Im 17. Jahrhundert wurde die neapolitanische Pizza als lokale Attraktion berühmt. Touristen der Stadt ließen sich in die Viertel führen, wo kleine Backstuben die genussvollen Pizzen für den Straßenverkauf zubereiteten. Die Pizza war damals ein Imbiss, den man ohne Besteck direkt auf der Straße zu sich nahm. Dafür wurde von den Pizzabäckern eine spezielle Technik, so faltete man die Pizza zu einem Dreieck und nannte diese Variation „a libro“ (als Buch), kreiert. Für uns erscheint es heute als normal einen Snack auf der Straße zu essen. Damals wurde die „Pizza auf der Hand“ , vor allem von der oberen Bevölkerungsschicht, sehr mitleidig betrachtet.
1830 wurde unter dem Namen „ Port' Alba “ die weltweit erste richtige Pizzeria mit Sitzplätzen in Neapel eröffnet. Im Jahre 1889 riefen der König Umberto I. und seine Frau Margherita di Savoia während eines Urlaubs in Neapel den zu Ruhm erlangten Pizzaioli Raffaele Esposito zu sich, um von seinen Köstlichkeiten zu probieren. Jedoch verbot es sich dem Adel gemeinsam mit dem „einfachen Volk“ in einer Pizzeria zu speisen. So wurde Raffaele Esposito, Besitzer des berühmten Lokales "Pietro il Pizzaiolo", damit beauftragt für ihre Majestät eine Pizza in die königliche Residenz zu liefern. Daraufhin bereitete er Ihnen drei Arten von Pizza zu:
1 Pizza alla Mastunicola (Schweinefett, Basilikum und Käse)
2 Pizza alla Marinara (Tomaten, Knoblauch, Oregano und Meeresfrüchte)
3 Eine Pizza mit Mozzarella, Basilikum und Tomaten
Letztere, welche bis heute Grundlage für die Zusammenstellung der wohl bekanntesten Pizza der Welt geblieben ist, wurde zu Ehren der Königin "Margherita" getauft. Während der Kreation dieser Pizza dachte Esposito in patriotischer Absicht unter der Verwendung der drei Farben – Rot, Weiß, Grün – an die Würdigung der Tricolore Italiens. Die Königin war von den Pizzen so begeistert, dass sie dem berühmten Pizzabäcker sogar einen Dankesbrief schrieb. Dieses königliche Schreiben soll man noch heute an der Wand in der Pizzeria „Brandi " in Neapel finden.
Weiterhin wurde in der Geschichte der Pizza durch diese Begegnung das Rezept für die uns heute bekannte Variation geschaffen, denn bis dahin wurde Käse im Allgemeinen nicht als Belag benutzt. Darüber hinaus wurde Neapel dadurch zur Hauptstadt der Pizza.
Der weltweite Siegeszug der Pizza begann im 19. Jahrhundert mit der Auswanderungswelle der Italiener. So gelangte die Pizza, im Gepäck der Immigranten, auch über den großen Teich nach Amerika. Dementsprechend wurde im Jahr 1905 durch den italienischen Einwanderer Gennaro Lombardi die erste Pizzeria mit dem Namen " Lombardi's " in Manhattans "Little Italy" eröffnet. Diese Pizzeria zeichnet sich bis heute durch eine Eigentümlichkeit aus. Sie ist weltweit die einzige Pizzeria welche ihre Pizzaöfen nicht mit Holz, sondern durch Kohle befeuert.
Die Amerikaner waren von der europäischen Spezialität so begeistert, dass es nicht lange dauerte bis sich die Rezepte der Pizza im ganzen Land verbreiteten. Ferner ereignete sich eine rasche Expansion neu eröffnender Pizzerien in den gesamten USA.
Deutschland eroberte die Pizza erst in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts. Die erste Pizzeria wurde demnach im März 1952, unter dem Namen "Sabbie di Capri" (Sand von Capri) von dem Italiener Nicolino di Camillo in Würzburg, eröffnet. Jener aus den Abruzzen stammend, kam nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 mit den Alliierten nach Deutschland und arbeitete vorübergehend in Nürnberg in einem "Country Club" . Der Name seines Lokals, welches in der Würzburger Elefantengasse eröffnet wurde, sei auf Grund der gleichen Aussprache des Wortes „Capri“ im deutschen, englischen und Italienischen bewusst ausgewählt worden. Nebenbei erfand er nach eigenen Angaben den heute überall eingesetzten Pizzakarton.
