30 der 34 Gleitergruppen landen in den vorgesehenen Zonen - wenngleich nicht immer sicher oder verlustfrei. Gleiterpilot Leutnant Hans Sieg von der II. Gruppe des LLG1 soll mit den Männern der Gruppe „Panther“ nahe der „Zitadelle“, dem mutmaßlichen Stabsquartier der Partisanen, landen. 160 Mann in 16 Gleitern hat er unter seinem Kommando. Sieg löst den Bremsfallschirm erst im letzten Moment und knallt mit der Besatzung fast gegen eine Friedhofsmauer. Sämtliche Luken und Hauben fliegen weg. Sofort schlägt den Gelandeten MG- und Gewehrfeuer entgegen. Ein weiterer Gleiter bricht sich bei der Landung an der Friedhofsmauer die Steuerbordtragfläche ab. Die Männer springen heraus und werfen sich über die Mauer. Dort stellen sie bald fest, daß die „Zitadelle“, das angebliche Hauptquartier des Tito-Stabs, nur ein ordinärer Kleinstadtfriedhof auf einem Hügel ist - die Luftbildauswerter haben sich auf verhängnisvolle Weise geirrt. Das einzige, was die deutschen Soldaten finden, sind ein paar Flak-MGs der Partisanen. Die Bedienungsmannschaften sind unter dem deutschen Bombardement geflohen. 63Einige der gelandeten Fallschirmjäger setzen den fliehenden Partisanen nach und werden im Nahkampf niedergemacht. 64
7.07 Uhr. Weitere Besatzungen zwängen sich aus den Lastenseglern, werfen sich ins Gras. „Vereinzelt zirpen Geschosse durch die Halme“, schreibt Viktor Schuller. „Maschinenpistolen bellen zurück, jetzt auch ein 1. MG“. Schullers Flugzeugführer, „ein blutjunger Unteroffizier“, schiebt sich Handgranaten hinter das Koppel. Aus dem Piloten wird im Nu ein Infanterist. Schuller beobachtet die Segler, die noch in der Luft sind. „Einer nimmt einen halben Obstbaum mit, der andere rutscht den Hang hinauf und bremst mit der Nase, daß es splittert.“ Aus den Seglern springen SS-Soldaten, „zerren ihre Waffen hinterher“, sammeln sich. „Unerhörte Bilder drängen sich hier in Minuten zusammen“, schreibt Kriegsreporter Schuller. „Dieses Landen der Segler, das Herausstürzen verwegener Gestalten mit den schußbereiten Waffen in der Faust, wie ein Spuk am hellichten Morgen in grüngefleckten Jacken mit dem Tarnnetz vor dem Gesicht. Einige Feuerstöße - dann krempeln sie sich die Ärmel hoch.“ 65
11. Streng geheim. Plan und Vorbereitung
Die Vorsichtsmaßnahmen der Deutschen, die Operation vor dem Feind geheimzuhalten, waren von Beginn an streng. Auf die Bereitstellung nichtdeutscher Formationen wurde fast ganz verzichtet. Kroatische Soldaten und selbst die Volksdeutschen der 7. SS-Freiwilligen-Gebirgs-Division „Prinz Eugen“ galten als Sicherheitsrisiko, weil sie unvermeidlich Kontakt mit der Zivilbevölkerung hatten. Die Soldaten der „Prinz Eugen“ stammten fast alle aus Kroatien, Serbien oder Rumänien. In der kroatischen 373. Infanterie-Division wußte nur das deutsche Führungspersonal von dem geplanten Einsatz. Vor allem in den Reihen übergelaufener Partisanen, die auf Seiten der Achsenmächte dienten, vermutete die deutsche Führung eingesickerte Spitzel.
Die Luftlandetruppen waren bereits Anfang März 1944 von Südfrankreich nach Jugoslawien verlegt worden. Hitler hatte schon im Juni 1943 einen Befehl zur Bekämpfung der Aufständischen in Kroatien erteilt. Zweieinhalb Monate blieben die Luftlandesoldaten damit auf Feldflugplätzen kaserniert. Die Lastensegler wurden erst am Tag vor dem Abflug in die unmittelbare Nähe der Ausgangsflughäfen verlegt. Auch die motorisierten Verbände erreichten ihre Ausgangsstellungen erst im letzten Augenblick.
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