Inga Berg - Wo Anders

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Maike ist 10 Jahre alt, etwas zu groß für ihr Alter, und ihrer Meinung nach zu dick. Sie wächst in der wohlhabenden Gesellschaft Heidelbergs der 70er Jahre auf. Die Familie von Hochfelden lebt in einer repäsentativen Villa. Der Vater Victor von Hochfelden, ist ein erfolgreicher und anerkannter Rechtsanwalt für Scheidungsrecht.
Doch Maike sieht Abend für Abend das wahre Gesicht ihres Vaters. Maike wünscht sich in eine Zeit, in ein anders Leben. Immer tiefer gerät sie in die Schattenwelt der Fantasie und der Träume, taucht darin unter und findet damit eine Möglichkeit, sich vor Schmerz und Enttäuschung zu schützen, entflieht so der Realität.
Unter dramatischen Ereignissen gerät Maike immer tiefer unter den Einfluss der alles umgebenden schwarzen Macht, der sie sich bedingungslos hingibt…

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Ich schloss meine Augen, spürte die Wärme und das Leben, das aus ihrer Hand in die meine zu fließen schien und mich völlig erfüllte. Die Welt um mich herum tauchte auf in farbenfrohem, warmem Licht. Zuerst konnte ich mich gegen ein Lächeln nicht mehr wehren, dann wurde aus dem Lächeln ein Grinsen und zu guter Letzt kam das, was sich da unkontrolliert in mir regte sturmflutartig nach außen. Schaffte sich Platz und Raum in Zeit und Gegenwart. Überflutete mich, riss mich mit, entließ mich in eine andere Realität. Ich wurde eins mit all der mich umgebenden Freude, der Sommersonnenlaune, dem Ferienzeltlagergefühl. Endlich gab mein Sein dem kindlichen Impuls nach, wurde meine Seele frei. Nach einer schier nicht enden wollenden Ansprache des Obererlebnispädagogen wurden wir namentlich aufgerufen und in die Zelte verteilt. Jede dieser Behausungen als Schutz gegen Regen und anderer Unannehmlichkeiten, war bestückt mit fünfzehn Feldbetten. Eines davon war für mich gedacht. Mein neues Privatdomizil für die nächsten sechs Wochen. Esthers Residenz lag neben der Meinen, gleich neben dem Zelteingang und gegenüber unserem Zeltwebel, denn jedem Zelt stand ein Untererlebnispädagoge vor. Die anderen dreizehn Insassen hatten schnell ihre Wohnsitze bezogen und mit einzigartigen, ganz individuellen Accessoires ausgestattet. Sie thronten zwischen neuen lilablassblaukarierten, mit Goldbeschlägen verzierten Rucksäcken und eleganten Picknicksets, zum stilvollen Aufnehmen der Mahlzeiten. Zwei der Mädchen, eine der Beiden war Katharina, die Tochter unseres Nachbarn und zwei Jahre älter als ich, hatten sogar Decken mitgebracht, obwohl jedes der Chaiselongues mit einer Militäratmosphäre verbreitenden, mausgrauen Decke ausgestattet war. Passend zu der grauweißen Leinenbespannung der Feldbetten auf hellgrauem Planenboden unter weißem PVC-Dach.

Neid und Wut brach in mir auf, meine wiederentdeckte Kindheit zu unterdrücken. Warum hatte ich keine cremeweiße, flauschige Wolldecke dabei. Wo waren mein mit Blumendekor verzierter Teller und mein silberfarbenes Besteck? Sogar Servietten hatte sie in ihrem „Ich nehme mein Mittagessen stilecht ein“ – Care-Packet. Ohne den Blick von ihr zu wenden, angelte ich nach meinem „Ich gehöre dazu“ - Rucksack. Doch ich griff ins Leere. Wiederholt schwenkten meine Hände Richtung Zeltplanenboden, doch da war nichts.

Als sie zu mir herüberblickte nahm ich demonstrativ meine kratzige, schmutziggraue Zeltlagereigentumwohlfühlausstattung in den Arm. Gespielt abgestoßen wandte sie sich ab.

Das war ja so gemein! Sie sollte es nicht besser haben als ich. Ihr Vater war nur ein seltsamer, schrulliger Mann, niemand wusste so genau, was er den ganzen Tag machte und manchmal war er wochenlang nicht zu sehen. Und das Haus, in dem sie lebten, war auch nur gemietet, betonte meine Mutter immer. Mein Vater dagegen war Dr. Victor von Hochfelden. Ein bedeutender Rechtsanwalt in Sachen Scheidungs- und Familienrecht mit zweifachem Scheidungsselbstversuch. Wobei Letzteres von meiner Mutter nur ungern zur Sprache gebracht wurde. Auf jeden Fall war mein Vater viel bedeutender und somit hatte ich das Recht auf weißen Plüschträumen gebettet zu werden und nicht die schöne Katharina. Aber wo war, verdammt noch mal, mein Rucksack. Fluchen durfte ich nicht, genau deswegen tat ich es.

