Die Verhandlung ging noch eine weitere Stunde und Finn rastete immer mehr aus egal was man sagte. Der Richter sah, dass es nur einen Weg gab und sprach das Urteil.
„Herr Cyanid ich verurteile Sie wegen vorsätzlicher Körperverletzung, sexuellen Missbrauch, versuchtem und vollenden Mordes in jeweils zwei Fällen zu einer lebenslangen Haftstrafe. Die besondere Schwere der Schuld wurde festgestellt, somit könne Sie nicht nach fünfzehn Jahren entlassen werden. Sie werden den Rest ihres Lebens in der JVA verbringen. Die Sitzung ist beendet“.
Mit dem Hammerschlag war das Urteil rechtskräftig.
Finn war keine Gefahr mehr für sie.
„Das wirst du bereuen Alexis. Hörst du, … dafür wirst du zahlen du Schlampe!“, brüllte Finn als er hinausgeführt wurde.
„Allleeexxxiisss!“
„Am besten Sie verlassen die Stadt und ändern ihren Namen und alles was mit der Vergangenheit zu tun hatte“, riet ihr Rechtsanwalt, als sie das Gerichtsgebäude verlassen hatten.
Dankend reichte ihm Alexis die Hand und ging zusammen mit Marcella und Tabea davon. Am Haupttor fuhr der Wagen der JVA mit Finn darin an ihr vorbei und Alexis blickte ihm noch ein letztes Mal hinterher.
Leb wohl Finn!
Alexis hatte den Rat ihres Anwalts befolgt und die Stadt verlassen. Sie hatte das Haus in dem Finn und sie zusammen gelebt hatten verkauft und war auf Anraten der Polizei in ein anderes Land gezogen. Dort hatte man ihr ein kleines Häuschen gekauft, in dem sie nun unter ihrem Geburtsnamen lebte. Keiner wusste was ihr widerfahren war. Nur Brendan sah ab und zu nach ihr. Er war Polizist und brachte sie zusammen mit einem Kollegen an einen sicheren Ort. Man wusste ja nicht ob Finn Komplizen oder engere Freunde hatte, die Alexis vielleicht im Nachhinein noch etwas antun sollten.
Doch das freundschaftliche Verhältnis, das die beiden in den nachfolgenden Monaten aufgebaut hatten, drohte zu zerbrechen als Brendan, Alexis eines Tages eröffnete, dass er sich in sie verliebt hatte.
„Brendan ich finde das nicht witzig. Du weißt doch was ich durch gemacht habe“.
„Ja, aber wenn ich doch Gefühle für dich habe. Und ich finde wir beide harmonieren doch gut miteinander“.
„Wir unterhalten uns, mehr nicht. Ich finde, du solltest jetzt gehen“.
Alexis hatte ihn hinausgeworfen. Brendan hatte sich seither auch nicht mehr gemeldet und Alexis fühlte sich von Tag zu Tag wohler bis, zu dem einen Tag in dem ihre Angst wieder kehrte.
Alexis war gerade vom Bäcker zurückgekommen als sie den Wagen der Polizei vor ihrem Haus entdeckte. Oh nein! Nur ihr Anwalt und die Polizei wusste, wo sie lebte und was ihr geschehen war. Finn war verurteilt und im Gefängnis.
Was wollte also die Polizei?
Es musste was passiert sein! Alexis Herzschlag erhöhte sich immer mehr je näher sie ihrem Haus kam.
Langsam näherte sie sich dem Haus und sah auch schon ihre Nachbarn gucken. Sie winkte ab und ging dann auf ihr Grundstück.
„Alexis? Alexis? Wo bist du? Mach´ auf. Es ist wichtig“, hörte sie den Mann rufen. Brendan?
„Ich bin hier!“
„Ah da bist du ja. Geht es dir gut?“
„Ja warum sollte es nicht. Aber sei das nächste Mal so nett und fahr nicht im Streifenwagen vor. Ich bin zu Tode erschrocken. Und die Nachbarn gucken auch schon“
Brendan sah zu seinem Wagen und zu den Häusern der Nachbarn.
„Tut mir leid. Aber ich bin nach dem Dienst gleich losgefahren. Ich wollte einfach nach dem Rechten sehen und ob es dir gut geht“, sagte Brendan und berührte Alexis am Arm, doch diese zuckte gleich zurück.
„Brendan lass das. Fass mich nicht an. Du weißt, ich möchte das nicht. Oder endet das wieder wie bei deinem letzten Besuch?“
„Nein, natürlich nicht. Entschuldige“.
„Was machst du hier? Du hast dich schon eine Weile nicht mehr gemeldet und stehst plötzlich wieder vor meiner Tür“.
„Naja ich weiß ja nicht, ob du es schon weißt, aber ich bin fest davon überzeugt das, was ich dir jetzt erzähle, wird dir nicht gefallen“.
„Denkst du?“
„Ich bin mir sicher“, sagte Brendan und folgte Alexis in ihr neues Zuhause.
„In der JVA in Bruchsal haben sie Finn dabei erwischt wie er ausbrechen wollte.“
„Was?“ Alexis blieb fast das Herz stehen. Das durfte nicht sein.
„Wie konnte das sein?“
„Keine Ahnung. Er hatte sich gut integriert und hatte sogar einen Job in der Küche. Am Abend dann war er nicht zurück in seiner Zelle. Kurz vor dem Tor haben sie ihn geschnappt.“
„Hat er was gesagt?“
„Gesagt? Er hat gebrüllt. Die Wärter sollen ihn loslassen. Er will der Schlampe den Marsch blasen. Sie soll seinen Zorn spüren. Dir ist ja wohl klar, dass er mit Schlampe dich meint“.
„Ok. Und was nun? Ich meine was passiert nun mit ihm?“
„Sie haben gemerkt, dass er in Bruchsal eine Gefahr ist und dass die Ausbruchschance zu hoch ist. Er sitzt nun im Hochsicherheitstrakt in Stammheim. Hinter dicken Mauern und Stacheldraht doppelt so dicht wie in Bruchsal. Also es kann dir nichts passieren. Ich wollte nur, dass du das weißt und dass du auf dich aufpasst. Egal was passiert. Falls du Hilfe brauchst – ich bin für dich da“.
Alexis hörte schon gar nicht mehr richtig zu. Finn wollte ausbrechen und sie dann töten. Oh Mann. Hörte es denn nie wieder auf?
Brendan redete noch eine ganze Menge, doch irgendwie hatte Alexis nur Finn im Kopf. Dieser Wahnsinnige. So viele Dinge gingen durch ihren Kopf. Die Wände drohten sie zu ersticken. Sie musste raus.
„Brendan ich muss hier raus. Tut mir leid!“
Rasch packte sie ihre Schlüssel und verließ das Haus. Brendan folgte ihr und rief ihr noch hinterher sie auf dem Laufenden zu halten und das er bis zum nächsten Morgen im Hotel sei. Alexis lief quer Feld ein und lief und lief. An einer Flussmündung machte sie halt. Sie musste atmen. Alexis´ Lungen brannten. Sie kam nicht weiter. Wo war sie überhaupt?
Alexis musste sich orientieren und stieg auf die Brüstung der Brücke die über dieses Flüsschen namens Salzach ging.
Wo zum Teufel war sie?
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