Kerstin Herrnkind - Der Sturm entfacht von Herwarth Walden

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Der Sturm entfacht von Herwarth Walden: краткое содержание, описание и аннотация

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"Der Sturm" von Herwarth Walden war eine der wichtigsten Zeitschriften des Expressionismus. Viele bildenden Künstler und Literaten, die heute als moderne Klassiker gelten, veröffentlichten zuerst im Sturm. Noch heute gilt der von Walden organisierte «Erste Deutsche Herbstsalon» als eine der bedeutendsten Kunstausstellungen des vorherigen Jahrhunderts. Das Buch erzählt vom Aufstieg und Niedergang der Zeitschrift und ihrem Herausgeber Herwarth Walden, einem streitbaren Pionier in Sachen moderner Kunst und Literatur. Die Erstfassung dieser Arbeit bescherte der Autorin 1993 den Titel der Diplombibliothekarin. Jetzt erscheint die aktualisierte, überarbeitete Ausgabe als Ebook. Warum? Ist über den Sturm nicht schon genug geschrieben worden? Vielleicht. Aber Literatur über den Sturm ist teuer. Sie steht nicht gerade in jeder Bibliothek. Es gibt viele hervorragende Dissertationen, mehrere hundert Seiten dick. Dieses Buch richtet sich allerdings an Einsteiger. Es ist gedacht für Kunstinteressierte, Schüler, Studenten und Journalisten, die sich einen schnellen Überblick verschaffen wollen oder müssen. Kurz: Es ist ein Buch für Einsteiger in Sachen Expressionismus.

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Die politischen Ereignisse sind nur als ein Teilaspekt bei der Entstehung der expressionischen Bewegung zu berücksichtigen. Die Angst vor der „Selbstentfremdung vom Mitmenschen“ und „von der Gesellschaft vor allem“ (29) hat seinen tieferen Ursprung in der Ablehnung des Naturalismus als Kunstrichtung und als Lebensphilosophie. Der Naturalismus drückt das Lebensgefühl des Menschen im neunzehnten Jahrhundert aus, das durch die Industrialisierung und die zahlreichen Entdeckungen auf dem Gebiet der Technik, der Chemie, der Heilkunde, der Physik etc. geprägt ist: „Die Natur als Wirklichkeit, die Natur als Übermacht, die Natur als regulierendes Gesetz“ (30). Doch diese Naturgesetze, die zum Maß aller Dinge erhoben werden, „legten sich als ... Schlingen um das Individualgefühl des Menschen, zogen sich enger und erstickten es" (31). Die Menschen fühlen sich klein, machtlos und ausgeliefert. “Der Mensch war zum bloßen Anhängsel der Natur geworden, und die Natur, gestachelt von ihrem trunkenen Freiheitsgefühle, stürmte hohnlachend davon und schleifte den geschundenen Menschen am Boden hinter sich her" (32). Diese Geisteshaltung schlägt sich auch in der bildenden Kunst und in der Literatur nieder. Der Naturalismus strebt eine möglichst genaue Abbildung der Wirklichkeit an und lässt der Fantasie keinen Spielraum. Dieses Weltbild, das alles und jedes mit Naturgesetzen zu erklären versucht, und das sich auch in der strengen wilhelminischen Gesellschaftsordnung widerspiegelt, ist der Nährboden für den Expressionismus und die Zurückbesinnung auf das Seelische, das mehr und mehr an Bedeutung zu verlieren scheint. Um die „Erneuerung des Menschen“ (33) und damit der Gesellschaft zu erreichen, gehen die Expressionisten unterschiedliche Wege. Die einen vertrauen sich „ganz der Seele an, die ihnen als die große Heilkraft für den Einzelnen und die menschliche Gesellschaft erscheint - ihre Dichtung ist ein Weg nach innen - die anderen einzig dem Geiste, der hier mit dem aufklärerischen Verstande gleichgesetzt wird - ihre Dichtung ist Politik" (34).

Doch welchen Weg diese jungen Dichter und Künstler auch einschlagen, sie finden sich alle in den zahlreichen expressionistischen Zeitschriften wieder. Dass sich Walden der Bedeutung seiner Zeitschrift sehr bewusst ist, zeigt ein Zitat aus dem Jahr 1918: „Alle Künstler, die eine führende Bedeutung für den Expressionismus haben, sind an einer Stelle vereint. - Diese ist der Sturm“ (35).

Die Zeit zwischen 1910 und 1920 wird in der Literatur oft als „das expressionistische Jahrzehnt“ beschrieben. Die Rolle des Expressionismus in dieser Zeit war jedoch gering. Die Kulturlandschaft wurde damals viel weniger von expressionistischen, futuristischen, aktivistischen und dadaistischen Impulsen geprägt, als es von manchen Zeitgenossen nachträglich dargestellt worden ist. „Die Öffentlichkeit lachte und spottete“ (36) zwar über die Expressionisten, „meist aber schwieg“ sie (37). Die Stilismen der Jahrhundertwende standen in der Gunst des Publikums nach wie vor ganz vorn: „Klassiker-Rezeptionen im Zeichen eines trivialen Neuidealismus, der gediegene Roman des poetischen Realismus und nicht zuletzt die Heimatkunstbewegung, waren für das breite Publikum und seine kulturellen Bedürfnisse gewiss repräsentativer als Expressionistisches“ (38).