Wieder und wieder griff ich ins Nichts. Unter das Bett war er nicht gerutscht, auf dem Bett lag er nicht, auch die Decke hatte ihn nicht verborgen. Langsam beschlich mich ein ungutes Gefühl, das immer mehr zur Gewissheit wurde; ich hatte ihn im Tumult des auf dem Kirchplatz stattgefundenen Homerun einfach vergessen. Diese blöden übereifrigen Muttis hatten zwar mich siegestrunken in den Bus verfrachtet, aber mein „ich hab dich lieb Gedanke“ meiner Mutter war zurückgeblieben. War mir einfach verloren gegangen. Vielleicht hatte sie mir auch eine kuschelweiche Schmusedecke eingepackt und meinen orangefarbenen Lieblingspicknickbecher. Noch einmal sah ich fieberhaft überall nach. Drehte das Unterste zu oberst und das Oberste zu unterst. Schließlich hing ich mit den Beinen in der Luft, Kopf unter von der Kante meines Feldlagers, das zu kippen drohte. Doch mein Stück eigenes zu Hause war und blieb verschwunden. Resigniert setzte ich mich wieder auf.

Tränen kämpften sich in mir hoch. Schnell schloss ich meine Augen, um der Schwäche nach außen keinen Raum zu geben, doch zu spät, heiß lief mir eine Träne die Wange herunter und hinterließ eine brennende Spur der Scham auf meinem Gesicht. Noch bevor ich sie mit meinem Ärmel erwischte, tropfte sie auf meinen Schoß. Höhnisches Gelächter drang in mein Bewusstsein, dröhnte durch meinen Kopf. Ich sah auf und wusste genau, dass ich auch diesmal nicht wirklich Jemanden sehen würde, der mich auslachte, und doch war es da, dieses Lachen, dieses nicht hörbare erniedrigende Lachen. Es war kein neues Gefühl, mir wohl vertraut und folgte mir wie ein Schatten. War immer da, wo ich schwach wurde, wo meine Gefühle nach außen traten und sei es nur in Form einer kleinen Träne.

Esther, die mich die ganze Zeit beobachtet hatte, setzte sich neben mich auf die Bettkante und hielt mir ein blütenweißes Leinentaschentuch vor die Nase. Sie lachte mich nicht aus oder sah verschämt weg, sie kam nicht, um mir irgendetwas Aufmunterndes zu sagen wie, stell dich nicht so an, ist doch nur eine Tasche. Sie saß da, sah mich an mit ihrem sanften Sommersonnenhimmelblau und hielt mir einen Hauch von Trost entgegen, zart mit feinen Blümchen bestickt. Nachdem ich das Taschentuch genommen und meine zweite, verräterische Träne aufgefangen hatte, stand sie auf, ging zu ihrem Platz, holte ihren Rucksack und begann, zu meinen Füssen sitzend, auszupacken. Neugierig setzte mich zu ihr auf den Boden.

Ich spürte die Feuchtigkeit des unter dem Planenboden befindlichen Grases, das nun langsam zu verrotten begann und den typischen Zeltgeruch freisetzte. Zusammen mit Esther war ich zwischen den Betten unsichtbar geworden. Kinder, Bewohner dieser seltsamen, grauweißen Zeltwelt gingen ein und aus, fröhlich schwatzend, hochgradig beschäftigt oder ziellos schlendernd, aber wir, zwischen den Bettenburgen im Schutz der Deckenmauern blieben unentdeckt, unbeachtet. Esther breitete ihre Schätze vor mir aus, brachte sie mir dar. Das Wenige, das sie hatte, war sie bereit, mit mir zu teilen.

Da war ein kleines Taschenmesser, dessen Holzgriffe schon den Glanz und die blaue Lackierung verloren hatten. Es war das Taschenmesser ihres Bruders, der es ihr für die Dauer des Zeltlageraufenthaltes geliehen hatte.

Ich hatte keinen Bruder, nur einen quälenden Neffen, zwei Jahre jünger als ich und quasi Dauergast in unserem Haus. Auch jetzt war er wahrscheinlich bei uns und ließ sich von meiner Mutter bedienen. Stöberte durch mein Zimmer und suchte nach Dingen, die er „gut gebrauchen“ könne. Es war doch alles ersetzbar und wenn er etwas fand, bekam er es und ich etwas Neues.

Tristan war der Sohn meiner Halbschwester Carla, aus erster Ehe meines Vaters.

Sie und meine Mutter waren zusammen in die Hauswirtschaftsschule gegangen, waren beste Freundinnen gewesen, hatten alles miteinander geteilt. Auch meinen Vater, nur auf völlig andere Art. Carla hasste mich!

Das Zweite, was Esther auspackte, war eine halbe Tafel Schokolade, die hatte ihr ihre Schwester aus ihrem Süßigkeitendepot abgerungen. Gerne wäre auch sie mit in das Feriendomizil ihrer kleinen Esther gegangen, aber das konnte sich die Familie nicht leisten. Warum gerade sie hier oben auf dem Königstuhl Ferien machen durfte, vergaß ich zu fragen.

Ein Stück von Esthers Schokolade zerschmolz in meinem Mund, legte sich um meine Sinne, verdunkelte meine Wahrnehmung. Ich floss wie das cremige Süß auseinander. Löste mich auf in Traum und Phantasie. Dann war er weg, der herrliche Geschmack nach anders sein, wo anders sein.

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