Josef Rack - Rosa Lebt
Здесь есть возможность читать онлайн «Josef Rack - Rosa Lebt» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.
- Название:Rosa Lebt
- Автор:
- Жанр:
- Год:неизвестен
- ISBN:нет данных
- Рейтинг книги:3 / 5. Голосов: 1
-
Избранное:Добавить в избранное
- Отзывы:
-
Ваша оценка:
- 60
- 1
- 2
- 3
- 4
- 5
Rosa Lebt: краткое содержание, описание и аннотация
Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Rosa Lebt»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.
Toni gelingt als einzigem die Mauer-Flucht.
Seine große Liebe landet im Zuchthaus mit Todesurteil.
Der Mauerfall bringt neue Perspektiven.
Toni wird erfolgreicher Musiker.
Ein Straßengangsterkind wird todkrank gefunden,
wer sind die Eltern?
Rosa Lebt — читать онлайн ознакомительный отрывок
Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Rosa Lebt», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.
Интервал:
Закладка:
So, wie sie jetzt untergebracht war, konnte es nicht lange dauern, bis ihr Todesurteil vollstreckt wurde. Nur im Dunklen, ohne irgendwelche Betätigungsmöglichkeit, keine Sitzmöglichkeit, keine ausreichende Verköstigung, das konnte nicht lange gut gehen. Sie war froh, dass sie sich nicht im Spiegel sehen konnte.
Die Tage gingen endlos langsam dahin, die schlaflosen Nächte aber auch nicht schneller. Anfangs versuchte sie, Striche in die Wand einzuritzen, damit sie die ver-brachten Tage zählen konnte. So konnte sie sich doch wenigstens mit irgendetwas beschäftigen. Da zerbrach ihr aber der Plastiklöffel, mit dessen Stiel sie gekratzt hatte. Da war was los. Von Zerstörung von Volkseigen-tum war die Rede. Das brachte ihr gleich einen Tag Essensentzug ein. So gab sie diese Betätigung auch auf. Alle Lieder, die ihr irgendwie einfielen, Gedichte, Briefe, die sie jemals bekommen hatte, die sie an jemand ge-schrieben hatte, Theaterstücke und so weiter, alles ließ sie Revue passieren, murmelte die Texte vor sich hin. Oft saß sie auf dem kalten Boden, wiegte sich hin und her. Man hatte schon Tiere im Zoo gesehen, die sich genauso stundenlang vor den Gittern hin und her bewegten. Ihr erging es aber schlechter als diesen Tieren. Wenn sie wagte, Liedtexte laut zu singen, wurde sie sofort abge-mahnt:
„Ach, Ihnen geht’s ja wohl noch zu gut, Sie Schlampe.“
Grundsätzlich wurde sie im Wortwechsel mit ordinären und entwürdigenden Anreden bedacht.
Die einzigen Lebewesen, die ihr Gesellschaft leisteten, waren Ungeziefer: Egel, Ameisen, Kakerlaken, Würmer, Fliegen und noch andere namenlose. Ach so, und Läuse gab es natürlich auch noch. Zuerst ekelte sie sich vor diesem Getier. Mit der Zeit überwand sie aber ihre Abscheu. Dann fing sie an, mit ihnen zu sprechen, nahm sie schließlich in die Hand und streichelte sie. Sie beneidete sie sogar noch, hatten sie doch ein normales freies Leben, für sie gab es keine Mauern. Selbst als ein Mäuschen auftauchte, wich die angeborene Scheu schnell, und Rosa empfand eine riesengroße Freude. Bei der Maus hatte sie das Gefühl, es mit einem Lebewesen mit Gehirn zu tun zu haben. Ja, soweit war sie jetzt. Auf dem Boden sitzend versuchte sie, das Mäuschen anzulocken. Aber womit? Von dem bisschen Essen, das sie erhielt, konnte sie kaum etwas abgeben, und doch war es ihr das wert. Mit winzigen Stückchen Brot ver-suchte sie, das Zutrauen der Maus zu gewinnen. Stun-denlang saß sie da und wartete auf den Besuch. Einmal mit ihrem Finger über das zarte Fell der Maus zu streicheln, erschien ihr als das höchste Glück, aber soweit kam es nicht. Rosa war jedes Mal traurig, wenn sich das Mäuschen wieder verzog.
Das Gefühl von Menschsein tendierte gegen null.
Ihr körperliches Unwohlsein – Kopfweh, Magen- und Unterleibskrämpfe, Koliken, zwei Zähne fielen ihr auch schon aus - verstärkte sich immer mehr. Sie konnte kaum irgendwelche Körperpflege betreiben. Sie hatte das Ge-fühl, dass ihr Mundraum regelrecht verfaulte. Dass ihre Regelblutungen unter diesen Strapazen ausblieben, war nicht verwunderlich. Wiederholt erbrach sie die ab-scheulich schmeckende Kohlsuppe.
Ihre Wächterin, ein frauenähnliches Wesen mit dem Titel „Obermeisterin“, war menschenverachtend und sah brutal und ordinär aus. Sie erboste sich einmal so sehr, dass sie Rosa mit dem Gesicht in das Erbrochene drückte:
„Friss das auf, du Sau!“
Rosas Gesundheitszustand verschlechterte sich von Tag zu Tag. Sie blieb auf dem Boden liegen und wimmerte vor sich hin, wobei sie noch versuchte, dies so leise wie möglich zu tun. Von Essen war keine Rede mehr, ihr Magen behielt nichts mehr.
