Helmut Lauschke - Der Weg nach Afrika - Teil4

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Das Hospital war klinisch und menschlich ein Augenöffner, denn abgemagerte Kinder mit den grossen Augen und ausufernden Wasserbäuchen oder Kinder mit amputierten Armen und Beinen nach Minenexplosionen hatten die Jungärzte in ihrer Studienzeit noch nicht gesehen. Dafür mussten sie nach Afrika kommen, um sich ein Bild dieser afrikanischen Wirklichkeit zu machen. Es war fürs Leben, wenn einer begriffen hatte, unter welchen Umständen hier die Arbeit geleistet wurde, um den Menschen der Armut und des Elends zu helfen. Ein Verdrückenwollen gab es nicht.
Der neue Zeitgeist konnte sich mit dem alten Zeitgeist, als die Granaten einschlugen und detonierten, nicht mehr messen. Dem neuen Zeitgeist war das Ringen ums Leben abhanden gekommen. Die Menschen fühlten sich ihres Lebens sicher genug, als dass sie die besondere Herausforderung mit dem Leben bis zu den Patienten trugen. Der neue Zeitgeist hatte zu einem Motivationsverlust geführt, dem Patienten ein guter Arzt zu sein. Es bedrückte, dass gegen diesen Verlust nicht anzukommen war, weil zur Herstellung der erforderlichen Motivation das Team gehört, dass dem Leben denselben Stellenwert zubilligt wie zur Zeit, als es noch krachte und der Zeitgeist lebendiger, ringender und grösser war, als die Koevoet (Brecheisen) ihre nächtlichen Razzien durch die Krankensäle machte, es an vielen Dingen fehlte, aber nicht an der Motivation, aus der Not zu lernen und als Arzt mit ganzer Kraft am Patienten zu arbeiten.
Die Sicherheit des Lebens hatte in den Jahren nach der Unabhängigkeit zur Verflachung der emotionalen Empfindsamkeit geführt. Die menschlichen Kostbarkeiten des miteinander Sprechens und Arbeitens waren abgestumpft, waren zur Fassade verstummt. Menschen waren kaum noch wiederzuerkennen. Es war ein Verlust, der höchst bedauerlich war, der mit der neuen Freiheit und der Unabhängigkeit im Hospital spürbar wurde. Mit dem Ende der schweren Erschütterungen kam auch das Ende der herzlichen, hilfreich menschlichen Kommunikation.

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Rückkehr der Namibier aus dem Exil

Ein erstaunliches Begleitphänomen war die Rückkehr der Namibier aus dem Exil, die vom Juli des Jahres 1989 an zu einem regelrechten Rückstrom anschwoll. Da errichteten die australischen Blaumützen Aufnahmelager für die rückkehrenden Flüchtlinge in Ongwediva, etwa fünf Kilometer östlich von Oshakati, in Oshikuku, vor der katholischen Mission, auf dem Missionsgelände in Döbra bei Windhoek und anderswo. Dort entstanden Dörfer aus Zelten und gemauerten Waschräumen, Toiletten und einer Gemeinschaftsküche. Die Dörfer waren hoch eingezäunt und wurden durch australische Blauhelme vor Übergriffen von aussen gesichert. Es gab ein Scharmützel vor dem Lager in Oshikuku, als die Koevoet mit ihren 'Casspirs' versuchte, ins Lager einzudringen und die Exilanten zu durchsuchen. Die Australier wehrten das Eindringen mit Waffengewalt ab. Mit den Exilanten kamen auch die Ärzte zurück, die über die Swapo in den Ostblockländern, den skandinavischen Ländern und auf Kuba Medizin studiert und die ersten Schritte im klinischen Handwerk gelernt hatten. Die älteren von ihnen betreuten die PLAN-Kämpfer in Sambia und Angola, und einige standen ihnen mit der Waffe zur Seite. Sie kamen bis ins Büro des Superintendenten, der sie natürlich als Brüder und Schwestern im Kampf um die namibische Unabhängigkeit umarmte. Oft rief er Dr. Ferdinand hinzu, um ihm die ärztlichen Freiheitskämpfer mit brüderlichem Stolz vorzustellen. Da wurde nicht mehr afrikaans gesprochen, und weil das Englische stolperig war oder ganz haperte, kamen sie mit russisch, deutsch im sächsischen Dialekt, bulgarisch, rumänisch, polnisch, finnisch, schwedisch oder spanisch. Sie kamen mit Allerweltssprachen, die das einst am Ende der Welt gelegene Hospital in ein Sprachendurcheinander brachten, an dem einst Afrikaans die offizielle Sprache und nun eine kosmopolitische Sprachennote zuzusprechen war. Da bedrückte es Dr. Ferdinand, dass er da mit seinem Schulrussisch aus den Jahren 1945 bis 1951 nicht mithalten konnte. Das galt auch den lückenhaften Spanischkenntnissen, aber nicht für die anderen Sprachen, weil er die weder in der Schule unterrichtet bekam noch sich für diese Sprachen an der Volkshochschule eingeschrieben hatte.

