J. B. Hagen - Name unbekannt

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Andreas Wolff hat ein Faible für übersinnliche Phänomene, deshalb besucht er gerne Friedhöfe, um dort zu fotografieren. Eines seiner Lieblingsziele ist der Selbstmörderfriedhof in Berlin-Grunewald. Dort hat er außergewöhnliche Begegnungen, die seine Fantasie anregen. Doch bald schon hegt er den Verdacht, ein ungebetener Gast habe sich ihm angeschlossen. Auf dem Friedhof gleichen Namens in Wien lernt er eine junge Frau kennen, die ihm seltsam bekannt vorkommt. Was hat es mit der geheimnisvollen Fremden auf sich? Der Leser bekommt in diesem spannenden Roman Einblicke in die Schicksale der unglücklichen Seelen derer, für die diese Orte der Ruhe angelegt wurden. Fakten und Fiktion vermischen sich zu einem gruseligen Lesevergnügen.

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Johanna war froh, nicht als Dienstmädchen arbeiten zu müssen, denn sie hatte von mancher Freundin wahre Horrorgeschichten gehört. Das ging von winzigen Kammern ohne Fenster und Ofen über keifende Gnädige, denen man nichts recht machen konnte, bis hin zu lüsternen Hausherrn, die ihre Finger nicht bei sich behalten konnten. Nein, wenn schon Bedienen, dann nicht in einer Art Leibeigenschaft rund um die Uhr.

Dann hatte sie bei einem Ausflug in den Grunewald die Gastronomie auf der Halbinsel Schildhorn entdeckt. Dort, wo anfangs Familien noch Kaffee kochen und bis in die 50er Jahre noch mitgebrachte Speisen verzehren konnten. Und plötzlich hatte sie gewusst, was sie machen wollte. An der frischen Luft im Grünen arbeiten. Heitere, ausgelassene Menschen sehen, die in der Sommerfrische die Seele baumeln ließen. Vater Ludwig hatte zur Bedingung gemacht, dass sie bis zu ihrem einundzwanzigsten Geburtstag warten würde. Denn bevor er seine Tochter in fremde Obhut gab, sollte sie erst einmal volljährig werden.

Zwei Wochen nach Beginn des neuen Lebensabschnitts war sie mit der S-Bahn zum Bahnhof Grunewald gefahren und hatte sich in ihrem schönsten Kleid in einem der Ausflugslokale vorgestellt. Und tatsächlich war sie eingestellt worden. Anfangs nur zur Probe, aber ihr Fleiß, ihre Umsicht und der Mangel jeglicher Widerworte hatten es ihr ermöglicht, zu bleiben.

Die beiden anderen Mädchen, Rieke und Martha, verbargen ihre freche Berliner Klappe geschickt vor den Gästen. Nur untereinander gab es hin und wieder Zickereien, besonders wenn ein Gast das Revier wechselte, um sich zu Freunden oder Bekannten zu setzen. Rieke, ungelernt wie Johanna, konnte besonders schnell ihre angeblich gute Kinderstube vergessen. Martha war eher der stille Typ, der vieles mit sich abmachte.

Die drei männlichen Kollegen trugen die Nase ziemlich hoch, denn sie hatten den Beruf erlernt und waren nicht nur „Hilfskräfte“. Sie bedienten hauptsächlich in dem schönen, großen Saal, in den die Reichen und Schönen einkehrten, mit verglasten Arkaden und angeschlossenem Wintergarten sowie einer Terrasse zum Wasser. Adolf, der Älteste von ihnen, ein hochnäsiger Bursche mit ölig zurückgekämmten Haaren, war mitunter sehr gemein und schob den Mädchen seine Fehler zu. Zu den Gästen war er besonders liebenswürdig – schmierig, wie Rieke meinte –, während ihm in der Küche gerne mal die Nerven durchgingen. Er war ein Paradebeispiel für „nach oben buckeln und nach unten treten“. Otto, der Mittlere von den dreien, verhielt sich kollegial und war aufgrund seines schönen Gesichts nicht nur beim Personal, sondern auch unter den Gästen sehr beliebt, besonders bei Frauen. Und Fritz, der Jüngste, ein blasser, dünner Junge, der seine einfache Herkunft nicht verbergen konnte, gab sich alle Mühe, bis zum Oberkellner aufzusteigen.

Johanna hatte nur für einen Augen. Den Sohn des Hauses. Und sie rannte offene Türen ein, wie bald jeder bemerken konnte. Willi, mit unscheinbarem Gesicht, aber hellen „Sternchenaugen“, fing sofort Feuer, als er Johanna sah. Seiner Mutter Else, einer strengen Matrone, die sich als Frau Wirtin bezeichnen ließ, ohne aktiv mitzuarbeiten, gefiel das gar nicht. Deshalb nahm sie sich alsbald Sohnemann zur Brust.

