Philip Hautmann - Yorick - Ein Mensch in Schwierigkeiten

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Yorick - Ein Mensch in Schwierigkeiten: краткое содержание, описание и аннотация

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Der Text als Referenzbombe: Philip Hautmanns erster, nicht weniger als genialischer Roman «Yorick – Ein Mensch in Schwierigkeiten» explodiert förmlich vor Verweisen, Anspielungen, Zitaten, Verballhornungen und Metaebenen und beweist damit, dass auch literarische Schnitzeljagden saukomisch sein können. Und mit Recht darf man auch behaupten: Was Leopold Bloom für Dublin, das ist in Zukunft für Wien Yorick – ein heimischer Ulysses. Nichts darunter! Was noch? Bernhards Berserker, Doderers Dodeln und Henscheids Hirnederln lassen auch schön grüßen.
Fritz Ostermayer, ORF FM4, Wiener Schule für Dichtung

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Meistens kam Yorick aber über kurz oder lang mit dem Anderen Philosophen ins philosophische Einvernehmen, da die Kommentare des Anderen Philosophen ihren Wert hatten, und Yorick erkannte das, denn er war intelligent. Daraufhin bedeutete Yorick dem anderen Philosophen dann immer in enthusiastischer Bewunderung, wie sehr er den praktischen Verstand, den Alltagsverstand des Anderen Philosophen schätze; was wäre er, Yorick, nur ohne den klaren, einfachen Verstand des Anderen Philosophen, ohne den Alltagsverstand des Anderen Philosophen wäre Yorick wohl nur ein halber Yorick oder ein Dreiviertel oder ein Siebenachtel auf jeden Fall aber nicht der ganze, vollständige Yorick , so überschüttete er den Anderen Philosophen dann immer, der die Komplimentlawine stets mit einem etwas gequält wirkenden Lächeln entgegen nahm (denn er war ein großer Philosoph). Und wie interessant diese Konversationen doch nicht auch für den Anderen Philosophen sein müssten, dachte sich Yorick, ständig bekomme der Andere Philosoph von ihm, Yorick, philosophische Anregungen von sicher alles andere als geringem Wert, die der Andere Philosoph in seiner Arbeit sicherlich aufgreifen und verwenden würde (dachte sich Yorick (und vielleicht war es ja auch so)). Und mit dieser Überzeugung gerüstet, trat er wieder und wieder ein in die Studierstube des Anderen Philosophen, ihm einen philosophischen Guten Tag wünschend, und fand sich vom Anderen Philosophen in der immer gleichen jovialen Manier aufgenommen (außer einmal, als der bei dieser Gelegenheit Verflucht! rufende Andere Philosoph bei Yoricks Eintreten in seine Studierstube schnell aufsprang und sich ebenso schnell den Hosenschlitz zuzumachen bemüht war.) Solcherart war also das Verhältnis zwischen Yorick und dem Anderen Philosophen.

