Stefan Raile - Späte Liebe am Meer

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Schon Napoleon wusste, dass die Liebe viele Gesichter hat. Die Geschichten des Bandes, die in Ostdeutschland, Ungarn, Portugal und Mexiko handeln, bestätigen es. Sie erzählen einfühlsam über unterschiedliche Beziehungen: von einem jungen Lehrer, dessen Frau Berit ihn mit einem einflussreichen Funktionär betrügt, da sie auf eine berufliche Karriere spekuliert, dem Bemühen eines NVA-Soldaten um das Verständnis seiner Freundin Simone, weil er sich zu drei Dienstjahren verpflichtet, die wundersame nächtliche Begegnung zwischen Jani und Edit, die sich durch einen Zaubertrunk an jenen magischen Ort erinnern, wo sie ihre Unschuld verloren haben, die späte Liebe eines Schriftstellers zu Fanni, die er während eines Winteraufenthalts an der Algarve trifft und bei Gesprächen sowie Ausflügen in die legendenreiche Umgebung erkennt, dass sie als Heimatvertriebene ein ähnliches Schicksal verbindet.

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„Ein Mädchen“, entgegnete sie. Dabei beobachtete sie mich und bemerkte, dass ich auf ihren ringlosen Finger blickte. „Er ist bei der Fahne“, sagte sie.

Ich sah mich durchschaut und griff nach meinem Glas. Später meinte ich: „Ehe auf Raten also. Das ist auch nicht grade das Schönste.“

„Man gewöhnt sich“, entgegnete sie, „und für ihn ist’s nicht unangenehm, immerhin hört er dort kein Kindergeschrei. Wissen Sie, wie so ein Menschlein quengelt und jammert, wenn’s krank ist?“

„Ich glaub schon“, sagte ich und dachte: Wie viel Nächte bin ich kaum zum Schlafen gekommen, als Kerstin Mittelohrentzündung hatte. Gewiss, Berit war ungemein fürsorglich, sie sprang sofort auf, wenn die Kleine zu wimmern begann, flößte ihr Medizin ein, strich ihr übers verschwitzte Haar und redete liebevoll mit ihr. Ich wurde jedes Mal wach, und oft trat ich ebenfalls ans Bett; denn mein Anblick beruhigte Kerstin. Eines Nachts konnte Berit nicht mehr, ihre Beine zitterten, als sie sich erhob, und sie torkelte vor Erschöpfung. Da übernahm ich die Pflege, obgleich ich morgens in die Schule musste, wo ich mit verquollenen Augen unterrichtete.

„Bei der Truppe hat er seine Kumpel“, fuhr Claudia fort, „dort gibt’s öfter ‘nen Jux, und das gefällt ihm. Für Späße war er schon immer. Bei einem lernte ich ihn kennen.“

Sie lagen auf einer Decke, Claudia und Katrin, wenige Schritte weg vom Ufer, wo das Wasser über glitschige Steine schwappte. Es war in der letzten Ferienwoche nach der Zehnten, sie wollten die paar Tage noch gemeinsam verbringen. Danach würde Katrin am Institut studieren, wohin auch Claudia so gern gemocht hätte, um alles über Makarenko, Pestalozzi und die Didaktik zu erfahren.

Das Wasser schimmerte grünlich im stillgelegten Kalkbruch, jenseits ragte schroffer Fels empor, zwanzig Meter oder mehr, an der zerklüfteten Wand kletterten mehrere Jungen, sie stellten sich auf die Vorsprünge, beugten die Köpfe, wippten ein bisschen in den Knien, dann sprangen sie, und einer erklomm eine schwer zugängliche Plattform, die andern schauten zu ihm hoch, er kauerte Sekunden und keuchte, schließlich richtete er sich auf und trat nach vorn, seine Zehen tasteten, er blickte in die Tiefe, dann stieß er sich ab. Claudia beobachtete, wie er eintauchte, wenige Spritzer flogen auf, die Badehose schimmerte durchs Wasser, nur kurz allerdings; denn der dunkle Grund schluckte das Licht. Stille herrschte, lange, endlich kam der blonde Haarschopf zum Vorschein, und die Jungen begannen zu johlen.

Nachher schwammen Claudia und Katrin weit hinaus, sie sahen nicht einmal mehr ihren Liegeplatz, weil Bäume die Sicht behinderten. Später, als sie sich anzogen, merkte Claudia, dass ein Kleidungsstück fehlte.

„Nimm’s nicht tragisch“, meinte Katrin. „Drüben soll ohne modern sein.“

Sie bestiegen ihre Fahrräder, kamen aber nicht weit, da hinter der ersten Biegung etliche Jungen den schmalen Weg versperrten. An seiner Badehose erkannte Claudia den, der von der Plattform gesprungen war, er stand breitbeinig vor den andern, hielt die Arme auf den Rücken und sagte: „So dürft ihr nicht in die Stadt!“

„Wieso?“, fragte Katrin.

„Die Sittenpolizei würde euch hoppnehmen.“ Er betrachtete sie ungeniert und grinste.

„Blödian“, sagte Katrin und wollte sich an ihm vorbeischieben, doch er griff mit der rechten Hand nach ihrem Lenker, die linke streckte den BH vor.

„Gib her“, forderte Claudia und langte danach.

Der Junge war schneller, er zog den Arm zurück. „Erst den Finderlohn“, sagte er.

