Nach zwei Stunden erreichte wir die Hauptstadt, sie hieß Ta`amervan und war nur unwesentlich größer, als Seldits und Bortans Heimatstadt, man konnte schon von weitem das gewaltige Schloss des Königs sehen, Bortan hielt direkt darauf zu. Wieder schlichen wir über die Stadtstraßen, wieder spielte sich scheinbar alles auf den Verkehrswegen ab. Vor dem Schloss lag ein riesiger Parkplatz, auf den wir unser Auto stellten. An der Schlosspforte sagte Bortan, wer wir wären und warum wir gekommen wären. Der dort postierte Wächter telefonierte kurz und ließ uns durch. Alles mutete mittelalterlich an, das Schloss war von einer hohen Mauer eingefasst, wir mussten über eine Zugbrücke laufen, der Wachposten trug eine altertümliche Uniform. Ich fragte Bortan nach dem Grund für die ganze Staffage, er sagte, dass er keinen plausiblen Grund wüsste, wahrscheinlich gäbe es auch keinen, außer vielleicht den, dass man sich das Schloss eines Königs eben so vorstellte, also hätte es dort auch so auszusehen. Wir liefen über einen sehr schön geschmückten Schlosshof, an den Mauern hingen Blumengirlanden, in der Mitte des Hofes stand eine uralte Eiche, die vom Hofpflaster eingefasst war. Ihre Krone ragte weit über die Schlossmauer hinaus.
Bevor wir in das Schlossgebäude eingelassen wurden, musste wir noch einmal an einer Schlosswache vorbei, mit der der Torwächter vorher telefoniert hatte. Dann waren wir im Königsschloss und ich blickte voller Ehrfurcht auf die vielen alten Möbel und die kostbaren Bilder und Gobelins an den Wänden. Wir befanden uns in einer Empfangshalle, die beträchtliche Ausmaße hatte, auf dem Boden lagen wertvolle Teppiche.
„Wie muss ich Euren König eigentlich ansprechen?“, fragte ich Bortan.
„Mit Majestät!“, antwortete der dann.
Dann öffnete sich mit einem Male die Tür oberhalb der Treppe und der König erschien und begrüßte uns. Er schritt stolz und langsamen Schrittes herab und machte einen würdevollen Eindruck. Er hatte scheinbar das gleiche Alter wie Seldit und Bortan, war aber natürlich einige Jahrzehnte älter als sie. Er trug auch den knielangen Mantel, der aber mit aufwändigen Applikationen versehen war, so prangte groß das Wappen des Goor-Reiches auf seiner Brust, eine in Blau-Gelb gehaltene Raute. Der Mantel war hellbraun und hatte auch die goldenen Bordüren, aber doppelt. Seine Stiefel glänzten ganz besonders, sie waren schwarz und lagen eng am Bein an, an ihren Schaftenden hatten sie Stulpen. Wir gingen auf ihn zu und der König gab jedem von uns seine Hand bzw. Pranke. Die Pranken der Goor waren fünfgliedrig, es gab zwar Krallen, die waren im Regelfall aber gestutzt und schön gepflegt, bei den Frauen sogar lackiert, man konnte die Pranke ruhig Hand nennen. Seldit machte sogar einen Knicks, als der König ihr die Hand reichte, Bortan machte einen tiefen Diener.
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