Josef Rack - Rosa Lebt

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Prodagonisten von VERLOREN:
Toni gelingt als einzigem die Mauer-Flucht.
Seine große Liebe landet im Zuchthaus mit Todesurteil.
Der Mauerfall bringt neue Perspektiven.
Toni wird erfolgreicher Musiker.
Ein Straßengangsterkind wird todkrank gefunden,
wer sind die Eltern?

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Ihre Augen drücken Entsetzen aus, wenn sie zur Spree hin blicken. Hier hat ihr Leid begonnen, die entsetz-lichsten Jahre ihres Lebens – sechs lange Schreckens-jahre!

Sie hat sich in diesen Jahren hundert Mal gewünscht, dass sie hier zusammen mit Hartmut gestorben wäre und vielleicht auch mit Toni.

Ob Toni auch umgekommen ist oder das schreckliche Abenteuer vielleicht doch überlebt hat, das weiß sie nicht. Ziemlich unwahrscheinlich kommt es ihr vor, aber die winzige Hoffnung glimmt trotzdem ganz tief in ihrer Seele. An diese Hoffnung hat sie sich auch immer wieder geklammert. Es war dieses Auf und Ab der Gefühle, das teuflische Verzagen, die Selbstaufgabe, das Sterben-wollen, dann aber wieder der Hoffnungsfunke: Er lebt vielleicht doch noch!

Aber was ist jetzt: Sie hat die schrecklichen Jahre wohl überstanden, und nun?

Der Mauerfall hat sie gerettet. Ein weiteres Jahr hätte sie noch absitzen müssen. Ob sie das überlebt hätte? Sie ist ja nur noch Haut und Knochen und auch keine alte Frau, nein, in vier Wochen wird sie gerade mal vierundvierzig Jahre alt!

Da, unter ihr, in den Abwasserrohren, hatte es das Schicksal so bestimmt: Es sollte ihnen, ihr mit ihren beiden Begleitern Toni und Hartmut, nicht vergönnt sein, in die Freiheit und dadurch in ein besseres Leben zu gelangen.

Ratlos, was sie jetzt weiter tun soll, quält sie sich an der Böschung hoch zur Schillingbrücke. Von hier hat sie eine gute Sicht hinüber zur Thomaskirche, auf das Fabrik-gelände mit dem Lagerhaus am Viktoria-Speicher und dann daneben auf die Spree – ihren Schicksalsfluss. Auf der anderen Seite verläuft die Mauer parallel an der Spree entlang bis zur Oberbaumbrücke. Dahinter sichtbar der Ostbahnhof. Unschlüssig betrachtet sie die Umgebung. Überall geschäftiges Treiben. Soll sie in die verschiedenen Betriebsgelände gehen und fragen, ob hier vor sechs Jahren ein Mann aus dem Untergrund aufgetaucht ist? Sie ist unschlüssig, da wird sie bestimmt ausgelacht. Inzwischen ist sie in der Mitte der Schilling-brücke angelangt. Die frühere Personenbrücke wird jetzt so umgebaut, dass auch Autos darüber fahren können. Es ist schon ergreifend: Früher wurde hier jeder unerlaubte Übergang mit Waffengewalt verhindert, Menschen gar totgeschossen, und jetzt spaziert man einfach darüber. Wofür hatten die Menschen ihr Leben lassen müssen?

Von der Brücke aus sucht sie die Ufermauer der Spree ab. Aha, etwa fünfzig Meter stromaufwärts erkennt sie ein dunkles Loch, das muss ein Zuflussrohr sein. Unansehnliche Brühe schießt aus dem Rohr – Schnee-schmelze wie damals! Hartmut hatte Recht gehabt: Das Abwasserrohr führt vom früheren Ost-Sektor unter der Mauer durch, dann weiter unter dem Gelände der auf der Westseite liegenden Anwesen und dann hier in die Spree. Das war dann aber ihr Pech und vielleicht auch das von Toni, dass die Spree wieder in Richtung Ost-Sektor fließt.

* * *

Ja, sie kam wieder im Osten an. Mehr tot als lebendig. Ihre Flucht durch die Unterwasserkanäle wurde ja bemerkt. Der ganze Umkreis war bestimmt alarmiert worden, und so hat man sie sehr schnell im Wasser entdeckt und herausgefischt. Sie hatte davon nichts mehr mitbekommen, sie war schon so gut wie tot gewesen, ertrunken, erfroren. Dass sie das bei den eisigen Wassertemperaturen überlebt hat, grenzt sowieso an ein Wunder. Dass sie dann in einem Krankenhaus tat-sächlich wieder ins Leben zurückgerufen wurde, ist der Kunst der Ärzte zu verdanken. Aber wozu wurde sie gerettet? Es war doch ein Hohn und absoluter Sadismus. Sie wurde gerettet und geheilt, um anschließend in grausamen Kerkern wieder zugrunde gerichtet zu werden. Wenn sie nach ihrer kolossalen Untat der Republikflucht so einfach, mir nichts dir nichts, ertrunken wäre, das wäre denen zu human gewesen .

um den Genuss der Rache, des Quälens, des Ausübens der Allmächtigkeit über das Volk gebracht!

