Menschen mit bestimmten Varianten eines einzelnen Gens sehen im Schnitt knapp zwei Jahre älter aus als ihre Altersgenossen. Forscher um Prof. Dr. Manfred Kayser (Erasmus MC University Medical Center in Rotterdam) gehen davon aus, dass der DNA-Abschnitt Melano-Cortin-Rezeptor-1/MC1R (d.i. ein transmembraner G-Protein-gekoppelter Rezeptor. MCR1 wird in den Melanozyten exprimiert und kontrolliert sowohl die Haarfarbe als auch die Haut-Pigmentierung) beeinflusst, ob ein Gesicht jung oder alt wirkt.
Fazit der Forscher:
Der Jungbrunnen liegt u.a. tief in uns selbst!
Wie alt wir werden, hängt auch von uns selbst ab.
Die Gene steuern nur etwa 30 Prozent bei.
Kinder, deren Eltern beide sehr alt wurden, können von einer ähnlich hohen Lebenserwartung ausgehen. Aber nur, wenn sie etwas für ihre Gesundheit tun:
Die Bewohner der japanischen Insel Okinawa nehmen nur ein Drittel der Kalorien zu sich, die ihre Landsleute verspeisen.
Folge:
Der Anteil der 100-Jährigen ist 40mal so hoch wie sonst in Japan, wo die Menschen ohnehin sehr alt werden.
Fazit:
Allein durch eine zurückhaltende Ernährung, Bewegung und Verzicht auf Zigaretten lassen sich bis zu zwölf Lebensjahre gewinnen.
Neu:
Fadenwurm bildet ein Enzym, das Leben verlängert
Biogenetiker und Molekularbiologen der Universität Freiburg haben in dem winzigen Fadenwurm Caenorhabditis elegans ein gesuchtes Schlüsselgen entdeckt, das die Alterung steuert. Das Gen bilde ein Enzym, das normalerweise die Aktivierung lebensverlängernder Gene verhindere, teilte die Universität mit. Die Molekulargenetiker zeigten den Angaben zufolge, dass Veränderungen des Enzyms, entweder durch Mutation des Gens oder unter dem Einfluss von Stress und chemischen Substanzen, diese Blockade aufheben.
Dadurch wurde die Alterung des Wurms um über zwei Drittel verlangsamt, wie die Wissenschaftler Maren Hertweck und Prof. Dr. Ralf Baumeister [Bioinformatiker und Molekulargenetiker Uni Freiburg - Direktor des ZBSA (Zentrum für Biosystemanalyse) und Leiter eines interdisziplinären Forschungsteams, das mit interdisziplinären Methoden Alterung und Alters-abhängige Krankheiten - u.a. Parkinson, Alzheimer - erforscht] berichteten.
Baumeister sagte, Caenorhabditis elegans lebe normalerweise nur etwa 14 Tage und zeige im letzten Drittel seines Lebens typische Alters-Erscheinungen.
Die Würmer, in denen das Enzym SGK-1 (Serum- und Glucocorticoid-regulierten Kinase 1 oder SGK1) manipuliert worden sei, seien dagegen auch nach zwei Wochen noch agil wie junge Tiere gewesen.
Die genetische Kontrolle der Alterung funktioniert vermutlich in allen Tieren gleich, wie inzwischen durch Experimente in Fruchtfliegen und in der Maus bestätigt werden konnte.
„Auch der Mensch besitzt ein Gen für SGK-1, mehr als 75 Prozent der Aminosäure-Bausteine in den entscheidenden Bereichen des Proteins sind identisch."
Dieses Gen kodiert für eine Serin/Threonin-Proteinkinase, die eine wichtige Rolle bei der zellulären Stressantwort spielt. Diese Kinase aktiviert bestimmte Kalium-, Natrium- und Chlorid-Kanäle, was auf eine Beteiligung an der Regulation von Prozessen wie Zellüberleben, neuronale Erregbarkeit und renale Natriumausscheidung hindeutet.
Vieles spricht dafür, dass es ähnlich funktioniert wie das Wurm-Gen", sagte Baumeister .
Und noch:
US-Forscher haben ein weiteres Gen gefunden.
Es bremst die Produktion des schädlichen Cholesterins LDL, so Wissenschaftler der Harvard- und der Boston-Universität sowie des Unternehmens Elixier Pharmaceuticals.
Der Immunologe und Altersforscher Prof. Dr. Claudio Franceschi (emeritierter Professor für Immunologie an der Universität Bologna/Italien – Leiter Labor für „System-Medizin für gesundes Altern“) will das Geheimnis der Hundertjährigen in Italien lüften, denn in Italien gibt es mit 7.000 Hundertjährigen mehr Hochbetagte als anderswo in Europa.
