Josef Rack - Rosa Lebt

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Prodagonisten von VERLOREN:
Toni gelingt als einzigem die Mauer-Flucht.
Seine große Liebe landet im Zuchthaus mit Todesurteil.
Der Mauerfall bringt neue Perspektiven.
Toni wird erfolgreicher Musiker.
Ein Straßengangsterkind wird todkrank gefunden,
wer sind die Eltern?

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Ein zweitägiger Aufenthalt in der Wasserzelle galt aber als das Härteste: Die Türschwellen waren erhöht und man ließ Wasser in die Zelle laufen – eiskaltes Wasser natürlich. Es gab keine Möglichkeit, auf einen erhöhten Platz zu gelangen, denn die Zelle besaß kein Inventar. Zudem war sie angekettet, sodass sie unentwegt dem kalten Wasserstrahl ausgesetzt war.

Eine Anrede an sie bestand nur aus gebrüllten Anweisungen. Die Gesichter und Augen der Auf-seherinnen drückten ihre ganze Abscheu gegen sie, die „Politische“, aus. Republikflucht war das Verwerflichste, was jemand tun konnte, dies stand noch über Mord. Aber den lastete man ihr ja auch an. Eine Steigerung gab es also nicht mehr. Zu essen gab es nur eine Scheibe hartes, trockenes Brot mit einem Becher Flüssigkeit, Tee-ähnlich oder „Muckefuck“. Einmal am Tag bekam sie einen Teller Kohlsuppe. Hunger hatte sie aber sowieso nicht. Sie war irgendwann soweit, kein Gefühl mehr zu haben.

Früh am Morgen wurde sie abgeholt. Keine anderen Gefangenen bekam sie zu Gesicht. Durch lange Gänge, viele Türen und Schlösser. In jeder Etage waren Drahtnetze über die Treppenschächten gespannt. Für jegliche selbstmörderischen Vorhaben gab es keine Möglichkeit.

Die Taktik der Vernehmung wechselte sprunghaft. Zuerst bemühte man sich noch mit übertriebener Höflichkeit und Anbieten einer Tasse Kaffee oder gar Zigaretten. Mit dem Hinweis auf eine mögliche frühzeitige Entlassung wollte man die Bereitwilligkeit zur umfassenden Aussage wecken. Es war Rosa aber von Anfang an klar, dass sie bei ihrem Delikt so oder so keine Chance hatte. Und als sie dann Zugeständnissen zu Dingen forderten, die wirk-lich nicht geschehen waren, entschloss sie sich schnell zu schweigen.

Die Vernehmungs-Protokolle enthielten dann eingefügte Aussagen, die sie nie gemacht hatte. Trotzdem unter-schrieb sie, Hauptsache man ließ sie dann für den heutigen Tag endlich in Ruhe!

Die Anklagepunkte: Republikflucht nach Paragraph 213, plus Beihilfe zum gemeinsamen Mord an zwei verschwundenen Volkspolizisten. Das war dann keine Überraschung mehr für sie. Sie konnte sich auch denken, was darauf stand.

Weitere Tage vergingen, an denen sich niemand um sie kümmerte. Nur das Essen wurde gebracht und ihr Eimer geleert.

Sie war jetzt so weit und wollte nur noch, dass alles schnell über die Bühne ging.

So verspürte sie eine gewisse Erleichterung, als um fünf Uhr die Schlüssel schepperten und die Türe aufgerissen wurde:

„Aufstehn, fertig machen, alles zusammenräumn, in ner halben Stunde Abmarsch!“

Todesurteil

Unsanft wurden ihr Fesseln an Händen und Füßen an-gelegt. Genauso unsanft wurde sie in den Transport-wagen gestoßen. Bloß keine Fluchtmöglichkeit. Aber wie wollte sie flüchten, sie konnte ja selbst kaum mehr laufen, man zog sie hinter sich her. Mit ihr wurden noch drei weitere Gefangene transportiert.

„Schnauze haltn, damit das klar ist!“ Aber es war ohnehin niemandem zum Reden zumute. Die Gesichter waren gezeichnet, Hoffnungslosigkeit ausdrückend. Rosa ver-mied es sowieso, ihre Leidensgefährtinnen richtig anzuschauen, denn so schlimm dürfte sie ja selbst aussehen, und auf den Anblick war sie nicht erpicht.

Gerichtsverhandlung.

Eine Farce! War klar. Ihr zugewiesener Verteidiger Herr V. bemühte sich redlich, für sie eine Entlastung zu erreichen. Es blieb ihr unklar, inwiefern sein Bemühen ehrlich war. Bestimmt war er nur eine Marionette, aber damit wollte man zum Schein eine gewisse Rechts-staatlichkeit demonstrieren.

Die Verhandlungsdauer von knapp zwei Stunden für so einen „schweren Fall“ brachte dies auch deutlich zum Ausdruck.

Das Todesurteil „Im Namen des Volkes“ war dann wenig überraschend.