Einmal in der Woche machten sich Yorick und der Andere Philosoph gemeinsam auf den Weg, denn sie waren eingeschriebene Mitglieder des Philosophenzirkels , welcher sich allwöchentlich traf, und zwar im Gasthaus Zur lustigen Kuh . Der Philosophenzirkel war der Meinung, dass die Welt deswegen so schlecht sei, weil die gewöhnlichen Menschen nichts von der Philosophie verstehen würden, da sie bereits als Kinder in der Schule durch das SYSTEM geistig und seelisch verkrüppelt werden würden, damit sie aufhören würden, für das SYSTEM eine Gefahr darzustellen (da es sich das SYSTEM nicht leisten könne, würden sich die gewöhnlichen Menschen der Philosophie bewusst werden) . Und das meinte der Philosophenzirkel durchaus ernst! Der Philosophenzirkel meinte, dass das SYSTEM gesprengt werden würde, wenn sich die Leute für Philosophie interessieren würden, und dass daher das SYSTEM die Leute ständig manipulieren müsse, um sie von der ernsthaften Beschäftigung mit der Philosophie abzuhalten, die ansonsten unausweichlich sei. Während es den Mitgliedern des Philosophenzirkels überhaupt keine Schwierigkeiten bereitete zu erkennen, wie sich andere ideologische Gruppierungen ständig in die Ausrede und die Automanipulation flüchten, dass die Welt deswegen nicht so sei, wie sie ihrer jeweiligen Meinung nach sein solle, weil das SYSTEM die Leute ständig und bereits von frühesten Kindesbeinen an in der Schule manipulieren würde, erkannten sie dasselbe Muster bei sich selbst natürlich niemals. Für alles, was der Philosophenzirkel schlecht fand, verwendete er meistens die Begriffe Qulismus, amnihythetisch und babig . Für alles, was der Philosophenzirkel gut fand, verwendete er meistens die Begriffe Dodekaismus, orthothehytisch und globig . Die Philosophen des Philosophenzirkels philosophierten meistens darüber, dass das SYSTEM zu den Männern so infam sei, natürlich aber auch zu den Frauen, die Philosophinnen philosophierten meistens darüber, dass das SYSTEM zu den Frauen so infam sei, natürlich aber auch zu den Männern. Beide Fraktionen hatten stets keine konkrete Vorstellung und kein konkretes Verständnis, was die andere eigentlich meinte, wobei die Philosophen allerdings deutlich weniger Vorstellung und Verständnis von der Philosophie der Philosophinnen hatten und von ihrer Kapazität her aufzubringen waren, als es umgekehrt bei den Philosophinnen der Fall war. Daher ergaben sich innerhalb des Philosophenzirkels des Öfteren bedeutende Auseinandersetzungen . Sobald es jedoch jemandem gelungen war, eine besonders gute Rede gegen das SYSTEM zu führen, waren alle tief ergriffen und der Meinung, im Rahmen des entsprechenden Treffens bedeutende Fortschritte erzielt zu haben.

