Bernhard Höfellner - Jenseits der Tür

Здесь есть возможность читать онлайн «Bernhard Höfellner - Jenseits der Tür» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Jenseits der Tür: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Jenseits der Tür»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

9 Kurzgeschichten aus dem weiten Feld der Phantastik. Sei es eine bizarre Begegnung mit Außerirdischen auf einer einsamen Landstraße, der Einbruch des Rätselhaften im wohl behüteten Alltag, oder der Besuch eines Spukhauses – hier scheint alles möglich!

Jenseits der Tür — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Jenseits der Tür», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Ich machte einen Schritt und atmete dabei lautstark ein. Damit wollte ich mich gegen die Stille stemmen, dem Wald sagen: Sieh her! ICH BIN DA!

Aber nichts! Der Wald schwieg und die Welt mit ihm. Noch nicht einmal das ferne Rauschen der Autobahn, das dumpfe Dröhnen des Luftverkehrs über mir - es gab kein einziges wie auch immer geartetes Geräusch, abgesehen von jenen, die ich zu fabrizieren in der Lage war. Ich begann zu pfeifen. Ich hörte bald wieder auf damit. Es macht dir mehr Angst allein zu pfeifen, als gar nichts zu hören. Es ist das Eingeständnis an sich selbst, jetzt völlig allein zu sein und dass dies nicht in Ordnung war.

Es war absolut nicht in Ordnung! Ich griff nach einem herunterhängenden Ast und riss so fest daran, wie ich nur konnte. Irgendetwas musste ich hören! Etwas, das ich tat, musste doch die Tiere aufschrecken, die mich zweifelsohne in nächster Nähe umgaben.

Aber der Wald blieb still. Ein letztes Mal sah ich mich um. Hundert Meter lagen vor mir zur ersten Weggabelung. Vier Kilometer geradeaus würden mich an den Rand der nächsten Ortschaft führen, einer stillgelegten Kiesgrube. Links führte ein Weg zwei Kilometer fast schnurgerade zu einem kleinen Bachlauf und rechts waren es drei Kilometer, bis der Forstweg eine große Kurve nach links machen würde und dann vor einem umzäunten Trafohäuschen endete. Das alles wusste ich. Was jetzt?

Der Weg, den ich gekommen war! Er führte mich zurück in eine Welt voller Geräusche, eine Welt voller Leben! Ich riss noch einmal aus purem Trotz an dem tiefhängenden Ast und erschauderte, wie sehr das verursachte Geräusch vom dumpfen Wald verschluckt wurde. Es gab keinen Nachhall. Das Rascheln und Knacken erstarb fast augenblicklich.

So wandte ich mich, nicht ohne Angst, meinem Nachhauseweg zu, der sich nun vor mir erstreckte. Viertausend Schritte, das entsprach etwas mehr als drei Kilometern. Davon fast zwei Kilometer durch den Wald, diese Wand aus Stille. War der Wald seit meinem Betreten so still? Ich hatte keine Ahnung. Verfluchte Kopfhörer. Verfluchter Gustav Mahler. Langsam beschleunigte ich meinen Schritt. Die Bäume links und rechts kamen mir mit einem Male völlig neu und fremd vor. Es gab keine Lücken zwischen ihnen, durch die man den fernen Himmel sehen hätte können. Wo stand die Sonne? Es war früh. Sie schien, jenseits der Bäume. Sie sollte im Osten sein, auf dem Weg nach Süden. Sie sollte also links hinter mir stehen. Doch ich warf keinen Schatten. Jeder Schatten den ich werfen hätte können, wurde von den Schatten der stillen Bäume verborgen. Und über allem diese verfluchte Stille!

Ich verfiel in einen leichten Laufschritt. Ich musste raus aus diesem Wald. Vor mir müsste gleich die Kurve nach rechts kommen. Ich würde ein Feld passieren, eine kleine Lichtung am Waldrand. Da würde ich Sonne haben, wieder einen Schatten. Immer schneller setzte ich einen Fuß vor den Anderen und lief. Schweiß rann mir Rücken und Gesicht. Gleich würde die Kurve kommen. Doch warum sah ich keine? Wo war die Lichtung mit dem kleinen Feld auf dem mal Weizen, mal Gerste und mal Raps gepflanzt wurde? Kannte der Bauer um die Stille in diesem Wald?

Ein Zerren in meiner linken Wade kündigte einen Krampf an. Ich hielt dagegen und lief. Schneller werdend wollte ich diese Kurve erreichen, die nicht kam! Das Feld, die Sonne, die Kurve, der Weg aus diesem Wald. Meine Schritte verhallten keine handbreit um meinen Körper. Kein Widerhall aus dem Wald begleitete mich. Mein Schnaufen und Keuchen und Stöhnen umhüllte mich wie eine dumpfe Glocke. Flüssigkeit lief mir über das Gesicht. Es war nur zum Teil der Schweiß. Ich heulte, war verzweifelt, hatte Angst. Ich lief und lief und hoffte auf die Lichtung mit dem Feld. Hoffte, einen kurzen Blick auf blauen Himmel aber wohin ich schaute, sah ich nur dichte Blätter oder das dunkle Grün der Fichten.

Ich blieb stehen. Stoppte aus vollem Lauf und ging in die Hocke. Ich sog mit tiefen Atemzügen Luft in meine Lungen. Diese brannten von der ungewohnten Anstrengung. Nur sehr langsam beruhigte sich mein Puls. Ein Blick auf meine Smartwatch verriet mir, dass ich seit meiner Umkehr viertausendfünfhundert Schritte gelaufen war. Ich hätte längst zuhause sein müssen.