Solange sie im Krankenhaus war, begriff sie noch nicht den Sinn ihrer widersinnigen Errettung. Ihre Genesung machte gute Fortschritte. Wo sie sich befand, dass überall Wachposten den Kontakt zur Außenwelt ab-schirmten, bekam sie anfangs noch nicht mit. Die warteten aber nur darauf, dass sie halbwegs gesund sein würde, um die nächsten Schritte einleiten zu können, die dann auch prompt folgten:

Diejenigen Herren, die sie schon nach ein paar Tagen am Krankenbett vernahmen, verhielten sich noch einiger-maßen menschlich, sie unterhielten sich noch mit ihr. Zuerst versuchte Rosa zu erklären, dass ihr Aufenthalt in der Spree nichts mit einer fehlgeschlagenen Flucht zu tun hätte. Sie versteifte sich darauf, dass sie West-berlinerin sei, am Ufer ausgerutscht und dann eben nach Ostberlin abgetrieben worden wäre.

Schnell merkte sie aber, dass es nicht so einfach war, sich als Westberlinerin auszugeben. Mit sichtlich steigendem Genuss ließ sie der Stasi-Mann Angaben zu ihrem angeblichen Wohnort, Straße, Umgebung, Arbeits-platz, Personen und so weiter zu machen. Rosa bemerkte schnell mit Schrecken, dass sie keine kon-kreten Angaben zustande brachte, sie kannte sich ja in Westberlin nicht so gut aus. Ihr wurde schnell klar, dass sie in der Falle saß.

Der Stasi-Beamte ließ ein Päckchen bringen. Ein Päck-chen versprach meist etwas Schönes, eine Über-raschung. Und was für eine Überraschung:

„Wollen Sie nicht auspacken?“

Mit zittrigen Fingern zog Rosa den Deckel der Schachtel herunter – (? ? ?)

„Na, gefällt Ihnen das?“

Welch ein triefender Zynismus! Eine zerrissene Jacke?

„Kennen Sie die?“

Rosa spürte ihre Kehle eng werden.

„Auf, weiter!“

Unsicher zog sie den nächsten Gegenstand aus der Schachtel – eine Hose, an den Knien zerrissen.

„Weiter, weiter.“

Langsam beförderte sie Unterwäsche zutage, natürlich nicht irgendwelche, es war ihre Unterwäsche, die sie bei der Flucht getragen hatte, ihre verdoppelte Unterwäsche!

Ganz unten in der Schachtel lagen ihre Ausweis-Papiere, Bilder und vieles mehr.

Alles vom Wasser ausgewaschen, vergilbt, teils unkenntlich, aber immer noch so leserlich und aussage-fähig, dass man sie ihr eindeutig zuordnen konnte.

„So, ich glaube, jetzt können wir mit dem Katz-und-Maus-Spiel aufhören!“

Rosa war geschafft. Sie hatten sie sich erstmals in Sicherheit wiegen lassen. Und dabei hatte sie sogar gehofft, dass man sie nach ihrer Genesung in den Westen abschieben würde.

Die folgende Nacht war schlimm. Sie fand keine Minute Schlaf. Wie im Delirium wälzte sie sich herum. Oh, hätte man sie doch sterben lassen!

Es wäre für sie eine Gnade gewesen.

Der nächste Tag bereitete sie auf den kommenden Alltag vor.

Ohne falsche Freundlichkeit ging es jetzt zur Sache, die „faule“ Zeit im Bett war vorbei. Gleich morgens wurde sie von zwei Wächterinnen aus ihrem Krankenzimmer ge-holt.

Mit sichtlichem Genuss riss man sie aus dem Bett. Jetzt zum Morgen hin war sie doch wohl etwas eingeschlafen. Um sich etwas frisch zu machen, dafür wurde ihr keine Zeit gegeben.

„Auf geht’s, jetzt weht ein anderer Wind!“

Das Gesicht der beiden Wächterinnen erschreckte sie richtig. Vor denen musste sie sich in Acht nehmen.

In einem separaten Raum warteten schon zwei Herren, einer davon in Uniform.

„So Verehrteste, jetzt wolln mer mal zur Sache kommen. Name? Geboren?“ So ging es los. Sie wurde nicht zum Sitzen aufgefordert. Als sie das tun wollte, wurde sie scharf angefahren: „Hat hier irgend jemand etwas von Sitzen jesacht?“

Stunden vergingen. Rosa war ohnehin noch sehr ge-schwächt und dieser Situation bei Weitem nicht gewachsen.

Wie ein Pfeil traf sie die nächste Frage:

„Wer ist Toni!?“

„Den kenne ich nicht.“

In ihrem Zustand war es ihr nicht möglich, die Worte gefasst und überzeugend rauszubringen. Sie musste sich erst auf die Situation einstellen.

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