Matthias Matussek - Sucht und Ordnung

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Jeder hustende Kettenraucher überlegt sich über kurz oder lang, die Sucht aufzugeben. Der Autor Matthias Matussek hat es geschafft und erzählt, wie er es geschafft hat. Er lässt den Leser auf äußerst kurzweilige Art teilhaben an seinen Kämpfen und seinem schließlichen Erfolg. Er gibt Ratschläge, welche Situationen zu vermeiden sind und beschreibt, wie schön die Freiheit von der Sucht von ihm erlebt wird.
Neben der Nikotinsucht beschäftigt er sich auch mit anderen Süchten und Drogen, und auch hier teilt er aus seinem reichen Erfahrungsschatz, denn er pubertierte, als die Blumenkinder der Welt kiffend nach San Francisco zogen und nach Woodstock. Er porträtiert deren Gurus wie Allen Ginsberg und William Burroughs und schildert in einer packenden Reportage den vergeblichen Kampf der Polizei in Rio de Janeiro gegen die Drogenbanden. Wie der einstige Staatspräsident Brasiliens, der konservative Fernando Henrique Cardoso, plädiert er für die Legalisierung aller Drogen, um den Banden die oft mörderischen Geschäfte zu durchkreuzen.
"Matussek kommt bisweilen seinem Vorbild Heinrich Heine sehr nah" (Die Zeit)
"Matussek ist ein einziges Vergnügen" (SZ)

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Als ich in der Herz-Reha erfuhr, die Nikotinabhängigkeit sei noch schwerer zu bekämpfen als die Heroinabhängigkeit, konnte ich da durchaus mitreden, doch davon später.

Zunächst die Nikotinsucht, denn die ist die purste aller Süchte – das Zen der Sucht! Warum? Sie produziert nichts anderes als – Sucht. Sie schenkt keine angenehmen Gefühle wie Heroin, keine Über-Wachheit oder gar gesteigerten sexuellen Appetit wie Koks oder irgendeinen kreativen Quatsch wie Marihuana, sondern einzig und allein das Wonnegefühl, das sich einstellt, wenn der Abhängige seinen Entzug kurzfristig befriedigt.

Nun gut, Nikotin hat sich offenbar auch als erfolgreich im Kampf gegen Blattläuse bewährt, aber die halten sich selten bei mir auf dem Schreibtisch auf – geschweige denn im Berliner Szene-Restaurant Borchardt nach 24h, wenn dort gepafft werden darf.

Also wenig bis gar nichts auf der Haben-Seite.

Betrachten wir nun mal die Soll-Seite:

Das Lungenkrebs-Risiko für Raucher erhöht sich um das 15-fache im Vergleich zu Nichtrauchern. Weltweit sterben jährlich bis zu acht Millionen Menschen an den Folgen des Rauchens – in diesem Todeszigarettendunstkreis befinden sich sogar ein Millionenheer unbescholtener Passivraucher. Beispielsweise meine Mutter, sie erkrankte im Alter an Lungenkrebs und sie war die einzige in unserer vielköpfigen Familie, die nicht rauchte.

Warum also tun wir Raucher uns (und anderen) das an? Denn abgesehen von einem frühen Tod, sind es zu Lebzeiten ja oft Kreislaufprobleme, Herzrhythmusstörungen, Kurzatmigkeit, schlechter Körpergeruch, nikotingelbe Finger, ganzjährig entzündetes Zahnfleisch, Ausschlag, gelegentlich auftretende Raucherbeine und noch so dies und noch so das.

Das alles – plus sieben Euro pro Schachtel – nehmen wir billigend in Kauf, einzig um eine Sucht in uns zu erzeugen, die wir mit dem Suchtmittel befriedigen können, nämlich der Zigarette; darin liegt ihr einziger Zweck.

Ist das nicht die purste Droge, die es gibt.

Eine, deren Sinn nur in ihrer Befriedigung besteht?

Blicke ich durch die Zigarettenrauchschwaden von 50 Jahrenn zurück, kann ich folgende Rechnung aufmachen: Als ich damit begann, kostete im Automat eine Packung mit 20 Zigaretten 2 Mark, heute mehr als das fünffache, Tendenz steigend. Kalkuliert man die frühen Billigjahre und die spätere Teuerung mit ein, kommt da locker ein Porsche bei raus.

Teilen wir nun diesen Porsche durch vier Personen (denn es ist ein Panamera) und addieren ihr Alter, berücksichtigen dabei das jeweilige Geschlecht, multiplizieren wir dieses dann mit den gestiegenen Benzinpreisen, könnte ich in diesem Moment hier und jetzt für alle Ewigkeit vergessen, warum ich eigentlich geraucht haben musste...

In der Tat wird das Rauchen zur Gewohnheit, zum Automatismus, zum Inhalations-Perpetuum-Mobile; Rauchen verpflichtet – wenn du Raucher bist!

Wenn du es nicht bist, kann es passieren, dass du dich in merkwürdigen Kopfrechnereien wie im vorlertzten Absatz verlierst. Oder dass du an einem dieser hellen Herbsttage ein Apfelbäumchen erblickst, wie angewurzelt stehen bleibst und auf dies sonnendurchflutete Wunder aus grünem Blätterdickicht schaust, in dem die rotbackigen Äpfel prächtig schwer hängen wie Gaben am Weihnachtsbaum – und du hältst inne und staunst über diese verschwenderische Schönheit von Mutter Natur. In diesen Momenten fehlt dir NICHTS zu deinem Glück, du hast ganz unerwartet all diese Pracht geschenkt bekommen, diese Fülle, dieses ‚MEHR’ – und das OHNE Glimmstengelkick!

