Ron Müller - Vernarbt

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'Frage mich, ob ich glücklich bin und ich werde dich in den Arm nehmen. Für einen Augenblick sollst du nur spüren, wie sich meine Finger tief in deine Haare vergraben, wie die Berührung dich deine Augen schließen lässt. Du kennst die Antwort. Dafür erreichst du mich schon zu lange auf zu viele Arten. Aber lass mich dir Halt geben. Nicht nur in diesem Moment. Nicht nur manchmal.
Frage mich, ob wir es aushalten können, und du wirst in meinen Augen die gleichen Ängste finden, die auch dich verunsichern. Aber es müsste doch leichter werden, alles andere hätten wir nicht verdient.
Frage mich nicht, ob du schön bist, denn du weißt, dass ich manchmal neben dir nicht einschlafen kann, weil ich dich ansehen muss.
Lass mich jetzt einfach nur meine Hände um dein Gesicht legen, so, wie ich es seit dem ersten Tag nicht lassen kann … und dann frage mich, ob ich dich liebe.'
Dies ist keine Geschichte, die den Leser gern an vielen Stellen erschüttert zurück lässt. Doch sie muss es – zu groß wird das Leid und das grenzwertige Begehren der heranwachsenden Erzählerin. Hätte es das alles nicht gegeben, dann wäre womöglich etwas Ähnliches wie ein Märchen entstanden. So aber ist es eine Geschichte, in der Liebe sehr unnormal und verquer beginnt, in der diese wächst und sich nie ganz verliert. Es ist meine Art zu sagen, welche Kraft sie hat und was für ein widerlicher Ort die Welt wäre, wenn es sie nicht gäbe.
Leserstimmen auf neobooks.com:
"Nach 35 selbstverordneten Seiten Leseprobe bin ich mir nicht sicher, ob ich diesem Text gerecht werden kann. In mir ist es sehr still geworden beim Lesen. Vom ersten Satz an war mit klar, dass das ein Buch ist, das mich in meinem innersten Kern berührt. Eine Sprache, die mich gefangen nimmt, so, dass der Atem vergisst zu atmen. Unfassbar schön die Beschreibung von Wind und etwas sehr Geheimnisvollem!" – shakti
"Dieser Roman zeugt vom dichterischen Können des Autors und seine Bilder bestechen durch Schönheit, Poesie und Expressivität.

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Kapitel 2

Es muss ein Mittwoch gewesen sein, als man Mutter nach Hause gebracht hatte. Ich weiß es noch, weil es bei Karl freitags immer Fisch gab und wir Forelle aßen, als er mir sagte, dass sie vorgestern entlassen wurde und ich sie am Samstag besuchen könne. Das hatten die Ärzte so gewollt – einige Tage Ruhe, in denen sie in ihrer Umgebung nur für sich war, um sich wieder zurechtzufinden.

Ich hätte damit gerechnet, in dieser Nacht schwer in den Schlaf zu finden. Mutter zu sehen, hieß Veränderung und somit Unruhe. Ich wollte keine Unruhe mehr. Ich wünschte mir, dass ich ein Stück von dem behalten konnte, was mich in den vergangenen Wochen bei Karl hatte ankommen lassen.

Als ich am Abend im Bett lag und durch das offene Fenster auf die Kastanie im Hof schaute, wurde ich trotz dieser Gedanken schläfrig – womöglich, weil ich wusste, dass ich den folgenden Tag so nehmen musste, wie er kam.

Ich schlief tief und lange. Ich träumte auch, etwas von einem markanten Duft. Es war einer der Träume, von denen man nach dem Aufstehen nur ein einziges Bild und ein Gefühl für ein paar Sekunden behielt, danach erinnerte man sich nicht einmal daran, geträumt zu haben – einer der seltenen Träume, die mir sagten, dass ich nicht nachts träumte, sondern am Morgen, kurz bevor ich aufwachte.

