue Schulleiterin? Mein Gott, diese Person war heute gar nicht in der Schule und deswegen der Ausfall. Völlig nutzlos hatten sich da ihre Schüler Christin, Tabea und Johannes vor dem Schulleiterfenster positioniert. Gerechtigkeit immer wieder. Überraschend und neu. So empfand es Lehrerin Elvira Jung, als sie dreimal an die Lehrerzimmertür klopfte, damit ihr endlich jemand öffnete. Es war ein junger Mann, den sie noch nie gesehen hatte. Er grüßte nicht und setzte das vermutlich unterbrochene Gespräch mit zwei jungen Frauen fort, die Elvira Jung auch noch nie gesehen hatte. Jetzt stapelten sich einzelne lose Blätter in ihrem Fach. Das Klassenbuch fehlte immer noch. Nur ein Blatt erschien Elvira Jung von Bedeutung. Die Klassenfahrt nach Berlin wurde wegen Nichteinhalt der Bestätigung storniert. Die Mitteilung war per Fax gekommen. Was für ein Glück! Vorsichtshalber rief sie vom Telefon des Lehrerzimmers aus noch einmal die Jugendherberge an, um sich zu vergewissern, dass eine schriftliche Abmeldung nicht nötig wäre. Dies wurde ihr bestätigt, obwohl Elvira Jung angesichts der aufgestellten Lauscher der drei ihr unbekannten Lehrerzimmerinsassen bruchstückhaft nur dünne Angaben machte.
Wie sie so nebenbei mitbekam, bereiteten die vermutlichen Kollegen eine Versammlung zum Thema Schüler als Streitschlichter vor. Paradox. Diese so um ein friedliches Verhalten von Schülern ringenden Pädagogen beherrschten selbst nicht die einfachsten Umgangsformen. Lehrerin Elvira Jung hatte nach dem Öffnen der Lehrerzimmertür ein deutliches Dankeschön gesagt und in den Raum ein deutliches Guten Tag gerufen. Es war ohne Echo geblieben. Oder war sie vielleicht auch noch schwerhörig geworden? Mächtig busenstark stürmte Kollegin Putzmann herein.
„Eh, wieder da!“
Mit diesen Worten stellte sie die Kaffeemaschine an. Noch so eine unangenehme Erinnerung wurde in Elvira Jung wachgerufen. In der letzten Dienstberatung, in der die Einführung der Kopfnoten auf dem Zeugnis diskutiert wurde, hatte Elvira Jung ironisch auch die Einführung der Null als Bewertung gefordert. Betragen: Null. Fleiß: Null. Mitarbeit: Null. Ordnung: Null. So würden die Eltern sich endlich einmal Gedanken machen und aus den Bewerbungsunterlagen ginge deutlich hervor, was für Leistungen diesbezüglich zu erwarten wären. Kein Lehrer traue sich, als Betragen oder Ordnung ein Mangelhaft beziehungsweise ein Ungenügend einzutragen. Sie bügelten die Noten glatt auf ein Ausreichend, denn Anwälte würden sich bestens auf den Beurteilungsstraßen mit den riskanten Überholmanövern von rechts auskennen. Das wäre ihr einträglicher Job. Aber so eine neutrale Null erschiene nicht in ihren soundsovielten Gesetzbüchern. Frau Putzmann hob beide Arme, aber nicht, um sich zu ergeben, sondern um laut zu schreien: So einen Schwachsinn hätte sie noch nie gehört. Elvira Jung konterte: Sie solle doch nicht so krietschen. Sie hätte doch die meisten Nullen in ihrer Klasse. Der Physiklehrer flüsterte leise nach beiden Seiten:
„Klassenleiter gleich Nullleiter.“
Ein sprudelndes Gelächter brach los. Seitdem gingen sich beide Lehrerinnen aus dem Weg.
