Martine Batchelor - Loslassen lernen
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Angst vor der Dunkelheit
Ich hatte immer schreckliche Angst im Dunkeln. Als ich als buddhistische Nonne in Korea lebte, waren die Lebensumstände sehr einfach, und die Toiletten befanden sich außerhalb des Gebäudes. Ich hatte große Angst davor, nachts rauszumüssen, weil ich die Vorstellung hatte, ein Mann mit einem Messer würde sich von hinten anschleichen und mich angreifen. Eines Winters beschlossen meine Mit-Nonnen und ich, fünf Nächte lang zu meditieren und nicht zu schlafen. Ich war sehr beunruhigt. Wie sollte ich es schaffen, nachts zur Toilette zu gehen? Ich ging also zu meinem Zen-Meister Kusan Sunim und bat ihn um Rat. Er sagte mir, dass ich immer dann, wenn die Angst hochkäme, zum Kern meiner Meditation zurückkehren sollte, und das ist im koreanischen Zen die Frage: »Was ist das?«
Ich dachte, die Frage des Zen-Meisters würde wie eine Art Talisman funktionieren und mich von daher vor jeder Gefahr beschützen. Es funktionierte gut. Meine Angst schwand, wenn ich hinaus zur Toilette ging, und ich überstand diese Nachtsitzungen. Einige Zeit später dämmerte es mir, dass es sich dabei überhaupt nicht um einen Zaubertrick gehandelt hatte. Mein Lehrer hatte mir die Aufmerksamkeit für den gegenwärtigen Augenblick als Geschenk gemacht. Sobald ich auf dem Weg zur Toilette zu meiner Frage »Was ist das?« zurückkehrte, fühlte ich keine Angst mehr, sondern spürte, wie meine Füße den Boden berührten, und realisierte, dass ich mich tief in den Bergen in einem großen koreanischen Kloster befand. Wer sollte überhaupt wissen, dass ich da war, geschweige denn mich mitten in der Nacht angreifen wollen?
Solche Gefühlsmuster haben uns oft im Griff, und wir verstärken sie dann durch vertraute Gedankenmuster. Es ist ganz natürlich, im Dunkeln Angst zu haben. Es ist ein guter Überlebensmechanismus und eine wertvolle Anpassungsstrategie. Weil wir im Dunkeln nicht gut sehen können, ist unser autonomes Nervensystem aktiviert, und wir sind bereit, beim leisesten Anzeichen von Gefahr zu fliehen. Auch heute noch ist dieser Mechanismus für eine Frau, die sich allein in einem ihr unbekannten Stadtteil bewegt, wichtig. Doch im ländlichen Korea war ich des Nachts viel sicherer als am Tage, wenn sich alle möglichen Menschen auf dem Klostergelände aufhielten. Einige Verhaltensmuster sind instinktive Reaktionen, die eigentlich nicht länger sinnvoll sind. Doch wenn Sie uns im Griff haben, erleben wir die Angst und den Stress, die sie auslösen.
Wer verändert sich?
Mein Neffe und meine Großmutter kamen nicht gut miteinander zurecht. Einmal mussten beide für vier Wochen allein im Haus meiner Mutter zubringen, und ich wurde gerufen, um als Friedensstifterin zu wirken. Als ich kam, war der Krieg bereits erklärt, und beide sprachen nicht mehr miteinander. Da meine Großmutter 85 war und mein Neffe 24, dachte ich, dass mein Neffe leichter einlenken könnte als meine Großmutter. Ich nahm ihn beiseite und fragte ihn, was ihn denn so an ihr aufrege. Er sagte, er habe Schwierigkeiten mit der Art und Weise, wie sie die Dinge tue, und selbst wenn sie über etwas sprächen, wären sie nie einer Meinung.
Ich fragte ihn, ob er glaube, es sei realistisch, von unserer Großmutter zu erwarten, sie würde sich ihm zuliebe ändern. Er dachte eine Weile darüber nach und stimmte dann zu, dass Großmutter zu alt und festgefahren sei, um sich zu ändern. Er akzeptierte, dass er nichts anderes tun könne, als sich an sie anzupassen und sich anders zu verhalten. Ein Waffenstillstand wurde erklärt und ein Frieden hergestellt, der für die Dauer von drei Wochen auch zu halten versprach. Und ich konnte leichten Herzens wieder abreisen. Ein paar Monate später hörte ich zufällig, wie mein Neffe meiner Mutter, die gerade Probleme mit der Großmutter hatte, erklärte, dass sie wirklich nicht von ihrer Mutter erwarten könne, ihr Verhalten zu ändern, und dass sie stattdessen selbst flexibler sein solle.
