Ron Müller - Vernarbt

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'Frage mich, ob ich glücklich bin und ich werde dich in den Arm nehmen. Für einen Augenblick sollst du nur spüren, wie sich meine Finger tief in deine Haare vergraben, wie die Berührung dich deine Augen schließen lässt. Du kennst die Antwort. Dafür erreichst du mich schon zu lange auf zu viele Arten. Aber lass mich dir Halt geben. Nicht nur in diesem Moment. Nicht nur manchmal.
Frage mich, ob wir es aushalten können, und du wirst in meinen Augen die gleichen Ängste finden, die auch dich verunsichern. Aber es müsste doch leichter werden, alles andere hätten wir nicht verdient.
Frage mich nicht, ob du schön bist, denn du weißt, dass ich manchmal neben dir nicht einschlafen kann, weil ich dich ansehen muss.
Lass mich jetzt einfach nur meine Hände um dein Gesicht legen, so, wie ich es seit dem ersten Tag nicht lassen kann … und dann frage mich, ob ich dich liebe.'
Dies ist keine Geschichte, die den Leser gern an vielen Stellen erschüttert zurück lässt. Doch sie muss es – zu groß wird das Leid und das grenzwertige Begehren der heranwachsenden Erzählerin. Hätte es das alles nicht gegeben, dann wäre womöglich etwas Ähnliches wie ein Märchen entstanden. So aber ist es eine Geschichte, in der Liebe sehr unnormal und verquer beginnt, in der diese wächst und sich nie ganz verliert. Es ist meine Art zu sagen, welche Kraft sie hat und was für ein widerlicher Ort die Welt wäre, wenn es sie nicht gäbe.
Leserstimmen auf neobooks.com:
"Nach 35 selbstverordneten Seiten Leseprobe bin ich mir nicht sicher, ob ich diesem Text gerecht werden kann. In mir ist es sehr still geworden beim Lesen. Vom ersten Satz an war mit klar, dass das ein Buch ist, das mich in meinem innersten Kern berührt. Eine Sprache, die mich gefangen nimmt, so, dass der Atem vergisst zu atmen. Unfassbar schön die Beschreibung von Wind und etwas sehr Geheimnisvollem!" – shakti
"Dieser Roman zeugt vom dichterischen Können des Autors und seine Bilder bestechen durch Schönheit, Poesie und Expressivität.

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Ich denke, es war die Ruhe in der Mittagsstunde, die mir immer wieder Gelegenheit gab, zu dem zurückzufinden, von dem ich erst viel später erfuhr, dass es Begehren war. Es dauerte nicht lange, bis ich bereits an den Vormittagen ahnte, wie es mich nach dem Essen heimsuchen würde. Und es steigerte sich beständig, bis es nicht mehr half, sich an ablenkende Dinge zu krallen und ich den Widerstand aufgab.

Spätestens da wurde alles zu einem Fehler. Meine Wünsche und Vorstellungen wurden maßlos und verbanden sich mit einer heimlichen Vorfreude. Wochen später gierte ich danach, die nächstbeste fremde Hand zu nehmen und sie dorthin zu pressen, wo die Not am größten war. Damit ich wieder einen klaren Gedanken fassen konnte - damit sie machte, dass es aufhörte.

Doch ich musste noch warten, bis ich lernte, wie man es aufhören ließ.

*

Es war nach dem Brand beim Nachbarn. Ein Teil vom Nebengelass der Mühle war in Rauch aufgegangen. Der Giebel unseres Hauses befand sich unglücklicherweise daneben, getrennt nur durch einen schmalen Weg. Keine Hürde für die Flammen. Wären wir ihrer eine viertel Stunde eher Herr geworden, wäre es für uns gut ausgegangen. So jedoch sprangen sie über. Ein überschaubarer Schaden, aber es sollte dennoch eine Woche dauern, ihn zu beheben. Erst hieß es, dass der Geselle etwas damit zu tun hatte - wahrscheinlich nur, weil man einen Schuldigen brauchte. Später musste der Müller selbst zugeben, dass er mit seiner Pfeife unachtsam war. Er war widerlich. Nur zu gern hätte er den Gesellen geopfert, um seinen Ruf unbeschadet zu lassen.