Er und sein Team konnten in der Erbsubstanz der Hundertjährigen zehn Gene nachweisen, die offenbar mit einem langen und gesunden Leben in Zusammenhang stehen.
Zur Gruppe der Hundertjährigen gehören in Norditalien allerdings viermal mehr Frauen als Männer.
Die Untersuchung bewies aber auch, dass der Anteil der hochbetagten Frauen abnimmt, je weiter man in den Süden kommt.
So beträgt das Verhältnis in Mittelitalien 3:1, in Süditalien 2:1 und auf der Insel Sardinien gar nur noch 1:1.
Die Altersforscher gehen davon aus, dass für die Langlebigkeit der Männer die Genetik wichtiger ist als für die Frauen.
Wie auch immer:
Eine enorme Zukunftsperspektive für die „Anti-Aging-Medizin, besser: „Pro-Aging-Medizin“ stellt die Gentechnik dar (Als Gen-Technik bezeichnet man Methoden und Verfahren der Biotechnologie, die auf den Kenntnissen der Molekularbiologie und Genetik aufbauen und gezielte Eingriffe in das Erbgut und damit in die biochemischen Steuerungsvorgänge von Lebewesen bzw. viraler Genome ermöglichen)
Altern und Lebenserwartung
Fakt ist und unstrittig und im Ausmaß zunehmend:
Die Lebenserwartung der Deutschen steigt.
Dies sagen die nackten Zahlen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden.
Heute geborene Mädchen können mit einer Lebenserwartung von ca. 82,9 Jahren rechnen, Jungen mit ca. 78,8 Jahren. Die Deutschen werden immer älter und immer mehr ältere und alte Menschen leben in Deutschland und wollen „Ihr Leben“ auch genießen (können)!
!Aktuell!
Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt nach den Ergebnissen der Sterbetafel 2018/2020 für neugeborene Mädchen aktuell 83,4 Jahre und für neugeborene Jungen 78,6 Jahre. (Meldung vom 09.07.2021)

(Quelle Welt®, Axel-Springer-Verlag)
Immer wieder wird von einem „Süd-Nord-“ und auch von einem „Ost-West-Gefälle“ hinsichtlich der Lebenserwartung in Deutschland gesprochen.
Demnach werden Männer in den alten Bundesländern und dort in den südlichen Bundesländern älter als ihre Geschlechtsgenossen im übrigen Teil der Republik.
Bei Frauen ist das Verteilungsmuster uneinheitlich mit der kleinen Ausnahme, dass Frauen im Süden etwas älter werden als sonst in Deutschland.
Aber:
Dies sind allgemeine Daten und schließen nicht aus, dass auch sonst irgendwo in Deutschland - z.B. im nord-östlichen Zipfel - die Menschen nicht 100 Jahre und älter werden können und werden.
Nicht wegzuleugnen und es macht auch keinen Sinn, sich nicht den Realitäten zu stellen.
Wir - zumindest in den sogen. Industrienationen rund um den Globus und somit wir alle hier in Mitteleuropa - werden von Generation zu Generation älter.
Aber:
Sind wir im Alter auch gesünder?
Können wir mit entsprechender Energie und voller Vitalität und Elan auch dieses „Mehr an Lebenszeit“ auch nicht nur erleben, sondern und vielmehr auch bewusst „leben“ und auf höchst-möglichem Niveau und voller Lebensfreude und -qualität genießen?
Das heißt dann aber und mit aller Konsequenz:
Was können - nein: müss(t)en - wir „dafür“ tun?
Das Motto muss lauten:
Gehen Sie los - Packen Sie sich an!
Bevor wir uns mit Ein- und Auswirkungen von Hormonen und Vital-Stoffen auf unsere Gesundheit, unser Wohlergehen und besonders auf den Verlauf der Alterungsprozesse beschäftigen (können), halte ich es für unverzichtbar, dass wir uns befassen mit den …
„Körper-Uhren“
Gesichertes medizinisches Wissen ist (Quelle: Prof. Dr. Charlotte Helfrich-Förster und Kollegen - Neurobiologin und Genetikerin, Uni Würzburg -: „The MAP-Kinase p38 is Part of Drosophilia melanogaster’s Circadian Clock“ - PLOS genetics, 2014 - die Untersuchungen waren erfolgt an der Taufliege Drosophilia melanogaster, weil viele derer Gehirn- und Nervenfunktionen denen des Menschen sehr ähnlich sind und hieraus zitiere ich): …
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