Josef Rack - Rosa Lebt

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Prodagonisten von VERLOREN:
Toni gelingt als einzigem die Mauer-Flucht.
Seine große Liebe landet im Zuchthaus mit Todesurteil.
Der Mauerfall bringt neue Perspektiven.
Toni wird erfolgreicher Musiker.
Ein Straßengangsterkind wird todkrank gefunden,
wer sind die Eltern?

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Toni ging es auf jeden Fall so, es schnürte ihm regelrecht die Kehle zu. So sehr hatte er nicht mal in Sibirien ge-froren.

Er hatte aber auch nichts mehr an sich, das ihm Wärme geben konnte.

Abgemagert, ausgebrannt - in ihm war nur noch Leere. Er war leer!

Toni versucht, sich zu orientieren. Wo steht denn sein Auto?

Es muss doch irgendwo in der Nähe des Friedhofs stehen. Er will nur noch weg. Die, die er finden wollte, seine Eltern, liegen jetzt beide vereint auf dem Friedhof. Und jetzt ist er nur noch ein unerwünschter Eindringling, der eigentlich wieder verschwinden könnte. Wieder dahin geht „wo der Pfeffer wächst“. Na ja, seiner Tante will er nicht Unrecht tun, sie hatte sich wirklich von Herzen ge-freut.

Von hier oben kann er den Friedhof zwischen den Bäumen erkennen. Mechanisch bewegen sich seine Beine auf dem Weg zwischen den kahlen Weinreben hinunter zum Städtchen. Unterwegs, am Ortsrand, kommt er an einer Gaststätte vorbei, vor der viele Autos in Reih und Glied stehen. Gerade gehen zwei schwarz gekleidete Männer ins Lokal hinein. Angeregte Unter-haltung dringt zur Straße hin, dazwischen eine helle lachende Frauenstimme. Familienfest? Geburtstagsfeier? – wahrscheinlich sogar eine Hochzeit. Als Toni schon fast vorbei ist, tritt eine Gruppe Menschen auf die Straße. Unwillkürlich nimmt sein Unterbewusstsein wahr: das ist bestimmt keine Hochzeit, die Männer mit schwarzen Krawatten, die Frauen auch ganz in Schwarz. Es muss wohl eine Beerdigungsgesellschaft sein – die seiner Mutter! Beim Leichenschmaus - in lebhafter Unter-haltung!

Dass eine Frau seinen Namen hinter ihm herruft, nimmt er nicht wahr, oder besser noch, er will es gar nicht hören – nichts will er mehr hören!

Sein Schritt verlangsamt sich aber unbewusst, als er beim Vorbeigehen ein paar Sprachfetzen von einer größeren Gruppe von Männern aufschnappt, die offensichtlich gerade dabei sind, in ihre Autos einzu-steigen und sich noch dabei miteinander unterhalten.

„Wo kommt ihr denn her?“

„Schön habt ihr gesungen…“

„Wir sind das Lassallia-Doppelquartett aus Neckarsulm.“

„Ich hab’ mal mit dem Mann von Theresia zusammen gearbeitet.“

„Fred, kann ich mit dir fahren?“

Fröhlich verabschieden sie sich voneinander.

„Also bis Freitag“, sie steigen in ihre Autos und fahren ab.

Für all diese Menschen wird der Alltag weiter gehen. Natürlich, für manche mit der Trauer um die Dahin-gegangene, mehr oder weniger stark, je nachdem, wie eng ihre Beziehungen mit der Verstorbenen waren. Aber sie werden sich wieder ihrem Alltag und dem ihrer Mitmenschen widmen. Die Trauer wird mit der Zeit überdeckt von der Konzentration auf die täglich neuen Aufgaben, dann folgen auch wieder unbekümmerte Tage.

Das nächste Mal, wenn sich die Leute wieder treffen, vielleicht sogar auch hier in dem Lokal, wird der Anlass ein Geburtstag oder gar eine Hochzeit sein.

Er wird jedoch nicht dazu gehören.

Nur fort!

Er möchte sich am liebsten in ein Mausloch verkriechen, sich in Luft auflösen - wer würde es schon merken?

* * *

1989

Eine Entwicklung bahnte sich an, die die Welt verändern sollte.

Der Topf in der DDR kochte über. Die Kraft von 17 Millionen Menschen sprengte wortwörtlich alle Grenzen!

Wie eine Woge, die alles mitreißt.

Diejenigen, die das Volk entmündigt, ihm ihren Willen aufgedrängt hatten, wurden regelrecht überrollt, gingen unter, ihrer Macht beraubt, lösten sich auf, egalisierten sich, wurden mitgespült und letztlich gar nicht mehr als Unterdrücker erkannt, beziehungsweise wollten nicht mehr erkannt werden.

Nach der „Explosion“ war scheinbar keiner der hunderttausend Peiniger mehr da.