Ohne Zweifel gebührt den Italienern – hier allen voran den Neapolitanern der große Verdienst, dass die Pizza als einfache aber sehr schmackhafte Speise für jedermann in der Welt bekannt und beliebt gemacht zu haben. Heute gibt es je nach Land und Region unendlich viele Variationen des Gerichtes. Aber Pizza ist nicht gleich Pizza. So hat es sich die italienische Vereinigung Namens “Associazione Verace Pizza Napoletana“ zur Aufgabe gemacht, die Zubereitung der traditionellen neapolitanischen Teigwaren, zu verteidigen. Demnach unterliegen Pizzabäcker, welche strikt nach der „garantiert traditionellen neapolitanischen“ Zubereitung vorgehen wollen, strengen Regeln.
Das Aussehen: Die Pizza darf maximal 35cm im Durchmesser und 0.4cm dick sein. Zudem muss der Teigrand zwischen 1-2cm hoch sein.
Die Zutaten: Mehl, Hefe, Wasser, Tomaten, Salz, natives Olivenöl extra, Knoblauch, Oregano, Mozzarella und Basilikum.
Das Formen des Teiges: Der Pizzateig muss von Hand und mit “einer Bewegung von innen nach außen“ geformt werden. Die Verwendung eines Nudelholzes ist hierbei streng untersagt!
Das Belegen der Pizza: Tomatensauce, Salz und Olivenöl müssen in einer spiralförmigen Bewegung auf die Pizza gebracht werden.
Das Backen: Die Temperatur im Holzofen muss etwa 430°C betragen. Die Garzeit von 90 Sekunden darf während des Backens nicht überschritten werden.
Die Zubereitung einer Pizza gestaltet sich in der Regel einfach und man benötigt eine überschaubare Anzahl von Küchenutensilien – dabei sind ihre Hände am wichtigsten.
Als unumgänglich sind die Gerätschaften wie mehrere Rührschüsseln, eine Küchenwage sowie ein scharfes Messer, die zur Grundausstattung einer Küche gehören anzusehen. Eine feste Arbeitsfläche in der geeigneten Höhe ist der richtige Ort für das Zubereiten und Kneten des Teiges. In Abhängigkeit der Teigmenge die Sie zubereiten möchten, kann sich ein elektrisches Rührgerät als durchaus nützlich erweisen. Die Verwendung eines Mehlsiebes wird an dieser Stelle empfohlen, wodurch das Mehl feiner wird sowie sich leichter verarbeiten lässt und der Teig einen besseren Geschmack erhält.
Back- oder Pizzaschaufeln sind als Luxusgegenstand für das heimische Zubereiten einer Pizza zu betrachten und werden nicht in jedem Haushalt benötigt. Allerdings sind diese doch recht ansehnlich und praktisch und können gegebenenfalls zum Servieren benutzt werden. Außerdem ist hierbei das besondere Backfeeling, welches durch eine solche Schaufel hervorgerufen zu erwähnen. Die Zubereitung einer Pizza soll ja auch Spaß machen. Für Vielbäcker ist der sogenannte Teigstecher durchaus zu empfehlen, welcher bei der Zubereitung des Bodens, im gleichmäßigen Abstand, Löcher in den Teig einsticht. Dies hat den Effekt, dass während des Backes dem inneren des Bodens heiße Luft zugeführt werden kann.
Handelsübliche Elektroherde, wie sie in den meisten Küchen zu finden sind, eignen sich hervorragend für das Backen einer Pizza. Dabei sollten Sie aber darauf achten, dass dieser möglichst heiß (220 -250°C) eingestellt wird. Als vorteilhaft hat sich die Benutzung der untersten Schiene für das Backblech des Backofens erwiesen, um ein optimales Ergebnis der Pizza zu erzielen. An dieser Stelle ist die Verwendung eines Pizzasteins durchaus zu befürworten. Dieser sollte vor dem eigentlichen Backen mindestens 30 Minuten vorgeheizt werden. Dabei kommen Sie dem Ergebnis einer echten Steinofenpizza wie bei ihrem Lieblingsitaliener am nächsten. In dem Augenblick wo der Teig mit dem Stein in Berührung kommt absorbiert dieser die enthaltene Feuchtigkeit, verbreitet die vorliegende Hitze gleichmäßig und sorgt so für einen krossen Boden. Wahre Pizzakenner bevorzugen natürlich einen echten Steinofen mit Holzbefeuerung. Durch die hohen Temperaturen von bis über 500°C werden die Pizzen binnen weniger Sekunden servierbereit gebacken.
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