»Du wirst dich doch nicht in dieses unbedeutende Ding verlieben? Du kannst ganz andere Frauen haben. Such dir eine aus der gehobenen Gastronomie, damit ihr später mal den Laden hier übernehmen könnt.«

»Mutter, ich suche mir mein Mädchen nicht nach dem Beruf aus …«

»Solltest du aber. Angle dir die Tochter eines Hoteliers. Bei der stimmt später das Erbe. Die kleine Hinterhofpflanze aus Schöneberg hat dir doch außer einer hübschen Larve nichts zu bieten.«

»Dieser hübschen Larve verdankt sie, bei den Gästen sehr beliebt zu sein. Und ich finde ein bisschen Hinterhof ganz niedlich.«

»Lass mal, Mutter, der Junge weeß schon, wat jut für ihn is«, sagte Heinrich, der dickbäuchige Wirt mit aufgezwirbeltem Kaiser-Wilhelm-Bart. »Und verjiss nich’, wir ha’m ooch janz kleen anjefangen. Und du stammst zwar nich’ vom Hinterhof, aber aus’m Souterrain.«

»Musst du mir das immer wieder vorhalten?«, beschwerte sich Else. »Und lass doch das unsägliche Berlinern. Du machst dich ja bei den Gästen unmöglich.«

»Ach wat! Die sind in der Mehrzahl ebenso mit Spreewasser jetauft wie icke. Die erwarten, dass man ihre Sprache spricht. Wenn se et vornehmer und jelackter woll’n, ha’m wa ja unsere Ober, die Lackaffen.«

»Du bist einfach unmöglich. Schließlich wollen wir keine Bierstampe, sondern ein gutbürgerliches Restaurant haben, mindestens.«

»Du willst dit. Mir fragt ja keener.«

»Also Heinrich, wirklich. Stell mich noch als Xanthippe dar. Jedenfalls ist es nicht gut, dass diese Johanna mit uns unter einem Dach schläft. Wenn das die Leute erfahren …«

»Die Leute werden wohl kaum annehmen, dass wir det Meechen nachts noch durch’n Wald schicken oder se uff’m Fahrrad über de Chaussee jagen. Außerdem hat se ihre eijene Kammer unter’m Dach juchhe und schläft nich’ bei Junior uff’m Zimmer.«

»Na, das wäre ja auch noch schöner …«

»Ja, finde ich auch, Mutter. Das wäre noch viel schöner«, sagte Willi.

»Wenn du so weitermachst, setze ich die Göre vor die Tür, damit das klar ist.«

»Nein, das wirst du nicht tun. Gutes, billiges Personal ist schwer zu finden.«

»Janz meene Meinung«, sagte Heinrich.

1915

Der Wiener Geheimrat Leopold Mandl residierte in Simmering, dem 11. Bezirk, in der Beletage eines klassizistischen Prunkbaus. Die Wohnung, die die halbe Etage einnahm, bestand aus sechs Zimmern – allesamt mit herrlichem Stuck an den Decken, Parkett und verglasten Türen. In den großen Zimmern gab es die sogenannten Wiener Öfen mit herrlichen Jugendstilornamenten. Außer den Zimmern gehörten noch eine sehr große Küche, zwei Bäder und zwei Kammern zur Wohnung.

Mandls Frau, Therese, die sich gern mit dem Titel ihres Gatten anreden ließ, während er sich am liebsten Baron nennen ließ, stammte vom Theater. Ein Umstand, den sie erfolgreich verdrängte, war sie doch ohnehin längst nicht mehr im Gedächtnis des Publikums vorhanden. In den prachtvollen Räumen hielt sie mindestens alle zwei Monate einen literarischen Salon ab, bei dem aus bekannten und auch unbekannten Werken vorgetragen und auch musiziert wurde.

Das Dienstpersonal, das in jenen Zeiten unumgänglich war, bestand aus der Köchin Selma, einer rundlichen, pausbäckigen Frau aus Böhmen, und den Stubenmädchen Elfride und Josefine. Beide trugen schwarze, bodenlange Kleider mit weißen Schürzen und einem Häubchen auf dem Kopf und Schnürstiefel an den Füßen. Selma, die stets in reinstem Weiß gekleidet war, hatte den Vorzug, eine Kammer mit Fenster gleich neben der Küche zu haben, während die beiden Mädchen sich eine enge Kammer ohne Fenster und ohne Heizung teilen mussten.

Elfride Swoboda, eine blasse, zweiundzwanzigjährige Frau mit dunklen, glanzlosen Haaren, hätte man am treffendsten als hübschhässlich bezeichnen können. Deshalb war sie der Gnädigen auch allemal lieber als die auffallend hübsche Josefine Singer mit ihrem seidigen Blondhaar und den frechen Grübchen. Das war natürlich auch dem Baron nicht entgangen, und er ließ keine Gelegenheit aus, das junge Mädchen mit seinen Blicken zu entkleiden. Therese gab einzig Josefine die Schuld daran. Wahrscheinlich hatte sie wieder so aufreizend verschämt geguckt und den Gatten damit ermuntert. Josefine und Elfride schufteten den ganzen Tag von früh bis spät. Das begann morgens mit dem Befeuern der Öfen und setzte sich mit dem Bohnern des Parketts fort. Zwischendurch mussten sie die Mahlzeiten servieren oder der Gnädigen beim Ankleiden und Frisieren helfen beziehungsweise sie unentwegt bedienen, wenn sie sich lasziv auf dem Diwan räkelte und in der „Gartenlaube“ las, die zeitweilig unter der Leitung eines gewissen Dr. Leopold Sacher-Masoch herausgegeben worden war.

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