Aber nicht nur die Widersacher wurden überrannt, auch die Mauern wurden niedergewalzt – die Mauer!

„Wir sind das Volk!“

So begann nach 1945 das zweite Mal die Stunde null.

Kapitel 3

Die scheinbar alte Frau bewegt sich mühsam durch den matschigen Schnee; der letzte Kampf gegen den nahenden Frühling. Der alte Mantel, die Mütze tief über den Kopf gezogen - ein trauriges Bild.

Hier am Bethaniendamm zieht sich die verhasste Mauer vor bis zur Spree, überall vollgekritzelt und mit Graffitis besprüht.

Was sucht sie da? Zum wiederholten Male ist sie schon an der Böschung ausgerutscht, ihr Blick meist auf den Boden gerichtet. Es ist beschwerlich, an der Böschung, die an die Mauer anschließt, entlang zu gehen. Aber die Frau bewegt sich immer weiter suchend in Richtung Spree. Je näher sie der Spree kommt, umso aufgeregter wird sie. Hier endet die Mauer, und es gibt die Möglichkeit, auf die Rückseite der Mauer zu gelangen. Vorher war ja alles dicht, da gab es kein Durchkommen. Jetzt befindet sie sich praktisch auf dem „Todesstreifen“, also zwischen der äußeren Mauer und der HSiM (Hinterlandsicherungsmauer). Sie fröstelt. Es kostet sie viel Überwindung, die Mauer wirkt immer noch bedroh-lich. Zu ungeheuerlich ist der Gedanke, sich hier aufzuhalten und doch gefahrlos herumzulaufen, ohne Angst haben zu müssen, erschossen zu werden. Hier, auf der Rückseite der Mauer, geht sie wieder zurück. Ihr Augenmerk ist nach wie vor auf den Boden direkt vor der Mauer gerichtet. Ab und zu scharrt sie mit dem Fuß Schneereste weg. Dann stockt sie. Ein Dohlendeckel fesselt ihre Aufmerksamkeit. Ihre Augen inspizieren prüfend die Umgebung.

Hier müsste es gewesen sein, wo Hartmut erschossen wurde!

Erschüttert steht sie davor und faltet ihre Hände. Dann, mit dem Rücken an die Mauer gelehnt, lässt sie sich in die Hocke rutschen. Die vor das Gesicht geschlagenen Hände und das Zittern ihres Körpers, verraten ihre große Erregung. Nach geraumer Zeit erhebt sie sich wieder, streckt einen Arm nach oben und ballt die hagere Hand zur Faust. So steht sie da wie ein Mahnmal:

„Ihr Schweine, ihr Mörder!“ Die Anklage ist gegen die noch stehenden Wachtürme gerichtet. Es sind noch viele Menschen unterwegs. Auch Touristen natürlich, die den alten Grenzverlauf bei einem Urlaubsaufenthalt mit eigenen Augen sehen möchten, bevor die Zeugnisse abgetragen und verschwinden werden. Sich noch Mal ein Bild machen wollen von den menschenverachtenden Unterdrückungs-Maßnahmen gegenüber ihrem eigenen Volk. Die drohenden Wachtürme vermitteln eine ge-spenstische Kulisse. Die Menschen bewegen sich sonderbar ruhig. Ihre Unterhaltung ist gedämpft, als ob sie sich in einer riesengroßen Grabanlage befinden. Ja, dies war die Todeszone.

Oder ist es, weil sie dem Frieden noch nicht ganz trauen? Da wird doch keiner mehr auf einem Wachturm stehen und schießen? Tatsächlich muss sich mancher ab und zu vergewissern, dass wirklich keine Gefahr mehr droht.

Die einsame Frau, die an der Mauer steht mit ihrer hochgereckten Faust und „Schweine“ und „Mörder“ ruft, betrachten sie schockiert. Bestimmt hat sie ein trauriges Schicksal zu beklagen. Die Worte hallen schaurig zwischen den Mauern, und die vorbeiziehenden Men-schen werden noch leiser oder verstummen betreten. Bestimmt haben noch viele andere von ihnen unliebsame Erfahrungen mit dem Regime gemacht und wollen sich jetzt vergewissern, dass der Spuk wirklich vorbei ist.

Langsam geht die Frau wieder in Richtung Spree.

Sie überquert die Köpenicker-Straße. Die Böschung hinter der Fabrik am Viktoriaspeicher zur Heckert-Straße, die dann als Schillingbrücke über die Spree führt, hat es ihr besonders angetan. Aber was kann sie hier schon finden? Hier an diesem Hang der Südseite ist die wärmende Kraft der Sonne schon ganz schön zu spüren. Der Schnee ist fast gänzlich weggetaut. Hinter den Fabrikgebäuden ist es windstill und angenehm. Oben auf der Straße, an der Brücke, überall wird schon gearbeitet, um die Überbleibsel der DDR-Zeit zu vernichten – des DDR-Gefängnisstaates!

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