Während mein Schlaf weniger wurde, mischte er sich mit den Gerüchen des Frühstücks, das Karl unten vorbereitet hatte. Frisches Brot und gemahlener Kaffee. Als ich begriff, dass sich das alles nicht in meinem Kopf abspielte, sondern mir tatsächlich eine Hand über die Wange strich, schlug ich die Augen auf. Karl saß auf der Bettkante.

»Bist du schon aufgeregt?«

Ich brauchte auf diese Frage nicht zu antworten. Es war überdeutlich. Ich musste unbedingt wissen, wie es Mutter ging und was nun mit mir passieren sollte. Diese Ungewissheit war nicht zum Aushalten. Ich sprang in meine Sachen und nahm mehrere Stufen auf einmal, als ich nach unten eilte. Karl lächelte, als er sah, wie ich das Brot in mich hineinschlang und meinen Tee hinterher schüttete.

»Na los, geh schon. Du hältst es hier doch sowieso nicht mehr aus.«

Das stimmte.

In Windeseile lief ich den Sandweg hinunter bis auf die Wiese, an deren Seite das Gemeindehaus stand und auf der anderen eine Reihe von Pappeln. Von dort führte ein Weg am nördlichen Ende des Dorfes wieder hinauf, zum vorletzten Haus direkt am Waldrand. Mich überkam Beklommenheit, als ich die Klinke der Gartentür herunterdrückte. Mutter war zu Hause. Durch das offene Küchenfenster sah ich auf dem Tisch einen Berg von Apfelschalen. Sie backte und sang währenddessen. Ich schlich leise neben den Fensterladen und glaubte, die Frau nicht zu kennen, die in unserer Küche hantierte. Nicht genug, dass sie einen Kuchen backte. Das tat sie sonst, wenn überhaupt, nur an Geburtstagen.

Sie strahlte Unbeschwertheit aus. Ich war irritiert und mir ziemlich sicher, sie noch nie so gut gelaunt gesehen zu haben. Die Anstalt hatte geholfen , dachte ich und sah ihr weiter zu. Bis sie mich entdeckte.

Als ihre Überraschung verflog, zogen sich ihre Mundwinkel nach oben. Hätte sie zudem einen freundlichen Gesichtsausdruck gehabt, dann hätte ein Lächeln daraus werden können. So gezwungen jedoch sah es unecht aus. Ich erwiderte es nicht, stattdessen betrat ich das Haus, um mich von ihr umarmen zu lassen. Aber auch das wollte nicht recht gelingen. Sie tat es so schnell und unbeholfen, dass ich nicht den Willen aufbrachte, meine Arme um sie zu legen. Ich behielt sie dort, wo sie waren.

Was hatte ich falsch gemacht, dass es ihr so schwer fiel, mir normal zu begegnen? Ich suchte in ihren Augen nach der Antwort, doch sie wandte sich von mir ab und werkelte weiter an ihrem Kuchen. Sie hatte offensichtlich nicht vor, mit mir zu sprechen. Also fragte ich sie, wie es ihr gehe.

Sie meinte: »Gut.«

Ich fragte etwas anderes. Wieder gab es nur eine einsilbige Antwort. Es muss doch Dinge geben, über die wir zu reden haben – wir können uns nach den vielen Wochen nicht anschweigen , dachte ich und sprach weiter mit ihr. Bis ich nicht mehr wusste, worüber ich noch reden sollte und wehmütig wurde. Ich hatte mir mehr erhofft. Natürlich machte eine Anstalt aus Mutter keinen anderen Menschen, aber vielleicht doch einen, der sich mehr für mich interessierte, als für den Teig, den sie unentwegt knetete. Nur manchmal unterbrach sie kurz. Dann, wenn er zu sehr am Tisch klebte und sie eine Handvoll Mehl nahm und darauf verstreute. Sie war so vertieft, dass sie nicht aufzusehen oder mit mir zu sprechen brauchte.

