Sein Vater hätte seine Tat wohl ebenfalls nicht gutgeheißen, aber nichtsdestotrotz hätten die beobachtbaren Reaktionen der Menschen seinen Intellekt angeregt, und er hätte sicher darüber philosophiert, wie primitivere Völker mit einem unerwarteten Geldsegen umgehen würden. Nach allem, was er ihm von Eingeboren erzählt hat, war zu vermuten, dass sie zunächst alle Scheine eingesammelt und dann stundenlang um ein Feuer herumgesessen und beratschlagt hätten, was mit dem Geld zu tun sei, und ob es von guten oder bösen Geistern geschickt worden wäre. Sofern sie überhaupt wussten, was Geld war.
Er fragt sich, ob ihn auch irgendjemand für seine Tat bewundern würde. Fredo und Anne vielleicht. Vermutlich würde Anne so etwas sagen wie: „Wow, das hätte ich dir wirklich nicht zugetraut!“ Und dann: „Justus, was willst du damit erreichen?“ Das war so etwas wie ihre Lieblingsfrage.
Nein, er kann sich nicht vorstellen, dass sich irgendjemand aus seinem näheren Umfeld für sein spontanes Geldverschenken begeistern würde. Es passte einfach nicht zu ihm, nicht zu seiner Erziehung, nicht zu seinem bisherigen Leben und wohl auch nicht zu seinem Charakter. Er war eine Autorität, ein moderner Unternehmer. Oder zumindest versuchte er, einer zu sein. Diese verrückte Aktion würde man ihm höchstwahrscheinlich als Symptom seiner schlechten psychischen Verfassung auslegen.
Und Marie? Was würde sie sagen? Soll er es ihr überhaupt erzählen? Es wird höchste Zeit, sie endlich anzurufen.
Der junge Bankangestellte, der ihn am Morgen bedient hat, setzt sich mit einem anderen jungen Mann, vermutlich einem Kollegen, an den Nachbartisch. Die zwei unterhalten sich angeregt und schütteln dabei immer wieder den Kopf. Kopfschütteln scheint bei jungen Bankern in Mode zu sein.
Er winkt die Kellnerin herbei, bezahlt seinen Kaffee und eilt davon. Die Vorstellung, von dem Bankangestellten wiedererkannt zu werden, ist ihm äußerst unangenehm. Nicht auszudenken, wenn dieser eins und eins zusammenzählen und das Gerücht verbreiten würde, Direktor Justus Zimmermann habe zwanzigtausend Euro auf dem Römerberg verschenkt. Er müsste es öffentlich dementieren und sich selbst verleugnen.
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