Karim Lardi - BLICK AUF DEN NIL

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Kairo 2010: Laura Talbrück, eine angehende deutsche Archäologin, begibt sich nach Ägypten, um ein Forschungsjahr unter der Leitung des renommierten Archäologen und Orientalisten Professor Eric Sander zu absolvieren. Während ihres Aufenthalts erlebt sie den unvermeidlichen Zusammenbruch der Herrschaft «des letzten Pharao» (so nannten manche Medien bezeichnenderweise den damals amtierenden ägyptischen Präsidenten).
Die deutsche Protagonistin Laura kommt zu einer Zeit allgemeiner Krisenhaftigkeit, die sich im Laufe des Romans sukzessive steigert, bis sie in der historischen ägyptischen Revolution vom 25. Januar 2011 kulminiert, in der die bis dahin unerkannte politische Kraft der Jugend sich schlagfertig und explosiv manifestiert.
Lauras Liebesbeziehung zu dem jungen ägyptischen Blogger und Fotojournalisten Sherif Nabhan, einem Mitbewohner in dem Haus Nile View, versetzt sie in die Position einer Beobachterin, deren Beobachtungen und Erlebnisse ein Schlaglicht auf die ungebremste Perpetuität politischer und sozialer Missstände, die diese Ära prägten, werfen.

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„Nein! Das darf nicht wahr sein! Das ist nicht mein Nil und das ist nicht mein Kairo!“, sagte sie sich in tadelndem Tonfall und mit wehmütigem Beiklang.

Die Stadt, die sie in jenem Moment wahrnahm, hatte eine gewaltige Ausdehnung erreicht. Sie erschien in den Frühstunden dieses Tages trist und farblos und bot einen schäbigen Anblick. Vielleicht war ja der dichte Dunst schuld, dachte sie sich.

Immer wieder tauchten heruntergekommene Hausboote, rostige Autos mit platten Reifen und abgebrochenen Seitenspiegeln in Erscheinung. Überall ein Häusergewirr, Vernachlässigung und Verfall. Häuser mit unverputzten roten Ziegeln erweckten den Eindruck einer willkürlich hingeworfenen Siedlerstadt, die über Jahrzehnte hinweg von allein ohne Hilfe von Stadtplanern gewachsen war und in der sich Zuzügler einfach dort niedergelassen hatten, wo es gerade eine Lücke gab.

Ihr enttäuschter Blick blieb eine Weile an einem Bild Mubaraks hängen und sie legte ihre Stirn missbilligend in Falten. Mühevoll schluckte sie die Splitter eines zerplatzten Traumes hinunter. Die Städte sind letztendlich das Produkt ihrer Regierenden. Kairo ist zu dem geworden, was diese aus ihr gemacht haben: ein farbloses, lautes, chaotisches Labyrinth. Hier und dort eine Müllhalde. Plastikflaschen. Plastiktüten. Die Straßen ein Schmutzfeld.

Das letzte Mal, als sich die Stadt herausgeputzt hatte, erzählte Abd-Essabur, war, als Barack Obama Kairo seinen ersten Besuch abstattete. In kürzester Zeit war ein Teil der Stadt in Ordnung, aufgeräumt und die Straßen blitzsauber gefegt und abgespritzt. Man hatte Hunde, Katzen und Bettler verjagt und alle Formen des Elends regelrecht weggeschrubbt. Es wurde nichts dem Zufall überlassen. Über Nacht wurden Straßen asphaltiert, Laternen aufgestellt und saftgrüne Palmen gepflanzt, Bordsteine wurden frisch gestrichen. Und parkende Autos abgeschleppt. Plötzlich erkannte man, dass diese Stadt doch Bürgersteige hatte. Die Stadt wurde über Nacht blitzblank. Und was man nicht wegpusten konnte, wurde hinter die Cache-misère gebracht, um das Gebrechen der Stadt zu verdecken. Fassade. Fassade. Alles Fassade! „Es hat ausgeschaut, als würde man Lippenstift auf dickem Rotz auftragen“, sagte Abd-Essabur und musste selber über seine Formulierung lachen. Er wollte nicht mehr aufhören zu lachen.

Langsam bog das Taxi von der Brücke ab und nach einer Weile verkündete ein Schild, dass sie sich in Zamalek befanden. „Ein elegantes Stadtviertel in bester Lage, eine geschützte Insel, ein friedliches Plätzchen! Willkommen im Garten von Eden!“, sagte der Taxifahrer und seufzte wehmütig. „Hier sind die meisten Prominenzen und Exzellenzen, hier wohnen Diplomaten, ausländische Experten und die cremigen und wohlhabenderen Ägypter.“ Wie er die letzten Wörter betonte, das klang verbittert, fast verächtlich.

Lauras Blicke wanderten zu Straßenfegern und jungen Müllmännern in schäbigen Kleidern, die gerade einen roten Chevrolet mit einem fetten Logo beluden. Wem die Arme bis zu den Ellbogen im Müll stecken, wünscht man keinen Morgen voller Jasemin und Zimtäpfeln! entzifferte sie auf dem Wagen.

Ihre zarten Rücken krümmten sich unter der Last der Müllberge, die die Herrschaften Tag für Tag produzierten. Sie schlurften unter ihrer Last vornüber gebeugt mit watschelnden Schritten die Straße hinauf in Richtung der nächsten Mülltonnen dieses reichen Viertels, immer wieder den Riemen der Tragetasche richtend, die ihnen von den zarten Schultern zu gleiten drohten.

Hier und da wühlten Kinder im Schulalter in den Abfällen und steckten sich, was sie aus den Abfalleimern gefischt hatten und noch verwerten könnten in die Jackentaschen.