In der Woche, in der der Müller unser Dach wieder herrichten lies, schliefen wir woanders. Karl bei einem Freund und ich bei Anika, die in meinem Alter war und schräg gegenüber am Anfang des Sandweges wohnte. Anika mochte ich. Sie war in ihrer Art angenehm, eher zurückhaltend, so wie ich. Sie hatte einen älteren Bruder. Seinen Namen habe ich nicht behalten, dafür aber etwas anderes.

Anika und ihr Bruder besaßen eine eigene Kammer. Allein das zeigte schon, wie gut situiert ihre Eltern waren. Zum Abendbrot gab es Gebratenes. Die Erwachsenen tranken Wein. Beides kannte ich unter der Woche weder von Mutter noch von Karl. Und es sah nicht danach aus, als hätte man nur wegen meines Besuches mehr als sonst aufgetischt. Ich vermutete, dass es ihnen besser ging, als Karl und mir.

Als wir uns die Bäuche vollgeschlagen hatten, war es Schlafenszeit. Wenn ich satt war, wurde ich für gewöhnlich müde. Nur nicht an diesem Abend. Ich machte mir auf dem Boden mit Decken einen Platz für die Nacht zurecht. Nicht gemütlich aber ausreichend. Als ich so darauf lag, dachte ich an den Müller und den Groll, den ich gegen ihn hegte, und an den Sommer, der allmählich beschloss, uns zu verlassen. Neben mir hörte ich ein ruhiges Schnaufen. Es kam von Anika. Sie war eingeschlafen, kaum, dass wir zu Bett gegangen waren. Ich lag auf dem Rücken, die Hände hinter dem Kopf verschränkt und starrte an die Decke, in der Hoffnung, davon müde zu werden. Als es nach einiger Zeit nicht danach aussah, fiel mir auf, dass Anikas Bruder ebenfalls noch wach war. Er konnte wohl auch nicht an Schlaf denken. Er bemerkte nicht, dass ich ihn beobachtete, weil ich mich still verhielt. Etwas bewegte sich unter der Decke, etwas, das seinen Atem schneller werden ließ. Ich rief nach ihm, da stieg ihm augenblicklich die Verlegenheit ins Gesicht und er rührte sich nicht mehr.

»Was machst du?«, fragte ich.

Er antwortet nicht.

»Was du machst, hab ich gefragt. Zeig schon!.«

»Pst! Sonst weckst du Anika auf.«

»Das macht mir nichts.«

»Mir aber.«

»Anika«, flüsterte ich in ihre Richtung, um ihn aufzubringen.

»Lass das!«

»Anika!« Diesmal wurde ich lauter.

»Sei endlich still!« Er setzte sich im Bett auf. Mir war anzusehen, dass ich keine Ruhe geben würde. Ganz offensichtlich suchte ihn das gleiche Leiden heim, das auch mich so oft quälte. Uns trennten mehr als zwei Jahre – Zeit genug, damit er wusste, wie man es bändigte.

»Schleich dich nach draußen. Wir treffen uns beim Stall. Aber sei leise!«

Ich schlüpfte in die Schuhe und wir gingen fast geräuschlos aus dem Haus. Weder Anika noch ihre Eltern bemerkten etwas.

Der Stall befand sich am anderen Ende des Hofes.

»Ich will es sehen!«, forderte ich.

»Bist du dir sicher?«, fragte er.

Ich nickte.

Als er keine Zweifel an mir feststelle, ließ er seine Hose hinunter. Er genoss meine Blicke.

Ich wurde unsicher. Was ich sah, wirkte nicht schön, weit weniger wohlgeformt, als ich gedacht hatte. Aber falls ich wollte, dass es endlich aufhörte, musste ich bleiben und ihm gut zureden, damit er es mir zeigte.

