Sein Lachen dringt an meine Ohren. Es sorgt dafür, dass sich eine Gänsehaut auf meinem Körper bildet. Allerdings ignoriere ich die.
„Ich bin mir sicher, dass du nicht hier bist, weil du dich mit mir über den Inhalt der Schränke unterhalten willst.“
Es ist nicht das erste Mal, dass er mir beweist, dass er genau weiß, was in meinem Kopf vor sich geht.
„Also, was ist los?“
Neugierig sieht er mich an, während er einen Karton schließt und ihn zu den anderen stellt.
„Wir müssen deine Möbel mitnehmen“, seufze ich, da ich weiß, dass ich um dieses Thema nicht drum herumkomme. „Und dabei meine ich alle, nicht nur die, die du mitnehmen willst. Wir haben kein Bett und keinen Tisch. Wir haben nicht einmal Stühle.“
Da ich ihn nicht aus den Augen lasse, entgeht mir auch nicht, dass er mich überrascht ansieht. Dann überbrückt er die restlichen Meter, die sich zwischen uns befinden und bleibt schließlich dicht vor mir stehen, sodass ich meinen Kopf ein wenig in den Nacken legen muss, um ihn ansehen zu können.
„Ich habe dir schon einmal gesagt, dass du dir nicht deswegen den Kopf zerbrechen musst. Es ist alles unter Kontrolle.“
Mit diesen Worten drückt er mir einen Kuss auf die Lippen und geht dann an mir vorbei, bevor ich noch etwas zu diesem Thema von mir geben kann.
Ich kann nicht verhindern, dass sich leichte Panik in mir breit macht. Doch das würde wahrscheinlich allen so gehen, wenn sie die Aussicht darauf haben, in ein leeres Haus zu ziehen und keine Ahnung, wann sie Möbel bekommen werden.
Kurz überlege ich, ob ich ihm folgen soll, um ihn weiter damit zu nerven, doch das mache ich nicht. Zum einen liegt es daran, weil ich mich heute sicherlich nicht mit ihm streiten will und zum anderen wird er mir nur wieder aus dem Weg gehen.
Stattdessen lasse ich mich seufzend auf die Matratze sinken. Doch kaum hat mein Hintern den weichen Stoff berührt, höre ich, wie die Wohnungstür geöffnet wird, bevor die Stimme meines Vaters ertönt.
„Wir haben ein Problem“, verkündet dieser mit aufgebrachter Stimme.
Ich kann nicht verhindern, dass sich ein ungutes Gefühl in mir breit macht. Zum einen liegt es daran, dass ich mir im Vorfeld bereits gedacht habe, dass es irgendwelche Katastrophen geben wird. Es wäre unnormal, wenn genau das nicht passiert wäre. Und auf der anderen Seite ist es der Gesichtsausdruck meines Vaters, den er aufgesetzt hat, als ich in das kleine und viel zu voll gestellte Wohnzimmer komme.
Diesen kenne ich nämlich sehr gut und lässt nichts Gutes erahnen.
„Was ist passiert?“, frage ich ihn, auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob ich das eigentlich wissen will.
Allerdings muss ich erfahren, was geschehen ist. Nur so habe ich nämlich die Gelegenheit, es wenigstens ansatzweise unter Kontrolle zu bekommen. Auch wenn ich zugeben muss, dass die Chance dafür eher gering ist.
„Der LKW hat einen platten Reifen. Wir müssen warten, bis der Pannendienst hier war und ihn getauscht hat.“
„Wie konnte das denn passieren?“
Zane, der gerade dabei ist, mit einem Kollegen den Wohnzimmerschrank in seine Einzelteile zu zerlegen, dreht sich in die Richtung meines Vaters.
„Ich habe keine Ahnung. Er hat zur Seite gezogen und nachdem ich unten stehen geblieben bin, habe ich gesehen, dass der Reifen platt ist.“
Im ersten Moment kommt es mir so vor, als würde er einen Scherz machen. Irgendwie hoffe ich das auch. Doch ich brauche nur einen Blick in sein Gesicht zu werfen, um zu wissen, dass es nicht so ist. Nein, er meint es ehrlich.
„Der Pannendienst? Das Teil ist ein LKW. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der mal eben gewechselt werden kann.“
„Doch, das ist überhaupt kein Problem.“
Mein Vater sieht mich beschwörend an, doch so wirklich konzentriere ich mich überhaupt nicht mehr auf ihn.
„Entschuldigt, dass ich jetzt erst komme. Aber ich bin nicht von der Arbeit weggekommen“, verkündet nun Katie mit guter Laune, als sie ebenfalls in die Wohnung kommt.
Es dauert einen Moment, doch schließlich sieht sie uns alle fragend an.
„Ist etwas passiert?“
„Wir müssen auf den Pannendienst warten“, erkläre ich.
Keine Möbel, kein LKW und wahrscheinlich heute auch kein Umzug. Ich kann nicht für mich behalten, dass ich nicht sehr davon begeistert bin, da ich mir das eindeutig anders vorgestellt habe.
„Das ist aber überhaupt kein Problem. Schließlich können wir die Möbel schon nach unten bringen und sobald der Reifen fertig ist, laden wir alles ein.“
Ich wünschte, ich hätte gerade die gleiche Zuversicht wie mein Vater. Die habe ich jedoch nicht. Mein Verstand sagt mir nämlich, dass sich alles ein wenig in die Länge ziehen wird.
Dennoch nicke ich, da mir gerade nichts anderes übrig bleibt.
„Ich habe morgen frei, kann also bis zum bitteren Ende bleiben“, erklärt mir Katie, nachdem die Männer angefangen haben, den Kühlschrank nach unten zu bringen.
Ich will gerade den Mund aufmachen und etwas von mir geben, als ein lauter Knall an meine Ohren dringt. Augenblicklich renne ich zum Fenster und sehe hinaus. Das, was ich dort erblicke, sorgt dafür, dass ich scharf die Luft einziehe.
„Scheiße“, entfährt es mir, als ich erkenne, was passiert ist.
Der Kühlschrank liegt mitten auf dem Gehweg. Die rechte Tür hängt nur noch halb in den Angeln, während die linke zwar noch immer geschlossen, aber wahrscheinlich nicht mehr zu gebrauchen ist. Schließlich ist das riesige Ungetüm darauf gefallen.
Es dauert einen Moment, doch dann tauchen die Männer in meinem Sichtfeld auf. Ein wenig ratlos stehen sie daneben und betrachten das kaputte Gerät.
Sie wechseln ein paar Worte. Allerdings sind sie weit entfernt, sodass ich keine Ahnung habe, was sie genau sagen.
„Das fängt ja super an“, stöhne ich genervt.
Katie wirft mir nur einen vorsichtigen Blick zu, geht jedoch nicht weiter darauf ein. Und ehrlich gesagt bin ich froh darüber.
Wie sich herausstellt ist ein kaputter Kühlschrank und ein platter Reifen nicht unser einziges Problem, welches wir an diesem Tag haben. Denn mit lautem Flüchen, die wirklich sehr einfallsreich sind, versuchen sie das Sofa durch die Tür zu bekommen.
Schon alleine deswegen bin ich froh, als wir vier Stunden später endlich den LKW beladen haben. Und dabei sollte ich vielleicht auch erwähnen, dass ich nicht damit gerechnet habe, dass es so lange dauern wird.
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