Uwe Heit - In deutschen Zeiten

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"In der schlechten Luft des Krankenhauses, unter Schmerzen, vollgepumpt mit Medikamenten wurde mir plötzlich klar, dass ich Schriftsteller werden würde. Der größte aller Zeiten."
Irgendwann in den späten 70er-Jahren irgendwo in der DDR beschließt Frank Grunwald zu schreiben. Über die Plattenbauten und die Lehrlingsbrigade in der Provinz, über den Hafen und das Arbeiterwohnheim in Rostock. Über den Braunkohletagebau und Leipzig, die verfallende Stadt. Über die Revolution von 1989 und die mühsamen Versuche eines Neuanfangs.
Uwe Heits Roman ist ein Parforceritt durch den Untergang eines Staats und eine ebenso tragische wie absurd-komische Geschichte vom Scheitern eines Menschen an der Geschichte und an sich selbst.

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Ich entdeckte vier blasse, magere Guppys, ein paar kümmerliche Wasserpflanzen und einen dreckigen Futterring im Aquarium.

»Sieht doch ordentlich aus!«, log ich.

Im Bad öffnete Siegfried den kleinen Wandschrank über dem Waschbecken. Drei Zahnputzbecher standen darin. Siegfried zeigte auf einen: »Helms Zahnputzbecher steht immer ganz links. Einer von euch Volltrotteln hat ihn in die Mitte gestellt. Bestimmt nach dem Kacken mit dreckigen Fingern.«

Ich konnte es nicht fassen.

Später zog Andreas aus meinem Zimmer zu seiner Freundin, kündigte aber seinen Platz im Wohnheim nicht. So blieben Siegfried und ich allein in der Wohnung. Nach wie vor ging er mir aus dem Weg. Ein paar Mal stand ich mucksmäuschenstill im leeren Wohnzimmer, um eine zufällige Begegnung auf neutralem Gebiet zwischen uns herbeizuführen. Ich wollte ihn besser kennenlernen, denn ich konnte seinen Tobsuchtsanfall nicht vergessen. Aber er ließ sich nie täuschen. Es war mir unheimlich, dass ich nie ein Geräusch in seinem Zimmer hörte. Natürlich hätte ich einfach an seine Zimmertür klopfen und ein Gespräch mit ihm beginnen können, aber vielleicht wäre das schon ein Anlass für seinen nächsten Wutausbruch. Ich erinnerte mich an seinen Blick auf das Aquarium. Es war in einem ebenso trostlosen Zustand wie die ganze Wohnung. Aber vielleicht bot es mir die Möglichkeit, einem Wutausbruch meines Nachbarn vorzubeugen. Ich wollte ihn wie zufällig wegen des Aquariums ansprechen. Tag für Tag, Woche für Woche lauerte ich auf eine Gelegenheit in einem neutralen Bereich der Wohnung, aber der Choleriker hatte anscheinend einen untrüglichen Sinn dafür entwickelt, wie er sich unbemerkt in der hellhörigen Wohnung bewegen konnte. Ich fasste einen Entschluss. Lange stand ich vor seinem Zimmer und wollte anklopfen. Ich wusste, er war darin. Er wusste, ich war draußen. Ich hörte kein Geräusch im Zimmer, aber es gab kein Zurück mehr. Ich klopfte an. In der Wohnung blieb es still. Ich hielt meinen Atem an und klopfte ein zweites Mal. Nichts war zu hören. Dennoch klopfte ich ein drittes Mal. Ich hörte ein mürrisches »Ja«. Ich klopfte vorsichtig noch einmal. Wieder ein »Ja«, lauter, mürrischer. Ich öffnete die Tür. Siegfried saß auf seinem Bett neben einem Schränkchen, einem Stuhl und vor einem kleinen Schrank. Mehr hätte auch nicht in das Zimmer gepasst. An der Wand hing ein Regal mit einem Stapel leerer Bierbüchsen aus Westdeutschland. Siegfried sah mich schief von unten an. Ich entdeckte etwas Neues in seinem Blick. War es Unsicherheit?

»Hallo!«, sagte ich so freundlich wie möglich.

Siegfried knurrte.

»Schön hast du ’s hier«, log ich.

»Habe lang genug gewartet auf das Einzelzimmer. Musste jahrelang mit Idioten zusammenwohnen.«

Ich wies auf das Regal: »Sehr schöne Bierbüchsen.«

»Ein bisschen Freiheit muss sein.«

»Ich wollte dir schon lange sagen, wie sehr mir dein Aquarium gefällt!«

Er sah mich misstrauisch an.

»Deine Fische sind so friedlich!«, sagte ich. »Fische sind Frieden. In Japan ist die ganze Kultur auf Fische und Frieden aufgebaut.«

»Die Japaner fressen keine Fische, weil die da heilig sind«, sagte Siegfried.