War ich falsch abgebogen? Hatte ich mich von der Stille so verunsichern lassen, dass ich die falsche Richtung eingeschlagen habe? War ich so versunken in Gedanken und Musik, dass ich den Wald durch einen anderen Weg, als den Üblichen betreten hatte?

Alle schien mir möglich. Nichts davon plausibel. Ich lief auf einer Straße, die kein Ende nahm. Stand in einem Wald, der keinen Himmel hatte. Und ich schrie in eine Stille, die mich nicht hören konnte.

Erschöpft lehnte ich mich an einen Baum und glitt an seinem Stamm zu Boden, bis ich saß. Weiches grünes klammes Moos empfing meinen müden Körper. Nur zehn Minuten ausruhen, zu Kräften kommen, dann würde ich mein Glück in der anderen Richtung versuchen. In Gedanken lief ich den Weg durch den Wald ab, vorbei an drei weiteren Gabelungen, immer geradeaus, durch eine kleine Senke, eine sanfte Anhöhe hinauf, bis sich links die stillgelegte Kiesgrube öffnete. An deren Rand entlang, mit Blick auf blauen Himmel, die Bäume hinter mir, musste ich nur noch wenige hundert Schritte laufen, bis ich die ersten Häuser rechts von mir zu sehen bekam. Der Kindergarten schloss sich gleich nach dem Ortsschild an, eine Bäckerei gleich gegenüber. Dort würde ich mir Kaffee holen und zuhause anrufen, um mich abholen zu lassen.

Nach fast einer Stunde stand ich schließlich auf. Ich fühlte mich unendlich müde. Meine Waden brannten. Das konnte unmöglich von der Anstrengung herrühren. Ich war zwar untrainiert, aber nach vier Wochen Reha war ich fitter denn je.

Es war die Stille. Sie saugte mich aus, zehrte an meinen Reserven. Leichte Stretch- und Dehnübungen sollten mich vor Krämpfen bewahren, dann lief ich in leichtem Tempo los. Ich passierte die erste Gabelung - links zum Bachlauf, rechts zum Trafohäuschen - und ich hatte das Gefühl, wieder in Form zu kommen. Wurde es nicht auch heller? Während ich lief, achtete ich nicht mehr auf die Stille. Außer meinen Schritten, meinem Atem und dem metallischen Klimpern meiner Schlüssel blendete ich alles aus. Meinen Blick fest auf den Weg vor mir gerichtet lief ich weiter. Jetzt müsste eigentlich eine der nächsten Weggabelungen kommen. Doch so sehr ich mich auch anstrengte, vor mir konnte ich keine Gabelung ausmachen. Der Weg führte sanft ansteigend schnurgerade durch den stillen Wald. Ich verscheuchte die Gedanken an die Stille und summte ein paar Takte aus Mahlers dritter Symphonie. Es half. Zumindest bis ich eine Pause einlegen musste. Ein neuerlicher Blick auf meinen Schrittzähler bestätigte, was ich bereits geahnt, nein, gefürchtet, hatte: Ich war nun mehr als viertausend Schritte gelaufen, die Kiesgrube hätte sich links vor mir auftun, der Waldrand zum Greifen nah sein müssen. Stattdessen sah ich nur noch dichteres Grün um mich. Und mittendrin war ich und schnaufte und keuchte und schwitzte. Ich war am Ende. Konnte nicht mehr. Langsam ging ich auf der Stelle und sah mich um. Ein paar Steine kickte ich mutwillig in die Büsche. Mir war nach Heulen zumute, nach schmollen und aufgeben. Warum hatte ich mein Telefon nur zuhause gelassen? Weil es in diesem Wald sowieso nie Empfang gab. Kein Empfang, kein GPS, gar nichts. Noch nicht einmal Geräusche. Es war wie der Aufenthalt in einem Floatingtank.

Dann traf ich eine Entscheidung. Ich wollte warten. Hier. An Ort und Stelle ausharren, bis mich meine Frau vermissen würde, wenn sie es nicht schon längst tat. Für eine Stunde wollte ich weg sein, jetzt war ich seit mehr als drei Stunden unterwegs. Was würde sie tun? Sie wusste, wo ich hin wollte. Ich ging vor meiner Reha gern in diesen Wald. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich aufmachen würde, um mich zu suchen, war gegeben. Sie konnte mit dem Fahrrad den Hügel hochkommen, immer geradeaus in den Wald fahren und mich finden. Alles, was ich zu tun hatte, war an Ort und Stelle bleiben und mich finden lassen. Ich suchte mir ein schönes Plätzchen und setzte mich in halbwegs trockenes Moos zu Füßen einer stattlichen Birke. Es roch erdig und leicht nach Moder, nicht unangenehm, unter anderen Umständen. Aber jetzt? Heute? Es war wie der Geruch meines eigenen Grabes. Das satte Grün der dicht gewachsenen Fichten war der Deckel des sich schließenden Sarges, das Moos der Samtbeschlag in seinem Innern. Als ich so darüber nachdachte, verfiel ich in ein debiles Lachen. Ich grinste von einem Ohr zum anderen und musste an die Therapeutin in der Rehaklinik denken. Sie hatte mir gegen den Stress viel Ruhe verordnet. Langsame Spaziergänge im Wald. Und jetzt? Was würde sie von dieser Ruhe halten? Diesem Wald, der mich akustisch aushungerte?

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Jenseits der Tür»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Jenseits der Tür» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Jenseits der Tür»

Обсуждение, отзывы о книге «Jenseits der Tür» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x