Zugegeben, es hält nicht lange vor, aber immerhin: Du meditierst regelrecht (ohne dass die Hand in die Hosentasche fahren muss, dort nach der Schachtel zu kramen – und das Feuerzeug ist mal wieder... – verdammt! – in der anderen Hose, und jetzt kannst du diese Schönheit bestimmt nicht genießen, wenn nicht sofort eine durchgezogen wird).

Tja, was haben wir uns da all die Jahre angetan! Wie haben wir unsere Weltwahrnehmung verengt, unsere Prioritätenliste umgeschrieben, nur um an die erste Stelle ein derart banales Beschaffungsproblem zu setzen! Man kann es auch Komplexitätsreduktion nennen; ist der Nachschub geregelt, lässt sich auch alles andere regeln.

Die Welt ist plötzlich sehr klein und übersichtlich geworden – auch das hat sein Gutes! Du behältst die Kontrolle in dieser Welt, solange du die Kontrolle über den Nachschub behältst.

Sucht stört unsere innere Ordnung, wie sie Aristoteles in seinen nikomachischen Tugenden niedergelegt hat, die auf Ausgleich angelegt sind und auf Temperamente, welche nicht zu heiß laufen sollten, aber auch nicht in Gleichgültigkeit zurückfallen; der goldene Mittelweg hier ist das Ideal.

Nun gibt es aber auch Typen, die lieber auf dem Gras neben der Straße laufen oder auf der Böschung – was um Himmelswillen soll aus denen werden?

Aber halt – ich wollte ja von meiner letzten Zigarette erzählen...

DIE LETZTE ZIGARETTE

Die letzte Zigarette rauchte ich im Stau auf der A7. Auf der Fahrt in die Gollwitzer-Klinik nach Bad Oeynhausen, bzw. im großen Warten dorthin. Eine letzte Verlangsamung, als ob das Schicksal mir noch einmal ins Gewissen reden wollte: bist du dir da sicher? Hast du dir das auch wirklich gut überlegt?

Ja und nochmal ja!

Ich werde im Taxi abgeholt, die Krankenkasse übernimmt die Kosten dieser bedeutsamen Fracht, mein Taxifahrer ist ein gutgelaunter Türke, ebenfalls ein Raucher. Ich habe absichtlich nur noch den Rest einer Schachtel dabei, vier Zigaretten, die schnell weggequalmt sind während dieser angeregten Unterhaltung über das Nichtrauchen – und wie verdammt schwer das werden wird. Hasan ist von meinem Vorsatz beeindruckt, er hat es selbst ein paar Mal versucht – doch genauso oft kapituliert, wenn auch in Ehren. Bereitwillig liefert er Nachschub. Schicksalsgemeinschaft. Irgendwie hängen wir alle mit drin.

Draußen die frostige Herbstsonne und eine stehende Blechkolonne links und rechts, wie ein steckengebliebener Heerzug, dessen freigelassener Autobahn-Mittelteil die heranbrausenden Jeeps der Generalität, Rommel oder Lazarett-Autos, verheißt – mir ist nach dem Gefangenenchor aus „Nabucco“ (ich weiß, es sind die angeketteten Hebräer, die hier mehrstimmig singen; bevor mich hier jetzt wieder irgendwelche politisch überkorrekten Löschtrupps heimsuchen) – so sehr tobt in mir dieser herausgeschmetterte Freiheitswille! Ach, wie bin ich an die Sucht geschmiedet; gleich den Israeliten an die Eisen ihrer babylonischen Gefangenschaft – und mit ähnlichem Trost von Hoffnung und Gottvertrauen.

Als Internatskind, das ich mal war, schreckt mich keineswegs die Vorstellung, für drei Wochen in einen kasernierten Betrieb einzufahren, zumal dieser, die Gollwitzer-Meier-Klinik, ein moderner heller Zweckbau, an einen Park grenzt, dessen wilhelminische Gesundheits- und Bädertradition, ja die ganze schöne Großbürger-Pracht der Gründerzeit in den anmutigsten Pavillons und antikisiertesten Statuen Gestalt findet. Helles Kiefernholz, aquamaringrüne und sommerhimmelblaue Nierenformen im Foyer; aber auch Herzinfarkte, soweit weit das Auge reicht – und das Auge reicht weit in diesem nicht enden wollenden Speisesaal mit Versailles-Ausmaßen. Na ja, sagen wir dessen Kassenversion.

In der Mitte die rettende Insel mit dem Buffet – aller Sehnsüchte Anlaufstelle, die den Tag vorzüglich in drei Höhepunkte zu gliedern verhalf: Morgens von 7h-8h / Mittags von 12h30 bis 13h30 / Abends von 18h-19h.

Es handelte sich um Vierer-Tische, und so tastete man sich in Krankengeschichten und Lebensläufe und vermied Politisches. Mir gegenüber ein Sozialarbeiter aus dem Ruhrgebiet, ein paar Jahre jünger als ich, schräg gegenüber eine neunzigjährige Sportlehrerin mit der Körperspannung einer Olympionikin, die erst beim Arzt, fast en passant, von ihrem Herzinfarkt erfuhr, sowie neben mir eine Unternehmersgattin und Konzertveranstalterin, voller Tatendrang und Optimismus trotz ihrer auch schon zweiundachzig Jahre – mit dieser Szenerie, dieser Schar ebenso hochbetagter wie vitaler Tischnachbarn, hatte ich leibhaftig das vor Augen, was ich mir für mein eigenes Leben erhoffte und noch immer erhoffe: eine lange und erfüllte Zielgrade.

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