Wenn jemand die Zellentüre öffnete, flehte sie nur noch:
„Macht Schluss mit mir, lasst mich sterben.“
Ein Tag unterbrach ihren Alltag. Morgens wurde eine Mitgefangene in ihre Zelle beordert, die Putzzeug dabei hatte. Nun wurden sie aufgefordert, ihre Zelle zu schrubben und alles ordentlich hinzurichten. Mittags verstand Rosa den Sinn: Vor der Zellentüre vernahm sie mehrere Stimmen. Dann wurde ihre Türe geöffnet. Die Obermeisterin gestattete verschiedenen Herren in Zivil Einblick in ihre Zelle und machte dienstbeflissen Mel-dung:
„Verwahrraum 26 mit der Strafgefangenen Nummer 293, wegen Republikflucht und Mord zum Tode verurteilt.“
Der nächste Tag verlief wieder anders: Gleich morgens wurde Rosa abgeholt.
Dass sie dann in den Waschraum geführt wurde, um sich zu duschen und sonstige Körperpflege zu verrichten, deutete auf ein ganz besonderes bevorstehendes Ereignis hin.
Für sie war klar: Ihre letzte Stunde steht bevor!
Aber sie täuschte sich. Sie wurde abgeholt und in den medizinischen Trakt gebracht.
Die wollen sich wohl vergewissern, dass sie keine Kranke umbringen, dachte Rosa.
Im Prinzip war es auch so.
Untersuchungen um Untersuchungen folgten. Sie durfte sogar in einem sauberen Krankenbett liegen. Die Tränen liefen ihr ungehemmt übers Gesicht. Dass sie das noch einmal erleben durfte, ein weiches sauberes Bett…
Bestimmt bekam sie dann anschließend ein ganz tolles Essen, die Henkersmahlzeit, wie man es sich so vorstellt, dann würde aber wohl endgültig Schluss sein.
Rosa verspürte keinerlei Unbehagen oder gar Angst vor dem scheinbar Bevorstehenden. Sie hatte schon längst damit abgeschlossen. So wollte sie auf keinen Fall mehr weiterleben, dann lieber alles schnell hinter sich bringen.
Es kam aber wieder anders.
Eine ganze Kommission verschiedenster Personen erschien in ihrem Zimmer, der Anstaltsarzt Major P., drei männliche und weibliche Ärzte bzw. Assistenten, zwei Uniformierte und eine Person in Zivil, wahrscheinlich Staatssicherheit.
Rosa begriff gar nichts: Ach lasst mir meine Ruhe, dachte sie still.
Der Arzt ergriff das Wort:
„Strafgefangene Frau F., Ihre Diagnose ist überraschend, aber eindeutig.“
Rosa begriff die Welt nicht mehr, eigentlich schon lange nicht mehr.
Jetzt werde ich auch noch mit meinem Namen angesprochen, welch eine Ehre.
Sie konnte sich nichts dafür kaufen, wie man so sagt, aber es tat ihr unendlich gut, ein bisschen Menschgefühl!
„Machen Sie’s kurz, ich habe mich abgefunden, dass ihr mich umbringen wollt.“
Für diese Aussage musste sie ihre ganze Kraft aufbringen. Sie brauchte jetzt aber auch kein Blatt mehr vor den Mund zu nehmen – sie hatte ja nichts mehr zu verlieren.
Der Arzt wusste nicht recht, wie er beginnen sollte. Rosa war nicht klar, ob der Arzt tatsächlich mitleidige Augen machte, - ‚ach, bestimmt Heuchelei’.
Ungeduldig schubste ihn der anscheinend ranghöhere Uniformierte an, aber sichtlich wenig erfreut:
„Auf, jetzt bringen wir’s zum Schluss.“
Der Arzt wandte sich dann zu Rosa:
„Was reden Sie denn da von Umbringen, wir Ärzte sind doch dafür da, Leben zu retten.“
Für Rosa war soviel Heuchelei kaum mehr zu ertragen, sie empfand nur noch Ekel und Hass. Im Weinkrampf vergrub sie ihr Gesicht im Kopfkissen.
Sie spürte aber die sanfte Hand des Arztes, die über ihren kahlen Kopf strich – ach, tat das gut.
„Frau F., Sie müssen doch nicht sterben, Sie schenken sogar Leben dazu. Sie bekommen ein Kind!“
Rosa begriff die Worte nicht. Mit ihren Händen ergriff sie die Hand des Arztes und hielt sie fest, damit er sie nicht entfernen konnte. Sie führte seine warme Hand immer wieder über ihr Gesicht. Wie sehr sehnte sie sich nach Streicheleinheiten, wenn es doch ehrlich wäre...
„Sagen Sie es bitte noch einmal!“
„Sie haben richtig gehört: Sie sind schwanger und bekommen ein Kind!“
Die Uniformierten wollten sich einmischen und Fragen an Rosa richten. Jetzt sah ja schließlich alles anders aus. Ein sicheres Opfer für den Henker versuchte, ihnen zu entwischen. Aber der Chefarzt wurde darauf energisch:
„Aber meine Herren, ich bitte Sie um ein bisschen Respekt vor der Kranken. Jetzt gehört sie erstmal mir!“
Читать дальшеИнтервал:
Закладка:
Похожие книги на «Rosa Lebt»
Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Rosa Lebt» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.
Обсуждение, отзывы о книге «Rosa Lebt» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.