am sorgsam gedrehten Docht
des spätabendlich erwachten Gedankens.
Es war das Auftauchen
aus einem dunklen Brei,
der durch Denkvorgänge
in den kryptischen Gängen
des Gefängnislabyrinths
zum Kochen gebracht wurde.
ist die Himmelssicht verbaut.
Das Sausen überköpfig
schwingender Axtschwärme
drückt die Akzente tiefer ins Ohr,
die weder neu noch schlafmützig sind.
Irgendwo reißen die Ärmel
an verschwitzten Hemden,
irgendwoanders platzen die Krägen
über den geschwollenen Hälsen.
offenbart sich das Resultat
einer erfolgreich verlaufenen Rückschau.
Vor und hinter dem Vorhang
stehen Menschen, die darauf warten,
die andere Seite zu sehen,
um sich einen Reim über die Bedeutung
des Vorhangs zu machen.
Da ist die Vorausschau ein Wagnis,
weil sie dem gelebten Resultat
meist und nicht nur sprichwörtlich entgegensteht.
Wieviel weniger die Tausend ist
und wieviel mehr die Eins,
das erfährt der zweite Blick,
wenn die Ruhe nach dem ersten eingetreten ist.
Tausend Spaten können den Graben
nicht so schnell schließen,
wie ihn ein Geschoss aufgerissen hat.
Auch können die Spaten den Krater nicht schließen,
der die kochende Lava spuckt.
steht er, ein junger Mann
mit altem Gesicht,
im Zeitenwinkel der Vergessenheit.
Dem Gesicht ist anzusehen,
dass es nicht viel älter werden kann.
Die Blindenstöcke sind verteilt
für jene Augen, die es vorher
schon nicht schafften.
Die Frau sitzt in der Wanne
versteckt im Badeschaum
als Blättchen am mosaïschen
Lebensbaum.
Israeliten sagen:
die Frauen sind zum Bund nicht würdig,
sie haben den Männern zu dienen.
Es gibt sonderbare Schienen
mit Breitspur für die einen
und Schmalspur für die andern.
Kult und Kultur gehen verbogene Wege,
da fehlen bereits die begehbaren Stege.
Die Krone der Schöpfung
ist eine phallische Pfropfung,
dem Mann auch die Gebärkraft einzuverleiben.
Mit dir, der Eingefremdeten
versuch ich den Weg weiter zu gehen.
Der Schmerz spannt sich aus
zwischen den herabrollenden Steinen
und den Würfeln des Seins und Nichtseinsollens.
Wir passieren ungedenk der Ziele
die schlaflosen Nächte
und haben so die Tage verloren,
vor denen sich die Schollen der gefrorenen Angst
ineinanderschoben und übereinanderstülpten.
gibt es das Pulswort des hellen Blutes.
Vorher gibt es die Abzweigungen
zu den Herzkranzgefäßen.
Stille und Zuversicht pulsieren hinein,
solange die Lichtungen weit und offen sind.
Es ist der Bogenweg in die Heimat,
dorthin,
wo die altgewordene Mutter wartet,
ohne ein Wort der Anstrengung zu sagen
oder sich sonst wie zu beklagen.
legt sich der eiskalte Morgen an
am brüchig schmalen Steg des Erwachens,
als das Gestern mit den nächtlich lodernden Feuern
der niederbrennenden Stadt sich zwergschrumpfig
aus den geröteten Blicken entfernte.
Bikonvexe Gedanken tropfen sich hinzu.
Das alles ergibt einen kalt-wässrigen Brei,
der wegen seiner salzigen Bitterkeit ungenießbar ist
und schließlich unangetastet gefriert.
Da steckt der Rührlöffel eingefroren fest.
übers Gebirge
bedeutet nicht gleich den Sprung ins neue Leben.
Das vor allem dann nicht,
wenn auf der anderen Seite die Stockfinsternis herrscht
und das knochenharte Gesäge an die tiefgefrorenen Weiten
schnarchender Mumien erinnert.
Im Sichbesinnen mit der Aufmerksamkeit
in die Atmung auf dem Weg zurück in die Wirklichkeit
lärmt lauter das schnelle Hämmern
von den Grenztürmen herab.
Einer klemmt die Bratsche unters Kinn
und legt den Bratschenhals mit dem Griffbrett
zwischen Daumen und Zeigefinger,
während ein anderer das Ziel verfehlt
und die Faust durch die Scheibe schlägt.
Das tropfende Blut kommt zum Stehen,
die Wunde klebt sich an das umwickelte Taschentuch.
Nicht weit davon hängt einer mit über dem Rücken
gebundenen Händen neben der Torwinde.
Schlaff und stumm verhängen sich Zeit und Körper.
Ein Mann hängt sie in der frühen Dämmerung ab
und löst sie aus den Schnüren der vernetzten Hetzjagd.
ist zum Greifen nah.
Doch schon sitzt der erste Moder
an den Kanten des Graubrots,
das aus dem Teig des weißen Zweifels
mit der alten Hefe scheckiger Daseinsbedenken
gebacken wurde.
Keiner, der mit fester Absicht
und abgeklärter Vision den Zugriff mit dem Vorgriff
auf das Neue und dem noch Unverbrauchten
mit dem ersten Schritt über die gedachte Brücke wagt.
der Lippenberührung öffnet sich der Quell,
der ein Trink- und Nährbrunnen gegenzeitlicher Verjüngung ist.
Hauchlastig gleitet das Tuch über den Mund
und deckt ihn schattig zu.
über blühende Schäfte hinaus.
Orte reihen sich dicht aneinander,
dass man sie namenlos ließ.
Brote in zerbrochenen Laibern
liegen verstreut herum.
Wo sind die Frauen, die sie buken,
wo die Männer, die sie verloren?
stürzen schmerzhaft die Monate zurück.
Da geht es von den Vermissten und Toten
zurück bis zu den jungen hoffnungsvollen Männern
auf den Feldern des Getreides und des Bauens
mit ihren Muskeln und Gesängen,
den sportlichen Gängen, Sprüngen und Würfen.
desto weniger geronnen ist das Blut.
Je heftiger unter trabenden Hufen
der Boden vibriert, desto heller gleißt die Glut.
rumpelt vor und zurück
und drückt die Kopfsteinpflaster ein.
Nun wummert die Walze
das Sandbett für die Asphaltdecke fest.
Die alte Stadt bekommt eine neue Straße.
Randgesäumt stehen noch die Bilder aus der alten Zeit,
jener alten, als in den Gassen das Leben pulsierte
und junge Männer an den Fronten verbluteten.
Wieviel Blut ist zwischen deinen Steinen zerronnen?
Wie viele Schädel und Beine sind in dir gebrochen
und im Geröll zurückgeblieben?
Der siegreiche Feldherr ging in die Geschichte ein
samt dem hölzernen Pferd.
Dafür bleiben die Toten unerwähnt,
die den Mut im Kampf brachten.
Köln, du Zerbombte!
Wie die trauernde Mutter stand der Dom
einsam und verloren im Trümmermeer.
Aus der zerbombten Geschichte
hat Deutschland die bleibenden Narben
zurückbehalten.
Blut und Krieg!
Deutschland verblutete bis zur Niederlage.
Den Sieg, den fatalen, teilten sich die andern.
Fortgewälzt ist der Stein
der die Stätte des verlorenen Lebens markierte.
Die Frage ist,
ob der Stein zu etwas anderem nützlich war.
Name, Geburt und Tod sind in den Stein gemeißelt.
Nun fährt das Grab irgendwo umher,
dass das alte Mütterchen mit dem kleinen Sträußchen
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