Das Taxi umfuhr verrottende Säcke mit diesem und jenem, Mülltonen, die überquollen mit Imbiss- Verpackungen, streuenden Hunden und Katzen. Überall unheimlich viele Katzen.

Mit einer geschmeidigen Drehung des Lenkrades bogen sie in eine schmale Gasse, die mittendrin versteckt war, wie ein Irrgang in einem Irrgarten. Er legte eine prompte Vollbremsung hin, dass er selbst fast an die Windschutzscheibe knallte.

„Hier sind wir, Alhamdu lillah ala Salama! Gepriesen sei Gott, dass wir heil angekommen sind!“, sagte der Taxifahrer und deutete auf ein altes etwa fünfgeschossiges Haus. Laura streckte ihr Rückgrat und atmete langsam aus, als hätte sie während der gesamten Fahrt den Atem angehalten. Sie gab sich keine Mühe, ihre Erleichterung zu verbergen. Wer hier schon einmal Taxi gefahren ist, weiß, warum man hier einander nach jeder Fahrt gratuliert, dass man unversehrt angekommen ist.

Autofahren ist generell, wie in den Krieg ziehen, man weiß nie, ob man heil zurückkehrt, aber man zieht trotzdem dahin.

Laura trat vor das Haus und schaute sich beinah verängstigt um. Sie wusste nicht wohin sie sich wenden sollte. Sie reckte ihren Hals und starrte auf ein grauverwittertes, etwas verfallenes Gebäude, dessen Anstrich völlig abgeblättert war.

Nile View stand auf einem alten Schild in schöner Kalligraphie.

Das Haus, aus der englischen Kolonial-Zeit, war in einem schlechten Zustand. Es war vermutlich von Anfang an nicht sonderlich solide gebaut und mittlerweile äußerst marode. Hier wohnen bestimmt keine Diplomaten und keine „hohen Tiere“, dachte sie sich. Es lagen mindestens ein Dutzend mickerige Katzen herum. Sie maunzten und schmiegten sich, ihre Schwänze wedelnd, gleich an ihr Bein. Als würden sie sie willkommen heißen oder ihr etwas erzählen wollen.

Laura wühlte in ihrer Tasche und reichte dem alten Taxifahrer das Geld, das er zuerst entschieden zurückwies und erst nach wiederholtem Bitten mit überschwänglich blumigen Dankesworten entgegennahm. Das war ein gutes Omen für seinen langen Tag voller Jasminblüten. Er küsste die Scheine und führte sie an seine Stirn. Sein Gesicht verzog sich zu einem breiten Lächeln. „Bleiben Sie in Gottes Obhut, Miss! Sie bringen Licht zu uns! Ihre Anwesenheit verleiht ganz Ägypten Glanz!“

Er öffnete das Handschuhfach und stöberte eine Weile darin herum, schließlich förderte er eine zerknitterte Visitenkarte ans Tageslicht. Er gab ihr seine Telefonnummer und bat sie, ihn nicht zu vergessen bei ihrer Rückkehr, seiner „Mertel“ und Germany herzliche Grüße vom ägyptischen Volk und von Abu Huyam Abd-Essabur el-Harankesch, dem attraktivsten Taxifahrer Kairos, auszurichten.

„ I lobe you Germany, Of Wadersee Miss! Esch Lebe Desch… Ankila Mertel! Esch Lebe Desch Gerrar Schnöder, Backenbauer, Merzedes…!“, trällerte er freudestrahlend in seinem besten Deutsch. Dann lachte er fidel aus vollem Halse und skandierte abschließend mit gereckter solidarischer Faust ein dreifaches Es lebe Ägypten !

Sein Lachen war ansteckend. Sie machte ihm die Kampfgeste nach und lächelte etwas neckisch.

Ihr ging gerade das Bild Abu Huyam Abd-Essaburs und „Miss Mertels“ durch den Kopf, wie sie romantisch harmonisch und verträumt durch das Brandenburger Tor Hand in Hand schlendern. Sie fand das Bild witzig und war sicher, sie würde sich bei späterem Nachdenken immer wieder darüber amüsieren. Wenn sie bei der Fernsehsendung „das Paar des Jahrhunderts“ mitmachen, würden sie zweifelsohne den ersten Preis gewinnen.

Abd-Essabur zog an der Zigarette, die seinen Mund nie verließ und stieß den Rauch seitlich aus. Er winkte grob, mit beiden Händen, bevor er in seine widerspenstige Karre einstieg und mit brüllendem Motor und qualmenden Auspuff wegfuhr. Laura winkte zurück. Irgendwie war er ihr ein Stück ans Herz gewachsen. Es war schließlich eine ewige abenteuerliche Fahrt gewesen, vom Flughafen bis nach Zamalek. Sie blieb stehen und vernahm das müde Ächzen des verbeulten Taxis, das den kleinen Irrgarten langsam verließ und wieder Richtung Flughafen rumpelte.

Sie blickte etwas verzweifelt um sich. Sie wusste nicht recht wohin sie sich genau wenden sollte, als sie ein Schlüsselknirschen hörte, sich eine kleine Tür knarrend öffnete. Ein schmächtiger Mann in einem langen abgewetzten gräulichen Gewand, einen hellblauen Turban über seinem Mondgesicht mit buschigem Schnurrbart gewickelt, tauchte hüstelnd auf, sich den Schlaf aus den Augen wischend. Der Pförtner, dachte sie sich. Hier nannte man ihn Bawwab . Diese gehörten wie auch ein Privatfahrer in Kairo zum Statussymbol. Vor jedem Haus stand eine ganze Armada von ihnen. Je mehr vor der Haustür hocken, desto wichtiger sind die Hausherren und desto höher deren soziales Ansehen. Man zeigte seinen Reichtum durch ausreichend Personal.

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