Ich blieb noch wenige Minuten bei ihr, dann schloss ich die Tür und ging in den Garten, beobachtete sie noch kurz durch das Fenster. Wir hatten uns nicht verabschiedet. Sie hatte mir nicht einmal hinterher geblickt, als ich das Haus verließ. Sie machte stattdessen mit ihrem Kuchen weiter, zerschnitt Äpfel in Scheiben und legte sie auf den ausgerollten Teig. Bei der Mitte des Blechs hörte ich sie wieder etwas summen. Als ich merkte, wie sie allmählich die Unbeschwertheit zurückbekam, mit der ich sie heute angetroffen hatte, machte ich mich auf den Rückweg. Ich wollte nicht noch hören, wie sie anfing zu singen, und dann ganz bei sich war.

Ich wollte weg!

Als ich durch das Gartentor ging, wurde mir zum ersten Mal bewusst, dass das mein wirklicher Wunsch war. Vielleicht hatte ich es vorher nie erkannt, weil es nicht sein konnte, als Kind der Mutter entfliehen zu wollen. Da gehörte es sich, ihre Nähe zu suchen, so wie ich es von den Anderen im Dorf vorgelebt bekam. Und ich hatte viel Kraft und Zeit aufgewendet, um tatsächlich in diese Richtung zu gehen. Aber je mehr ich mich angestrengt hatte, desto ferner wurde ich der Mutter. Bis zu dem Punkt, an dem ich sie wie eine Fremde hinter dem Küchenfenster stehen sah, und beschloss, dass es richtig war, was ich fühlte. Ich hätte schon gern gewusst, welche Gedanken ihr an diesem Vormittag durch den Kopf gegangen waren. Aber jedes Nachhaken hätte nur das Gefühl kaputt gemacht - das Gefühl, meiner Mutter mit dem Abschied näher gekommen zu sein, als in all den Jahren zuvor.

Also ging ich zurück zu Karl, um bei ihm zu bleiben.

Für vier Jahre.

Kapitel 3

Es verblieben nur wenige Wochen von meinem sechszehnten Jahr, als ich wusste, dass ich alles verwirkt hatte. Ich befand mich nicht mehr im Dorf. Dort war es mir nicht möglich, zu bleiben, nachdem es sich nicht länger leugnen lies, dass ich einen Fehler hatte. Aber ich lebte noch - das einzig Entscheidende.

Ich erinnere mich, wie es ein halbes Jahr zuvor angefangen hatte. Es war zu der Zeit, als das Weibliche kam. Wäre es allein gekommen, hätte ich mich kaum von den anderen unterschieden, aber mit ihm kam das Begehren.

Wäre doch nur das Begehren nicht gewesen … dann hätte alles so bleiben können.

*

An einem Wochenende kümmerte sich Karl nach dem Essen um die Küche. Was mich betraf, war diese Zeit der Mittagsruhe vorbehalten. Doch an diesem Tag kam es mir dafür in der Kammer zu warm vor. Also legte ich mich zwar auf das Bett, dessen rechte Seite die meine war, aber ich bemerkte bald, dass es unmöglich wurde, in den Schlaf zu finden. Ich schwitzte, zog das Hemd aus, allerdings kam die Hitze von innen. Mich quälte etwas ganz anderes. Wie von selbst griff ich nach der Decke und steckte sie dorthin, wo das herkam, was ich nicht kannte. Ich drückte mit der Hand so fest darauf, wie ich konnte, versuchte es zu ersticken. Doch der Druck verschaffte keine Linderung, er verschlimmerte meine Not, aber aus irgendeinem Grund brauchte ich diesen Schmerz und drückte noch stärker.

So war es von da an immer an den Wochenenden nach dem Mittagessen. Oft verstand ich mir nicht anders zu helfen, als mich tief unterhalb des Bauches fest zu kneifen. Schmerz vermochte, es für Sekunden auflösen. Ich wusste nur nicht, wie ich es endgültig still werden lassen konnte. Ich ahnte ja nicht, dass es diese Möglichkeit gab, dass man es nicht ständig ertragen musste.

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