Katrin verzog verächtlich die Mundwinkel. „Finderlohn? Ihr habt ihn doch geklaut!“

„Dann eben Diebeslohn“, meinte der Junge.

Claudia fragte: „Wie viel?“

„Einen.“

„Was?“

„Kuss.“

Sie sah ihn vor sich stehen, groß und breitschultrig, seine Augen waren blau, sie dachte: beinah himmelblau, und als er näherkam, wich sie nicht aus, seine Arme griffen nach ihren Schultern, sie spürte den kräftigen Händedruck und die Lippen auf ihrem Mund, sie wehrte sich nicht.

Am folgenden Tag radelten sie wieder zum Kalkbruch, denn dort war Andreas, er hockte sich zu ihnen auf die Decke, und Claudia hatte nur noch Augen für ihn. Erst als die Freundin ihre Sachen zusammenpackte und das Bündel auf den Gepäckhalter schob, blickte sie verwundert auf.

„Was ist?“, fragte sie.

„Ich bin keine Anstandsglucke.“

„Du störst nicht. Stimmt’s, Andi, sie stört nicht?“

„Nein“, pflichtete er ihr bei, „aber wir brauchen sie nicht unbedingt.“

Katrin verfärbte sich ein bisschen, ihre Finger pressten den Lenker, wortlos fuhr sie davon.

Claudia verbrachte die letzten Ferientage mit Andreas, auch die folgenden Wochenenden, sie wurde Stammgast auf seinem Sozius, sah Schwalben auf den Drähten, Nebel über den Wiesen sowie wirbelnde Blätter im Wind, und einmal hielten sie in der Stadt mit dem riesigen Rummel auf dem Marktplatz, dort ließen sie nichts aus, kein Karussell, keine Losbude, selbst die Luftschaukel nicht, darin wurde Claudia übel, sie torkelte, als sie ausstiegen, Andreas stützte sie, und er sagte: „Wir fahren nicht mehr, könnten’s auch gar nicht; denn bis auf ein paar lausige Groschen haben wir alles verjuchtelt.“

Er drückte ihr einen gewonnenen Stoffhund mit Plüschohren in die Hand, und sie hielt ihn fest, während sie zum Motorrad gingen. Als sie es erreichten, war Claudia noch ein bisschen blass, fühlte sich aber schon viel besser.

„Andi“, sagte sie, „wir dürfen das Geld nicht mehr so verschleudern.“

„Warum?“

„Weil wir’s brauchen werden.“ Sie lächelte unsicher, wagte nicht, ihn anzusehen, sondern pusselte an dem Tier herum, zupfte an den Ohren. „Einen Anfang haben wir immerhin“, meinte sie schließlich. „Der Hund wird das erste Spielzeug sein.“

Da begriff Andreas, wollte es aber nicht wahrhaben. „Du flunkerst“, behauptete er.

„Es stimmt“, entgegnete sie. „Oder glaubst du, mit so was könnte ich spaßen?“ Sie suchte nach einer Spur Freude in seinem Gesicht, fand aber keine, deshalb sagte sie: „Dir ist’s bloß nicht recht.“

„Recht“, maulte er, „was heißt recht? Die Zeit ist ungünstig. Versteh doch: Wir lieben uns. Reicht dir das nicht? Bis jetzt haben wir nichts: kein Geld, keine Wohnung. Ein Kind kommt auch später zurecht.“

Er spricht wie meine Eltern, dachte sie. Zwar tobt er nicht wie Vater, noch barmt er wie Mutter, doch möchte er im Grunde das Gleiche. Sie musste schlucken, der Speichel schmeckte bitter, sie schwieg lange, sagte endlich: „Ich will’s aber. Und wenn alle dagegen wären, ich will’s!“

Sie drängte ihn nicht, überließ alles ihm. Wenn es sein müsste, schaffte sie es auch allein. So viel würde sie verdienen, ums durchzustehen, auch ein bisschen mehr; denn sofern eine Friseuse geschickt ist, aus dem dünnen Haar der Frau Doktor oder der Klempner-Meister-Gattin eine beachtliche Lockenpracht zaubert, mit allerlei Tricks und Raffinessen, fließen die Trinkgelder. Damit tröstete sie sich, drei Wochen lang, danach stand eines Abends Andreas vor dem Salon, mit eingezogenem Kopf und regennass, er langte ein paar welke Alpenveilchen aus der Manteltasche, sagte: „Jetzt will ich’s auch.“

Nun schien ihr Verhältnis wieder normal, doch wie früher wurde es nicht mehr, das spürten beide, begriffen nur nicht, warum. Seit er bei der Armee war, warteten sie wieder und wieder auf die Urlaubstage, aber die erhoffte Wende brachte keines der Wiedersehen, und Andreas zog es immer öfter zu seinen Kumpeln am Biertisch.

„Jetzt muss ich wirklich gehen“, sagte Claudia.

Ich winkte den Kellner herbei und zahlte, danach schlenderten wir durch etliche Straßen, wenige Menschen begegneten uns bloß, ich achtete kaum auf sie. Schließlich standen wir vorm Haus, in dem ich wohnte, ich war erstaunt, als ich’s merkte. Claudia schaute mich an, mir kam es vor, als läge Erwartung in ihrem Blick, deshalb fragte ich: „Kommst du mit hoch?“

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