Philip Hautmann - Yorick - Ein Mensch in Schwierigkeiten

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Yorick - Ein Mensch in Schwierigkeiten: краткое содержание, описание и аннотация

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Der Text als Referenzbombe: Philip Hautmanns erster, nicht weniger als genialischer Roman «Yorick – Ein Mensch in Schwierigkeiten» explodiert förmlich vor Verweisen, Anspielungen, Zitaten, Verballhornungen und Metaebenen und beweist damit, dass auch literarische Schnitzeljagden saukomisch sein können. Und mit Recht darf man auch behaupten: Was Leopold Bloom für Dublin, das ist in Zukunft für Wien Yorick – ein heimischer Ulysses. Nichts darunter! Was noch? Bernhards Berserker, Doderers Dodeln und Henscheids Hirnederln lassen auch schön grüßen.
Fritz Ostermayer, ORF FM4, Wiener Schule für Dichtung

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Peisel war Wissenschafter. Daher erschien es ihm womöglich als zu unseriös, sich mit anderen Leuten zu unterhalten. Hin und wieder erregte etwas seine Aufmerksamkeit, dann richtete er seinen Blick weg von der Decke und fixierte Eisel und Yorick. Das bedeutete natürlich noch nicht, dass er etwas sagte, aber in einigen Fällen konnte genau das vorkommen. Meistens handelte es sich um einen unartikuliert ausgesprochenen, irgendwie abschätzig wirkenden Kommentar zu den Hervorbringungen Eisels und Yoricks. Wenn Eisel und Yorick über etwas lachten, verdrehte Peisel meistens die Augen und bedeutete über sein Gebahren ganz allgemein, als wie unglaublich primitiv das Niveau der Leute um ihn herum seines Erachtens nicht einzuschätzen wäre. Hin und wieder konnte es natürlich auch vorkommen, dass Peisel von den Späßen Eisels und Yoricks tatsächlich positiv überwältigt war. Dann verzog er seinen Mund zu einem leichten Lächeln. Er bemühte sich dabei aber, den Mund nicht zu stark zu verziehen, was bei Yorick und Eisel dann immer mal wieder den Impuls auslöste, sich unter Gelächter an der Visage des Peisel zu schaffen zu machen, um ihr durch tatkräftige Verformung ein freundlicheres Aussehen zu verleihen, was natürlich dauerhaft nicht gelang, denn die Kontrolle über seine Mimik lag bei Peisel, und dessen Pläne waren, wie man sich denken kann, anderer Natur. Deshalb probierten es Yorick und Eisel hin und wieder mit Wäscheklammern, einen freundlichen Ausdruck in der Visage des Peisel zu fixieren, oder aber mit Klebestreifen, mit denen sie immerhin ein temporär befriedigendes Resultat erzielten. (Und einmal ging Yorick so weit, zu diesem Behuf beinahe einen Superkleber einzusetzen, er konnte aber noch rechtzeitig zurückgehalten werden.) Peisel ließ sich davon nicht beeindrucken. Hin und wieder führte das schelmische Treiben Eisels und Yoricks zu dem Ergebnis, dass Peisel mit dem Ausstoß des inhalierten Zigarettenrauchs gleichsam einen seiner für ihn charakteristischen tiefen, stillen Seufzer fahren ließ, dann hatten sie beinahe schon gewonnen. Bei einer Gelegenheit leerten sie dem mit seinen doppelt verschränkten Beinen und seinen verschränkten Armen Richtung Zimmerdecke blickenden rauchenden Peisel ein Glas Bier über den Kopf, was Peisel, seine Position beibehaltend, einen Zug von seiner Zigarette nehmend (und den Rauch in die Luft blasend), immerhin mit einem gemurmelten ist mir wurscht quittierte.