»Zuerst bei dir oder bei mir?«

»Bei mir. Bitte bei mir!«

»Und was ist, wenn wir erwischt werden.«

»BITTE!«, bettelte ich.

»Aber du bist zu jung.«

»Wenn du es nicht tust, sage ich es deinen Eltern!«

Ohne zu antworten drehte er mich um, so dass er hinter mir stand. Mit der einen Hand schob er mein Nachthemd nach oben, die andere suchte den Ort, von dem immer alles ausging. Ich schrie auf, als er ihn fand, presste mir aber sofort die Finger vor den Mund, damit er nicht abließ. Er rieb daran. Viel zu langsam, dennoch wurde das, was in mir sonst in den Mittagsstunden ständig nur vor sich hin schwelte, mehr und mehr. Mir wurde unheimlich, denn es war so anders, wenn man sich nicht selbst berührte. Meine Beine zitterten. Ich krallte meine Hand mit aller Kraft in seinen Oberschenkel, um mich zu zwingen, still zu bleiben. Er tat es weiter, rieb und hielt mich.

Bis es zum ersten Mal aufhörte.

Bevor ich mich sammeln konnte, war er dabei, es bei sich gleich zu tun. Er wollte, dass ich ihn anfasste, aber das Männliche, was ich an ihm sah, rief Ekel in mir hervor. Ich war verlegen, getraute mich nicht, zu gehen, hasste mich, war stolz auf mich und sah ihm weiter zu. Als seine Anspannung abfiel, musste er grinsen. Offenbar fühlte er sich gut. Ich nicht, ich fühlte mich dreckig. Er zog sich an und wir gingen zurück. Niemand hatte etwas mitbekommen.

Es war wichtig, dass ich mich damals überwand und mit ihm mitging, allein schon, um zu wissen, dass nur die Tatsache, dass ein Junge Männliches an sich hatte, nicht ausreichte, um ihn anziehend zu finden. Und ganz bestimmt auch, um zu lernen, dass das, was man tut, falsch ist, wenn man sich danach dreckig fühlt. Denn das ist das Zeichen, um nach jemand anderem zu suchen.

Ich hatte keine Vorstellung davon, was wir getan hatten. Es war verboten, dessen konnte ich mir sicher sein, weil das schlechte Gewissen mit nichts zu vergleichen war.

*

Der Junge machte mir Angst am nächsten Vormittag. Es war unerträglich, in seiner Nähe zu sein. Sein Bild stieß mich ab. Aber wie sehr ich mir auch vornahm, etwas Derartiges nicht noch einmal zu tun, an den folgenden Abenden ging ich abermals mit und wurde viel zu zeitig erwachsen, obwohl ich erst sechzehn war. Meine Angst sagte mir, dass es womöglich auf ewig so bleiben könnte, wenn es auf diese Weise angefangen hatte. Je früher, desto schlimmer. Man könnte sich, ohne es zu wollen, immer wieder Menschen suchen, bei denen es sich so anfühlte und die einem falsch vorkamen. Es würde lediglich die Hoffnung fortleben, dass es eines Tages aufhörte.

Aber wie denn?

Kapitel 4

Ich habe heute keine Erklärung dafür, warum es sich so verhielt, aber als ich zu Karl zurückkam, pressten sich meine Sehnsüchte durch jede Pore. Es schien, als wäre das, was sich die ganze Zeit versteckt gehalten hatte, nicht nur freigelassen worden, sondern nun auch nicht mehr wahllos. Mit einem Mal wusste ich, was ich wollte, und vor allem, wen ich wollte. Doch das machte es keineswegs leichter, denn der Aufenthalt bei Karl bestand damit aus einem Verbergen von Lust - einer Restscham, die täglich abnahm. Denn meine Bemühungen, mein Verlangen für mich zu behalten, wurden immer geringer.

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