Wenn Menschen übereinstimmende Muster haben, dann neigen sie zu einem harmonischen Miteinander. Sind die Muster nicht kompatibel, kommt es leicht zu Spannung und Streit. Vor allem aus diesem Grund entwickeln sich soziale und kulturelle Strukturen. Im Allgemeinen mögen Menschen es nicht, wenn ihre Muster zerstört werden. Sie haben es lieber, wenn die Dinge in gewohnter Weise vor sich gehen. Damit fühlen sie sich wohl. Doch führt das auch zu der Art von Stagnation und Starre, gegen die jüngere Generationen rebellieren, um ihre eigene Identität zu finden. Trotzdem wird selbst ein rebellischer Teenager einige tradierte elterliche Verhaltensmuster übernehmen, während er auf der anderen Seite neue Gewohnheiten und neue Wege, mit Dingen umzugehen, entwickelt. Mit der Zeit existiert Altes und Neues nebeneinander und bereichert sich sogar. Stabilität und Wandel sind für das Wachstum und die Entwicklung eines Menschen und einer Gesellschaft gleichermaßen notwendig. Und so findet man beim Hinterfragen der eigenen Verhaltensmuster einige, die vollkommen zweckmäßig sind, und andere, die man radikal ändern sollte.
Ich beobachte oft die schmerzvollen Auswirkungen, die durch die negativen Muster eines Menschen verursacht werden, und wünsche ihm so sehr, dass er sieht, was er tut - und sich dann ändert. Der Schmerz, den Menschen sich selbst und anderen bereiten, ist so offenkundig, dass man sich wundert, warum sie dieselben Dinge immer wieder sagen oder tun. Eingefleischte Verhaltensmuster sind nicht so einfach zu überwinden, ungeachtet dessen, wie wohltuend es für den Betreffenden wäre, sein Verhalten zu ändern. Das erste Problem, dem wir uns stellen müssen, ist, dass es sehr schwierig sein kann, eigene Gewohnheiten klar zu erkennen. Einige mögen uns bewusst sein, während wir blind für andere sind, bis uns jemand darauf stößt.
Blind für Gewohnheiten
Als junge Nonne in Korea gehörte es zu meinen Aufgaben, mich um die westlichen Besucher zu kümmern, die gelegentlich unser Kloster aufsuchten, und ihre Fragen zum Buddhismus zu beantworten. Unglücklicherweise war es für mich immer schwierig, mich an die vielen Begrifflichkeiten und Lehrsätze zu erinnern, auf die der Buddhismus oft so stolz ist. Eines Nachmittags versuchte ich die Vier Edlen Wahrheiten zu erklären (und mich an sie zu erinnern!) - die Grundlage der buddhistischen Lehre. Ich war erleichtert, als mir wenigstens die ersten beiden einfielen: die Wahrheit des Leidens und, als dessen Ursprung, die des Begehrens. Doch ich konnte nicht die dritte nennen, obwohl sie mir auf der Zunge lag. Aus dem Augenwinkel sah ich, wie ein Mönch einen Eimer voller Kaki-Früchte davontrug, die ich am Nachmittag gepflückt hatte. Ich sprang auf, lief zu ihm hin, riss ihm den Eimer aus der Hand und machte ihm unmissverständlich klar, wem die Kaki-Früchte gehörten. Als ich zu unseren Gästen zurückkehrte, fielen mir die letzten beiden edlen Wahrheiten ein: Es kann ein Ende des Begehrens geben, und es gilt den Edlen Achtfachen Pfad zu kultivieren.
Nachdem die Besucher gegangen waren, fragte mich eine Nonne, die in der Nähe gesessen und die ganze Situation beobachtet hatte, ob ich etwas Seltsames bemerkt hätte. »Seltsames?«, sagte ich.
»Ja, in deinem Verhalten«, erwiderte sie.
»In meinem Verhalten?«
»Ja, du wurdest so wütend, als du bemerkt hast, dass der Mönch deinen Eimer mit den Kaki-Früchten davongetragen hat, während du gerade dabei warst, die Vier Edlen Wahrheiten zu erklären. Das war seltsam.«
Erst als sie das so sagte, wurde mir bewusst, was ich getan hatte. Ich hatte gedankenlos und blind auf den »Dieb« »meiner« Kaki-Früchte reagiert.
Ein Verhaltensmuster kann uns so zur Gewohnheit werden, dass wir kaum noch bemerken, zu was es uns treibt. Man fühlt automatisch, denkt automatisch und handelt automatisch. Gefühle, Gedanken und körperliche Empfindungen sind so miteinander verwoben, dass nur schwer zu erkennen ist, welches das automatische Verhalten ausgelöst hat. In solchen Momenten wissen wir vielleicht nur, dass wir uns im Klammergriff eines Verhaltensmusters befinden, das für uns und andere schmerzvolle Folgen hat. Wir verstärken diese Muster oftmals durch unser sich wiederholendes Denken und Fühlen und kommen dadurch zu der Überzeugung, dass wir keine Wahl haben, als so zu sein, wie wir sind. Wie oft denken oder sagen wir, um uns für irgendetwas, das wir getan haben, zu rechtfertigen: »So bin ich einfach. Da kann ich nichts dran machen.« Doch sind wir wirklich so in unseren Gewohnheiten gefangen, wie wir glauben?
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