Peisel war, wie gesagt, Wissenschafter. Wie wissenschaftlich er tatsächlich war, konnte allerdings niemand sagen, denn er hatte noch nie ein wissenschaftliches Werk veröffentlicht, und auch noch nie einen wissenschaftlichen Vortrag gehalten, ja, eigentlich noch nie auch nur einmal etwas Wissenschaftliches gesagt. Hin und wieder mischte er sich in die wissenschaftlichen Vorträge Yoricks oder Eisels ein, und dabei blickte er ihnen sogar in die Augen, und zwar meistens mit den Worten, woher sie denn das wüssten; woher sie glaubten, dass sie das wüssten, oder ob sie glauben würden, dass das tatsächlich stimme . Das war alles. Hinsichtlich seiner Kompetenz war es Peisel also beschieden, nach einer gewissen Zeit einen etwas zwiespältigen Eindruck zu hinterlassen. Das Geheimnisvolle und Mysteriöse an Peisel war jedoch, dass er laut eigenen Angaben, welche niemand wagte anzuzweifeln, an einem ganz großen wissenschaftlichen Werk arbeiten würde. Das war seine Hauptbeschäftigung. Er arbeite an seiner Arbeit , sagte er, und sei von dem Arbeiten an seiner Arbeit ganz und gar in Anspruch genommen , denn bei dieser Arbeit würde es sich nicht um irgendeine Arbeit handeln, sondern um ein ganz großes, ein umwälzendes, alles in seinen Grundfesten erschütterndes, revolutionäres Werk, weshalb er eben auch darüber noch nicht sprechen könne, und tatsächlich war über den Gegenstand des ganz großen wissenschaftlichen Werks nichts bekannt, denn Peisel gelang es, sein Inkognito zu wahren. Alles was man wusste war, dass es sich um eine komplette Umwälzung und Neudeutung der Weltgeschichte handeln würde. Das musste freilich eine Sache von höchst aufwendiger Natur sein, und so hatten alle großen Respekt vor Peisel. (Die Geschicke des Zufalls wollten es einmal, unbeabsichtigterweise einen Einblick in die Intention der geheimnisumwitterten Arbeit des Peisel zu verschaffen, und legten frei, dass Peisel mit ihr den Zweck verfolgte, den Beweis zu erbringen, dass Alexander der Große , Karl der Große , Julius Cäsar und Jesus Christus ein und dieselbe historische Person gewesen sind. (Was Yorick und Eisel einen Anhaltspunkt lieferte, warum, wie sie sich erinnern konnten, Peisel an jenem denkwürdigen Tag, an dem der Name Plinius des Jüngeren fiel, indem er plötzlich aufstand, nervös im Zimmer herumzulaufen begann und schließlich (ohne sich zu verabschieden, versteht sich) die Örtlichkeit verließ, so seltsam und gar nicht seiner Art gemäß reagierte.))

Und dann gab es noch jemand anderen, dem Yorick regelmäßig seine Aufwartung machte: einen anderen Philosophen, genannt der Andere Philosoph. Der Andere Philosoph war etwas älter als Yorick, und gesetzter. Yorick hatte eine große Hochachtung vor ihm, was somit für den Anderen Philosophen hinsichtlich der damit verbundenen Qualitäten ein so genanntes zweischneidiges Schwert darstellte. Wie intelligent und gebildet der Andere Philosoph war! Der Andere Philosoph wusste, so hatte man den Eindruck, scheinbar immer alles und hatte für alles eine bestechende und klare Erklärung sowie auf jede Frage eine umfassende und überzeugende Antwort. Der Andere Philosoph war ein großer Philosoph! Der Andere Philosoph war Magister und Doktor der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften sowie Master of Advanced International Studies sowie Major in Conflict and Development, und arbeitete zurzeit gerade an der Erlangung seines fünften akademischen Grades. Seinen Lebensunterhalt verdiente er sich als Tankwart. Die Kunden an der Tankstelle hatten ja keine Ahnung und wussten nichts davon, dass derjenige, der ihnen die Windschutzscheibe reinigte oder ihnen den Reifendruck kontrollierte, der Andere Philosoph war.