»Du meinst Indien. Dort sind aber Kühe heilig. Deine vier lieben Fische sind mir richtig ans Herz gewachsen.«

»Vier sind ’s?«

»Ich kann mich gar nicht satt an ihnen sehen.«

Siegfrieds Augen waren jetzt völlig ausdruckslos.

»Ich möchte dir einen Vorschlag machen. Kommst du dafür bitte mit zum Aquarium?«

»Jetzt?«

»Wenn du nichts Dringendes vorhast?«

Ich wartete. Er rührte sich nicht auf seinem Bett. Siegfried blieb noch lange sitzen, bevor er ruckartig aufstand. Wir beobachteten in der Wohnstube die vier Fische im Aquarium. Sie waren erschrocken wegen der ungewohnten Aufmerksamkeit und versuchten vergeblich, sich hinter den zwei Pflanzen zu verstecken. Ich sagte: »Wie lebhaft sie sind.«

Siegfried schob seinen bulligen Kopf dicht ans Glas. Die Fischlein reagierten mit Panik. »Hast du schon andere Fische als Guppys im Becken gehabt?«, fragte ich.

»Das sind Guppys?«

»Guppys heißen auf Deutsch Millionenfische, weil sie massenhaft Junge kriegen«, erklärte ich.

»Das sind keine. Die haben nie Junge gekriegt.«

»Die vier sind Weibchen«, sagte ich.

»Wie kommst du darauf?«

»Guppyweibchen sind farblos. Männchen sind bunt. Du brauchst ein paar Pflanzen und Bodensand und wenigstens ein Männchen: Dann hast du Leben im Becken.«

»Dreck kommt mir nicht in die Wohnung«, sagte Siegfried.

»Findest du nicht, dass goldgelber Kies als Bodengrund im Aquarium wunderschön aussehen würde?«

»Dreckzeug, das! Verdreckt die Wohnung. Die Heimleiterin sagt bei jeder Wohnungskontrolle: ›Siegfried, bei dir würde ich sogar vom Boden essen!‹«

»Was hältst du davon, wenn ich ein paar Pflanzen und Fische kaufen würde?«

Er ließ sich Zeit mit einer Antwort. Ich wartete. Er stierte ins Becken.

»Worüber denkt der Mensch so lange nach?«, dachte ich.

»Ich weiß nicht, was Helms dazu sagt«, knurrte Siegfried.

»Helms wohnt seit Jahren bei seiner Freundin. Ich denke, es ist dein Aquarium?«

»Klar ist ’s meins. Glaubst du, ich scheiße Geld?«

»Ich kaufe billige Pflanzen und Guppys sind spottbillig. Na?«

Ich wartete.

Er knurrte schließlich. Es klang zustimmend.

Ich kaufte Fische und Pflanzen in einem Zoogeschäft in Rostock. Sieben Tage später hörte ich Siegfried durch die Wohnung schleichen. Ich stürmte aus meinem Zimmer und er schaffte es nicht mehr in seins.

»Hast du schon die neuen Fische gesehen?«

»Ne«, knurrte er.

Ich bestand sehr freundlich darauf, dass wir das Aquarium besichtigten. Ich hatte ein hochträchtiges Weibchen und ein munteres Männchen gekauft. Siegfried wies auf das hochträchtige Weibchen: »Den hätte ich nicht gekauft.«

»Warum nicht?«

»Der ist doch krank mit dem Bauch! Solche habe ich immer rausgeschmissen.«

»Das Weibchen ist hochschwanger!«

Siegfried zeigte auf das Männchen, das den Weibchen nachstellte.

»Solche habe ich auch rausgeschmissen. Ich kann es nicht leiden, wenn einer die anderen jagt.«

»Das ist ein Männchen mit Geschlechtstrieb. Das Natürlichste der Welt!«

Siegfried schnaufte skeptisch.

Meine Hoffnung war vergeblich gewesen. Siegfried änderte sein Verhalten nicht. Es war weiterhin, als würden wir Verstecken in der Wohnung spielen. Eines Nachts aber wurde ich wieder aus dem Schlaf gerissen. Wieder blendete mich das Licht, wieder dröhnte Gebrüll, wieder stand Siegfried in der Tür. Was war passiert? Hatte ich vergessen, die Klobrille herunterzuklappen? Siegfried brüllte. Ich bemerkte, dass sein Gesicht dieses Mal vielleicht nicht aus Wut dunkelrot war. Sicher war ich mir aber nicht. Endlich brachte Siegfried ein paar verständliche Worte hervor: »Die Fische!«

Ich begriff nichts.

»Die Fische!«, brüllte der Warnemünder.

Als wir vor dem Aquarium im Wohnzimmer standen, sagte er sanft und zärtlich: »Kleine Fische.«

Ich starrte ihn an.

»Ich war pissen und da habe ich sie entdeckt«, sagte Siegfried.

Ich begriff immer noch nicht, warum er mich mit Gebrüll geweckt hatte.

»Drei klitzekleine Babyfische«, sagte er zärtlich.

»Nein, vier, da ist noch einer«, sagte ich.

»Vier!«, brüllte Siegfried.

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