Die Schulleiterin tat schockiert und reagierte, indem sie alle Jahresendzeugnisse der 9. Klasse der Lehrerin Elvira Jung beanstandete. Die Beurteilungen würden nicht dem gegenwärtigen Erkenntnisstand entsprechen. Sie würden eine Bestandsaufnahme beschreiben, ohne eine prognostische Entwicklung aufzuzeigen. Elvira Jung kaufte sich daraufhin eine Broschüre Schülerbeurteilungen und schrieb in die neuen Beurteilungen Sätze, die in etwa auf den einzelnen Schüler wie auch auf Tausende von Schülern zutreffen könnten. Auf die CD-Hülle mit der neuen Fassung zeichnete sie eine 4 mit einem Kapuzenumhang. Auf der Kapuze saß ein Fernrohr. Die Sekretärin sollte wenigstens lachen, wenn sie noch einmal die Zeugnisse ausdrucken musste. Die Schulleiterin Frau von Hofgarten gab ihr persönlich die Mappe mit den Zeugnissen und den neu formulierten Beurteilungen zurück. Elvira Jung konnte sich trotz ihrer inneren Abmachungen, nichts mehr zu dem Thema zu sagen, einer Meinungsäußerung nicht enthalten.
„Wenn ein Schüler in der neunten Klasse 20 Prozent von 99 im Kopf ausrechnen soll und nach einigen Minuten etwas von rund 20 stammelt, da liegt es doch nicht allein an dem Schüler, sondern wie man ihm abrufbares Gebrauchswissen nach den vorgegebenen Lehrplänen vermittelt hat. Wo findet man das in den Schülerbeurteilungen? Alles nur Konjunktiv wäre, hätte, müsste, könnte. Der Bezug zur Praxis fehlt. Immer schön den Blick nach oben. Ich erlaube mir auch den Blick nach unten auf die Realität, um diese den Schülern beizubringen. Die Rechtschreibung ist ein ungeliebtes Stiefkind, das man so nebenbei mitschleppen muss. In Facharbeiten wird sie ignoriert, statt zensiert. Ein Lätzchen, mit dem man dem sabbernden Kindchen den Mund abwischt.“
Frau von Hofgarten erwiderte spöttisch:
„Fragen Sie doch einmal die Lehrer, wie viel 20 Prozent von 99 sind, und wie lange die brauchen.“
In Lehrerin Elvira Jungs Kopf fuhr ein langer schwer beladener Güterzug vorbei. Das hätte sie von der klugen Schulleiterin nicht erwartet. Vordenken. Sie zehrte immer noch von ihrer Ausbildung. Im Lehrbuch genügt es, zwei drei Seiten vor den Schülern zu sein, aber im Denken müssen es offene Welten sein , eine Glut entfachen weiterzudenken.
Wenn sich Elvira Jung in Weiterbildungsveranstaltungen meldete, grinsten schon gespannt die Kollegen. Endlose Sätze zur Berufsfindung offerierte ein eingeladener Berufsberater. Die Lehrer brachten ihr Klassenbuch in Ordnung, sahen Belegarbeiten durch oder betrachteten gelangweilt ihre Fingernägel. Elvira Jung hob den Finger. Sie hätte zu dem Vorgetragenen eine andere Meinung. Zuerst müsste immer die Frage stehen: Wie willst du einmal dein Geld verdienen? Zweite Frage: Welche Arbeiten machst du gern? Dann erst käme die Frage: Was willst du einmal werden? Der Berufsberater machte sich Notizen. Plötzlich erwachte auch das Kollegium. Ja, die Schüler müssten frühzeitig motiviert werden, denn der Weg sei das Ziel, wie es in dem Zitat hieße, sich selbst ernähren zu können, eine Familie zu gründen, Durchzuhalten, um einen Abschluss zu bekommen, nicht gleich aufgeben und einen weiteren Abschluss anstreben, wenn es mit dem ersten Job nicht klappt.
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