Der Philosophenzirkel verstand sich also als ein Verein, dessen Zweck die systematische philosophische Kritik am SYSTEM sei, sein diesbezüglich umfassend erklärendes Programm freilich umfasste achtzehn (eng bedruckte) Seiten, und ebenso freilich gab es fast nur eine einzige Sache auf der Welt, die der Philosophenzirkel noch irritierender zu finden pflegte als das SYSTEM , und zwar, wenn eine bestimmte systematische Kritik am SYSTEM anders ausfiel als die, auf die sich der Philosophenzirkel geeinigt hatte. Am Irritierendsten fand er es, wenn eine bestimmte systematische Kritik am SYSTEM im Großen und Ganzen nur geringfügig, aber eben doch anders ausfiel als die eigene. Dann widmete der Philosophenzirkel immer ganze zusammenhängende Treffen, um die andere systematische Kritik am SYSTEM als paraamnihythetisch und kryptobabig zu entlarven. Und so bestand der Philosophenzirkel aus insgesamt genau sieben Personen, und zwar aus Yorick, dem Anderen Philosophen, dem Geschmeidigen Philosophen, den Philosophinnen Linda, Olga und Pampa sowie zu guter Letzt der sogenannten Stimme der Vernunft . Die Stimme der Vernunft wurde so genannt, weil sie als einziges Mitglied des Philosophenzirkels an Hume geschult war (alle anderen hatten Hume nie gelesen) und ihr philosophisches Hauptaugenmerk auf die vorurteilsfreie, vernunftgemäße Erfassung der Dinge, so wie sie eben zu sein schienen, legte, sowie auf einen nüchternen, stringenten und möglichst komplexitätsreduzierten sprachlichen Ausdruck in der Mitteilung ihrer philosophischen Ideen. Die Stimme der Vernunft war immer dasjenige Mitglied des Philosophenzirkels, das am besten von allen vorbereitet war und das seine philosophischen Ausführungen immer schön säuberlich vom Blatt ablas, auf das es in sauberer, nein, säuberlichster Handschrift immer alles notiert hatte. Die anderen Mitglieder des Philosophenzirkels konnten damit selten etwas anfangen, da ihnen das alles ganz einfach zu unspektakulär war, und zum allgemeinen Bedauern gar nicht auf eine geheimnisvolle Wirklichkeit hinter einer als vordergründig gedachten Wirklichkeit hinzuweisen schien (daher wurde der Stimme der Vernunft gerne vorgeworfen, dass sie SYSTEMimmanent und nicht SYSTEMtranszendent denke und sich scheue, einen philosophischen Blick über den Tellerrand zu werfen (was die Stimme der Vernunft dann auch immer wieder zu der Replik veranlasste, dass der Rest des Philosophenzirkels sich genauso davor scheuen würde, vor lauter SYSTEMtranszendenter Betrachtung über den Tellerrand hinaus seinerseits auch einmal einen philosophischen Blick innerhalb des Tellerrandes zu werfen)). So wurde die Stimme der Vernunft die Stimme der Vernunft genannt, weil sie sich immer ordentlich an dem orientierte, was die Vernunft einzugeben schien und dies ganz ordentlich und vernunftgemäß zum Ausdruck brachte – um anschließend vom Rest des Philosophenzirkels ignoriert und so links liegen gelassen zu werden, als hätte die Stimme der Vernunft gar nichts gesagt! Der ganze Philosophenzirkel war sich dieses Umstandes sogar vollauf bewusst und hin und wieder wurde über diese Tatsache sogar gewitzelt, was aber gar nicht zur Folge hatte, dass sich an diesem Umstand je irgendetwas änderte. Hin und wieder wurde sogar gewitzelt, dass man die Stimme der Vernunft am besten ganz allein an den Tisch ganz am anderen Ende der lustigen Kuh setzen solle oder dass man sie am besten in einen Koffer stecken und nach China schicken solle, damit sie die Argumentation des Philosophenzirkels nicht ständig durcheinanderbringe. Schon aber fuhr dann der Philosophenzirkel mit seiner eigentlichen Aufgabe fort, das SYSTEM philosophisch-kritisch zu kritisieren. Einmal brachte die Stimme der Vernunft vor, dass es den Frauen innerhalb unseres SYSTEMS in Wirklichkeit doch gar nicht so schlecht gehen würde, wie die Frauen des Philosophenzirkels immer täten . Daraufhin legte sich über die Philosophinnen des Philosophenzirkels ein etwas peinlich berührtes Schweigen, den Philosophen des Philosophenzirkels war diese Feststellung insgesamt aber gar nicht einmal so unangenehm, und so lächelten sie etwas in sich hinein. Aber nur kurz, denn schon setzte die Stimme der Vernunft dazu, dass es den Männern innerhalb des SYSTEMS in Wirklichkeit doch gar nicht so schlecht gehen würde, wie die Männer des Philosophenzirkels immer täten , woraufhin sich freilich auch über die Männer ein etwas peinlich berührtes Schweigen legte. Ein anderes Mal hatte der Philosophenzirkel beschlossen, sich dem Thema des impliziten Alltagswissens philosophisch zu widmen, da er die Vermutung hegte, dass die gewöhnlichen Menschen auf der Ebene des impliziten Alltagswissens doch wissen würden, dass die Welt nicht so sei, wie sie sich das auf der Ebene des expliziten SYSTEM-Wissens vorstellen würden, was sie sich aber nicht trauen würden zuzugeben und wofür sie auf der Ebene der expliziten SYSTEMsprache keine Begriffe hätten, das auszudrücken. Nachdem der Philosophenzirkel das Thema über Monate hinweg in einer Reihe von Treffen ausführlich behandelt hatte, das heißt, alles, was für die von ihm selbst getroffene Annahme sprach, groß in den Vordergrund gestellt, und alles, was gegen die von ihm selbst getroffene Annahme sprach, ignoriert hatte, meldete sich endlich einmal die Stimme der Vernunft zu Wort und las von ihrem Blatt, dass sie beobachtet habe, dass die Philosophen und Philosophinnen des Philosophenzirkels auf der Ebene ihres impliziten Alltagswissens doch wissen würden, dass die Welt nicht so sei, wie sie sich das auf der Ebene des expliziten philosophischen Wissens vorstellen würden, was sie sich aber nicht trauen würden zuzugeben und wofür sie auf der Ebene der expliziten Philosophensprache keine Begriffe hätten, das auszudrücken. Daraufhin sagte Pampa als Einzige unter den ansonsten sprachlosen Philosophinnen und Philosophe Ja eh , dann wurde wieder so getan, als sei gar nichts geschehen. Einmal hatte die Stimme der Vernunft Geburtstag und durfte zur Feier des Tages ein von ihr selbst verfasstes Pamphlet mit dem Titel J´accuse vorlesen, wo unter anderem drinnenstand:

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