Es fiel ihm bei der Vorstellung durch den Superintendenten und den anschliessenden Gesprächen auf, dass diese Intellektuellen lieber zuhörten als sprechen wollten. Freundlich waren sie und lächelten auch. Ob sie alles verstanden, was in englisch über die Medizin im Allgemeinen und die Medizin am Hospital im Besonderen gesprochen wurde, das war ihm nicht immer klar. Es lohnte sich weniger, ans medizinisch Eingemachte zu gehen, wie es die Engländer und Amerkaner tun, und nun auch die Schweizer taten, weil da in oft erschütternder Weise nicht viel kam, was hätte kommen müssen. Einige gaben dafür die fehlenden englischen Sprachkenntnisse an, andere sagten gar nichts und liessen die Frage mit dem Gesicht der grössten Selbstverständlichkeit offen im Raume stehn und an der Wand runterrutschen. Da gab es Unebenheiten, die nachdenklich machten in der Vorstellung, dass solche Ärzte, die es sicher schwer hatten, mit mangelhaften Sachkenntnissen ans Krankenbett der Patienten treten, die es nicht leichter haben. Von der Zahl her wurde die Ärzteschaft am Hospital erheblich aufgestockt, von der Qualität her blieb allerdings manches zu wünschen übrig. Da mussten Wissenslöcher ebenso gestopft wie technische Ungeschicklichkeiten geglättet werden. Der Wille aber, und das war das Entscheidende, am Patienten zu arbeiten, der war gegeben, dass man da nicht negativ sehen sollte, wenn es am Anfang Dinge gab, die nicht gewusst, und es technische Probleme gab, die nicht gemeistert wurden. So hatte die Übergangsperiode viele Facetten, die beachtet werden mussten, weil sie einerseits den Weg in ein freies Namibia säumten und andererseits einen vor den Kopf schlugen, wenn man gewisse Begleitumstände nicht begreifen konnte wie das Übel mit der ständigen Stehlerei. Doch gab sich Dr. Ferdinand selbst zu, dass er das Bild mit der Pontonbrücke über den Sambesi mit den unter Wasser stehenden Flachkähnen nicht aus den Augen bekam.

Es war an einem Donnerstag gegen ein Uhr mittags. Dr. Ferdinand fühlte sich durch einen fieberhaften Infekt geschwächt unf wollte statt Mittagessen im Speiseraum eine kurze Mittagsruhe in seiner Wohnstelle einlegen. Da klingelte das Telefon schon, als er sich die Sandalen in der Veranda abstreifte. Ein Verletzter war gebracht worden, dem eine Handgranate das rechte Bein abgerissen hatte und massiv aus dem Stumpf blutete. Er liess alles stehn und liegen, schlüpfte in die Sandalen zurück, ohne sie zuzuschnallen, und eilte mit dem Auto zum Hospital. Der Verletzte lag auf dem Tisch im kleinen Op-Raum des 'Outpatient departments' und schrie vor Schmerzen. Auf dem Boden hatte sich eine grosse Blutlache angesammelt. Dr. Nestor, der Superintendent, war blutverschmiert, der auf den Beinstumpf mit grossen Kompressen drückte, die blutdurchtränkt tropften. Der kleine Op war von Ärzten und Sehwestern gefüllt, in dem sich die Bullenhitze staute, dass man sich kaum bewegen und nur schwer atmen konnte. Die Begleitumstände waren die miesesten, die es gab, als Dr. Ferdinand die klitschnassen Kompressen übernahm, auf den Boden warf und neue aufdrückte, und Dr. Nestor dem Verletzten die Maske für die Narkose aufs Gesicht drückte. Es gab zu wenig Klemmen für die blutenden Gefässe. Zwei Schwestern rannten und brachten zwei verpackte Nierenschalen mit den wenigen Instrumenten. Sie öffneten sie in grösster Eile. So klemmte Dr. Ferdinand die grossen, dann die kleinen Gefässe am Beinstumpf ab, unterband sie, die grossen Gefässe doppelt, kürzte die heraushängenden Nervenschnüre weit zurück, schnitt das Verschmorte aus den herumhängenden Muskel- und Hautfetzen heraus, begradigte die Ränder nicht ohne Stufen, brach die spitzen Zacken vom Knochenstumpf weg, feilte ihn glatt und nähte über ihm die bizarren Lefzen des Weichteils zusammen.