Was das Verhältnis zwischen Yorick und dem Anderen Philosophen anbelangt, so war dieses nun von etwas asymmetrischer Natur. Immer sollte es Yorick sein, der den Anderen Philosophen in seiner Studierstube aufsuchte, beziehungsweise war es selten umgekehrt. Dann flog die Tür zur Studierstube des Anderen Philosophen brüsk auf, und der eintretende Yorick wünschte dem Anderen Philosophen einen philosophischen Guten Tag!, woraufhin der in diesem Augenblick immer unmerklich zusammenzuckende Andere Philosoph, an seinem Sekretär sitzend, philosophische Texte vor sich liegen habend, sich in seiner Sitzgelegenheit nicht auffällig langsam, aber auch ohne auffällige Eile umwandte und mit nüchternem Blick und in die Schiefe gezogenem Mund entgegnete: Einen „philosophischen Guten Tag“ auch dir, mein lieber Yorick! Und dann begann die Konversation, das heißt, Yorick begann damit, das heißt, Yorick konfrontierte den Anderen Philosophen mit seinen jüngsten und neuesten philosophischen Erkenntnissen und Erregungen, das heißt, Yorick erhitzte und vertiefte sich gleichermaßen und emittierte wie ein Kühlturm eines sowjetischen Atomkraftwerks, so konnte man sich das in etwa vorstellen, das heißt, Yorick war auf der Sprachebene von der Philosophie besetzt und auf der Gedankenebene von Denken Sie an die Möglichkeit eines Yorick! Unterschätzen Sie nicht die Möglichkeit des Auftretens eines Yorick etc . , so hatte man in etwa den Eindruck. Der Andere Philosoph hörte immer geduldig zu (was in seinem eigenen Kopf vorging, blieb unbekannt, wahrscheinlich artverwandte Gedanken zu Rechnen sie in ihrer täglichen Existenz mit der Möglichkeit eines Yorick! Unterschätzen sie nicht die Möglichkeit des Auftretens eines Yorick! ) und gab dann einen Kommentar dazu ab, der zwar gehaltvoll, in der Regel aber immer von ziemlich einfacher Art war, also vom Stil her wie auch vom Inhalt gar nicht so wirklich zu Yoricks Hervorbringungen zu passen schien. Was für ein Kontrast! Yorick sagte so viel, und der Andere Philosoph sagte dann immer so wenig! Darauf dachte sich Yorick, dass der Andere Philosoph die Komplexität seiner Argumentation offenbar nicht ganz verstanden habe , und wunderte sich insgeheim über diesen für ihn wenig erklärlichen Umstand, da der Andere Philosoph schließlich erwiesenermaßen ein großer Philosoph war. Vielleicht müsse er die ganze Sache aber tatsächlich noch einmal überdenken, sagte sich bisweilen Yorick, denn er hatte eine große Hochachtung vor dem Anderen Philosophen, woraufhin einige Tage darauf ein weiteres Mal die Tür zur Studierstube des Anderen Philosophen brüsk aufschlug und der hineinstampfende Yorick dem Anderen Philosophen einen philosophischen Guten Tag ausrichtete. (Es kam nur zwei Mal vor, dass der Andere Philosoph die Studierstube des Yorick aufsuchte. Das eine Mal, als der Andere Philosoph an einem Sonntag um 11 Uhr 30 Vormittag plötzlich sturzbetrunken in der Studierstube des Yorick gestanden war (den Schlüssel dafür hatte Yorick ihm Jahre zuvor einmal gegeben, für alle Fälle ) und behauptet hatte, das hier wäre seine Studierstube (wenngleich er in einem ganz anderen Stadtviertel ansässig war); das zweite Mal, als der Andere Philosoph einmal bei Yorick anläutete (den Schlüssel zu seiner Studierstube hatte Yorick ihm zuvor wieder weggenommen) und Yorick fragte, ob er sich schnell drei Zigaretten von ihm leihen könne. )

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