Für Rosa spielte sich das ganze Procedere wie in einem Film ab, einem Film, dem sie teilnahmslos zusah und in dem sie doch die Hauptrolle spielte.

Beim Hinausgehen versagten ihr aber dann die Beine. Sie fühlte ihre Beine nicht mehr, sie fühlte überhaupt nichts mehr. Von zwei Uniformierten wurde sie regelrecht hinaus geschleift und in den wartenden Transportwagen hineingeworfen. Ein Stück Vieh würde man wahrschein-lich menschlicher behandeln. Sie war jetzt aber weniger wert.

Wieder fort. Mit dem Transporter unterwegs. Wohin? Sie wusste es nicht, weshalb auch?

Nach stundenlanger holpriger Fahrt kamen sie endlich an. Den mitfahrenden Leidensgenossinnen schien es genauso elend zu gehen. Aber kein Wort durfte gewech-selt werden. Gerne hätte bestimmt jede von ihnen gewusst, was die andere „verbrochen“ und welche Strafe sie erhalten hatte. Aber unter den wachsamen Augen der Aufpasserinnen wagte es niemand, ihnen einen Grund zur Züchtigung zu liefern. So saßen sie eben in dem fensterlosen, stickigen Transporter wie Tiere, die zur Schlachtbank geführt wurden. Die brauchten auch nicht zu wissen, was mit ihnen geschieht. Und „Schlachtvieh“ waren sie schließlich jetzt auch.

Bei ihrer Ablieferung hatte Rosa das Gefühl, dass dies die letzte Station in ihrem Leben war. Wie gerne hätte sie wenigstens unterwegs noch etwas von der schönen Welt gesehen, es war ihr aber nicht vergönnt gewesen.

Tatsächlich landete sie im Frauenzuchthaus Hoheneck in Stollberg bei Karl-Marx-Stadt, heute Chemnitz.

Die Ausladung erfolgte in der Einlassschleuse, tatsäch-lich wie bei einer Herde Tiere. Ringsum standen Auf-passer, aber nicht nur mit Holzprügeln, sondern mit Gummiknüppeln und Maschinenpistolen. Auf dem Weg durch den Gang wurden sie mit unsanften Knüppel-stößen drangsaliert. Wehe dem, der stehen bleiben wollte!

Zuerst ging es zu den Effekten. Alle Kleider ausziehen, und zwar alle, und abgeben. Ein entwürdigendes Schau-spiel inklusive Leibesvisitation aller Körperöffnungen vor fünf strengen Bediensteten. Sie könnte sonst ja irgend-welche schlimme Dinge hineinschmuggeln.

Ärztliche Untersuchung, ein Häftling sollte ja schließlich gesund sein, haftfähig, wenn er den Gang zum Henker antrat.

Dann wieder zu den Effekten zurück, um ihre zukünftige Kleidung und eine raue Decke, wohl für die Nacht, in Empfang zu nehmen. Die Unterwäsche war das Schlimmste: dicker, kratziger Stoff. Rosa war froh, dass sie sich nicht im Spiegel sehen konnte. Kratzige Strümpfe, ein Rock, ein Hemd und eine Jacke, wohl aus abgelegtem Uniformstoff angefertigt, und Sandalen. Zum Schluss der Einweisungszeremonie wurde ihr ein Pro-tokoll vorgelegt, um die Richtigkeit der Untersuchungen, aller Handlungen, den Empfang der staatseigenen Kleidungstücken und die Korrektheit von Seiten des Personals der Staatsorgane durch ihre Unterschrift zu bestätigen. Es sollte ja schließlich alles nach den Gesetzen der Rechtsstaatlichkeit ablaufen. Danach ging’s zum Friseur. Rosa ließ alles über sich ergehen. Erst als sie mit Entsetzen feststellte, dass ihre Haare in voller Länge vom Kopf fielen, ging ihr beim Betrachten im Spiegel auf, dass sie eine Glatze verpasst bekam. Im „Frisiersalon“ hatte man wohl bewusst einen Spiegel angebracht, die Häftlinge sollten doch sehen, wie schlimm sie aussahen. Der Schock saß tief. Nur durch die gebrüllten Befehle ihrer ständigen Aufseherinnen brachte sie die letzten Kräfte auf, um sich zu erheben. Torkelnd setzte sie einen Fuß vor den anderen.

Einmarsch in den „Raubtierkäfig“ mit dem Gefühl, dass sie hier wohl nie mehr heraus kommen würde, jedenfalls nicht mehr lebendig.

Sie hatte schwach gehofft, dass sie wenigstens zusammen mit anderen Leidensgefährtinnen in eine größere Zelle kam. Diese Freude gönnte man ihr aber nicht, sie war ja schließlich eine „Politische“, und die standen auf der untersten Stufe, für die gab es nur Ein-zelhaft, erst mal.

Ihre Zelle war dann auch dementsprechend groß: knappe zwei Meter breit, circa drei Meter lang und gerade mal zwei Meter hoch, zudem dunkel. Nur ein winziger Licht-schimmer drang von ganz oben durch ein kleines Luftloch.

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