Der Beinstumpf war kurz und das Anwickeln des Verbandes schwierig, der mit dicken Pflastersteifen am Körper befestigt wurde. Es sah aus wie auf einem Schlachtfeld, als die Operation beendet war. Dr. Ferdinand war von oben bis unten mit Blut verschmiert. Er sah wie ein Schlächter, nicht aber wie ein Chirurg aus, dem das blutige Operieren ein Horror war. Während er versuchte, sich das Gröbste mit einem nassen Tuch aus Hemd und Hose zu wischen, erfuhr er, was passiert war. Es war gleich hinter dem Hospital auf dem Weg zum Postamt, als die Koevoet versuchte, in das Haus eines 'Architekten' zu dringen, in dem sie versteckte Swapokämpfer vermutete. Da wurde aus dem Haus geschossen, es traf einen Koevoetmann in den Arm. Ein anderer, der sich unter dem Fenster gebückt hielt, warf daraufhin mit über den Kopf erhobenem Arm eine Handgranate durchs Fenster in den Raum. Es gab eine gewaltige Explosion. Türen und Fenster zersplitterten, die Asbestplatten rissen aus der Decke, das Wellblechdach darüber wurde fünfzig Meter weiter auf die Strasse geschleudert. Die explodierende Granate riss dem Verletzten das rechte Bein ab. Zwei andere im Raum waren auf der Stelle tot. Es waren Begleitumstände, wie sie schlimmer nicht sein konnten, die den Weg des Übergangs in die Freiheit säumten.

Dr. Ferdinand fuhr verdreckt zur Wohnstelle zurück, warf die blutigen Klamotten in die halbautomatische Waschmaschine, wo er sie im Wasser, das sonnenerhitzt aus der Leitung kam, liegen liess, stellte sich unter die Brause, um das Blut aus Gesicht und Haaren, von den Armen und Füssen zu waschen, rieb sich kräftig mit dem Handtuch trocken, zog sich frische Sachen an und ging zum Hospital zurück. Er kam verspätet in den Untersuchungsraum 4, um dem philippinischen Kollegen bei der Durchsicht der Patienten zu helfen, die sich auf den Bänken stauten. Auf den Schemel setzte sich der dreizehnjährige Junge, dem er vor einem Monat den rechten Oberarm und linken Unterarm abgeschnitten und die Wunden im Gesicht und am Körper versorgt hatte. Die Verletzungen trafen ihn, als er der Mutter bei der Feldarbeit half und da etwas aufhob, das in seinen Händen explodierte. Es war die Ausnahme, das wusste der Junge genauso gut wie Dr. Ferdinand, dass er da mit dem Leben davongekommen war. Die Weichteildecke über den Stümpfen war verheilt, doch das Handlose auf der einen Seite und das Armlose auf der andern Seite, das musste mit dem Leben ausgetragen werden, das die Explosion noch überlebt hatte. Der Junge war intelligent und einsichtig genug, um das mit seinem vernarbten Gesicht und dem angerissenen Ohr auf der linken Seite zu verstehen. Er stand auf, stellte sich links von seiner unglücklichen Mutter, der Dr. Ferdinand den Gesundheitspass überreichte, in den er die Schmerztabletten und das Datum für die nächste Nachuntersuchung eingetragen hatte.

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