Herwarth Walden - biografisches Stationen vor 1910

Als der expressionistische Dichter und Dramatiker August Stramm gefragt wurde wurde: „Was ist der Sturm“, antwortete er: „Der Sturm ist Herwarth Walden“ (1). Herwarth Walden der „Gründer und Leiter des Sturm vom ersten bis zum letzten Tage“ (2), war die „Seele des Sturm“ (3). Seine persönliche Entwicklung vom unpolitischen Streiter für die Moderne sowohl in der bildenden Kunst als auch in der Literatur hin zum Kommunisten (4) spiegelt sich im Sturm wider. Bei der Gründung ist „Der Sturm“ ausschließlich als „Wochenschrift für Kultur und die Künste“ (5) gedacht. Im Laufe seiner 22-jährigen Geschichte entwickelt sich „Der Sturm“ mit dem verstärkten politischen Engagement des Herausgebers auch zu einer politischen Zeitschrift. Die Geschichte der Zeitschrift ist nicht zu trennen von der Persönlichkeit des Herausgebers.

Herwarth Walden wird am 16. September 1878 in Berlin als Georg Lewin geboren. Seine Eltern sind der Arzt Victor Lewin und dessen Ehefrau Emma, geborene Rosenthal (7). Den Künstlernamen Herwarth Walden wird ihm seine erste Frau Else Lasker-Schüler verpassen. Sie nennt ihn erst Goldwart, den Musikanten. Später

wird Herwarth Walden sein offizieller Name (8).

Walden entstammt einer jüdischen Familie. Seine Eltern sind jedoch keine praktizierenden Juden; trotz ihrer Abstammung sind sie keine aktiven Mitglieder der jüdischen Gemeinde von Berlin (9). Herwarth Walden genießt im Elternhaus also offenbar keine jüdische Erziehung und fühlt sich auch später nicht als Jude. Wenn es überhaupt einen Anhaltspunkt für die Verwurzelung Waldens mit der jüdischen Tradion gibt, dann äußert sich diese in seinem „Umgang mit dem Wort und das Erleuchten eines Wortinhalts“ (10), der später in seinem Kampf für die Wortkunst zum Ausdruck kommt. Renate Krüger schreibt in ihrem 1966 erschienenen Buch: „Die Kunst der Synagoge - eine Einführung in die Probleme von Kunst und Kult des Judentums": „Die jüdische Bilderwelt ist eine illustrative Unterstützung des geschriebenen Wortes, das im Judentum einen größeren Wert und eine intensivere Wirkung besitzt als in anderen Religionen, auch im Christentum“ (11). Herwarth Walden geht in Berlin auf das Königstädter und das Leibnitzgymnasium (12). An den Berliner Gymnasien besuchen die Schüler seinerzeit je nach Konfession evangelischen, katholischen oder jüdischen Religionsunterricht (13), so kommt Walden mit dem jüdischen Glauben in Berührung. Herwarth Walden führt sich nach Berichten von Zeitzeugen jedoch weder traditionell noch national gebunden, und so kennt auch die Kunst, für die er sich später so vehement einsetzt, keine geographischen oder andere Grenzen. Nell Walden schreibt über ihren Mann: „Wenn mich jemand fragte: Wer war Herwarth Walden, dann müßte ich mit seinem eigenen Wort antworten: Ein Europäer. Er kannte und anerkannte keine traditionellen Bindungen. Er fühlte sich nie als Jude, aber auch nicht als Deutscher. Er liebte zwar Berlin, aber nicht, weil er dort geboren war, sondern weil ihm die Berliner Art gefiel ... Die deutsche Landschaft war ihm ebenso gleichgültig wie irgendeine andere auf der Welt. Es ist ja alles nur Thüringen, pflegte er zu sagen. Damit meinte er etwas recht Hübsches, aber gänzlich Bedeutungsloses“ (14). Trotzdem dürfte seine Geburtsstadt Berlin Waldens fast kosmopolitische Einstellung geprägt haben. Denn „schon in der wilhelminischen Periode entwickelt sich die Reichshauptstadt zu einer für diese Zeit gigantische Weltstadt“ (15). Berlin ist schon vor der Jahrhundertwende mit seinen 100 Vorbahnhöfen, 25 Fernbahnhöfen und den 40 Stadt- und Ringbahnhöfen (16) zu einer Art Knotenpunkt in Europa geworden. „Berlin ist die Hauptstadt der Vereinigten Staaten Europas“ (17) hat Herwarth Walden selbst einmal über seine Heimatstadt gesagt. Zwar toben in Berlin zu dieser Zeit „heftige soziale Kämpfe“ (18), dennoch entwickelt sich die damalige Reichshauptstadt zu einer kulturellen Hochburg. Es gibt in Berlin über 100 Zeitungen, eine Vielzahl von Zeitschriften und Gazetten, zahlreiche größere und kleinere Theater sowie Galerien und Kunstausstellungen (19). Nell Walden beschreibt die Atmosphäre Berlins in den ersten 25 Jahren dieses Jahrhunderts so: „Diese Zeit ... war eine Blütezeit der Kultur und Kunst in Deutschland. Die Verschmelzung von jüdischem Geist und jüdischer künstlerischer Begabung mit deutschen Kultur- und Kunstelementen hat zu einem Niveau an künstlerischen Leistungen geführt, das nicht so leicht wieder zu erreichen werden wird. Das Zentrum war Berlin ... War Berlin damals eine deutsche Stadt? Berlin war international“ (20).

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